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Wochenbericht des DIW Berlin 31/02

Kinderbetreuung in West- und Ostdeutschland: Sozioökonomischer Hintergrund entscheidend

Bearbeiter C. Katharina Spieß
Felix Büchel
Joachim R. Frick
Für die Form und den Umfang der Betreuung hat bei den Vorschulkindern der sozioökonomische Hintergrund eine größere Bedeutung als bei Schulkindern. So nimmt in Westdeutschland die Wahrscheinlichkeit des Besuchs einer Kindertageseinrichtung mit steigendem Einkommen der Eltern zu. In Ostdeutschland trifft dieser Einkommenszusammenhang auf die Inanspruchnahme einer ganztägigen Betreuung zu. Die wenigen Ganztagsplätze in Westdeutschland werden vorrangig von Akademikerinnen für ihre Kinder in Anspruch genommen. Lediglich bei der informellen Betreuung, vor allem durch Großmütter, gibt es keine großen Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Dies zeigen die Ergebnisse des vom DIW Berlin zusammen mit Infratest Sozialforschung erhobenen Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Sie sind von hoher sozialpolitischer Relevanz, da Kindertageseinrichtungen insbesondere für Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern und finanziell schlechter gestellten Familien eine wichtige Bildungs- und Betreuungsfunktion haben. Deshalb sollten verstärkt finanzielle Ressourcen in diesen Bereich gelenkt werden.

Bei der Frage nach den Ursachen für das schlechte Abschneiden Deutschlands bei der PISA-Studie [1] wird gegenwärtig eine intensive Debatte um Defizite in der vor- und außerschulischen Kinderbetreuung geführt. Die Kinderbetreuung ist aber auch deswegen von großem öffentlichen Interesse, weil auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Gesellschaft eine wichtige Rolle spielt, vor allem dann, wenn es um den von der Wirtschaft beklagten Fachkräftemangel und die Alterung der deutschen Gesellschaft geht. [2]

Im gegenwärtigen Bundestagswahlkampf werden von allen politischen Parteien Vorschläge zur Verbesserung der Kinderbetreuung in Deutschland gemacht. Konsens besteht darüber, dass das Angebot hierzulande unzureichend ist. Die Versorgung mit Plätzen in Kindertageseinrichtungen liegt in Westdeutschland weit unter dem Niveau in anderen westeuropäischen Ländern. In Ostdeutschland liegt das Versorgungsniveau hingegen über dem europäischen Durchschnitt. [3]

Mängel im deutschen Kinderbetreuungssystem werden bisher weitgehend auf Angebotsaspekte zurückgeführt. Seltener geht es um die Frage, welche Kinder mit welchem sozioökonomischen Hintergrund Zugang zu den teilweise knappen Plätzen finden und in welchem Ausmaß andere Betreuungsformen genutzt werden. [4] Diese Fragen können mit der Datenbasis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) [5] beantwortet werden. [6]

Betreuungssituation nach Altersgruppen Nur knapp 4 % der westdeutschen Kinder im Krippenalter (bis unter 3 Jahren) besuchen eine Tageseinrichtung, während es in Ostdeutschland mit 14 % fast viermal so viel sind (Tabelle 1). Gut drei von vier westdeutschen Kindern im Kindergartenalter (3 Jahre bis Schuleintritt) besuchen einen Kindergarten oder eine ähnliche Einrichtung; in Ostdeutschland liegt der Anteil etwas höher (85 %). In Westdeutschland besuchen nur 3 % der Schulkinder einen Hort im Gegensatz zu 16 % in Ostdeutschland. Überraschend ist der Befund zur Tagespflege. Häufig wird vermutet, dass insbesondere Eltern von Kleinkindern diese Form der Betreuung einem Krippenplatz vorziehen. Tatsächlich aber sind nur knapp 2 % der westdeutschen Kinder im Krippenalter bei einer Tagesmutter; in Ostdeutschland sind es 5 %. [7] Erwartungsgemäß nimmt die Häufigkeit der Inanspruchnahme von Tagesmüttern mit dem Alter des Kindes tendenziell ab.

In Westdeutschland werden bei der Kinderbetreuung überwiegend Halbtagesplätze genutzt, während in Ostdeutschland die Ganztagsbetreuung dominiert. Westdeutsche Kinder besuchen den Kindergarten überwiegend (knapp 80 %) nur am Vormittag. Ein ganz anderes Bild zeigt sich in Ostdeutschland. Dort nutzen 71 % der Kinder einen ganztägigen Kindergartenplatz, und ein Viertel der Schulkinder besucht eine Ganztagsschule oder einen Hort. In Westdeutschland sind es hingegen nur 5 % der Schulkinder.

Neben solchen institutionellen Betreuungsarrangements spielt auch eine Vielzahl von so genannten informellen Betreuungsarrangements eine Rolle. Die größte Bedeutung hat die Betreuung durch Verwandte, besonders durch Großmütter. [8] Bemerkenswert ist, dass die Inanspruchnahme einer Verwandtenbetreuung über alle Altersgruppen in West- und Ostdeutschland hinweg ähnlich hoch ausfällt. Für etwa ein Drittel der Kinder wird diese Betreuung genutzt; deutlich weniger werden von Freunden und noch weniger von bezahlten Personen betreut. Dieses Ergebnis ist sozialpolitisch bedeutsam. Informelle Betreuungspersonen, z. B. Großmütter, werden künftig in einem geringeren Ausmaß für Betreuungsaufgaben zur Verfügung stehen. Dies hat seine Gründe darin, dass erwartungsgemäß die Frauenerwerbsquote weiter steigen, das Renteneintrittsalter angehoben und die regionale Mobilität junger Familien zunehmen wird. [9] Die Großmütter von morgen werden somit häufiger und länger erwerbstätig sein und - in einem noch größeren Maße als heute - in räumlicher Distanz zu ihren Kindern und Enkeln leben. Dies lässt erwarten, dass die Nachfrage nach institutionellen Betreuungsformen in Zukunft steigen wird.

Betreuungsform der Kinder und sozioökonomischer Hintergrund Die Tabellen 2a und 2b zeigen den Zusammenhang von Betreuungsform und dem sozioökonomischen Hintergrund der Kinder. [10]

Haushaltstyp. In Westdeutschland gibt es bei Kindern im Krippenalter nur einen schwachen Zusammenhang zwischen Form der Kinderbetreuung und dem Typ des Haushalts, in dem sie aufwachsen (bei einem allein erziehenden Elternteil, in einem Paarhaushalt oder einem Mehrgenerationenhaushalt). In Ostdeutschland ergibt sich ein anderes Bild. Dort betreuen allein erziehende Mütter ihre Kleinkinder überproportional häufig ausschließlich selbst. Bei Kindern im Kindergartenalter zeigt sich dagegen sowohl in West- als auch in Ostdeutschland das Muster, dass Alleinerziehende besonders häufig intensivere institutionelle Betreuungsarrangements für ihre Kinder in Anspruch nehmen. Der Anteil der Kinder von Alleinerziehenden ist bei der Ganztagsbetreuung besonders hoch. Dieser Zusammenhang kann auch bei Schulkindern beobachtet werden. Die Ergebnisse weisen darauf hin, wie wichtig ganztägige Betreuungsangebote für die wachsende Bevölkerungsgruppe der Alleinerziehenden sind. Gerade allein erziehende Mütter haben ein überdurchschnittlich hohes Armutsrisiko; [11] für sie ist eine Erwerbstätigkeit deshalb besonders wichtig. Ein bedarfsgerechtes Angebot an Kindertageseinrichtungen würde dazu beitragen, die häufig drohende oder bereits manifeste Abhängigkeit Alleinerziehender von privaten und staatlichen Transfers signifikant zu senken.

Geschwisterkombination. Westdeutsche Kinder, die institutionell umfassender betreut werden, sind überdurchschnittlich häufig Einzelkinder. Dieses Muster ist bei Schulkindern besonders ausgeprägt. In Ostdeutschland ist ein solcher Zusammenhang dagegen nur bei Kindern im Vorschulalter zu beobachten. Wenn sich künftig immer mehr Paare für nur ein Kind entscheiden, weist dieser Befund auf eine steigende Nachfrage nach umfassenden Betreuungsformen hin.

Bildungsniveau der Mutter. Die Betreuungsform von Kindern hängt stark vom Bildungsniveau ihrer Mütter ab. Dies trifft insbesondere auf den vorschulischen Bereich zu. Bei Kindern im Krippenalter sind jene von Akademikerinnen sowohl in West- als auch in Ostdeutschland bei den umfassend außerhalb der Familie betreuten Kindern deutlich überrepräsentiert. Von den westdeutschen Kindern im Kindergartenalter mit der längsten Betreuung außerhalb der Familie (ganztägige institutionelle Betreuung plus zusätzliche informelle Betreuung) haben 27 % eine Mutter mit einem Hochschulabschluss; in den anderen Betreuungsgruppen ist dieser Anteil deutlich geringer. [12]

Dieses Ergebnis ist vor dem Hintergrund der neuesten PISA-Ergebnisse von großer Bedeutung. Da ein zeitlich intensiver Besuch einer Kindertageseinrichtung besonders für Kinder aus einem bildungsfernen Elternhaus förderungswürdig erscheint, muss kritisiert werden, dass gerade diese Gruppe ganztägige institutionelle Betreuungsformen selten nutzt.

Erwerbsstatus der Mutter. In beiden Teilen Deutschlands und in allen Altersgruppen werden Kinder von erwerbstätigen Müttern umfassender betreut als Kinder von geringfügig oder gar nicht erwerbstätigen Müttern. Ohne eine umfassende Kinderbetreuung können Mütter nicht oder nur in geringem Umfang erwerbstätig sein. [13]

Einkommenssituation. In allen Altersgruppen sowie in beiden untersuchten Gebieten Deutschlands zeigt sich, dass Kinder, die in finanziell besser gestellten Haushalten aufwachsen, tendenziell umfassend betreut werden. So liegt beispielsweise in Westdeutschland bei Kindern im Kindergartenalter, die am umfassendsten betreut werden (ganztägige institutionelle Betreuung plus zusätzliche informelle Betreuung), das mittlere monatliche Haushaltsnetto-Äquivalenzeinkommen [14] mit 1 448 Euro deutlich höher als bei Kindern, die ausschließlich von den Eltern betreut werden (1 130 Euro). [15]

Bei dem Versuch, den Zusammenhang zwischen finanziellem Hintergrund der Kinder und Betreuungsumfang zu interpretieren, liegt es nahe, eine Erklärung im unterschiedlichen Erwerbsverhalten der Mütter zu suchen. Eine umfassende Kinderbetreuung geht einher mit einer Erwerbstätigkeit der Mutter. Diese wiederum führt zu einem höheren Haushaltseinkommen. Ob dieser Erklärungsansatz der richtige ist oder ob auch das Erwerbseinkommen der Väter oder sonstige Einkommensquellen mit der Nutzung einer umfassenderen institutionellen Betreuung in Verbindung stehen, lässt sich nur in einer multivariaten Analyse klären, in der mehr als nur zwei Bestimmungsfaktoren für die Wahrscheinlichkeit eines Besuchs einer Kinderbetreuungseinrichtung miteinander in Verbindung gebracht werden.

Multivariate Analyse für Kinder im Kindergartenalter Die folgenden multivariaten Analysen (Tabelle 3) beschränken sich auf Kinder im Kindergartenalter. Zunächst wird für Westdeutschland die Wahrscheinlichkeit eines Kindergartenbesuchs bestimmt (Modell 1). Dabei bestätigen sich weitgehend die in der bivariaten Analyse festgestellten Effekte (Tabelle 2a). Dies betrifft die Zusammenhänge zwischen der Betreuungsform und dem Haushaltstyp, der Geschwisterkombination und dem Erwerbsstatus der Mutter. Ferner steigt auch mit zusätzlichem Haushaltseinkommen (d. h. dem über das Erwerbseinkommen der Mutter hinausgehenden Einkommen) die Wahrscheinlichkeit eines Kindergartenbesuchs. Die in Tabelle 2a dargestellten Zusammenhänge zwischen Haushaltseinkommen und Form der Kinderbetreuung sind demnach nicht allein auf Erwerbseffekte der Mütter, sondern auch auf andere Einkommenskomponenten - insbesondere das Einkommen des Vaters - zurückzuführen. Außerdem haben Kinder in städtischen Regionen eine höhere Wahrscheinlichkeit, einen Kindergarten zu besuchen, als Kinder, die in dünner besiedelten Regionen leben. Dies spiegelt wohl das bessere Angebot an Kinderbetreuungsmöglichkeiten in Städten wider. [16]

In einem weiteren Modell wurde für alle westdeutschen Kinder, die eine institutionelle Betreuung nutzen, die Wahrscheinlichkeit bestimmt, dass es sich dabei um eine ganztägige Betreuung handelt (Modell 2). Hier erweist sich der bereits bivariat ermittelte Bildungseffekt als signifikant: Kinder mit akademisch gebildeten Müttern haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, ganztägig betreut zu werden, als Kinder von Müttern mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Auch der Effekt einer Vollzeit-Erwerbstätigkeit der Mutter ist hoch signifikant. Hinzu kommt, dass Kinder, die in Städten leben, eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, ganztägig betreut zu werden, als Kinder, die in dünner besiedelten Gebieten aufwachsen. Bemerkenswert ist der Befund, dass Kinder von Alleinerziehenden nicht signifikant häufiger Zugang zu Ganztagesangeboten finden als andere. Angesichts der Tatsache, dass allein erziehende Mütter in den meisten Fällen aus finanziellen Gründen auf eine Vollzeit-Erwerbstätigkeit angewiesen sind, könnte dieses Ergebnis auf politischen Handlungsbedarf hindeuten. [17]

Für Ostdeutschland (Modell 3) ergeben sich signifikante Bildungseffekte, Einkommenseffekte und Effekte der Haushaltstypologie. [18] Wie im westdeutschen Modell ist der Effekt einer Vollzeit-Erwerbstätigkeit der Mutter erheblich. Diese für West- und Ostdeutschland analoge Struktur des Zusammenhangs zwischen einer Vollzeit-Erwerbstätigkeit der Mutter und einer institutionell umfassenden Betreuung des Kindes erscheint umso bemerkenswerter, als ansonsten bei einem Vergleich der multivariaten west- und ostdeutschen Ergebnisse deutlich mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten zu beobachten sind.

Fazit Der Bedarf an institutionellen Betreuungsformen wird in Zukunft besonders in Westdeutschland steigen: Immer mehr Kinder wachsen ohne Geschwister auf, der Anteil allein erziehender Eltern nimmt zu, und immer mehr Mütter gehen einer Erwerbstätigkeit nach bzw. streben eine solche an.

Unter bildungspolitischen Gesichtspunkten ist bemerkenswert, dass Kinder aus einkommensstarken Haushalten - unabhängig vom Erwerbsstatus und Bildungsniveau der Mutter - eher einen Kindergarten besuchen als andere Kinder. Dies gilt in Ostdeutschland für die Inanspruchnahme eines Ganztagsplatzes. In Westdeutschland werden die knappen Ganztagsplätze überdurchschnittlich häufig von Kindern von Akademikerinnen und weniger von sozioökonomisch benachteiligten Kindern besetzt. Dies ist insofern diskussionswürdig, als schon im Kindergartenalter wichtige Grundlagen für den späteren Schulerfolg gelegt werden, wovon - bei einer qualitativ guten Betreuung - insbesondere Kinder aus bildungsfernen und/oder einkommensschwachen Elternhäusern profitieren. [19] Demnach zeigen die Ergebnisse die Notwendigkeit, dass besonders in Westdeutschland mehr Kinder von sozial schwächeren Eltern Kindertageseinrichtungen besuchen sollten. Dazu wäre ein Ausbau qualitativ guter Angebote im Ganztagsbereich erforderlich.

Die Bundesregierung hat mit der Ankündigung, von 2003 an über einen Zeitraum von vier Jahren insgesamt 4 Mrd. Euro für die Ganztagsbetreuung von Kindern bereitzustellen, einen großen Schritt in die richtige Richtung getan. [20] Unter bildungspolitischen Gesichtspunkten sollten diese Mittel verstärkt für die vorschulische Ganztagsbetreuung genutzt werden und nicht - wie derzeit geplant [21] - allein der Ganztagsbetreuung von Schulkindern zugute kommen. Noch besser wäre der Einsatz finanzieller Mittel aus dem Bildungsressort für die Vorschulerziehung. Herkunftsbedingte Benachteiligungen gilt es schon in einer möglichst frühen Lebensphase auszugleichen.

[1] Vgl. Jürgen Baumert et al. (Hrsg.): PISA 2000: Basiskompetenzen von Schülerinnen und Schülern im internationalen Vergleich, Opladen 2001.

[2] Da jüngere Frauen, die sich beruflich entfalten wollen, bei einem unzureichenden Betreuungsangebot weniger Kinder bekommen, gibt es einen Zusammenhang zwischen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie der Geburtenrate eines Landes.

[3] Für eine Darstellung der deutschen Angebotssituation vgl. Statistisches Bundesamt: Einrichtungen und tätige Personen in der Jugendhilfe 1998, Fachserie 13, Reihe 6.3, Wiesbaden 2002. Für den europäischen Vergleich siehe z. B. OECD: Starting Strong. Early Childhood Education and Care. Paris 2001.

[4] Ein Beispiel für die wenigen empirischen Arbeiten, die sich mit der Nutzung von Kindertageseinrichtungen beschäftigen, ist Michaela Kreyenfeld, C. Katharina Spieß und Gert G. Wagner: Finanzierungs- und Organisationsmodelle für institutionelle Kinderbetreuung. Analysen zum Status quo und Vorschläge zur Reform, Neuwied 2001.

[5] Das SOEP ist eine repräsentative jährliche Befragung privater Haushalte in Deutschland. Seit der Einführung einer zusätzlichen Stichprobe im Jahre 2000 werden in Westdeutschland und Ostdeutschland über 13 000 Haushalte befragt. Vgl. SOEP Group: The German Socio-Economic Panel (GSOEP) after more than 15 years - Overview. In: Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung, Heft 1/2001, S. 7-14, oder die Homepage der SOEP-Gruppe: http://www.diw.de/deutsch/sop/.

[6] Basis der Analysen ist die aktuelle Erhebung des SOEP aus dem Jahre 2000. Betrachtet werden alle Kinder im Alter von bis zu zwölf Jahren, die in Haushalten mit einem deutschen Haushaltsvorstand leben. Das Konzept der Untersuchung basiert auf einem umfangreichen Gutachten für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zu diesen Fragestellungen. Vgl. Felix Büchel und C. Katharina Spieß: Form der Kinderbetreuung und Arbeitsmarktverhalten von Müttern in West- und Ostdeutschland, Bd. 220 der Schriftenreihe des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Stuttgart 2002. Diese Studie ist beim BMFSFJ kostenfrei zu beziehen. Für Ergebnisse, die Ausländerkinder mit einschließen, vgl. auch diese Studie.

[7] Bei diesem Ergebnis muss allerdings beachtet werden, dass im SOEP die Frage nach der Inanspruchnahme einer Tagesmutter im Kontext von institutionellen Betreuungsformen gestellt wird. Sofern Eltern den Kontakt zu einer Tagesmutter nicht als institutionelles Arrangement betrachten, könnte die Nutzung dieser Betreuungsform entsprechend untererfasst sein. Allerdings dürfte dieser Effekt nicht allzu stark ausfallen, da im SOEP als Alternativantwort die kaum besetzte Kategorie "Bezahlte Betreuungsperson" angeboten wird.

[8] Die Frage nach der Art der Verwandten wird im SOEP nicht erfasst. Aus anderen Untersuchungen ist jedoch bekannt, dass es sich dabei vorrangig um Großmütter handelt. Vgl. z. B. Gerhard Engelbrech und Maria Jungkunst: Erwerbsbeteiligung von Frauen und Kinderbetreuung in ost- und westdeutschen Familien. In: IAB-Werkstattbericht, Nr. 2 vom 16.1.1998.

[9] Vgl. z. B. Wolfgang Tietze, Hans Günther Roßbach und Karin Roitsch: Betreuungsangebote für Kinder im vorschulischen Alter. Ergebnisse einer Befragung von Jugendämtern in den alten Bundesländern, Schriftenreihe des Bundesministeriums für Frauen und Jugend. Stuttgart u. a. 1993.

[10] Fallzahlbedingt unterscheiden sich die Betreuungskategorien in Ost- und Westdeutschland.

[11] Vgl. z. B. Joachim Frick, Felix Büchel und Peter Krause: Public Transfers, Income Distribution, and Poverty in Germany and in the United States. In: Richard Hauser und Irene Becker (Hrsg.): The Personal Distribution of Income in an International Perspective. Berlin, Heidelberg, New York 2000, S. 176-204.

[12] In Ostdeutschland ist der für Westdeutschland ermittelte Zusammenhang nur bei Kindern im Krippenalter zu beobachten; im Kindergartenalter ist dagegen eine halbtägige Betreuung charakteristisch für Kinder von Akademikerinnen.

[13] Wenn zudem bedacht wird, dass in Westdeutschland knapp 70 % der nicht erwerbstätigen Mütter (in Ostdeutschland sind es gar fast 90 %) einen Erwerbswunsch äußern (vgl. Büchel und Spieß: Form der Kinderbetreuung ..., a. a. O.), dann weist dieser Zusammenhang auf einen erheblichen Bedarf an umfassenden Betreuungsangeboten hin.

[14] Um die Einkommenssituation von Haushalten unterschiedlicher Größe und Zusammensetzung vergleichbar zu machen, wird das monatliche Einkommen nicht durch die Anzahl der im Haushalt lebenden Personen geteilt, sondern durch ein so genanntes Äquivalenzgewicht. Dies trägt dem Einkommensvorteil des gemeinsamen Wirtschaftens und Zusammenlebens mehrer Personen Rechnung. In der hier vorliegenden Analyse wird die Personenzahl mit einer Elastizität von 0,5 gewichtet - das Äquivalenzeinkommen entspricht also dem Haushaltseinkommen, dividiert durch die Quadratwurzel der Haushaltsgröße.

[15] Dieses Ergebnis kann auch über die Betrachtung der relativen Äquivalenz-Einkommensposition der Haushalte (die relative Einkommensposition bezogen auf den Mittelwert aller Äquivalenzeinkommen), eines alternativen Einkommensindikators, erzielt werden. Das Gleiche gilt bei der Verwendung eines einfachen Einkommensmaßes, das nur berücksichtigt, ob ein Haushalt in der oberen oder in der unteren Hälfte der Einkommensverteilung liegt (d. h. ein Einkommen über dem Median erzielt oder nicht).

[16] Es wird darauf verzichtet, dieses erste Modell für Ostdeutschland zu replizieren, da dort nahezu alle Kinder im Kindergartenalter eine entsprechende Institution nutzen.

[17] Allerdings ist nicht auszuschließen, dass es - wie bei Frauen, die mit einem Partner zusammenleben - auch unter den Alleinerziehenden Mütter gibt, die sich bewusst gegen eine Ganztagsbetreuung ihrer Kinder entscheiden, um so mehr Zeit für ihre Kinder zu haben.

[18] Der dem analogen westdeutschen Ergebnis entgegengesetzte Bildungseffekt könnte durch - oft unfreiwillig - nicht erwerbstätige Akademikerinnen in Ostdeutschland zustande kommen. Vgl. Büchel und Spieß: Form der Kinderbetreuung ..., a. a. O., Tabelle 6b.

[19] Als ein Beispiel der zahlreichen Studien zu diesem Zusammenhang vgl. z. B. C. Katharina Spieß: Staatliche Eingriffe in Märkte für Kinderbetreuung, Frankfurt und New York 1998, S. 47-52, oder J. Currie: Early Childhood Education Programs. In: Journal of Economic Perspectives, Nr. 2/2001, S. 213-238. Die Analysen konnten außerdem qualitative Aspekte der Betreuung nicht berücksichtigten; vgl. dazu z. B. C. Katharina Spieß und Wolfgang Tietze: Qualitätssicherung in Kindertageseinrichtungen - Gründe, Anforderungen und Umsetzungsüberlegungen für ein Gütesiegel. In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaften, Jg. 5, Nr. 1/2002, S. 139-162.

[20] Vgl. Regierungserklärung von Gerhard Schröder zur Familienpolitik am 18. April 2002 im Deutschen Bundestag.

[21] Vgl.: Bessere Kinderbetreuung wird Schwerpunkt der Familienpolitik. Mitteilung des Bundeskanzleramts vom 31. Mai 2002.

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Tabelle 1
Betreuungssituation von Kindern in Haushalten mit deutschem Haushaltsvorstand
in West- und Ostdeutschland im Jahre 2000 nach Altersgruppen
In % aller Kinder in der jeweiligen Altersgruppe

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                                                     Westdeutschland

                                             Krippen- Kindergarten- Schulalter
                                              alter       alter

Institutionelle Betreuungseinrichtung (1)

  Kinderkrippe, -garten, -hort/Schulhort        3,6        77,2         2,9

  Tagesmutter                                   1,6         2,7         1,0

Zeitliche Lage der institutionellen Betreuung

  vormittags                                   44,8        79,3        94,7

  nachmittags                                  15,3         4,2          - 

  ganztags                                     40,0        16,5         5,3

Regelmäßige Betreuung durch Personen
 außerhalb des Haushalts (1)

  Verwandte                                    31,6        36,0        23,0

  Freunde                                       7,5         6,7         3,8

  Bezahlte Betreuungspersonen                   2,2         2,8         3,3

Fallzahl (ungewichtet)                          507       1 023       1 557

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                                                     Ostdeutschland

                                             Krippen- Kindergarten- Schulalter
                                              alter       alter

Institutionelle Betreuungseinrichtung (1)

  Kinderkrippe, -garten, -hort/Schulhort       14,4        85,4        15,8

  Tagesmutter                                   5,0         2,1         0

Zeitliche Lage der institutionellen Betreuung

  vormittags                                   36,2        29,4        75,3

  nachmittags                                   0           0            -

  ganztags                                     63,8        70,6        24,7

Regelmäßige Betreuung durch Personen
 außerhalb des Haushalts (1)

  Verwandte                                    31,3        35,7        29,3

  Freunde                                       5,6         6,6         2,9

  Bezahlte Betreuungspersonen                   1,1         2,3         1,6

Fallzahl (ungewichtet)                          121         218         436

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Krippenalter: von der Geburt bis 2 Jahre;
Kindergartenalter: von 3 Jahren an bis Schuleintritt;
Schulalter: ab Schuleintritt bis 12 Jahre.

(1) Mehrfachnennungen möglich.

Quellen: SOEP 2000; Berechnungen des DIW Berlin.

DIW Berlin 2002

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Tabelle 2a
Westdeutschland: Sozioökonomischer Hintergrund von Kindern
in Haushalten mit deutschem Haushaltsvorstand
im Jahre 2000 nach Betreuungsform

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                                                 Krippenalter

                                               Mit insti-
                                               tutionel-    Nur
                                               ler/infor- Eltern-
                                                meller    betreu-
                                                Betreu-     ung
                                                 ung

Haushaltstyp (1)

  Allein erziehend                                 6,0      4,7

  Paarhaushalt                                    92,4     93,8

  Mehrgenerationen-
   Haushalt                                        1,7      1,4

Geschwisterkombination im Haushalt (1)

  Geschwister                                     55,8     57,7

  Keine Geschwister                               44,2     42,3

Bildungsniveau der Mutter (1)

  Ohne beruflichen
   Abschluss                                      17,3     12,0

  Mit beruflichem
   Abschluss                                      70,3     80,3

  Universitäts-/
   FHS-Abschluss                                  12,4      7,6

Erwerbsstatus der Mutter (1)

  Vollzeit                                         5,7      1,0

  Teilzeit                                        12,6      3,0

  Geringfügig                                      1,8      1,5

  In Mutterschutz/
   Erziehungsurlaub                               70,9     80,2

  Arbeitslos gemeldet                              0,3      1,2

  Aus sonstigen
   Gründen nicht
    erwerbstätig                                   8,7     13,1

Haushalts-Äquivalenz-
 einkommen netto
 (in Euro/Monat)                                 1 269    1 204

Relative Äquivalenz-
 Einkommensposition
 (Mittelwert = 100)                               97,6     92,6

Haushalts-Äquivalenz-
 einkommen netto
 > Median
 (Anteil in %)                                    43,5     41,3

Fallzahl
 (ungewichtet)                                     206      301

-------------------------------------------------------------------------------
                                         Kindergartenalter

                   Ganztags-  Ganztags-  Halbtags-  Halbtags-
                    betreu-    betreu-    betreu-    betreu-     Mit      Nur
                   ung plus   ung ohne   ung plus   ung ohne  informel- Eltern-
                  informelle informelle informelle informelle  ler Be-  betreu-
                    Betreu-    Betreu-    Betreu-    Betreu-   treuung    ung
                      ung        ung        ung        ung

Haushaltstyp (1)

  Allein erziehend   21,7       12,0       14,0        8,4        2,9     3,9

  Paarhaushalt       77,2       86,1       81,7       89,7       94,1    95,4

  Mehrgenerationen-
   Haushalt           1,1        2,0        4,3        2,0        3,0     0,7

Geschwisterkombination im Haushalt (1)

  Geschwister        63,4       61,6       70,6       79,5       72,1    72,6

  Keine Geschwister  36,6       38,4       29,4       20,5       27,9    27,4

Bildungsniveau der Mutter (1)

  Ohne beruflichen
   Abschluss          7,6       15,5        9,1       11,9       29,6    20,0

  Mit beruflichem
   Abschluss         65,0       68,0       78,7       77,9       67,4    64,6

  Universitäts-/
   FHS-Abschluss     27,4       16,5       12,2       10,2        3,1    15,4

Erwerbsstatus der Mutter (1)

  Vollzeit           16,9       17,2        7,0        2,4        6,6     3,5

  Teilzeit           42,1       22,8       33,7       24,3        7,5     7,5

  Geringfügig        13,9        7,3        9,3        7,1        5,9     2,7

  In Mutterschutz/
   Erziehungsurlaub   9,5       25,2       21,5       28,5       65,4    55,0

  Arbeitslos gemeldet 3,2        7,6        2,3        3,0        4,2     4,2

  Aus sonstigen
   Gründen nicht
    erwerbstätig     14,4       20,0       26,2       34,7       10,3    27,2

Haushalts-Äquivalenz-
 einkommen netto
 (in Euro/Monat)    1 448      1 286      1 299      1 312      1 136   1 130

Relative Äquivalenz-
 Einkommensposition
 (Mittelwert = 100) 111,4       98,9       99,8      100,9       87,3    86,9

Haushalts-Äquivalenz-
 einkommen netto
 > Median
 (Anteil in %)       65,0       51,6       49,1       49,2       28,4    37,7

Fallzahl
 (ungewichtet)         59         83        246        409         92     134

-------------------------------------------------------------------------------
                                 Schulalter

                      Ganztags-
                       schule      Schule     Schule
                        bzw.        plus       ohne             Insge-
                       Schule    informelle informelle           samt
                     plus insti-   Betreu-    Betreu-
                     tutionelle      ung        ung
                       Betreu-
                         ung

Haushaltstyp (1)

  Allein erziehend       32,1       17,8        7,9                9,9

  Paarhaushalt           65,7       81,7       90,2               88,2

  Mehrgenerationen-
   Haushalt               2,2        0,5        1,8                1,9

Geschwisterkombination im Haushalt (1)

  Geschwister            51,3       71,3       81,5               72,0

  Keine Geschwister      48,7       28,7       18,5               28,0

Bildungsniveau der Mutter (1)

  Ohne beruflichen
   Abschluss             18,8       11,8       13,5               13,8

  Mit beruflichem
   Abschluss             70,4       73,7       69,0               72,6

  Universitäts-/
   FHS-Abschluss         10,9       14,4       17,5               13,6

Erwerbsstatus der Mutter (1)

  Vollzeit               19,9       16,6        9,8                8,4

  Teilzeit               50,1       52,9       37,9               29,7

  Geringfügig             6,0        9,9       13,3                8,6

  In Mutterschutz/
   Erziehungsurlaub       3,7        5,1        3,7               27,1

  Arbeitslos gemeldet     6,2        2,4        2,4                2,6

  Aus sonstigen
   Gründen nicht
    erwerbstätig         14,1       13,1       32,8               23,7

Haushalts-Äquivalenz-
 einkommen netto
 (in Euro/Monat)        1 444      1 429      1 309              1 301

Relative Äquivalenz-
 Einkommensposition
 (Mittelwert = 100)     111,1      109,9      100,7              100,0

Haushalts-Äquivalenz-
 einkommen netto
 > Median
 (Anteil in %)           49,8       60,4       54,7               50,0

Fallzahl
 (ungewichtet)            108        359      1 090              3 087

-------------------------------------------------------------------------------
Krippenalter: von der Geburt bis 2 Jahre;
Kindergartenalter: von 3 Jahren an bis Schuleintritt;
Schulalter: ab Schuleintritt bis 12 Jahre.

(1) Anteil der Kinder an der jeweiligen Betreuungsform in %.

Quellen: SOEP 2000; Berechnungen des DIW Berlin.   DIW Berlin 2002

===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
Tabelle 2b
Ostdeutschland: Sozioökonomischer Hintergrund von Kindern
in Haushalten mit deutschem Haushaltsvorstand
im Jahre 2000 nach Betreuungsform

-------------------------------------------------------------------------------
                             Krippenalter            Kindergartenalter

                       Mit institu-                                 Ohne insti-
                        tioneller/  Nur Eltern- Ganztags- Halbtags- tutionelle
                       informeller   betreuung  betreuung betreuung  Betreuung
                        Betreuung

Haushaltstyp (1)

  Allein erziehend         8,4         14,8        19,0       3,8      (30,9)  

  Paarhaushalt            90,4         82,7        78,4      96,2      (69,1)  

  Mehrgenerationen-
   Haushalt                1,2          2,5         2,6       0         (0)    

Geschwisterkombination im Haushalt (1)

  Geschwister             50,1         58,2        57,9      80,6       95,9   

  Keine Geschwister       49,9         41,8        42,1      19,4       (4,1)  

Bildungsniveau der Mutter (1)

  Ohne beruflichen
   Abschluss               7,2         27,9        11,2      11,9       (7,9)  

  Mit beruflichem
   Abschluss              70,8         58,1        74,2      55,3      (85,2)  

  Universitäts-/
   FHS-Abschluss          22,0         14,0        14,7      32,7       (6,7)  

Erwerbsstatus der Mutter (1)

  Vollzeit                19,6          2,0        33,0      11,3       (0)    

  Teilzeit                18,8          6,9        23,1      17,6       (8,3)  

  Geringfügig              0,0          0,0         0,0       5,6       (0)    

  In Mutterschutz/
   Erziehungsurlaub       57,7         84,7        15,3      38,1      (44,2)  

  Arbeitslos gemeldet      1,8          2,0        26,3      24,7      (10,7)  

  Aus sonstigen Gründen
   nicht erwerbstätig      2,1          4,4         2,3       2,6      (36,8)  

Haushalts-Äquivalenz-
 einkommen netto
 (in Euro/Monat)         1 097          897       1 067     1 041        826   

Relative Äquivalenz-
 Einkommensposition
 (Mittelwert = 100)      107,6         87,9       104,6     102,0      (80,9)  

Haushalts-Äquivalenz-
 einkommen netto
 > Median
 (Anteil in %)            52,1         28,4        57,9      41,0      (36,9)  

Fallzahl (ungewichtet)      49           72         120        69         29   

-------------------------------------------------------------------------------
                                  Schulalter

                       Ganztags-
                      schule bzw. Schule plus Schule ohne  Insgesamt
                      Schule plus  informelle informelle
                      institutio-  Betreuung   Betreuung
                         nelle
                       Betreuung

Haushaltstyp (1)

  Allein erziehend        22,9        20,3        16,4        17,3

  Paarhaushalt            77,0        79,0        81,6        81,5

  Mehrgenerationen-
   Haushalt                0,2         0,7         2,0         1,4

Geschwisterkombination im Haushalt (1)

  Geschwister             61,3        59,3        61,7        62,6

  Keine Geschwister       38,7        40,7        38,3        37,4

Bildungsniveau der Mutter (1)

  Ohne beruflichen
   Abschluss               1,4         1,1         6,1         8,5

  Mit beruflichem
   Abschluss              69,5        72,5        66,1        68,0

  Universitäts-/
   FHS-Abschluss          29,1        26,5        27,8        23,5

Erwerbsstatus der Mutter (1)

  Vollzeit                42,9        55,1        37,9        31,2

  Teilzeit                22,9        25,2        17,1        18,7

  Geringfügig              3,3         0,9         0,9         1,3

  In Mutterschutz/
   Erziehungsurlaub        6,8         3,5         8,2        23,4

  Arbeitslos gemeldet     16,8        15,3        31,0        20,3

  Aus sonstigen Gründen
   nicht erwerbstätig      7,3         0           4,8         5,1

Haushalts-Äquivalenz-
 einkommen netto
 (in Euro/Monat)         1 098       1 016         991       1 020

Relative Äquivalenz-
 Einkommensposition
 (Mittelwert = 100)      107,6        99,6        97,2       100,0

Haushalts-Äquivalenz-
 einkommen netto
 > Median
 (Anteil in %)            61,3        62,8        46,2        50,0

Fallzahl (ungewichtet)     124          91         221         775

-------------------------------------------------------------------------------
(...): Fallzahl 10 bis 30.
Krippenalter: von der Geburt bis 2 Jahre;
Kindergartenalter: von 3 Jahren an bis Schuleintritt;
Schulalter: ab Schuleintritt bis 12 Jahre.

(1) Anteil der Kinder an der jeweiligen Betreuungsform in %.

Quellen: SOEP 2000; Berechnungen des DIW Berlin.

DIW Berlin 2002

===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
Tabelle 3
Modelle zur Schätzung der Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme einer
institutionellen Betreuung durch Kinder im Kindergartenalter in
West- und Ostdeutschland im Jahre 2000

Kinder in Haushalten mit deutschem Haushaltsvorstand
(Marginale Effekte eines Probit-Modells mit robusten Standardfehlern)

-------------------------------------------------------------------------------
                               Westdeutschland                Ostdeutschland

                                       Ganztagsbetreuung,   Ganztagsbetreuung,
            Institutionelle Betreuung falls institutionell falls institutionell
                                            betreut              betreut
                    (Modell 1)             (Modell 2)           (Modell 3)

Alter des Kindes
 in Jahren             0,161**                0,011               -0,014
                      (0,011)                (0,013)              (0,031)

Zahl der Geschwister  -0,043*                -0,026               -0,059
                      (0,018)                (0,023)              (0,072)

Informelle Betreuung
 (Verwandte, Freunde,
 bezahlte Personen)   -0,023                 -0,027               -0,014
                      (0,024)                (0,031)              (0,086)

Mutter ohne
 beruflichen
 Abschluss (1)        -0,035                 -0,048               -0,015
                      (0,042)                (0,046)              (0,151)

Mutter mit Universitäts-
 oder Fachhochschul-
 abschluss (1)         0,035                  0,146*              -0,245*
                      (0,035)                (0,058)              (0,123)

Alter der Mutter
 in Jahren            -0,001                 -0,008*              -0,015
                      (0,003)                (0,003)              (0,010)

Allein erziehende
 Mutter                0,100**                0,080                0,291**
                      (0,025)                (0,066)              (0,085)

Mutter in Vollzeit
 erwerbstätig (2)      0,011                  0,265**              0,287**
                      (0,060)                (0,077)              (0,086)

Mutter in Teilzeit
 oder geringfügig
 erwerbstätig (2)      0,075**                0,034                0,137
                      (0,028)                (0,038)              (0,103)

Mutter im
 Mutterschutz oder
 Erziehungsurlaub (2) -0,054+                 0,032               -0,215
                      (0,032)                (0,051)              (0,131)

Haushaltseinkommen
 abzüglich eventuellem
 Erwerbsein-           0,020**               -0,010                0,039+
 kommen der Mutter
 (dividiert
 durch 1 000)         (0,007)                (0,007)              (0,023)
   

Wohnort in Stadtregion
 (hohe Bevölkerungs-
 dichte)               0,040+                 0,084**              0,085
                      (0,023)                (0,030)              (0,084)

Pseudo-R2              0,3399                 0,0833               0,1586

Fallzahl                 962                    745                  175

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** Signifikant auf 1 %-Niveau; * auf 5 %-Niveau; + auf 10 %-Niveau.

(1) Referenzkategorie: Mutter mit beruflichem Abschluss.
(2) Referenzkategorie: Mutter nicht erwerbstätig.

Quellen: SOEP 2000; Berechnungen des DIW Berlin.

DIW Berlin 2002

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