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Wochenbericht des DIW Berlin 35/04

Programm "Lernende Regionen" findet unterschiedliche Wirtschafts- und Arbeitsmarktsituationen vor [1]

Bearbeiter Kornelia Hagen
Mittelfristigen Prognosen zufolge wird Deutschland in den nächsten Jahrzehnten mit einer alternden Bevölkerung und stark schrumpfenden Einwohnerzahl konfrontiert sein. Zugleich besteht die Gefahr einer Stagnation des Qualifikationsniveaus. [2] Um die Innovationsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft sichern zu können, sind verschiedene Politikbereiche gefordert. In der Bildungspolitik erlangte das Konzept des lebenslangen Lernens und des Qualifikations- und Kompetenzerwerbs eine zentrale Bedeutung.

In Deutschland trägt das Bundesministerium für Bildung und Forschung unter anderem mit dem Programm "Lernende Regionen - Förderung von Netzwerken" [3] seit 2001 dazu bei, das Konzept des lebenslangen Lernens zu verwirklichen. Mit diesem Programm werden zur Entfaltung einer neuen Lernkultur modellhaft Netzwerke in verschiedenen Regionen und unterschiedlichen regionalen Kontexten gefördert. Gegenwärtig gibt es bundesweit 73 dieser Netzwerke.

Ausgewählte Ergebnisse einer Analyse über diese Regionen werden hier vorgestellt. [4] Argumentiert wird, dass Netzwerke, die in einem attraktiven regionalen Umfeld agieren, Lern- und Innovationsprozesse ihrer Region leichter positiv beeinflussen können als Netzwerke in wirtschafts- und arbeitsmarktschwachen Kontexten. In solchen Regionen müssen Akteure mehr Anstrengungen unternehmen, um Innovations- und Lernhemmnissen begegnen und das angestrebte Programmziel der Entfaltung einer neuen Lernkultur in ihren Regionen voranbringen zu können. Die empirischen Befunde zeigen, dass zwischen den Regionen zum Teil deutliche Disparitäten im Hinblick auf Beschäftigung und Arbeitslosigkeit bestehen.

Der Bericht liefert Anhaltspunkte dafür, wie die geförderten Lernenden Regionen ihre räumliche, demographische, arbeitsmarktbezogene und wirtschaftliche Situation bei der Umsetzung des Programms berücksichtigen können.
Wirkungs-
zusammenhänge: Bildungsinfrastrukturen und wirtschaftliche Entwicklung
Lernen und Bildung sind für eine Region wichtige Ressourcen, die entwickelt und verteilt werden müssen. [5] Regionen können günstige Voraussetzungen für regionale Lern- und Innovationsprozesse bieten - beispielsweise durch die Dichte förderlicher institutioneller Strukturen - oder offenbar auch regionsspezifische Innovations- und Lernhemmnisse produzieren. Zwischen der Entwicklung von Regionen und der Entfaltung von Lernkulturen im Sinne des lebenslangen Lernens bestehen mannigfaltige und komplexe Wechselbeziehungen. Die regionalwirtschaftliche Entwicklung hat Folgen, die die regionale Bildungs- und Lernkulturinfrastruktur verändern. Umgekehrt wirkt die vorhandene Lern- und Bildungskultur verändernd auf die regionalwirtschaftlichen Prozesse.

Regionale und bildungsinfrastrukturelle Entwicklungen werden dabei in aller Regel durch eine Vielzahl von Auslösern induziert und durch die Art des Zusammenspiels dieser Faktoren vorangetrieben, verzögert oder verhindert. Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität von Regionen stehen in enger Beziehung zur Fähigkeit, soziale und institutionelle Vernetzungen zwischen den regionalen Akteuren herzustellen. Danach können Netzwerkbildungen und -aktivitäten bei der regionalen Entwicklung einen fördernden Beitrag leisten. Die Förderung solcher Netzwerke stößt Entwicklungsprozesse oftmals überhaupt erst an.

Am Beispiel der erfolgreichen Neuansiedlung eines Unternehmens lässt sich vereinfachend ein möglicher Wirkungszusammenhang auf der qualitativen Ebene skizzieren. Es wird angenommen, dass von der Neuansiedlung eines Unternehmens ein zusätzliches regionales Arbeitsplatzangebot ausgeht. Handelt es sich dabei um qualifizierte Arbeitsplätze, werden dadurch in aller Regel gut ausgebildete Arbeitskräfte und deren Familien angezogen. Das Unternehmen oder auch die angeworbenen Arbeitskräfte direkt können als potentielle Nachfrager von hochwertigen Bildungsdienstleistungen angesehen werden. [6] Um diese Nachfrage zu befriedigen, ist die Bereitstellung hochwertiger regionaler Bildungsangebote und die Entfaltung einer spezifischen Lernkultur notwendig. Bildungsmöglichkeiten und der Ausbau der Bildungsinfrastruktur erweisen sich als bedeutender Standortfaktor und als Anziehungspunkt für weitere hoch qualifizierte Arbeitskräfte und Unternehmen. [7]

Handelt es sich dagegen um ein neu ansiedelndes Unternehmen, das vor allem Arbeitsplätze für gering qualifizierte Arbeitskräfte anbietet, so müssten für diese Zielgruppe adäquate Lerninfrastrukturen konzipiert werden.

Sollen solche veränderten Anforderungen aufgegriffen werden und zu Erweiterungen oder gar völligen Neustrukturierungen der Bildungsinfrastruktur in einer Region führen, ist ein hoher Informationsstand über die spezifischen Angebots- und Bedarfsstrukturen in der Region erforderlich. Relevant ist dabei auch, wie die Bildungsinfrastruktur in der Region organisiert ist, ob die Anbieter insgesamt oder einzelne Anbieter in verfestigten Gefügen agieren oder flexibel reagieren und den Veränderungsprozess unterstützen. Bildungsnetzwerke wie die geförderten Lernenden Regionen sollen dabei die Entwicklung einer bedarfsgerechten Nachfrage stimulieren und eine ausgleichsorientierte Bildungsinfrastruktur anstoßen und unterstützen.

Ausgangssituation
in den Regionen
Zur Beurteilung der wirtschaftlichen und arbeitsmarktbezogenen Ausgangssituation in den Regionen werden Standardindikatoren der Regionalanalysen verwendet. [8] Die Regionaldaten spiegeln die Verhältnisse in den 73 Lernenden Regionen zumeist für das Jahr 2000 wider, Informationen zur Beschäftigung und Arbeitslosigkeit die für das Jahr 2001. [9] Die Auswertungen wurden getrennt nach den beiden Förderwellen des Programms durchgeführt. Die Ergebnisse der ersten Förderwelle (Tabellen 1 und 3) umfassen 49 geförderte Netzwerke, die der zweiten Förderwelle 24 geförderte Netzwerke (Tabellen 2 und 4).

Indikatoren können die Wirklichkeit - hier die Ausgangssituation in den Regionen der Lernenden Regionen - immer nur annähernd genau beschreiben. Die Analyse liefert einen Überblick über die einzelnen Netzwerkregionen und ermöglicht eine Beurteilung der jeweiligen räumlichen, demographischen, wirtschaftlichen und arbeitsmarktbezogenen Ausgangssituationen der Netzwerkregionen.

Die Netzwerke verfügen in der Regel über vielfältige Handlungsoptionen, werden aber durch diverse Einflussfaktoren in ihren Aktivitäten auch begrenzt. Die Ergebnisse können bei der Gestaltung der Beiträge der Netzwerke zur Entwicklung der Lernkultur in ihren Regionen Anhaltspunkte und Orientierungen bieten. Denn es besteht die Möglichkeit der Nach- und Feinsteuerung.

Regionstypen Ein Ziel des Programms Lernende Regionen ist es, die Zugangsmöglichkeiten zu Bildung zu erweitern. Für Angehörige aller Altersgruppen, Qualifikationsniveaus und sozialer Schichten sollten Angebote in ihrer Region verfügbar sein. Unstrittig ist, dass Agglomerationen im Allgemeinen über eine stärker entfaltete Bildungsinfrastruktur verfügen als weniger dicht besiedelte Räume. In Agglomerationen konzentrieren sich Bildungsdienstleister; es bestehen damit breitere Möglichkeiten, inhaltlich unterschiedliche Maßnahmen - auch für spezifische Zielgruppen - anzubieten oder als Nachfrager in Anspruch zu nehmen. Ein eindeutiger Vorteil von Agglomerationen ist zudem, dass Veranstaltungsorte schneller und überwiegend durch öffentliche Verkehrsmittel erreichbar sind. [10]

Agglomerationen verfügen somit im Durchschnitt über günstigere Ausgangsbedingungen für die Entwicklung von Lernkulturen und damit auch für die Aktivitäten der geförderten Netzwerke als Regionen, deren infrastrukturelle Gegebenheiten weniger ausgebaut sind. Dies impliziert aber nicht, dass Netzwerke in Agglomerationen effizienter, engagierter oder bedarfsgerechter agieren. Ebenso impliziert es nicht, dass die Förderung in Agglomerationen sinnvoller wäre.

Hinsichtlich der inhaltlichen Ausrichtung der Lernenden Regionen ist eine mögliche Schlussfolgerung, dass die in Agglomerationen agierenden Netzwerke tendenziell eher als die in ländlichen Regionen über die Möglichkeit verfügen, neue Verfahren und Methoden im Bildungsbereich zu erproben. In ländlichen Regionen hingegen dürfte nach diesen Überlegungen - eher als in Agglomerationen - auch die reine Bereitstellung von Bildungsmaßnahmen innovativ und bedarfsgerecht sein.

Die meisten Lernenden Regionen definieren ihren Bezugsraum nach funktional-räumlichen Verflechtungskriterien. Zumeist stimmte diese Abgrenzung mit administrativen Kreis- oder Stadtgrenzen überein. Auf der Grundlage der regionalen Abgrenzung wurde unter siedlungsstrukturellen Aspekten die Kennziffer - Regionstyp - ermittelt (Tabellen 1 und 2). Die räumliche Differenzierung erfolgte in Anlehnung an das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. Aus Gründen der Praktikabilität wurde nur eine sehr grobe Unterscheidung - nach Agglomerationen, verstädterten und ländlichen Räumen - gewählt. Kriterien für diese Zuordnung sind "... die Bevölkerungsdichte und die Größe bzw. zentralörtliche Funktion der Kerne von Regionen". [11] Dabei kann nicht erfasst werden, dass einige Lernende Regionen zwar ihren Standort in einer Agglomeration haben, in dieser aber unter Umständen nur begrenzt auf ein kleines Teilgebiet, ein Stadtquartier oder einen Stadtbezirk agieren. Sofern die wirtschafts- und arbeitsmarktbezogenen Befunde des Teilgebietes von denen der Region insgesamt abweichen, ist dies bei der Interpretation der Daten zu berücksichtigen. Die Ausgangssituation kann in solchen Fällen durchaus über- oder unterzeichnet sein.

In der ersten Förderwelle agieren nur sechs Lernende Regionen (12 % der geförderten Netzwerke) in ländlichen Räumen. Allerdings ist der Anteil ländlicher Regionen leicht unterzeichnet, da auch in den Agglomerationsräumen und verstädterten Räumen ländliche Kreise (mit einer Bevölkerungsdichte unter 150 E/km²) enthalten sind. Der Anteil der Netzwerke, die in ländlichen Regionen angesiedelt sind, ist in der zweiten Förderwelle mit etwas weniger als 30 % bzw. sieben Netzwerken deutlich höher als in der ersten Förderwelle.

Altersstruktur der Bevölkerung Angesichts der Intention des Programms, lebenslanges Lernen unabhängig vom Alter für alle Bevölkerungsgruppen zu fördern und den Bildungszugang für alle Altersgruppen zu eröffnen, kann die demographische Lage der Regionen eine Orientierung für die regionsgerechte und zielgruppenspezifische Akzentsetzung der Netzwerke bieten. Ergebnissen der Bildungsforschung zufolge weisen Regionen mit einem hohen Anteil an Jugendlichen und einem geringen Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung insgesamt eine höhere Bildungsvitalität auf - beispielsweise bezogen auf den Umfang und die Differenzierung der Bildungsangebote - als tendenziell "veraltete" Regionen. [12] Der Indikator "Altersstruktur" zeigt, dass der Anteil Jugendlicher an der Bevölkerung im Durchschnitt der betrachteten Regionen etwas weniger als 8 % beträgt. Damit gibt es im Vergleich der Regionen zueinander kaum Unterschiede; spezifische Bedarfslagen sind daraus nicht zu erkennen. Allerdings gilt für alle Lernenden Regionen - gleichermaßen wie für Deutschland insgesamt - eine typische Problemlage aufgrund der Tendenz zur zunehmenden "Veralterung" der Bevölkerung. Wollen die geförderten Netzwerke einen Beitrag zur Entfaltung einer vitalen Bildungsinfrastruktur leisten, müssten sie beispielsweise die Sicherung des Übergangs junger Menschen in den Beruf unterstützen. Dies gilt insbesondere für Regionen, in denen die Arbeitslosigkeit Jugendlicher besonders hoch ist. In einen Anforderungskonflikt könnten die Regionen dadurch geraten, dass diese Ausrichtung nicht dazu führen dürfte, die Begleitung "Älterer" zu vergessen.
Dichte und Niveau
von Beschäftigung
Regionen des gleichen Regionstyps sind in aller Regel im Hinblick auf andere relevante Faktoren durchaus sehr heterogen. Daher wurden auch Beschäftigung und Arbeitslosigkeit als regionsspezifische Merkmale betrachtet (Tabellen 3 und 4). Beschäftigung und in besonderem Maße qualifizierte Beschäftigung ist einer der bedeutendsten Standort- und Wettbewerbsvorteile für eine Region. [13] Ein Zusammenhang zwischen der Entfaltungsmöglichkeit der Lernkultur und der Beschäftigungssituation in den Regionen wird darin gesehen, dass eine hohe und qualifizierte Beschäftigung ein Anzeichen für hohe Wirtschaftskraft ist, die auch eine positive Entwicklung der Bildungsinfrastruktur erleichtert.

Die Spannbreite zwischen der niedrigsten und der höchsten Beschäftigtendichte [14] ist in beiden Förderwellen sehr hoch und verweist auf deutliche Unterschiede zwischen den Regionen: Sie schwankt zwischen 20 % und 60 %. Es zeigt sich, dass in Regionen, die eine geringe Beschäftigtendichte ausweisen, der Anteil an Beschäftigten mit hoher Qualifikation [15] geringer ist als in Regionen mit höherer Beschäftigtendichte. Die Zielgruppe "Bildungsferne und -benachteiligte" dürfte in Regionen mit ungünstigeren Beschäftigungskonstellationen in höherem Ausmaß vertreten sein als in beschäftigungsstarken Regionen.

Lokale Akteure und Netzwerkmanager geben an, [16] dass das Angebot an qualifizierten Arbeitskräften in der Region für das Netzwerk sehr wichtig ist. Knapp die Hälfte (43 %) der Netzwerkbeteiligten schätzen diese Situation in ihrer jeweiligen Region jedoch nur als befriedigend ein, weitere 29 % sogar als schlecht oder sehr schlecht. In Regionen mit einer Arbeitslosenquote unter 10 % wird die regionale Situation bezüglich des Faktors qualifizierte Arbeitskräfte deutlich besser beurteilt als in Regionen mit besonders hoher Arbeitslosigkeit (über 20 %). In diesen Regionen gibt über die Hälfte der Befragten an, dass die Situation für qualifizierte Arbeitskräfte schlecht oder sogar sehr schlecht ist.

Wollen beschäftigungsstarke Regionen ihre Stärken aufgreifen, so müssten sie Dienstleistungen für Fachkräfte und gut Ausgebildete konzipieren. Geht es dagegen um den Abbau der Nachteile dieser Regionen, so müssen die Netzwerke insbesondere die Zielgruppe "gering Qualifizierte" in ihrem Ansatz berücksichtigen. [17]

Niveau und Struktur
der Arbeitslosigkeit
Arbeitslosigkeit, insbesondere Langzeitarbeitslosigkeit, ist ein Zeichen von Strukturschwäche und Mismatch und bewirkt, dass qualifizierte Menschen aus Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit abwandern. Einer der entscheidenden Mechanismen bei der Entwicklung regionaler Disparitäten ist demnach der Verlust von Humankapital. Hier wird davon ausgegangen, dass sich die Möglichkeiten der Netzwerke, Lernkulturen zu entwickeln, mit zunehmender Arbeitslosigkeit schwieriger gestalten. [18]

In den Regionen der ersten Förderwelle betrug die Arbeitslosenquote [19] durchschnittlich knapp 11 %. Etwa zwei Drittel dieser Regionen [32] weisen eine unterdurchschnittliche Arbeitslosenquote aus. Die Arbeitslosenquote der Regionen der zweiten Förderwelle lag bei
12,9 %. Nur in der Hälfte dieser Regionen war die Arbeitslosigkeit geringer als im Durchschnitt dieser Förderwelle.

Fast ein Drittel der Regionen [16] der ersten Förderwelle hat aus Arbeitsmarktsicht mit schwierigen Kontextbedingungen in ihren Regionen zu tun; die meisten von ihnen (12 Netzwerke) müssen eine außerordentlich schwierige Situation mit einer Arbeitslosenquote von über 15 % bewältigen. In mehr als zwei Drittel der Regionen der zweiten Förderwelle ist die Arbeitsmarktlage schwierig; mehr als zwei Fünftel dieser Regionen haben sogar eine Arbeitslosenquote von 15 % und mehr. Zur Entfaltung regionaler Lernkulturen sollten insbesondere Netzwerke in arbeitsmarktschwachen Regionen darauf achten, ihre Arbeitsprofile auf die "Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit" auszurichten. [20] Hier dürfte eine situationsangemessene Ausrichtung durch Maßnahmen geboten sein, die auf die Integration Erwerbsloser oder auf den Übergang von Jugendlichen in den Beruf zielen.

Fazit Demographische, wirtschaftliche und arbeitsmarktbezogene Ressourcen und Potentiale einer Region sind mitentscheidende Einflussfaktoren bei der Möglichkeit, Wissens-, Bildungs- und Ausbildungsstrukturen im Sinne des lebenslangen Lernens zu gestalten. Die Befunde zur regionalen Ausgangslage der Lernenden Regionen zeigen, dass es zwischen den Netzwerkregionen deutliche wirtschaftliche und arbeitsmarktbezogene Disparitäten gibt. Die Spannbreite der Beschäftigtendichte zwischen den Regionen ist groß. Die Ausgangslage auf dem Arbeitsmarkt ist in den Regionen zahlreicher Netzwerke besonders schwierig. Dem Ansatz des Programms Lernende Regionen, eine aktive Entwicklungsstrategie unter Einbindung möglichst vieler regionaler Akteure und der Abstimmung zwischen verschiedenen Politikfeldern erreichen zu wollen, ist zuzustimmen. Die regionalen Ausgangslagen sollten von den geförderten Netzwerken als Ansatzpunkt für ihre Beiträge bei der Entfaltung regionaler Lernkulturen und des lebenslangen Lernens berücksichtigt werden. Dazu ist es erforderlich, dass sie ihre Potentiale im Rahmen von Stärken-Schwächen-Analysen herausarbeiten.

Der Ansatz des Förderprogramms Lernende Regionen, die Entfaltung von neuen Lernkulturen regional differenziert zu fördern, trägt den unterschiedlichen räumlichen Gegebenheiten Rechnung. Alle Regionen identisch zu fördern, wäre nicht sinnvoll. Regionalisierte Förderpolitik bietet in hohem Maße die Möglichkeit, ursachen- und problemorientierte Strategien umzusetzen. Auch der Ansatz, die Entwicklungsprozesse durch die Einbeziehung und Kooperation lokaler Akteure zu stimulieren, stellt sicher, dass die jeweiligen regionalen Standortfaktoren und Spezialisierungen eher berücksichtigt werden als in überregional ausgestalteten Programmen.

Die Intention des Förderprogramms ist im Schwerpunkt die Förderung von Bildung und nicht die regional- oder wirtschaftspolitische Förderung. Das Programm Lernende Regionen basiert auf dem Grundgedanken, dass durch Lernen und Wissen regionale Disparitäten ausgeglichen oder aber verschärft werden können. Im Programm wird implizit ein eher ausgleichsorientierter Ansatz verfolgt. [21] Die Entfaltung regionaler Lernkulturen soll auch in strukturschwachen und ländlichen Räumen unterstützt werden. Dies ist kompatibel mit der Hypothese, dass es in der Wissensgesellschaft eine kritische untere Schwelle für lokale Kompetenzen und Netzwerke in den Regionen gibt. Dort, wo diese kritische Schwelle unterschritten wird, ist keine Entwicklung zu erwarten. Extrem hohe Arbeitslosigkeit und gleichzeitig fehlende Kompetenzen in zukunftsfähigen Wirtschaftsbereichen können zu einem Teufelskreis führen. [22]

Netzwerke, die in einem wirtschaftlich schwachen und instabilen Umfeld tätig sind und damit in der Regel größere Schwierigkeiten bei der Umsetzung ihrer Aktivitäten haben dürften als Vernetzungen in einem prosperierenden Umfeld, brauchen sicherlich auch mehr Zeit und Unterstützungsbedarf, ehe sie in ihren Regionen etwas nachhaltig bewirken können. Entscheidender Erfolgsfaktor für die Gestaltung regionaler Lernkulturen durch Netzwerke und Akteure - so die Einschätzung des DIW Berlin - ist die Ausrichtung der Aktivitäten der Netzwerke an den spezifischen Bedarfslagen ihrer Regionen.

Kasten

Das Förderprogramm "Lernende Regionen - Förderung von Netzwerken"


Das BMBF initiierte und unterstützt mit dem Programm "Lernende Regionen - Förderung von Netzwerken" [1] seit 2001 den Aufbau sowie die Weiterentwicklung bereits bestehender bereichs- und trägerübergreifender Vernetzungen und deren nachhaltige Etablierung. Derartige Kooperationen sollen zu einer effizienten Steuerung von Bildungsangebot und -nachfrage beitragen. Die Förderung von Netzwerken gründet sich auf der Überlegung, dass intermediäre Strukturen für die gesellschaftliche Steuerung von Modernisierungsprozessen eine wachsende Bedeutung haben. Danach schaffen Netzwerke mehr Flexibilität, die in traditionellen Institutionen eher verloren geht. Netzwerke vermitteln daher leichter und reibungsloser Innovationen und entwickeln Synergien. Neben den traditionellen Anbietern von Bildung - allgemein- und berufsbildenden Schulen, Hochschulen, außerschulischen Bildungsträgern, Betrieben, öffentlichen Verwaltungen, kulturellen und sozialen Einrichtungen - wird mit dem Programm angestrebt, auch Personen und Einrichtungen des informellen Lernens, z. B. selbst organisierte Lerngruppen, in die Kooperationen als Mitglieder einzubeziehen.

Das Programm wird an diversen Standorten unter heterogenen Bedingungen durchgeführt. Die Maßnahmen und Aktivitäten der Netzwerke orientieren sich an Vorgaben, werden in ihrer Form hinsichtlich der Inhalte und Zielgruppen aber erst während der Umsetzung konkretisiert. [2] Die Netzwerke entwickeln und erproben auf der Grundlage ihrer spezifischen Profilausrichtung innovative modellhafte Angebote. Als innovativ werden innerhalb des Programms Maßnahmen bezeichnet, die für die Region eine neue Dienstleistung im Bildungsbereich, eine neue Methode oder ein neues Verfahren darstellen. Im Vordergrund stehen die Entwicklung neuer Lernkulturen und die Erhöhung der Bildungsbeteiligung der Bevölkerung; dazu gehört auch die Verbesserung des Zugangs lernschwacher und bildungsferner Gruppen.

Für den Zeitraum 2001 bis Ende 2006 steht für das Programm ein Volumen von insgesamt etwa 118 Mill. Euro zur Verfügung, davon rund 50 Mill. Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Die Förderung erfolgt degressiv. Durchgeführt wird das Programm in zwei Förderwellen. Die ersten Netzwerke nahmen ihre Arbeit 2001 auf, die zweite Förderwelle um ein Jahr zeitversetzt. Gefördert wurde anfangs eine Planungsphase, in der Regel war diese einjährig. In dieser Zeit konnten die Netzwerke ihre Maßnahmenkonzepte entwickeln und ihr Profil schärfen. Die sich anschließende Durchführungsphase umfasst einen Zeitraum von vier Jahren. In dieser Zeit sollen die Netzwerke die konzipierten Maßnahmen umsetzen und erproben und die Netzwerke in die Eigenfinanzierung überführen.

Das Programm wird durch einen Lenkungsausschuss gesteuert. Diesem Gremium gehören Vertreter/innen des BMBF und der 16 Länder an. In beratender Funktion nehmen auch der Projektträger Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (PT-DLR) teil sowie Vertreter/innen der Konzertierten Aktion Weiterbildung, der Sozialpartner, der Bundesanstalt für Arbeit und der wissenschaftlichen Programmbegleitung.

Im Auftrag des BMBF wird das Programm durch ein Konsortium von Forschungsinstituten wissenschaftlich begleitet. [3] Aufgabe der Begleitung ist die systematische Beschreibung und Bewertung des Programms durch einen prozessbegleitenden Abgleich zwischen Zielen, Zielerreichung und den Auswirkungen des Programms. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung sind zur Feinsteuerung des Programms bereitzustellen und sollen in die Gestaltung künftiger Programme sowie in Forschungskontexte einfließen. Die Begleitforschung wird mit jeweils spezifischen Fragestellungen auf drei Aggregationsebenen durchgeführt: [1] der Programmkonzeption, [2] der Programmadministration und -steuerung sowie [3] auf der Ebene der Netzwerke und ihrer Regionen. [4]

[1] Die Initiativen und Förderprogramme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sind im BMBF-Aktionsprogramm "Lebensbegleitendes Lernen für alle" gebündelt. Ein Teil dieses Aktionsprogramms ist das Programm "Lernende Regionen - Förderung von Netzwerken". Das Rahmenkonzept für das Programm wurde in der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung Mitte 2000 beschlossen. Vgl. BMBF: Bekanntmachung von Förderrichtlinien für das Programm "Lernende Regionen - Förderung von Netzwerken" (1. Auswahlrunde). 2002.

[2] Dabei handelt es sich um multizentrische Programme. Vgl. zu diesem Thema Blaine R. Worthen, James R. Sanders und Jody L. Fitzpatrick: Program Evaluation. Alternative Approaches and Practical Guidelines. Überarb. Aufl. von: Educational Evaluation [1987]. New York 2003.

[3] Zu dem Konsortium gehören unter der Federführung des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung, Bonn (DIE), das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), die Universität Duisburg-Essen (UDE), Institut für Erziehungswissenschaften und die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), Institut für Pädagogik.

[4] Zur Aufgabenstellung der wissenschaftlichen Begleitung.



[1] Dieser Wochenbericht wurde unter Mitarbeit von Kathleen Toepel verfasst.

[2] Vgl.: Steuert Deutschland langfristig auf einen Fachkräftemangel zu? In: IAB Kurzbericht, Nr. 9 vom 7. Juli 2003, S. 4.

[3] Im Weiteren wird das Programm auch als Programm "Lernende Regionen" bezeichnet. Zu Details siehe Kasten.

[4] Das DIW Berlin hat im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung des Programms Lernende Regionen die wirtschafts- und arbeitsmarktbezogene Situation in den Regionen der geförderten Netzwerke und deren Bedeutung für die Entfaltung regionaler Lernkulturen untersucht.

[5] In der regionalwissenschaftlichen Diskussion ist strittig, wer regionale Lernprozesse prägt, die Regionen oder die Akteure. Wird die Region als prägend angesehen, sind Arbeitsmarkt-, Bildungs-, Lern- und andere Infrastrukturen vorrangige Ansatzpunkte regionaler Entwicklung. Wird hingegen ein akteursbezogener Ansatz vertreten, ist die Region sekundär. In dieser Analyse wird die Relevanz der Akteure sowie die der Region betont. Ausgewählte Veröffentlichungen zur Diskussion: Arthur Benz, Dietrich Fürst, Heiderose Kilper und Dieter Rehfeld: Regionalisierung. Theorie - Praxis - Perspektiven. Opladen 1999; Josef Scheff: Lernende Regionen. Regionale Netzwerke als Antwort auf globale Herausforderungen. Wien 1999.

[6] Dies erklärt sich daraus, dass eine hohe und qualitativ hochwertige Bildungsnachfrage u. a. durch ein hohes Bildungsniveau bestimmt wird. Zur Nutzung der verschiedenen Bildungseinrichtungen und typischen Bildungsmuster bestimmter Bevölkerungsgruppen vgl. z. B. Hans-Peter Blossfeld: Sensible Phasen im Bildungsverlauf. Eine Längsschnittanalyse über die Prägung von Bildungskarrieren durch gesellschaftlichen Wandel. In: Zeitschrift für Pädagogik, 34 [1], 1988, S. 45-64; Beate Krais: Bildungsexpansion und soziale Ungleichheit in der Bundesrepublik Deutschland. In: Axel Bolder et al. (Hrsg.): Die Wiederentdeckung der Ungleichheit. Aktuelle Tendenzen in Bildung und Arbeit. Jahrbuch 96. Opladen 1996, S. 118-146; Richard Breen und John H. Goldthorpe: Explaining Educational Differentials. Towards a Formal Rational Action Theory. Rationality and Society, 9, 1997, S. 275-305.

[7] Dieser modellhafte Entwicklungskreis basiert auf dem in der Regionaltheorie vertretenen Ansatz, dass Agglomerationen und Wachstumsregionen in einem sich selbst verstärkenden Prozess Konzentrationseffekte generieren. Hauptaugenmerk liegt dabei auf Wissens-Spillover, Informationsflüssen und externen Kostenersparnissen. Vgl. dazu u. a. Christiane Krieger-Boden: Neue Argumente für die Regionalpolitik? Zur Fundierung der Regionalpolitik in älteren und neueren regionalökonomischen Theorien. In: Die Weltwirtschaft, Nr. 2, 1999, S. 193-215.

[8] Für die Analyse wurde geprüft, ob prozessproduzierte Daten verfügbar sind. Dazu wurden die Anträge der Lernenden Regionen zur Planungs- und Durchführungsphase und deren Sachberichte zum Abschluss der ersten Durchführungsphase ausgewertet sowie Recherchen auf den Internetseiten der Lernenden Regionen durchgeführt. Der statistische Gehalt der in diesen Quellen verwendeten Informationen war jedoch für eine vergleichende Analyse nicht ausreichend aussagekräftig. Daher beruhen die empirischen Befunde überwiegend auf der Auswertung sekundärstatistischer Daten des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung und der Bundesagentur für Arbeit. Weitere Informationen zur vertieften Betrachtung der Ausstattung der Regionen werden in einigen ausgewählten Netzwerkregionen im Rahmen von Fallstudien ermittelt. Hierbei handelt es sich um Erkenntnisse über einzelne geförderte Netzwerke, die für die vergleichende Betrachtung über die Gesamtheit der Regionen, die in diesem Bericht im Mittelpunkt steht, keine weiterführenden Befunde liefert.

[9] Während der Arbeiten an dieser Analyse erschienen aktualisierte Daten des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung und der Bundesagentur für Arbeit. Eine Prüfung der Abweichungen zwischen den neu ausgewiesenen und den Daten, die der Analyse zugrunde liegen, ergab, dass Differenzen zwischen den beiden Datenzeitpunkten, wenn überhaupt vorhanden, äußerst gering waren. Von einer Neuberechnung der Regionalkennziffern auf der Basis der aktualisierten Daten wurde deshalb abgesehen.

[10] Bei den erwähnten Vorteilen von Agglomerationen handelt es sich um faktische Möglichkeiten des Regionstyps "Agglomeration". Ob und inwieweit in bestimmten Agglomerationen diese Möglichkeiten auch tatsächlich realisiert werden oder ob z. B. spezifische und soziale Problemlagen der vorteilhaften Nutzung der Angebote entgegenstehen, ist mit der Aussage nicht verbunden.

[11] Vgl. dazu Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung: Aktuelle Daten zur Entwicklung der Städte, Kreise und Gemeinden. Ausgabe 2002. Berichte, Bd. 14. Bonn 2002, S. 2-3. Definition: Agglomerationsraum: Oberzentrum > 300 000 Einwohner oder Dichte um/> 300 E/km²; verstädterte Räume: Dichte >150 E/km² oder Oberzentrum >100 000 Einwohner, bei einer Mindestdichte von 100 E/km²; ländliche Räume: Dichte < 150 E/km² und ohne Oberzentrum > 100 000 Einwohner, mit Oberzentrum >100 000 Einwohner und Dichte < 100 E/km². Ebenda, S. 10.

[12] Bekannt ist, dass neben dem Bildungsniveau insbesondere das Alter die Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen beeinflusst. Vgl. dazu u. a.: Lebenslanges Lernen. In: Ifo Schnelldienst, Nr. 20, 2003, S. 42. Mit zunehmendem Alter verschlechtert sich die individuelle Kosten-Nutzen-Relation von beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen. Eine Verbesserung dieser Relation könnte gegebenenfalls durch Arbeitszeitmaßnahmen und Finanzierungsanreize erreicht werden. Vgl. Expertenkommission zur Finanzierung Lebenslangen Lernens: Auf dem Weg zur Finanzierung lebenslangen Lernens: Zwischenbericht, Bd. 1. Bielefeld 2002, S. 91 f.

[13] Florida vertritt die Auffassung, dass in der auf Wissen und Informationsverarbeitung basierenden Gesellschaft hoch qualifizierte Menschen sich nur in solchen Regionen ansiedeln, die ihnen viele arbeitsmarkt- und freizeitbezogene Optionen bieten. Regionale Entwicklungsstrategien richten sich entsprechend weniger auf externes Kapital, sondern vor allem auf Bestandspflege und im "Wettbewerb um Talente" auf das Angebot attraktiver Lebensqualität. Vgl. Richard Florida: Competing in the Age of Talent: Quality of Place in the New Economy. Pittsburgh 2001.

[14] Der Indikator ist definiert als Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (SVB) an den Einwohnern insgesamt.

[15] Beschäftigte mit niedriger Qualifikation verfügen höchstens über einen Volksschulabschluss; ihre Arbeitsplatzsicherheit ist in hohem Maße gefährdet. Beschäftigte mit hoher Qualifikation verfügen mindestens über einen Abschluss einer höheren Fachhochschule; sie haben eine vergleichsweise hohe Arbeitsplatzsicherheit. Vgl. dazu Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, a. a. O., S. 125.

[16] Diese Einschätzungen basieren auf Auswertungen einer schriftlichen Befragung der Netzwerke der ersten Förderwelle, die von der wissenschaftlichen Begleitung im Mai 2003 durchgeführt wurde. Erfasst wurden dabei 1 090 Netzwerkpartner in 40 Netzwerken, die sich zum Zeitpunkt der Befragung bereits in der Durchführungsphase befanden. Geantwortet haben 44,3 % der Netzwerkpartner.

[17] Die Profilierung der Netzwerke in beschäftigungsschwachen Regionen - Regionen mit geringer Beschäftigtendichte und einem geringen Anteil an Beschäftigten mit hoher Qualifikation - müsste insbesondere gering Qualifizierte ansprechen.

[18] Neben der Beschreibung der regionalen Kontexte wurden die Kennziffern Regionstyp und Arbeitslosigkeit auch einer Typologie der Netzwerke zugrunde gelegt, die einer gezielten Auswahl von Netzwerken diente, die in vertiefenden Fallstudien auf spezifische Aspekte untersucht werden.

[19] Anteil der registrierten Arbeitslosen an allen Erwerbspersonen.

[20] Dieses Ziel gehört zum Zielbündel des Programms Lernende Regionen und ist ein Ziel des Politikbereichs C) Förderung und Verbesserung der beruflichen und der allgemeinen Bildung sowie der Beratung im Rahmen einer Politik des lebensbegleitenden Lernens des Europäischen Sozialfonds. Aus diesem wird das Programm Lernende Regionen kofinanziert. Zum Themenkomplex "Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit" hat das DIW Berlin auf einem Workshop für die Lernenden Regionen im Juni 2003 den begrifflichen Rahmen diskutiert und eine Methode zur Abschätzung der Umsetzung dieses Teilziels vorgestellt und dokumentiert. Vortragsfolien sowie eine Kurzfassung: Kornelia Hagen: Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit - Arbeitsmarkt und Lernende Regionen. In: Inform - Das Netzwerk-Magazin für Lernende Regionen, Nr. 2/2003, S. 14.

[21] In vielen regional- und wirtschaftspolitischen Konzepten wird die Förderung peripherer Räume daher abgelehnt. Das Argument dafür ist, dass Fördermittel - um ihre Wirkung entfalten zu können - konzentriert werden sollten und die Konzentration der Mittel eine höhere Wirksamkeit erreicht und darüber auch von den Zentren in die Peripherien ausstrahlt.

[22] Ulf Matthiesen: "Brain Drain" made in Brandenburg. Kritische Thesen zur Lage und fünf Handlungsoptionen zu ihrer Lösung. In: IRS aktuell, Nr. 41, Oktober 2003, S. 7.

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