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Wochenbericht des DIW Berlin 28-29/02

Tendenzen der Wirtschaftsentwicklung 2002/2003

Deutschland: Der Aufschwung kommt -
und schwächt sich wieder ab

Bearbeiter Arbeitskreis Konjunktur

Die weltweite Konjunkturbelebung hat nun auch auf Deutschland übergegriffen. Der Aufschwung dürfte sich jedoch erst in den nächsten Monaten entfalten (Abbildung 3.1). Der Konjunkturverlauf in diesem Jahr entspricht damit etwa den vom DIW Berlin gehegten Erwartungen (Abbildung 3.2). Die konjunkturelle Wende wurde durch die Exportentwicklung eingeleitet. Dagegen ist die Binnennachfrage noch sehr schwach geblieben (Tabelle 1). Entgegen den Erwartungen hat sich die Investitionstätigkeit noch nicht wieder belebt, und der private Konsum war sogar rückläufig.

Im weiteren Verlauf dieses Jahres sollten sich die Auftriebskräfte gleichwohl verstärkt durchsetzen. Vom Sommer an dürfte sich die vorjährige Lockerung der Geldpolitik sowohl bei den Investitionen als auch bei den Exporten in die übrigen EWU-Länder positiv bemerkbar machen. Der private Konsum wird wohl, bei höheren Tarifabschlüssen und geringerem Preisanstieg, etwas stärker expandieren. Damit dürften die Folgen für Investitionen und Beschäftigung nach der milden Rezession im Vorjahr allmählich überwunden werden. Nach dem Abklingen des Ölpreisschocks ist die Inflationsentwicklung - wie erwartet - ausgesprochen moderat gewesen. Hieran ändern auch die jüngsten Tarifabschlüsse nichts. Wegen des schwachen Expansionstempos zum Jahresbeginn wird sich die gesamtwirtschaftliche Produktion im Jahre 2002 im Durchschnitt nur um 0,6 % erhöhen.

Was die Konjunkturaussichten für das kommende Jahr angeht, ist Skepsis angebracht. Wesentlich ausgeprägter als für den Euroraum insgesamt zeigen sich in Deutschland Hindernisse für eine ungebrochene Fortsetzung des Aufschwungs im Jahre 2003. Ohnehin wird die weltwirtschaftliche Dynamik wohl schwächer ausfallen als im Jahre 2000. Zudem wertet der Euro anders als damals auf; deshalb dürfte es zu keinem Exportboom wie seinerzeit kommen. Wohl ebenso bedeutsam ist der angekündigte finanzpolitische Konsolidierungskurs. Werden die Zusagen eingehalten - wovon hier ausgegangen wird -, dann ist mit erheblichen Restriktionswirkungen zu rechnen, die zusammen mit den übrigen Belastungen zu einer merklichen Verlangsamung des Expansionstempos schon in der ersten Jahreshälfte 2003 führen dürften. Damit bleiben nicht nur die Arbeitsmarktprobleme ungelöst; unter den gegebenen Umständen dürfte sich auch die Hoffnung auf einen kräftigen Konjunkturaufschwung im Jahre 2004, der für das Erreichen der Konsolidierungsziele bei den öffentlichen Haushalten unerlässlich ist, als trügerisch erweisen. Im Jahresdurchschnitt 2003 wird das Bruttoinlandsprodukt um 2,0 % steigen.

Exporte im Aufwind Der deutliche Abschwung der Weltwirtschaft hatte dazu geführt, dass die deutschen Exporte im Jahre 2001 stagnierten. Mit der konjunkturellen Erholung in den USA ist diese Phase überwunden. Bereits im ersten Quartal 2002 ist die Ausfuhr - im Gegensatz zur Einfuhr - wieder kräftig gestiegen (Abbildungen 3.3 und 3.4). Treibende Kraft waren die Warenexporte in die USA und nach Großbritannien sowie die unverändert gute Entwicklung der Ausfuhr nach Mittel- und Osteuropa (Tabelle 2 und Abbildung 3.5). Immer noch rückläufig waren hingegen die Warenexporte in die übrigen Länder des Euroraums, die der größte Absatzmarkt für deutsche Erzeugnisse sind. Die Zahlen für den Spezialhandel im Monat April sprechen dafür, dass auch die Warenexporte in die EWU im zweiten Quartal 2002 wieder gestiegen sind.

Im Prognosezeitraum werden sowohl eine verbesserte preisliche Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den europäischen Konkurrenten als auch die anziehende Investitionsnachfrage im Ausland die deutschen Exporte beflügeln. Angestoßen vom Aufschwung in den USA wird es im zweiten Halbjahr 2002 zu einer konjunkturellen Erholung im Euroraum und damit zu einer verstärkten Nachfrage nach Investitionsgütern kommen. Diese wird sich im Jahresverlauf 2003 abschwächen, wenn die konjunkturelle Dynamik wieder an Kraft verliert. Unverändert positiv sind die Erwartungen für die Ausfuhr nach Mittel- und Osteuropa, wo für die Jahre 2002 und 2003 ein kräftiges Wirtschaftswachstum erwartet wird.

Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der deutschen gegenüber der amerikanischen Wirtschaft wird sich im Prognosezeitraum spürbar verschlechtern. Der Effekt durch die Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar wird dadurch etwas gemildert, dass die Preise in Deutschland merklich langsamer steigen werden als in den USA. Gegenüber den Anbietern im Euroraum wird sich die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Exporteure weiter verbessern, da für Deutschland deutlich geringere Preissteigerungen erwartet werden als für die übrigen EWU-Mitgliedsländer. Auch gegenüber Anbietern in Mittel- und Osteuropa können deutsche Exporteure ihre Wettbewerbsposition weiter ausbauen, da die jeweiligen Landeswährungen im Prognosezeitraum gegenüber dem Euro real aufwerten werden.

Alles in allem werden sich die Exporte von Waren und Dienstleistungen im Jahre 2002 um 3 % erhöhen; für das Jahr 2003 ist mit einem Anstieg um 7,2 % zu rechnen.

Verbesserte Einkommens- perspektiven stützen privaten Konsum Die privaten Konsumausgaben expandierten im ersten Halbjahr 2002 nur moderat; die Sparquote erhöhte sich leicht. Die Preise für die Lebenshaltung waren im Januar vorübergehend stärker gestiegen (Kasten 2). Aus dieser Preisentwicklung resultierte für den realen privaten Konsum in der ersten Jahreshälfte nur ein leichtes Plus (Abbildung 3.6).

Von den verfügbaren Einkommen gehen in diesem Jahr wieder stärkere Impulse auf den privaten Konsum aus. Die Tariflohnanhebungen führen zu einer deutlichen Steigerung bei den Effektivlöhnen. Auch höhere Kindergeldzahlungen und die Rentenanpassungen stärken die Einkommensbasis. Dämpfend wirkt hingegen die per saldo sinkende Beschäftigung, ebenso die wieder voll greifende Steuerprogression und die gestiegenen Beitragssätze zur Krankenversicherung. Nimmt man die nahezu stagnierenden Selbständigeneinkommen mit ins Bild, ergibt sich eine Zunahme der verfügbaren Einkommen von 1,8 % in diesem Jahr.

Bei nur moderaten Preissteigerungen und nahezu unveränderter Sparquote errechnet sich für den Jahresdurchschnitt wegen des niedrigen Niveaus zu Jahresbeginn beim privaten Konsum kaum ein Zuwachs (+0,1 %); im Verlauf ist dies ein Plus von 1,3 %.

Im kommenden Jahr dürften die verfügbaren Einkommen um 3,2 % zunehmen. Hierzu tragen die Tarifsteigerungen von 2 1/2 %, eine im Jahresdurchschnitt höhere Beschäftigung und neuerliche Steuerentlastungen bei. Hingegen wird die Rentenanpassung im nächsten Jahr wohl etwas geringer ausfallen. Bei abermals unverminderter Sparquote und weiter abgeschwächtem Preisanstieg wird der private Verbrauch um 1,8 % expandieren.

Zögerliche Erholung bei den Ausrüstungs- investitionen Zu Jahresbeginn gingen die Ausrüstungsinvestitionen weiterhin stark zurück (Abbildung 3.7). Die steigenden Auftragseingänge aus dem Ausland im verarbeitenden Gewerbe konnten den Rückgang der Binnennachfrage nicht kompensieren. Die Kapazitätsauslastung im verarbeitenden Gewerbe hat zwar zugenommen, doch ist ihr Niveau noch immer vergleichsweise niedrig. Hinzu kommt, dass die schwache Entwicklung der Ausrüstungsinvestitionen in den USA auch die Investitionsaktivität in Deutschland weiterhin beeinträchtigte.

Die Erholung der Ausrüstungsinvestitionen wird in der zweiten Jahreshälfte an Fahrt gewinnen. Sowohl die Geschäfts- als auch die Exporterwartungen im verarbeitenden Gewerbe haben sich - dem ifo-Konjunkturtest zufolge - in den letzten Monaten merklich gebessert. Auch die günstigen Finanzierungsbedingungen werden sich positiv auswirken. Mit dem Anspringen der Binnenkonjunktur und der weiteren Beschleunigung der Exporte in der zweiten Jahreshälfte sind zusätzliche Impulse zu erwarten. Vor allem der stetig zunehmende Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien begünstigt weiterhin die Entwicklung der Investitionen in sonstige Anlagen. Die hier prognostizierte Erholung folgt dem üblichen Verlauf nach Rezessionen. Im Durchschnitt der vergangenen drei Rezessionen dauerte es drei Quartale nach dem Tiefpunkt der Konjunkturentwicklung, bis die Ausrüstungsinvestitionen wieder zunahmen (Abbildung 3.8).

Wegen des niedrigen Niveaus zu Jahresbeginn werden die Investitionen in Ausrüstungen und sonstige Anlagen im Durchschnitt dieses Jahres um 4,4 % geringer sein als im Vorjahr; im Jahre 2003 dürften sie um 5,4 % zunehmen.

Stagnation der Bauinvestitionen Der Rückgang der Bauinvestitionen setzte sich im ersten Halbjahr 2002 mit unverändert hohem Tempo fort. Die Nachfrageindikatoren lassen jedoch im weiteren Jahresverlauf eine Stabilisierung erwarten.

Im Wohnungsbau tendieren die Baugenehmigungen nicht mehr so stark abwärts. Die Schwäche der Neubaunachfrage wird zudem durch einen leichten Zuwachs bei den stetiger verlaufenden Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen, die im Wohnungsbau ein ebenso hohes Gewicht haben wie die Neubauleistungen, annähernd kompensiert. In der zweiten Hälfte dieses Jahres und vor allem im kommenden Jahr wird die Neubaunachfrage durch die niedrigen Hypothekenzinsen und die sich etwas verbessernde Einkommenssituation bei den privaten Haushalten gestützt. Im kommenden Jahr werden die Wohnungsbauinvestitionen aufwärts gerichtet sein (Tabelle 3). Der Zuwachs dürfte allerdings nur schwach ausfallen, da wegen der staatlichen Sparzwänge mit Kürzungen bei der Wohnungsbauförderung zu rechnen ist.

Im Wirtschaftsbau haben sich die Investitionen ebenfalls noch nicht belebt. Zwar hat sich in den vergangenen Jahren ein beträchtlicher Überhang an Baugenehmigungen aufgebaut - aber wegen der Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung sind viele dieser Vorhaben noch nicht begonnen worden. Die Finanzierung ist wegen der niedrigen Kreditzinsen günstig, anscheinend warten aber die Investoren auf bessere Vermietungsaussichten. Ein entscheidender Impuls wird von der allgemeinen konjunkturellen Besserung ausgehen. Aus dieser Sicht wird eine positive Entwicklung der gewerblichen Bauinvestitionen im Jahre 2003 erwartet.

Bei den Bauinvestitionen des Staates hingegen muss mit einem verstärkten Rückgang gerechnet werden. Maßgeblich hierfür sind die schlechte Finanzlage der Gebietskörperschaften und das Ziel der Politik, die Ausgabenzuwächse weiter zu drosseln. Bemerkenswert ist, dass der Auftragseingang bei Hoch- und Tiefbauten öffentlicher Auftraggeber - vor allem in Westdeutschland - dennoch eine Aufwärtstendenz aufweist. Dies kann auf verstärkte Aktivitäten der öffentlichen Ver- und Entsorgungsunternehmen zurückzuführen sein.

Insgesamt dürften die Bauinvestitionen in diesem Jahr um 2,1 % sinken und im nächsten Jahr kaum einen Zuwachs aufweisen; die Abnahme der öffentlichen Bauinvestitionen und der Zuwachs im privaten Sektor halten sich die Waage.

Arbeitsmarkt weiter unter Druck Die konjunkturelle Abschwächung in Deutschland hat sich mit der üblichen Verzögerung auf die Entwicklung der Erwerbstätigkeit niedergeschlagen. Im ersten Quartal dieses Jahres sank die saisonbereinigte Zahl der erwerbstätigen Personen um 60 000. Während im Dienstleistungsbereich weiter Personal aufgestockt wurde, kam es in den produzierenden Bereichen zu einem deutlichen Abbau. Auch im Handel, Gastgewerbe und Verkehr nahm die Beschäftigung spürbar ab. Bei der Zahl der geleisteten Arbeitsstunden ist seit Jahresbeginn - stärker noch als bei der Zahl der Erwerbstätigen - eine ausgeprägte Negativtendenz zu beobachten. Im weiteren Verlauf dieses Jahres wird im Gefolge der konjunkturellen Aufwärtsentwicklung auch die Zahl der Erwerbstätigen steigen. Im Jahresdurchschnitt werden allerdings rund 100 000 Personen weniger erwerbstätig sein als noch 2001 (Tabelle 4). Erst im nächsten Jahr dürfte im Jahresdurchschnitt die Erwerbstätigkeit höher sein, um etwa 150 000 Personen (0,4 %). Im späteren Jahresverlauf 2003 wird die Beschäftigungsausweitung nahezu zum Stillstand kommen.

Zu Jahresbeginn 2002 ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland kräftig gestiegen. Mit der allmählichen Umsetzung des "Job-Aqtiv-Gesetzes", das am 1. Januar 2002 in Kraft trat, schwächte sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit stark ab. Offenbar haben mehr ältere Arbeitslose als üblich vorruhestandsähnliche Regelungen in Anspruch genommen; auch die Zahl der Abgänge wegen nicht erneuerter Meldung bzw. fehlender Mitwirkung bei der Stellensuche [12] nahm deutlich zu. Es ist nicht zu erwarten, dass sich diese Effekte in gleichem Tempo fortsetzen. Hierfür spricht, dass die Zahl der Arbeitslosen im Mai wieder stark stieg (60 000 Personen).

Die Arbeitslosigkeit dürfte zunächst auf hohem Niveau verharren und zum Jahresende hin sinken. Im Jahresdurchschnitt ist mit einem Anstieg um 150 000 auf 4,0 Mill. Personen zu rechnen. Erst im Durchschnitt des kommenden Jahres dürfte die Arbeitslosigkeit spürbar, um knapp 100 000 Personen, niedriger sein.

Ostdeutschland: Weiterhin gespaltene Entwicklung Auch in diesem Jahr entwickelt sich die Wirtschaftsleistung in den neuen Bundesländern nur schwach. Mit Blick auf die Sektoren zeigt sich weiterhin eine gespaltene Konjunktur. Bei der Bauproduktion hält die Talfahrt an, allerdings hat das Tempo erheblich nachgelassen. Nach wie vor wirken sich der große Leerstand und die angespannte Haushaltslage, insbesondere die der ostdeutschen Gemeinden, dämpfend auf die Bautätigkeit aus. Die Investitionen des Bundes und die Effekte, die sich aus dem Programm "Stadtumbau Ost" ergeben, werden nicht ausreichen, um die Bauproduktion auf den Wachstumspfad zurückzubringen. Das wird den Anpassungsdruck, der auf den Betrieben lastet, erhöhen und eine weitere Abschmelzung der Kapazitäten nach sich ziehen.

Beim verarbeitenden Gewerbe sind dagegen die Produktion und insbesondere die Auftragseingänge wieder deutlich nach oben gerichtet. Vor allem die Bestellungen aus dem Ausland haben zuletzt kräftig angezogen. Wegen der geringeren Abhängigkeit vom Weltmarkt war die ostdeutsche Industrie von der weltwirtschaftlichen Abschwächung weniger betroffen als die Industrie in den alten Bundesländern (Abbildungen 3.9 und 3.10). Die gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit der ostdeutschen Industrie lässt darauf hoffen, dass mit der weiteren Verbesserung des konjunkturellen Umfelds die Industrieproduktion zwischen Ostsee und Erzgebirge noch mehr Fahrt aufnimmt. Freilich ist das Gewicht der Industrie noch immer gering.

Schwer einzuschätzen ist die Entwicklung in großen Teilen des tertiären Sektors in Ostdeutschland. Eine Reihe von Branchen hängt von der Entwicklung des privaten Konsums ab. Auf der einen Seite dürften von den anziehenden Löhnen und Ruhestandsbezügen stimulierende Impulse ausgehen. Auf der anderen Seite belasten die schwierige Lage auf dem Arbeitsmarkt und der anhaltende Rückgang der Bevölkerung die Entwicklung. Die produktionsnahen Dienstleistungszweige - mit Ausnahme jener, die von der Entwicklung der Bauwirtschaft abhängen - werden im Zuge des allgemeinen Aufschwungs wieder stärker expandieren. Beim öffentlichen Sektor wird sich der Personalabbau fortsetzen.

In diesem Jahr wird die gesamte Wirtschaftsleistung Ostdeutschlands nur wenig höher ausfallen als 2001 (1/2 %). Für das kommende Jahr ist mit einem Zuwachs um 1 3/4 % zu rechnen. Die Wachstumsrate wird damit erneut niedriger sein als in Westdeutschland. Je Einwohner gerechnet ist das Wachstum in Ostdeutschland indes etwas höher, da die Bevölkerung im Gegensatz zum Westen abnimmt. Dies kann aber nur ein schwacher Trost sein, denn zum Teil ist der Bevölkerungsrückgang in Ostdeutschland auf Abwanderungen zurückzuführen, die wiederum Ausdruck der wirtschaftlichen Schwäche sind. Und die Abwanderungen werden sich wohl noch als eine schwere Hypothek erweisen, weil es gerade junge Menschen sind, die es in den Westen zieht.

Öffentliche Haushalte unter Konsolidierungsdruck Die öffentlichen Haushalte stehen infolge der Steuerentlastungen im Vorjahr sowie der gegenüber der EU-Kommission eingegangenen Verpflichtung, das Staatsdefizit bis 2004 nahezu auszugleichen, unter enormem Konsolidierungsdruck. Allerdings dürfte in diesem Jahr das Staatsdefizit mit 53 Mrd. Euro nur wenig niedriger ausfallen als im Vorjahr; bezogen auf das nominale Bruttoinlandsprodukt beträgt es 2,5 %.

Die Einnahmen des Staates werden in diesem Jahr um 3,2 % expandieren. Dabei dürften die Steuereinnahmen - nach dem kräftigen Rückgang im Jahre 2001 - um 3,6 % zulegen. Zum einen wurden die Ökosteuer sowie die Tabak- und Versicherungsteuer angehoben, und zum anderen kommt die Progression des Einkommensteuertarifs wieder voll zum Tragen. Zu Buche schlagen auch Mehreinnahmen aufgrund von Steuerrechtsänderungen in diesem Jahr (Fortentwicklung des Unternehmenssteuerrechts). Die verschärfte Bekämpfung des Umsatzsteuerbetrugs soll zudem zu deutlichen Mehreinnahmen bei den Steuern vom Umsatz führen (2,3 Mrd. Euro). Die Sozialbeiträge werden um 2,6 % steigen, vor allem weil der Beitragssatz für die Krankenkassen um 0,5 Prozentpunkte angehoben wurde. Gedämpft wird der Zuwachs durch die rückläufige Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Bei den Staatsausgaben wird für 2002 ein Plus von 2,6 % erwartet, wobei die Ausgaben der Sozialversicherung wohl etwas stärker als die der Gebietskörperschaften steigen dürften. Dies liegt vor allem daran, dass die öffentlichen Investitionsausgaben neuerlich stark gedrosselt werden (-6 %). Damit reagieren die Gemeinden auf den Einbruch beim Gewerbesteueraufkommen. Die Personalausgaben werden sich voraussichtlich nur um gut 1 % erhöhen; trotz mäßiger Tarifanhebungen wird im öffentlichen Dienst weiter Personal abgebaut. Überdurchschnittlich expandieren die monetären Sozialleistungen: Eine Rolle spielt das aufgestockte Kindergeld, wodurch Mehrausgaben von 3 Mrd. Euro entstehen, eine andere die höheren Rentenzahlungen, auch weil die Zahl der Rentner steigt. Wegen der hohen Arbeitslosigkeit nehmen die arbeitsmarktbezogenen Ausgaben zu. Hingegen ist bei den Subventionen, insbesondere bei den Hilfen für die Steinkohle, ein merklicher Rückgang zu erwarten.

Im kommenden Jahr ist - auf ohnehin flachem Ausgabenpfad - mit einer weiteren Abschwächung des Ausgabenanstiegs zu rechnen; in der vorliegenden Prognose ergibt sich ein Zuwachs von 1,4 %. Diese Entwicklung liegt noch über dem Durchschnittswert, auf den sich der Bund (einschließlich Sozialversicherungen) auf der einen sowie die Länder (einschließlich Gemeinden) auf der anderen Seite im Finanzplanungsrat geeinigt haben. Für die Tarife der Angestellten und Arbeiter im öffentlichen Dienst wird ein ähnlicher Zuwachs wie in diesem Jahr unterstellt; für die Beamten ist ein geringerer Anstieg als für die Angestellten angenommen worden. Der Stellenabbau im öffentlichen Dienst wird fortgesetzt. Insgesamt dürften die Personalausgaben unter diesen Rahmenbedingungen um weniger als 1 % steigen. Die Investitionsausgaben werden abermals verringert, während der Anstieg bei den Sozialleistungen gebremst wird; hier sind Leistungskürzungen zu erwarten.

Die Staatseinnahmen dürften 2003 beschleunigt zunehmen (3,6 %), vor allem weil das Steueraufkommen um 4,3 % höher ausfallen wird. Mit der konjunkturellen Erholung werden insbesondere die Einkommen- und Gewinnsteuern wieder kräftiger sprudeln. Aus der nochmaligen Anhebung der Mineralölsteuer, der Stromsteuer und der Tabaksteuer sind zwar Mehreinnahmen zu erwarten; sie werden indes durch Mindereinnahmen, die aus der Steuerentlastung im Rahmen der zweiten Stufe der "Steuerreform 2000" resultieren, überkompensiert. Die Einnahmen aus Sozialbeiträgen werden um knapp 3 % zunehmen. Dabei ist eine Erhöhung des Beitragssatzes zur Rentenversicherung um 0,2 Prozentpunkte auf 19,3 % unterstellt.

Alles in allem kann für 2003 mit einem erheblichen Rückgang der öffentlichen Defizite von 53 Mrd. Euro auf 32 Mrd. Euro gerechnet werden. Die Defizitquote dürfte - folgt man den Annahmen der Prognose - auf 1,5 % des nominalen Bruttoinlandsprodukts sinken.

Annahmen
- Der Erdölpreis wird sich im Prognosezeitraum um 25 US-Dollar bewegen.

- Der Wechselkurs des Euro wird zum Jahresende 0,98 US-Dollar/Euro betragen. Bis Ende 2003 ist eine weitere Aufwertung auf 1,05 US-Dollar/Euro unterstellt worden.

- Die Europäische Zentralbank wird den Leitzins im vierten Quartal 2002 und im ersten Quartal 2003 um jeweils 1/4 Prozentpunkt erhöhen.

- Die Tariflöhne werden in diesem Jahr um etwa 2,7 % steigen, im kommenden Jahr mit einer Rate von 2,5 %.

- Die Einkommensteuerentlastung wird wie geplant im Jahre 2003 durchgeführt. Die Finanzpolitik hält sich an den im Finanzplanungsrat beschlossenen Ausgabenpfad.

Kasten 2

Teuerungseffekte der Euro-Bargeldeinführung?


Anfang des Jahres wurde der Euro als Bargeld eingeführt. Ebenfalls zu Beginn des Jahres gab es in Deutschland einen deutlichen Teuerungsschub: Der Preisindex für die Lebenshaltung stieg gegenüber Dezember 2001 - nicht saisonbereinigt - um durchschnittlich 0,9 %. Nahrungsmittel verteuerten sich schlagartig um durchschnittlich 3 %, darunter Gemüse sogar um 20 %. Die Preise für Tabakwaren schnellten um 5,7 % empor, die für Kraftstoffe um 3,5 %. Gibt es nun einen Zusammenhang zwischen der Einführung des Euro als Bargeld und dem Preisschub, wie vielfach geäußert wurde? Zur Beantwortung dieser Frage müssen zwei weitere Ursachen in die Betrachtung einbezogen werden. Erstens wurden zu Jahresbeginn die Steuern auf Mineralöl, Strom, Tabak und Versicherungsprämien angehoben, was für sich genommen 0,4 Prozentpunkte des Preisanstiegs bewirkt haben dürfte. Zweitens führten schlechte Witterungsbedingungen, vor allem in Südeuropa, zu einer selbst für diese Jahreszeit unüblich kräftigen Steigerung der Preise für Gemüse und Obst. Hierauf dürften ebenfalls rund 0,4 Prozentpunkte des gesamten Preisanstiegs im Januar zurückzuführen sein. [1]

Der Schub im Preisniveau, der nicht über diese Sonderfaktoren erklärt werden kann, ist also sehr gering. Um zu entscheiden, ob hier ein "ungewöhnlicher" und damit möglicherweise auf die Euro-Bargeldeinführung zurückgehender Effekt vorliegt, muss man eine Einschätzung darüber treffen, was unter diesen Umständen eine "normale", d. h. eine sich aus der ökonomischen Dynamik ergebende Steigerung des um die Sondereffekte bereinigten Preisindex wäre. Hierfür wäre an sich die Spezifikation eines strukturellen Inflationsmodells erforderlich. Hinweise kann aber auch ein einfacheres Modell mit autoregressiver Dynamik und der Ölpreisentwicklung als erklärenden Variablen liefern.

Ein Vergleich der hiermit generierten Prognose mit dem tatsächlichen Wert für die Preisentwicklung im Januar erlaubt einen Rückschluss darauf, ob Letzterer außerhalb der üblichen Prognosefehler des Modells liegt. Entsprechende ökonometrische Untersuchungen haben keine Evidenz für diese These geliefert. [2]

Im vorliegenden Fall wurde ein Fehlerkorrekturmodell mit Ölpreisen und von Sonder- und Saisoneffekten bereinigtem Preisindex der Lebenshaltung für den Zeitraum von Januar 1991 bis Dezember 2001 spezifiziert. Die Sondereffekte wurden dadurch berücksichtigt, dass die Teilindizes Obst, Gemüse, Tabakwaren, Strom, flüssige Brennstoffe, Kraft- und Schmierstoffe für Privatfahrzeuge und Versicherungsdienstleistungen aus dem Gesamtindex herausgerechnet wurden. Es ergibt sich folgende Schätzgleichung (t-Werte in Klammern):

Δpt = 0,074 - 0,017pt-1 + 0,003oilt-1 - 0,004Δoilt-4 -                  0,005Δoilt-8 + Dummies

                  (7,43)   (-8,05)        (4,49)          (-2,25)
                 (-3,05)

_
R2 = 0,56    DW: 2,28

Die Variablen p und oil bezeichnen den natürlichen Logarithmus des bereinigten Preisindex sowie des Ölpreises (North Sea Brent), Δ die ersten Differenzen der Variablen; die Subskripte geben die Verzögerungen an.

Zwar weist das Modell nahezu Stagnation bei der Prognose des hier untersuchten Index für den Januar aus (-0,02 %), doch liegt der tatsächliche Wert (0,17 %) innerhalb der üblichen Irrtumswahrscheinlichkeit (0,23 Prozentpunkte). Das bedeutet, dass der Prognosefehler mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit nicht von null verschieden ist und damit nicht als Evidenz für Teuerungseffekte herangezogen werden darf. Zu berücksichtigen ist, dass mit den hier verwendeten Methoden jeder Spezifikationsfehler in der Gleichung als ein Hinweis auf außergewöhnliche Teuerungseffekte interpretiert wird. Auch sind Verpflegungsdienstleistungen in dem verwendeten Index enthalten, obwohl das Gaststättengewerbe von dem Preisschub bei unverarbeiteten Nahrungsmitteln direkt betroffen war. Beides dürfte tendenziell zu einer Überschätzung der Preiseffekte durch die Einführung des Euro führen.

Alles in allem lässt sich ein "Teuro-Effekt" statistisch nicht nachweisen. In Einzelbereichen jedoch - insbesondere im Dienstleistungsbereich - gab es zur Jahreswende deutliche Preiserhöhungen, die auch in Zusammenhang mit der Euro-Bargeldeinführung stehen dürften - beispielsweise weil die Unternehmer Preiserhöhungen auf diesen Zeitpunkt konzentrierten, an dem ohnehin eine Neuauszeichnung der Preise erforderlich war. Vereinzelt kann es auch zu dem Versuch einer Ausweitung der Gewinnmargen gekommen sein. In beiden Fällen ist jedoch eine Verringerung der Preissteigerungsraten angelegt: Dort, wo Preisanhebungen auf den Jahresanfang vorgezogen worden waren, wird für einige Zeit Ruhe herrschen, und dort, wo Gewinnmargen übermäßig ausgeweitet worden waren, wird der Wettbewerb für eine Korrektur nach unten sorgen.

[1] Vgl. Statistisches Bundesamt: Presserklärung vom 22. Januar 2002; Deutsche Bundesbank: Monatsbericht März 2002, S. 10.

[2] So auch Benner et al.: Kräftiger Anstieg der Produktion in Deutschland. In: Die Weltwirtschaft, Nr. 2/2002, S. 9 f.



[12] Als Teil der Neuregelungen durch das Job-Aqtiv-Gesetz.

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Tabelle 1
Beiträge zum Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts
In Prozentpunkten

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                    DIW-Schätzung  DIW-Schätzung   Differenz der
                    vom Juli 2001  vom Juli 2002     Schätzung

                      2001  2002     2001  2002     2001  2002

Privater Konsum        0,5   1,1      0,6   0,1      0,1  -1,0
Staatskonsum           0,2   0,2      0,3   0,2      0,1   0,0
Ausrüstungen           0,3   0,5     -0,4  -0,5     -0,7  -1,0
Sonstige Anlagen       0,1   0,1      0,1   0,1      0,0   0,0
Bauten                -0,7   0,0     -0,7  -0,2      0,0  -0,2
Lagerinvestitionen     0,2   0,1     -0,9   0,3     -1,1   0,2

Inlandsnachfrage       0,6   2,0     -1,0   0,0     -1,6  -2,0

Exporte                1,8   1,9      1,6   1,0     -0,2  -0,9
Importe                1,4   1,6      0,0   0,4     -1,4  -1,2

Außenbeitrag           0,4   0,3      1,6   0,6      1,2   0,3

Bruttoinlandsprodukt   1,0   2,3      0,6   0,6     -0,4  -1,7

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Quellen: Statistisches Bundesamt; Berechnungen des DIW Berlin.

DIW Berlin 2002

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Tabelle 2
Regionale Entwicklung der deutschen Ausfuhren (Spezialhandel)

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Ländergruppe   1998    2000      1998  1999  2000  2001  1998  1999  2000  2001
                   1999    2001

                   Mrd. Euro          Anteile in %          in % vom Brutto-
                                                             inlandsprodukt
Insgesamt       487 510 596 636 100,0 100,0 100,0 100,0  25,3  25,8  29,4  30,9

EU              276 293 337 351  56,6  57,6  56,6  55,2  14,3  14,9  16,7  17,0
  darunter: EWU 211 230 265 275  43,3  45,1  44,4  43,2  10,9  11,6  13,1  13,3
EFTA (1)         27  27  31  33   5,5   5,3   5,1   5,2   1,4   1,4   1,5   1,6
NAFTA (2)        53  59  71  78  10,9  11,6  11,9  12,2   2,8   3,0   3,5   3,8
Ostasien (3)     34  36  47  50   7,0   7,1   7,8   7,8   1,8   1,8   2,3   2,4
MOE (4)          45  43  53  62   9,3   8,5   8,9   9,7   2,3   2,2   2,6   3,0
Mercosur (5)      8   7   7   8   1,6   1,3   1,2   1,2   0,4   0,3   0,4   0,4
Übrige (6)       45  44  50  55   9,1   8,7   8,5   8,6   2,3   2,2   2,5   2,7

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(1) Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein.
(2) USA, Kanada, Mexiko.
(3) Japan, China, Hongkong, Taiwan, Singapur, Thailand, Indonesien, Malaysia,
 Philippinen, Südkorea.
(4) Polen, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Bulgarien, Rumänien, Russland,
 Ukraine, Weißrussland.
(5) Brasilien, Argentinien, Uruguay, Paraguay sowie Bolivien und Chile
 (assoziiert).
(6) Afrika, Australien und Ozeanien, restliche Länder in Asien und
 Lateinamerika.

Quellen: Statistisches Bundesamt; Berechnungen des DIW Berlin.

DIW Berlin 2002

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Tabelle 3
Bauinvestitionen (1) in Deutschland

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                     1999    2000    2001    2002    2003

In Mrd. Euro

Wohnungsbau         144,9   141,0   131,2   129,2   130,3
Nichtwohnbau (2)    103,9   101,5    97,3    94,4    94,4
  Staat              31,7    31,1    29,4    27,2    25,9
  Übrige Sektoren    72,2    70,4    67,9    67,2    68,5

Insgesamt           248,8   242,6   228,5   223,6   224,7

Veränderung in %
gegenüber Vorjahr

Wohnungsbau           1,6    -2,7    -7,0    -1,5     0,8
Nichtwohnbau (2)      1,4    -2,3    -4,2    -2,9     0,0
  Staat               5,7    -1,9    -5,5    -7,5    -4,8
  Übrige Sektoren    -0,4    -2,5    -3,6    -0,9     1,9

Insgesamt             1,5    -2,5    -5,8    -2,1     0,5

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(1) In Preisen von 1995; in der Abgrenzung der volkswirtschaftlichen
 Gesamtrechnung (ESVG 95).
(2) Hoch- und Tiefbauten für Unternehmen und Staat.

Quellen: Statistisches Bundesamt;
 2002 und 2003: Schätzung und Prognose des DIW Berlin.

DIW Berlin 2002

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Tabelle 4
Eckdaten der Prognose für Deutschland

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                                      1999     2000     2001     2002     2003

Bruttoinlandsprodukt (1) (Veränderung
gegenüber dem Vorjahr in %)            1,8      3,0      0,6      0,6      2,0

  Westdeutschland                      1,8      3,3      0,6      0,6      2,0
  Ostdeutschland (ohne Berlin)         2,0      1,0     -0,1      0,5      1,7

Erwerbstätige (2) (1 000 Personen)  38 083   38 701   38 766   38 668   38 829

Arbeitslose (1 000 Personen)         4 100    3 889    3 852    4 024    3 933

Arbeitslosenquote (3) (in %)           9,7      9,1      9,0      9,4      9,2

Erwerbslose (4) (1 000 Personen)     3 416    3 133    3 112    3 253    3 162

Erwerbslosenquote (5) (in %)           8,2      7,5      7,4      7,8      7,5

Verbraucherpreise (6) (Veränderung
gegenüber dem Vorjahr in %)            0,6      1,9      2,5      1,4      1,2

Lohnstückkosten (7) (Veränderung
gegenüber dem Vorjahr in %)            0,6     -0,2      1,2      1,9      1,2

Finanzierungssaldo des Staates (8)

  in Mrd. Euro                       -30,6     23,9    -56,3    -52,7    -32,0
  in % des Bruttoinlandsprodukts      -1,6      1,2     -2,7     -2,5     -1,5

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(1) In Preisen von 1995.
(2) Im Inland (Jahresdurchschnitt aus den Quartalsdaten).
(3) Arbeitslose bezogen auf die inländischen Erwerbspersonen.
(4) Entsprechend der Konvention der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).
(5) Erwerbslose bezogen auf die inländischen Erwerbspersonen.
(6) Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte.
(7) Lohnkosten (Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer) in Relation zur
 Arbeitsproduktivität (Bruttoinlandsprodukt in Preisen von 1995 je
 Erwerbstätigen).
(8) In der Abgrenzung der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (ESVG95);
 Finanzierungssaldo 2000 einschließlich Sondereinnahmen aus der Vergabe von
 Mobilfunklizenzen (52,3 Mrd. Euro).

Quellen: Statistisches Bundesamt; Deutsche Bundesbank und Berechnungen
 des DIW Berlin; 2002 und 2003: Schätzung und Prognose des DIW Berlin.

DIW Berlin 2002

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© 28-29/02