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| Wochenbericht des DIW Berlin 23/04 InnoRegio: Unternehmen beurteilen die Wirkung des Förder-programms insgesamt positiv | |||
| Bearbeiter | Alexander Eickelpasch Ingo Pfeiffer | ||
| Das Programm InnoRegio des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) soll in Ostdeutschland mit der Förderung regionaler Kooperationsverbünde und deren innovativen Vorhaben die Leistungsfähigkeit der Unternehmen stimulieren und so Impulse für Produktion und Beschäftigung setzen. Dieses Ziel wird umso besser erreicht, je eher die Unternehmen in der Lage sind, die im Rahmen der Vorhaben gewonnenen Ergebnisse in marktfähige Produkte umzusetzen und am Markt zu etablieren. Die Untersuchung zeigt, dass die in InnoRegio geförderten Unternehmen mit ihren Vorhaben eine anspruchsvolle Zielsetzung verfolgen und mit hoher innovativer Kompetenz auf wachsenden Märkten tätig sind. Insgesamt beurteilen die Unternehmen die Wirkung des Förderprogramms positiv. Aus ihrer Sicht sind jedoch - nicht zuletzt wegen hoher Markteinführungskosten - erhebliche Anstrengungen erforderlich, um die Ergebnisse wirtschaftlich zu verwerten. Dieser Prozess ist mithin nicht ohne Risiko. Eine konjunkturelle Belebung könnte diese Probleme sicherlich mildern. Die durch InnoRegio geförderten Unternehmen weisen den vorliegenden Informationen zufolge eine im Quervergleich günstigere Konkurrenzposition auf wachsenden Märkten auf, sind jedoch hinsichtlich ihrer Ertragskraft der Vergleichsgruppe ähnlich. Als Datenbasis dieser Studie dienen die Ergebnisse der Befragung vom Sommer 2003 bei den Teilnehmern am InnoRegio-Programm sowie eine Unternehmensbefragung des DIW Berlin in den neuen Ländern vom Frühjahr 2000. [1] Das Förderprogramm InnoRegio unterstützt die Zusammenarbeit von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und wirtschaftsnahen Institutionen auf regionaler Ebene. Durch Vernetzung der Akteure sollen lokale Kompetenzen intensiver genutzt und die Innovationsfähigkeit der Unternehmen gestärkt werden. Letztlich soll die Bündelung der regionalen Potentiale Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung in der Region auslösen. Gefördert werden sowohl Aufbau und Organisation der Netzwerke als auch die den Netzwerkzielen dienlichen Innovationsvorhaben der Teilnehmer. Als Innovation werden technisch-wissenschaftliche Neuerungen ebenso wie neue Ausbildungs- und Qualifizierungskonzepte angesehen. Das auf sechs Jahre angelegte Förderprogramm wurde Ende 1999 gestartet und wird von einem Konsortium [2] um das DIW Berlin wissenschaftlich begleitet. [3] Im Jahre 2003 war der Aufbau der Netzwerkinfrastruktur weitgehend vollendet, und ein Teil der Innovationsvorhaben war - vielfach unter Nutzung des Potentials der Netzwerkpartner - weit gediehen oder bereits erfolgreich abgeschlossen. InnoRegio ist zwar eher auf langfristige Wirkungen angelegt; am Beginn der intendierten Wirkungskette stehen aber der Nutzen der Förderung für die Innovationskraft und die Leistungsfähigkeit der Unternehmen. Bereits in dieser Phase sollte daher eine erste Einschätzung möglich sein, inwieweit das mit dem Förderprogramm verbundene wirtschaftliche Fernziel erreichbar erscheint. Erste Ergebnisse der Begleitforschung deuten darauf hin, dass die Vernetzung nicht nur dem Innovationsprozess der beteiligten Unternehmen, sondern auch allgemein der Intensivierung des Leistungsaustauschs in der Region förderlich ist. Weitere Anhaltspunkte für mögliche positive wirtschaftliche Effekte dieses Prozesses bieten Art, Innovationsgehalt und angestrebte wirtschaftliche Nutzung der Vorhaben ebenso wie die Innovationskompetenz und Leistungsfähigkeit der geförderten Unternehmen. Sie werden im Folgenden anhand einiger zentraler Merkmale dargestellt. | |||
| Wirtschaftliche Bedeutung der geförderten Vorhaben |
Im Sommer 2003 gab es knapp 550 Vorhaben, [4] die im Rahmen von InnoRegio gefördert wurden; ein Drittel von ihnen war zu diesem Zeitpunkt bereits beendet. [5] Knapp zwei Drittel der Vorhaben wurden oder werden von Unternehmen durchgeführt, das restliche Drittel von Universitäten, Forschungsinstituten oder anderen Einrichtungen. Nach Angaben der schriftlichen Befragung vom Sommer 2003 werden zum überwiegenden Teil technisch-wissenschaftliche Vorhaben angestrebt. Bei der Hälfte der Projekte sollen grundlegend neue Produkte und Verfahren entwickelt werden; mithin handelt es sich hierbei um Vorhaben mit einem hohem Innovationsgehalt (Abbildung 1). Die Bearbeitung verläuft oder verlief beim weit überwiegenden Teil ohne größere Schwierigkeiten. Die weitere Realisierung der noch laufenden Vorhaben sehen die Unternehmen ebenfalls weitgehend als unproblematisch an. Der hohe Anspruch spiegelt sich in den angestrebten Schutzrechten: Bei knapp einem Zehntel der Vorhaben haben Unternehmen bereits einen Antrag auf ein Patent gestellt, und ein Viertel plant, dies zu tun (Abbildung 2). Für die Abschätzung der wirtschaftlichen Umsetzung ist auch relevant, wann mit der Nutzung der Ergebnisse zu rechnen ist. Bei einem Zehntel der Vorhaben werden Forschungs- und Entwicklungsergebnisse bereits während der Laufzeit im Unternehmen genutzt (Abbildung 3). Zwei Fünftel rechnen mit der Nutzung nach Abschluss des Vorhabens, in den meisten Fällen im Verlaufe der darauf folgenden beiden Jahre. Der wirtschaftliche Erfolg, den die Unternehmen aus der Umsetzung der Vorhaben ziehen wollen, hängt nicht zuletzt auch vom Marktumfeld ab. Die Erfolgschancen sind erfahrungsgemäß dann besonders günstig, wenn es sich um Märkte mit einem großen Volumen bzw. mit großem Expansionspotential handelt. Für die Mehrzahl der Vorhaben treffen diese Bedingungen zu: Drei Viertel der Vorhaben sind auf internationalen Absatz und in der Regel wachsende Märkte ausgerichtet. Gleichwohl dürfte den Unternehmen die Verwertung ihrer neuen Produkte nicht immer leicht fallen: Einerseits herrscht nach Angaben der Unternehmen auf den avisierten Märkten intensiver Wettbewerb, andererseits werden hohe Einführungskosten als das größte Hemmnis für die wirtschaftliche Umsetzung der Vorhaben angesehen. | ||
| Leistungsfähigkeit der Unternehmen |
Die wirtschaftliche Nutzung hängt nicht zuletzt von der Fähigkeit der Unternehmen ab, die Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte umzusetzen und am Markt zu etablieren. Dafür sind vor allem Forschungserfahrung und Innovationskompetenz, Marktstellung sowie finanzielle und personelle Ressourcen maßgebend. Im Sommer 2003 wurden nach Angaben des Projektträgers knapp 280 Unternehmen gefördert, dies waren 70 % aller Teilnehmer. [6] Drei Viertel der Unternehmen führen bzw. führten nur ein Vorhaben durch, ein Viertel der Unternehmen mehr als ein Vorhaben, die meisten von ihnen zwei oder drei. Nach der Befragung des DIW Berlin vom Sommer 2003 beschäftigten die beteiligten Unternehmen in der Summe im Jahre 2002 rund 10 000 Mitarbeiter, im Mittel knapp 50 pro Unternehmen. [7] Die Hälfte von ihnen hatte weniger als 20 Mitarbeiter, ein Zehntel mehr als 100. Knapp zwei Fünftel von ihnen können dem Dienstleistungssektor zugerechnet werden, vor allem Ingenieurbüros und anderen FuE-Anbietern. Drei Fünftel zählen zum verarbeitenden Gewerbe. Besonders stark vertreten sind - gemessen an der Beschäftigung - Unternehmen des Maschinenbaus, der Medizin-, Mess- und Steuertechnik, der Metallerzeugung und -bearbeitung sowie der Textilindustrie. Das Branchenspektrum ist also breit gefächert und umfasst nicht nur forschungsintensive Branchen. Es spiegelt den Anspruch von InnoRegio, eine breit gefächerte Klientel ohne spezifische Technologieorientierung anzusprechen. | ||
| Technologische und innovative Kompetenz |
Innovationen sind die Umsetzung von Wissen in neuartige Produkte, Dienstleistungen oder Formen der Leistungserstellung. Dabei kann es sich um völlig neu entwickelte Güter handeln, die von einem Unternehmen erstmals angeboten werden, aber auch um Weiterentwicklungen bestehender Leistungen oder um die erstmalige Adaption bereits von anderen angebotener Leistungen durch das jeweilige Unternehmen. Dieser Prozess erfordert die Bereitstellung von Ressourcen; das Engagement in Forschung und Entwicklung (FuE) ist dabei ein wichtiger Leistungsindikator. Die technologische und innovative Kompetenz der in InnoRegio geförderten Unternehmen ist gemessen an den in der Befragung verwendeten Indikatoren hoch: Fast alle betreiben FuE, und zwar auch unabhängig von InnoRegio. Die meisten Unternehmen forschen oder entwickeln regelmäßig, viele auch in Kooperation mit anderen. Bemerkenswert ist der hohe Personaleinsatz: Knapp drei Viertel der Unternehmen setzen für FuE mehr als ein Viertel ihres Personals ein. Im Dienstleistungsbereich ist der FuE-Anteil höher als im verarbeitenden Gewerbe - Reflex des starken Besatzes mit Ingenieurbüros und Labors. Dieses Ergebnis ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Auswahlkriterien des Programms zu sehen. Ein Indikator für den unmittelbaren Output von FuE sind Patente. Sie werden in der Regel in einer frühen Phase des Innovationsprozesses angemeldet, können also als ein Frühindikator für zu erwartende Innovationen eingesetzt werden. Im Verlaufe der Jahre 2002 und 2003 haben zwei Fünftel der InnoRegio-Unternehmen Patente angemeldet, meistens waren es ein oder zwei Patente. Die Gegenüberstellung mit der FuE-Tätigkeit zeigt: Nicht jede Forschungsaktivität führt zwangsläufig zu einer Patentierung, denn lediglich zwei Fünftel der FuE-treibenden Unternehmen haben Patente angemeldet. Daraus kann jedoch nicht auf eine mangelnde Forschungseffizienz geschlossen werden. Die InnoRegio-Unternehmen halten sich offensichtlich bei der Anmeldung von Patenten zurück, sei es weil ihnen der Aufwand an Zeit und Geld zu groß erscheint, sei es aus der oft berechtigten Sorge, durch Offenlegung der Erfindungen ihren Wissensvorsprung zu gefährden. Zwischen den kleinen und mittelgroßen Unternehmen sind dabei keine Verhaltensunterschiede erkennbar. Zentraler Indikator für den Output von FuE sind neue Produkte oder Verfahren. Im Jahre 2003 hat der überwiegende Teil der Unternehmen neue Produkte in sein Leistungsprogramm aufgenommen. Zwei Fünftel von ihnen haben völlig neue Entwicklungen auf den Markt gebracht und darüber hinaus teilweise ihre bisherige Produktpalette weiterentwickelt oder Produkte adaptiert. Diese Gruppe kann somit als besonders innovativ gekennzeichnet werden (Tabelle 1). Weitere zwei Fünftel haben zwar keine völlig neuen Produkte entwickelt, aber eigene Produkte weiterentwickelt. Das letzte Fünftel der Unternehmen gilt als wenig innovativ, weil sie Produkte anderer übernommen haben oder weil ihre Angebotspalette unverändert blieb. Zwischen Innovationskraft und FuE besteht ein enger Zusammenhang: Unternehmen mit hoher FuE-Tätigkeit haben in der Regel neue Produkte in ihrem Programm, Unternehmen mit geringer FuE haben ihr Angebot meist unverändert beibehalten. | ||
| Wettbewerbsposition |
Ziel der Unternehmen muss es letztlich sein, die Ergebnisse der Vorhaben zu marktfähigen Produkten weiterzuentwickeln und am Markt zu positionieren. Nimmt man die Selbsteinschätzung zum Maß, ist es um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nicht schlecht bestellt. Vier Zehntel der Unternehmen halten sich für leistungsfähiger als ihre Konkurrenz oder sehen sich gleichauf, ein Zehntel schätzt sich etwas schwächer ein (Tabelle 2). Inwieweit diese Selbsteinschätzung durch die Unternehmen realistisch ist, kann sich erst bei einer Ex-post-Betrachtung zeigen. Aus heutiger Sicht scheinen diese Einschätzungen jedoch nicht unplausibel: Die Entwicklung in den letzten Jahren zeigt, dass Unternehmen, die sich selbst in einer starken Position am Markt sehen, in den letzten Jahren auch Beschäftigung aufgebaut haben, während Unternehmen mit einer schwachen Markteinschätzung dies nur in geringem Maße getan oder sogar ihr Personal reduziert haben. Indiz für Markterfahrung ist die Position der Unternehmen auf den stark umkämpften Exportmärkten. Reichlich die Hälfte der Unternehmen hatte im Jahre 2002 ausländische Kunden, ein knappes Fünftel erwirtschaftete mehr als ein Viertel des Umsatzes mit dem Ausland. Bei den Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe ist die Exportquote erwartungsgemäß deutlich höher als bei Unternehmen im Dienstleistungsbereich; ebenso ist sie bei den großen Unternehmen höher als bei den kleinen. Die Perspektiven dieser Unternehmen sind günstig, wie aus der Einschätzung der Unternehmen zu der Dynamik der von ihnen bearbeiteten Märkte gefolgert werden kann: Zwei Drittel von ihnen erwarten, dass die Absatzmärkte, auf denen sie tätig sind, wachsen. Diese Verteilung gilt durchgängig für kleine und für große Unternehmen sowie für das verarbeitende Gewerbe und für das Dienstleistungsgewerbe. | ||
| Finanzielle und personelle Ressourcen |
Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass die Chancen der wirtschaftlichen Verwertung recht günstig sind: Innovationskompetenz und Marktposition lassen darauf schließen. Gleichwohl ist zu prüfen, inwieweit die unternehmensinternen finanziellen und personellen Ressourcen den Umsetzungsprozess begünstigen. Hinweise auf die Finanzkraft der Unternehmen lassen sich aus der Ertragslage ablesen. Der Befragung vom Sommer 2003 zufolge gab es fast doppelt so viele InnoRegio-Unternehmen, die im Jahre 2002 (geringe oder deutliche) Gewinne verbuchten als solche mit (geringen oder deutlichen) Verlusten (Tabelle 3). Gleichwohl ist die Bedeutung der Unternehmen mit Verlusten mit einem Viertel an allen Unternehmen nicht gering. Größere Unternehmen schneiden dabei etwas besser ab als kleine. Im Jahre 2003 hat sich die Ertragslage gegenüber 2002 nicht gravierend verändert, sowohl in der Gesamtbetrachtung als auch im individuellen Vergleich: So haben Unternehmen mit Verlusten im Jahre 2002 vielfach auch 2003 nicht die Gewinnschwelle erreichen können, während Unternehmen, die 2002 Gewinne schrieben, im Jahre 2003 in der Regel ihren Ertrag halten konnten. Ein Teil der Unternehmen, immerhin ein Fünftel, wagte jedoch keine Ertragsprognose - sowohl Unternehmen, die 2002 Gewinne erwirtschafteten, als auch solche, die 2002 Verluste verbuchten. Dies signalisiert große Unsicherheiten hinsichtlich der finanziellen Stabilität der Unternehmen. Abzuwarten bleibt, ob es diesen Unternehmen gelingt, mithilfe der realisierten Vorhaben ihre Ertragssituation zu verbessern. Ein weiteres unternehmensinternes Hemmnis für die Innovationskraft eines Unternehmens kann fehlendes Personal sein. Hinweise darauf liefern die Antworten der Unternehmen auf die Frage, ob sie größere Probleme bei der Besetzung offener Stellen haben. Von den Unternehmen, die im Sommer 2003 neue Mitarbeiter einstellen wollten - etwa ein Drittel der an der Umfrage Beteiligten - fand knapp die Hälfte kein geeignetes qualifiziertes Personal, überwiegend deshalb, weil die gesuchten Qualifikationen in der Region nicht verfügbar waren. Das InnoRegio-Programm soll hier unterstützend eingreifen. So werden Vorhaben gefördert, die zur Verbesserung der Aus- und Weiterbildungssituation in der Region beitragen können. Das Angebot scheint ohne große Resonanz: Zwei Fünftel der Unternehmen, die Personalprobleme haben, maßen diesem Angebot keine große Bedeutung bei, und knapp die Hälfte konnte dies noch nicht absehen. Zu beachten ist hierbei jedoch, dass ein Teil dieser Vorhaben im Sommer 2003 noch nicht abgeschlossen war und die Vorhaben vielfach auf langfristige Wirkung angelegt sind. | ||
| Einordnung der geförderten Unternehmen |
Zur Beurteilung des Förderprozesses gehört auch die Frage, inwieweit sich die im Rahmen von InnoRegio geförderten Unternehmen von vergleichbaren Unternehmen unterscheiden. Um Verzerrungen in der Vergleichsgruppe zu vermeiden, wurden hier nur solche Unternehmen in den Vergleich einbezogen, die potentiell für eine Förderung im Rahmen von InnoRegio infrage kommen. Für eine derartige Positionsbestimmung wurden die an InnoRegio beteiligten Unternehmen mit Unternehmen in den neuen Ländern im Hinblick auf ausgewählte wirtschaftliche Leistungsindikatoren - Wettbewerbsposition und Ertragslage - verglichen. Datenbasis hierfür sind die Angaben aus einer Unternehmensbefragung des DIW Berlin vom Frühjahr 2003 bei Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes und in ausgewählten produktionsnahen Dienstleistungszweigen. [8] Zur Vergleichsgruppe zählen nur solche Unternehmen, die eigenen Angaben zufolge in mindestens einem der Jahre 2000 bis 2003 Programme zur Förderung von FuE oder Innovationen in Anspruch genommen haben. Demnach unterscheidet sich der im Rahmen von InnoRegio geförderte Teilnehmerkreis von der Vergleichsgruppe hinsichtlich Branchen- und Altersstruktur: Bei InnoRegio ist der Anteil der Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes geringer (60 %) als im Querschnitt der ostdeutschen Unternehmen (74 %), und der Anteil der jungen Unternehmen ist höher. Vergleichbare ostdeutsche Unternehmen bewerten ihre Konkurrenzposition im Durchschnitt weniger günstig als InnoRegio-Unternehmen: In der Vergleichsgruppe schätzt sich ein Drittel der Unternehmen als wettbewerbsstark ein, bei den InnoRegio-Unternehmen sind dies zwei Fünftel (Abbildung 4). Auch hinsichtlich der Wachstumspotentiale ihrer Absatzmärkte scheinen die InnoRegio-Unternehmen besser aufgestellt zu sein: Zwei Drittel der InnoRegio-Unternehmen gehen von zum Teil deutlich wachsendem Marktvolumen aus, in der Vergleichsgruppe knapp die Hälfte (Abbildung 5). Hinsichtlich der Ertragslage unterscheiden sich die beiden Gruppen dagegen kaum (Abbildung 6). | ||
| Fazit |
InnoRegio fördert Vorhaben in Unternehmen, die sich stark in der Entwicklung von neuen Produkten und Verfahren engagieren und vielfach auf wachsenden Märkten tätig sind. Die Chancen für die wirtschaftliche Verwertung der InnoRegio-Ergebnisse sind danach also insgesamt günstig. Aus Sicht der Unternehmen sind jedoch - nicht zuletzt wegen der hohen Markteinführungskosten - erhebliche Anstrengungen für eine wirtschaftliche Umsetzung der Ergebnisse erforderlich. Dieser Prozess ist mithin nicht ohne Risiko, zumal dann, wenn die Ertragslage schwach ist. Eine Belebung der Konjunktur könnten diese Probleme sicherlich mildern. [1] Über die hier behandelten Fragestellungen hinausgehende Aspekte für die Beurteilung der wirtschaftlichen Effektivität des InnoRegio-Programms werden im zweiten Bericht diskutiert. Dabei handelt es sich vor allem um konzeptionelle und methodische Fragen, insbesondere zur Messung von Wirkungszusammenhängen. [2] An der wissenschaftlichen Begleitung sind unter Federführung des DIW Berlin die Arbeitsstelle für Politik und Technik (APT) an der Freien Universität Berlin, artop-Arbeits- und Technikgestaltung, Organisations- und Personalentwicklung e. V., Institut an der Humboldt-Universität zu Berlin, die Euronorm GmbH Berlin und das CEIS der Universität Jena beteiligt. Weitere Informationen unter www.diw.de/innoregio. [3] Vgl.: Die Förderinitiative InnoRegio - Konzeption und erste Erkenntnisse der wissenschaftlichen Begleitung. Bearb.: Alexander Eickelpasch, Martina Kauffeld, Ingo Pfeiffer, Ulrich Wurzel und Thomas Bachmann. In: Wochenbericht des DIW Berlin, Nr. 34/2001; Das InnoRegio-Programm: Umsetzung der Förderung und Entwicklung der Netzwerke. Bearb.: Alexander Eickelpasch, Martina Kauffeld und Ingo Pfeiffer. In: Wochenbericht des DIW Berlin, Nr. 21/2002; Innovationsnetzwerke in Ostdeutschland: Ein noch zu wenig genutztes Potential zur regionalen Humankapitalbildung. Bearb.: Hans-Jörg Drewello, Birgit Soete und Ulrich Wurzel. In: Wochenbericht des DIW Berlin, Nr. 16/2002; Das InnoRegio-Programm: Eine Zwischenbilanz. Bearb.: Alexander Eickelpasch, Kurt Hornschild und Ingo Pfeiffer. In: Wochenbericht des DIW Berlin, Nr. 50/2003. [4] Ohne Vorhaben zur Förderung der Geschäftsstellen. [5] Zu näheren Informationen über die geförderten Vorhaben vgl. Alexander Eickelpasch: InnoRegio im Sommer 2003: Anspruchsvolle Vorhaben und intensive Zusammenarbeit. In: InfoBrief der wissenschaftlichen Begleitung der InnoRegio-Initiative, Nr. 7/2003 (www.diw.de/innoregio). [6] Die restlichen Teilnehmer sind Universitäten, Forschungsinstitute, Transfereinrichtungen sowie gemeinnützige Einrichtungen (Vereine etc.). [7] Inwieweit diese Auswahl repräsentativ ist, kann nicht geklärt werden. Dazu reichen die vorliegenden Informationen über die Grundgesamtheit nicht. Angesichts der hohen Beteiligung (Teilnehmer von 70 % der geförderten Vorhaben haben sich beteiligt), kann gleichwohl von einer gesicherten Aussagekraft der Ergebnisse ausgegangen werden. [8] Vgl.: Zweiter Fortschrittsbericht wirtschaftswissenschaftlicher Institute über die wirtschaftliche Entwicklung in Ostdeutschland. In: Wochenbericht des DIW Berlin, Nr. 47/2003. Zur Repräsentativität der Umfrage vgl.: Ostdeutsche Industrie: Weitgehende Abkehr von der kollektiven Lohnfindung. Bearb.: Karl Brenke. In: Wochenbericht des DIW Berlin, Nr. 13/2004.
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-------------------------------------------------------------------------------Tabelle 1
FuE und Innovationstätigkeit der im Rahmen von InnoRegio
geförderten Unternehmen 2003
In %
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Unternehmen, die in den
letzten beiden
Jahren FuE ...
betrieben nicht Insgesamt
betrieben
Unternehmen, die in den letzten
beiden Jahren ...
völlig neue Produkte/Leistungen
entwickelten 46 8 42
eigene Produkte/Dienstleistungen
weiterentwickelten 40 33 39
von anderen entwickelte Neuerungen
einführten 3 13 4
marktübliche, aber für das Unternehmen
neue Produkte/Dienstleistungen einführten 6 13 7
keine neuen Produkte/Dienstleistungen
einführten 5 33 8
Insgesamt 100 100 100
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Anzahl der befragten Unternehmen = 181.
Quelle: DIW Berlin und Partner, schriftliche Befragung vom Sommer 2003.
DIW Berlin 2004
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-------------------------------------------------------------------------------Tabelle 2
Einschätzung der eigenen Konkurrenzposition und Beschäftigungsentwicklung
seitens der im Rahmen von InnoRegio geförderten Unternehmen
In %
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Beschäftigungsveränderung 2003 gegenüber 2001 von ...
unter -25 % bis -5 % bis +5 % bis +25 %
-25 % unter -5 % unter +5 % unter +25 % und mehr
Position gegenüber
den Konkurrenten ...
deutlich schwächer 33 33 - - 33
etwas schwächer 15 15 54 8 8
etwa gleich stark 9 14 31 23 23
etwas stärker 10 12 21 24 33
deutlich stärker 12 12 - 18 59
nicht einschätzbar 15 23 31 15 15
Insgesamt 11 14 25 21 28
-------------------------------------------------------------------------------
Nachrichtlich:
Insgesamt Struktur in %
Position gegenüber
den Konkurrenten ...
deutlich schwächer 100 2
etwas schwächer 100 8
etwa gleich stark 100 38
etwas stärker 100 32
deutlich stärker 100 11
nicht einschätzbar 100 9
Insgesamt 100 100
-------------------------------------------------------------------------------
Anzahl der befragten Unternehmen = 189.
Quelle: DIW Berlin und Partner, schriftliche Befragung vom Sommer 2003.
DIW Berlin 2004
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-------------------------------------------------------------------------------Tabelle 3
Ertragslage der im Rahmen von InnoRegio geförderten Unternehmen
In %
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Ertragslage
2002 2003
Deutliche Verluste 9 4
Geringe Verluste 16 10
Etwa ausgeglichenes Ergebnis 29 30
Geringer Gewinn 36 29
Deutlicher Gewinn 10 7
Nicht einzuschätzen - 20
Insgesamt 100 100
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Anzahl der befragten Unternehmen = 177 [2002] und 190 [2003].
Quelle: DIW Berlin und Partner, schriftliche Befragung vom Sommer 2003.
DIW Berlin 2004
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