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| Wochenbericht des DIW Berlin 38/04 Starke Nachfrage nach elektronischen Konsum- und Industriegütern lässt Weltmärkte der Elektronikmetalle expandieren | |||
| Bearbeiter | Eberhard Wettig | ||
| Die Märkte der Elektronikmetalle [1] werden maßgeblich von der Nachfrage nach elektronischen Bauelementen aus der Investitions- und Konsumgüterindustrie beeinflusst. Der Weltmarkt für elektronische Bauelemente war in den Jahren 2001 und 2002 als Folge der Abschwächung des weltwirtschaftlichen Wachstums und der Nachfrage stark eingebrochen. Im vergangenen Jahr führten das wieder anziehende Wirtschaftswachstum sowie die unerwartet starke Nachfrage nach elektronischen Konsumgütern zu einer Zunahme auf dem Weltmarkt für elektronische Bauelemente um 12 % und auf dem für Halbleiter sogar um 18 %. Mit dieser Entwicklung kam es seit Mitte 2003 zu einem kräftig steigenden Verbrauch sowie erheblichen Preiserhöhungen auf den Märkten der Elektronikmetalle. Die jüngsten Absatzzahlen aus der Konsumelektronik lassen für das laufende Jahr einen neuen Umsatzrekord der weltweiten Elektronikindustrie und einen weiter steigenden Verbrauch wichtiger Elektronikmetalle erwarten. Die künftige Entwicklung auf diesem Markt wird von neuen elektronischen Produkten maßgeblich bestimmt; auch die Exporte Chinas werden hier eine wichtige Rolle spielen.
Die rasante Entwicklung der weltweiten Elektronikindustrie wurde durch spezielle Sondermetalle möglich, die - vielfach erst seit wenigen Jahrzehnten - in vergleichsweise geringen Mengen hochreiner Qualität eingesetzt werden. Meist ist die Elektronikindustrie das dominierende Einsatzgebiet dieser auch "Elektronikmetalle" genannten Metalle und Halbmetalle und bestimmt daher die Entwicklung auf den entsprechenden Weltmärkten. [2] | |||
| Aktuelle Entwicklungen auf den Weltmärkten für elektronische Bauelemente und in deren Einsatzgebieten |
Der Weltmarkt für elektronische Bauelemente erreichte im Jahre 2000 bei guter gesamtwirtschaftlicher Konjunktur und überdurchschnittlicher Nachfrage in allen Sparten einen Rekordumsatz von 360 Mrd. US-Dollar. [3] Die Umsatzschwerpunkte lagen in den Bereichen Halbleiter (Herstellung von Computerchips), Informations- und Kommunikationstechnik (z. B. Mobiltelefone, PCs); mit einigem Abstand folgten die Kfz- und Unterhaltungselektronik sowie Haushaltsgeräte. Im Jahre 2001 bewirkte die Verlangsamung des weltwirtschaftlichen Wachstums einen starken Nachfragerückgang insbesondere bei Halbleitern sowie Erzeugnissen der Informations- und Kommunikationstechnik, der zu einem Umsatzeinbruch auf nur noch 272 Mrd. US-Dollar führte (-24 %). Entsprechend ging der Absatz wichtiger elektronischer Erzeugnisse weltweit deutlich zurück (Tabelle 1). Bei schwacher Konjunktur in Westeuropa, Nordamerika und Japan blieb der Elektronikmarkt auch 2002 auf diesem niedrigen Niveau.
Erst die konjunkturelle Belebung in den USA, das kräftige Wirtschaftswachstum in Asien ab Mitte 2003 sowie Preissenkungen für elektronische Konsumgüter führten zu einem unerwartet kräftigen Absatz u. a. von Personalcomputern (2003: +11 %) und Mobiltelefonen (+20 %), aber auch von anderen elektronischen Erzeugnissen (Fernsehgeräte, DVD-Player, Digitalkameras, Camcorder usw.). Entsprechend nahm der weltweite Umsatz an elektronischen Bauelementen im Jahre 2003 um 12 % auf 305 Mrd. US-Dollar zu; dieser Zuwachs wurde im Wesentlichen von den integrierten Schaltungen und Halbleitern getragen, deren Umsatz um 18 % auf 166 Mrd. US-Dollar expandierte. Die Nachfrage stieg auch in den ersten beiden Quartalen 2004 weiter - nach Personalcomputern | ||
| Die Weltmärkte ausgewählter Elektronikmetalle |
Zur Herstellung elektronischer Bauelemente und Geräte (integrierte Schaltungen, Displays, Bildröhren, Transistoren, Kondensatoren, Widerstände, Schalter, Laser, Solarzellen, Faseroptiken, Infrarotgeräte usw.) werden heute verschiedene Metalle und Halbmetalle verwendet, die teilweise erst seit wenigen Jahrzehnten industriell genutzt werden. Besonders bedeutsam sind Cadmium, Gallium, Germanium, Indium, Silizium und Tantal. Sie werden vornehmlich in der Elektronik verwendet (Tabelle 3). Verglichen mit den Bunt- und den Legierungsmetallen ist das jährliche Weltmarktvolumen der Elektronikmetalle erheblich kleiner; teilweise liegt es sogar unter 100 Tonnen (Abbildung). Durch immer reinere Metallqualitäten konnte die Leistungsfähigkeit der elektronischen Bauteile bei gleichzeitiger Verkleinerung laufend gesteigert werden, so dass heute in der Elektronikindustrie nur sehr geringe spezifische Mengen dieser Metalle verbraucht werden. Außer Silizium und Tantal fallen alle betrachteten Elektronikmetalle als untergeordnete Beiprodukte bei der Gewinnung von Buntmetallen an. Die Weltmärkte für Standardqualitäten sind daher vielfach durch ein Überangebot und zum Teil sogar durch fallende Preise gekennzeichnet. Die Herstellung der hochreinen Metalle und Oxide [5] für die Elektronikindustrie ist aufwendig und erfordert ein spezielles Know-how. Diese Teilmärkte, die von nur wenigen Produzenten beliefert werden, sind durch wesentlich höhere Preise und geringe Markttransparenz hinsichtlich Produktion, Verbrauch und Preisen gekennzeichnet. Gleichzeitig konzentriert sich die Produktion auf nur wenige Länder. Tabelle 4 zeigt dies am Beispiel der US-Importe für das Jahr 2002. | ||
| Cadmium |
Cadmium wird seit Mitte des 19. Jahrhunderts zur Farbherstellung verwendet; im 20. Jahrhundert kamen insbesondere die Einsatzgebiete Korrosionsschutz für Stahl und Nickel-Cadmium-Akkumulatoren hinzu. Nachdem der Einsatz zur Farbherstellung und zum Korrosionsschutz wegen der Toxizität des Metalls erheblich geschrumpft ist, wird die Nachfrage heute weitgehend von der Akkumulatorenindustrie bestimmt. Cadmium wird als Beiprodukt bei der Verhüttung von Zinkerzen gewonnen; hinzu kommt ein steigendes Angebot aus dem Recycling von Akkumulatorenschrott. Die Weltproduktion, die von 2000 bis 2003 von gut 19 000 t auf knapp 17 000 t fiel, konzentriert sich immer mehr auf China, Japan, Südkorea, Kanada und Mexiko (Tabelle 5). Durch die aus toxikologischen Gründen verfügte Einschränkung des Verbrauchs für Farbpigmente, Korrosionsschutz und Stabilisatoren sind NiCd-Akkumulatoren weltweit mit 79 % dominierendes Einsatzgebiet geworden. [6] In der EU werden etwa 80 % von ihnen als Kleinzellen in schnurlosen Elektrowerkzeugen (40 %), Telefonen, Haushaltsgeräten, Notbeleuchtungen, Spielwaren usw. eingesetzt; die restlichen 20 % entfallen auf große Industrieakkumulatoren für Schienenfahrzeuge, die Luft- und Raumfahrt, Elektrofahrzeuge, Notstrom- sowie Telekommunikationsanlagen. Die zunehmende Konzentration der Kleinzellenproduktion in China und Japan war die Ursache für die regionale Veränderung des weltweiten Cadmiumverbrauchs. Seit 2001 ist China der größte Cadmiumverbraucher, gefolgt von Japan und Belgien. Während die EU eine Verringerung des Cadmiumverbrauchs in elektrischen und elektronischen Geräten anstrebt, wird der Weltmarkt für NiCd-Akkumulatoren insbesondere in Asien weiter wachsen, da konkurrierende Systeme (Nickel-Metallhydrid/NiMH und Lithium-Ion/Li-ion) nur in Teilbereichen ökonomische Alternativen sind. Darüber hinaus zeichnen sich für Cadmiumsulfid (CdS) und Cadmiumtellurid (CdTe), die schon heute für elektrische und elektronische Geräte verwendet werden, vielversprechende Marktchancen in der Photovoltaik ab (z. B. Stromerzeugung und -speicherung in abgelegenen Gebieten). Bis zum Ende der 90er Jahre war der Cadmium-Weltmarkt durch ein Überangebot, Verbrauchseinschränkungen in den westlichen Ländern und fallende Preise gekennzeichnet. Im Jahre 2002 führten aber Produktionskürzungen in Europa und den USA sowie das anhaltend starke Verbrauchswachstum vor allem in China zu Angebotsdefiziten und einer Erhöhung des Preises für Cd 99,99 % von durchschnittlich 37 US-Cent/lb im Sommer auf 78 US-Cent/lb bis Oktober 2003. Danach sank er wieder und bewegte sich bis zum Sommer dieses Jahres meist um 65 US-Cent/lb. Ein verstärktes Sekundäraufkommen aus Altakkumulatoren hat bisher Angebotsengpässe vermieden. | ||
| Gallium |
Das seit 1947 genutzte Halbleitermetall ist ein Nebenprodukt der Aluminium- und der Zinkproduktion. Die Weltproduktion von raffiniertem Metall stieg nach US-Angaben nur im Jahre 2000 über 100 t; [7] japanische Bedarfsstatistiken hingegen lassen auf ein doppelt so hohes Volumen schließen. Mit Abstand wichtigstes Verbraucherland ist Japan vor den USA und Westeuropa. Vom Verbrauch der USA - über 95 % in Form von Galliumarsenid (GaAs) - entfielen im Jahre 2003 rund 49 % auf integrierte Schaltkreise, 42 % auf optoelektronische Bauteile (LEDs, Laserdioden, Photodetektoren, Solarzellen) sowie 9 % auf Forschung und Entwicklung, Speziallegierungen usw.
Gegen Ende der 90er Jahre war die Nachfrage nach Gallium - insbesondere aus den Einsatzgebieten Mobiltelefone und LEDs - weltweit kräftig gestiegen, so dass Produktionsausweitungen bei Gallium sowie bei GaAs-Wafern [8] mit dem Übergang von 4- auf 6-inch-Wafer vorgenommen wurden. Neue Einsatzgebiete kamen mit der Markteinführung blauer und dann weißer Laserdioden und LEDs auf GaN-Basis hinzu. Bis zum dritten Quartal 2000 stiegen die Preise für 7-Neuner-Material nur mäßig auf 500 bis 600 US-Dollar/kg. Gravierende Versorgungsengpässe ließen danach die Spotpreise auf | ||
| Germanium |
Das seit 1950 industriell genutzte Germanium war der erste Halbleiter für die Transistorherstellung. Nach der Substitution in diesem Einsatzgebiet durch Silizium liegen die Einsatzschwerpunkte heute in Katalysatoren für die PET-Herstellung, in Infrarotoptiken, Lichtleiterfasern und in der Elektro- bzw. Solartechnik. Germanium wird aus sulfidischen Zink- und Blei-Zink-Kupfererzen, aus Kohleaschen sowie aus Verarbeitungsrückständen gewonnen. Das weltweite Angebot aus Primär- und Sekundärproduktion sowie aus Lagerbeständen (z. B. U.S.-Stockpile) erreichte im Jahre 2001 rund 110 t, fiel seitdem aber auf 80 t. Bedeutende Produzenten sind die USA und die VR China. Weltangebot und -verbrauch waren in den vergangenen Jahren weitgehend ausgeglichen. Der US-Verbrauch wird auf jährlich 28 t - ein Viertel des Weltverbrauchs - geschätzt. Nach deutlichem Verbrauchseinbruch bei den Lichtleiterfasern wird für den Weltverbrauch im Jahre 2003 folgende Einsatzstruktur geschätzt: PET-Katalysatoren 35 %, Infrarotoptiken 25 %, Faseroptiken 20 %, elektronische und Solartechnik 12 %, Sonstiges 8 %. Der US-Produzentenpreis für zonenraffiniertes Germanium verfiel unter dem Druck billigerer Importe von 1 700 US-Dollar/kg (Ende 1998) über 890 US-Dollar/kg (Ende 2001) bis auf 470 US-Dollar/kg (Ende 2003). Neben anhaltend schwacher Nachfrage aus der Faseroptik war dies insbesondere durch das weltweite Überangebot bedingt. Seit Juni dieses Jahres ziehen Verbrauch und Preise aber deutlich an. [11] Inzwischen entstehen auch neue Einsatzgebiete in der Mikroelektronik mit Chips auf der Basis von Silizium-Germanium und Germanium-Antimon-Tellur, die eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit bei niedrigem Energieverbrauch ermöglichen. | ||
| Indium |
Indium, etwa seit 1930 industriell verwendet, hat neben den traditionellen Anwendungsgebieten (Oberflächenschutz bei Gleitlagern und niedrigschmelzende Legierungen) überragende Bedeutung in der Elektronik erlangt. Rund die Hälfte des Weltverbrauchs entfällt heute auf Beschichtungen von Indium-Zinnoxid (ITO) auf Kathodenstrahlröhren und Flüssigkristalldisplays (LCD). [12] Das Metall ist ein Beiprodukt insbesondere bei der Verhüttung von Zinkerzen in der VR China, in Japan, Kanada, Frankreich und Belgien.
Die jährliche weltweite Primärproduktion fiel von 340 t im Zeitraum 2000 bis 2002 auf knapp unter 300 t im Jahre 2003. [13] Mit rund Der Jahresdurchschnittspreis für In 99,97 % fiel in den USA wegen Überproduktion und billiger Importe - insbesondere aus China - von 300 US-Dollar/kg (1998 und 1999) auf knapp 100 US-Dollar/kg (2002). Produktionskürzungen in China und Frankreich und der weltweite Nachfrageboom nach Fernsehgeräten, PC-Monitoren und Mobiltelefonen mit LCD-Displays führten aber im Jahre 2003 zu einem dramatischen Preisanstieg. Auf einen US-Durchschnittspreis von 175 US-Dollar/kg für 2003 folgten zum Jahresende bereits Verkäufe zum Preis von mehr als 330 US-Dollar/kg und seit März 2004 sogar von über 600 US-Dollar/kg. Trotz des verstärkten Recyclings dürfte die für 2004 erwartete Steigerung der weltweiten LCD-Produktion (binnen Jahresfrist von 5 auf 12 Mill. Stück) zu einem anhaltend hohen Preisniveau führen. | ||
| Silizium |
Silizium-Metall wird überwiegend in der Aluminium- und in der chemischen Industrie verwendet, doch dienen knapp 5 % in hochreiner Qualität wegen der Halbleitereigenschaften [14] als unverzichtbarer Rohstoff für die moderne Elektronik und die Produktion von Solarzellen. Aus der hochreinen Metallschmelze werden bis zwei Meter lange und 30 cm (12 Zoll) dicke Stäbe gezogen und daraus etwa 0,5 mm dünne Scheiben gesägt. Diese "Wafer" mit unterschiedlicher Kristallorientierung, Dotierung und Oberflächenbeschaffenheit sind die Basis für die Herstellung von Halbleiterbauelementen und damit fast aller elektronischen Erzeugnisse sowie von Solarzellen. Tabelle 6 zeigt die Marktentwicklung von Elektronikmetall seit dem Jahr 2000 am Beispiel der weltweiten Wafer-Ablieferungen. Nach dem starken Einbruch im Jahre 2001 wird das zuvor erreichte Marktvolumen erst im laufenden Jahr wieder übertroffen werden. Die Weltproduktion von Silizium-Wafern stammt insbesondere aus den USA, Südostasien (Japan, China, Taiwan) und Westeuropa (u. a. Deutschland, Frankreich, Großbritannien), aber auch aus Osteuropa. Wegen der großen Zahl von Chip- sowie Solarzellenherstellern sind die Verbraucherländer von Silizium-Wafern deutlich weiter gestreut. Für Siliziummetall (alle Qualitäten) berechnet der U.S. Geological Survey aus den Importpreisen der Händler einen jährlichen Durchschnittspreis. [15] Während er 1998 noch 70,50 US-Cent/lb betrug, fiel er mit dem konjunkturellen Einbruch im Jahre 2001 auf nur noch 50,50 US-Cent/lb. Die danach zunehmende Nachfrage insbesondere aus der Aluminium- und der chemischen Industrie führte zu einer moderaten Aufwärtsentwicklung, bis 2003 auf 61 US-Cent/lb. Der US-Freimarktpreis, der Ende 2003 nahezu 64 US-Cent/lb erreicht hatte, ist bis Anfang August 2004 sogar auf 88 bis 90 US-Cent/lb emporgeschnellt. [16] Hochreine Siliziumqualitäten sind deutlich teurer. Nach Händlerangaben kosten technische Qualitäten (99+ % Si) weniger als 20 US-Cent/lb, während für Metallpulver hoher Reinheit (99,99 % Si) etwa 80 bis 100 US-Cent/lb und für ultrahochreine Qualitäten (99,999 % Si) etwa 110 bis 135 US-Cent/lb verlangt werden. [17] | ||
| Tantal |
Mit einem Weltverbrauch von jährlich mehr als 1 500 t ist Tantal auch vom Volumen her ebenfalls ein wichtiges Elektronikmetall. Seine industrielle Verwendung begann in den 40er Jahren als Anoden- und Kathodenmaterial in Kondensatoren; dies ist weltweit auch heute noch mit rund der Hälfte das bedeutendste Einsatzgebiet vor Walzerzeugnissen (ohne Kondensatordrähte 11 %), Chemikalien, Carbiden und metallurgischen Pulvern/Rohmetall/Schrott (jeweils 10 %) sowie Metallblöcken (9 %). [18] Die Primärproduktion stammt vor allem aus dem Tantal- und Niob-Tantalerzbergbau in Australien, Brasilien, Kanada und Zentralafrika. Sie stieg im Jahre 2002 auf die Rekordhöhe von 1 540 t, blieb 2003 aber mit 1 230 t darunter. Ein zusätzliches Angebot kommt aus der Verwertung alter und neuer Zinnschlacken sowie aus Alt- und Abfallmaterial. Die weltweit abgelieferten Tantalerzeugnisse blieben auch im Jahre 2003 mit 1 510 t Ta-Inhalt deutlich unter dem Volumen vom Jahr 2000 (2 235 t). Die USA sind mit jährlich 500 bis 600 t der führende Tantalverbraucher, gefolgt von Japan mit gut 370 t. Mehr als 60 % des US-Verbrauchs entfallen auf elektronische Bauteile für eine breite Palette von industriellen Produkten und Konsumerzeugnissen. In Japan wurden im Jahre 2003 rund 372 t Tantal verbraucht (180 t Pulver, 91 t Verbindungen und 101 t Erzeugnisse). [19] Gegenüber dem Vorjahr blieb der Pulververbrauch unverändert, nachdem er im Jahr zuvor noch um mehr als 50 % zugenommen hatte, als die Kondensatorhersteller steigende Mengen höherwertiger Qualitäten kauften und ihren Lagerabbau beendeten. Die japanische Produktion von Tantalkondensatoren betrug im Jahre 2002 rund 4,72 Mrd. Stück (2001: 4,86 Mrd. Stück), von denen 45 % (2001: 36 %) exportiert wurden. Weltweit wurden im Jahre 2003 rund 19,4 Mrd. Tantalkondensatoren produziert. [20] Der Tantalpreis für Erzkonzentrate - umgerechnet aus US-Angaben für Tantalpentoxid - lag 1998 und 1999 bei 92 US-Dollar/kg. Ende 2000 aber führte eine starke Nachfrage, der ein nur knappes Angebot gegenüberstand, zu einer Preisexplosion auf gut 590 US-Dollar/kg. Eine erhebliche Angebotsausweitung und die sinkende Nachfrage ließen danach den Preis deutlich fallen, bis Ende 2003 auf 74 US-Dollar/kg. Bei hohen Lagerbeständen und mäßiger Nachfrage wurde im Sommer 2004 ein Preis von 70 US-Dollar/kg unterschritten. [21] | ||
| Ausblick |
Die in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres einsetzende Belebung der Weltwirtschaft war von einem unerwartet kräftigen Aufschwung auf dem Halbleiter-Weltmarkt begleitet, der auch im ersten Halbjahr 2004 anhielt und für das gesamte Jahr sogar ein Rekordergebnis wie zuletzt im Jahre 2000 erwarten lässt. [22] Ursächlich hierfür ist die anhaltend stürmische Nachfrage nach elektronischen Konsumerzeugnissen (Mobiltelefone, Digitalkameras, Computer usw.), vor allem als Neubedarf in den Schwellenländern Asiens. In Europa und den USA tragen Ersatzbeschaffungen die Nachfrage, aber auch die einsetzende Verbreitung von digitalem Fernsehen (Mobilfunk-Standard der dritten Generation, z. B. UMTS) mit Multimedia-Mobiltelefonen, DVD-Playern, Plasma- und LCD-Bildschirmen usw. Wichtige Nachfragesektoren sind ferner die Kfz- und die Industrieelektronik. Trotz der schwachen Fahrzeugnachfrage in Europa und den USA führt die zunehmende Elektronikausstattung zu steigender Nachfrage nach Halbleiterbauelementen. Darüber hinaus profitiert der Verbrauch von Elektronikmetallen auch vom weltweit wachsenden Photovoltaikmarkt. Diese günstigen Marktperspektiven wurden bisher von den positiven Aussichten gestützt, die auch für 2005 von einem weltwirtschaftlichen Wachstum von gut 3 % ausgehen. [23] Sofern als Folge der gestiegenen Ölpreise und der anhaltenden Terroranschläge keine Einbrüche in der Weltwirtschaft eintreten, ist ein Anhalten der guten Halbleiterkonjunktur - wenn auch unter Abschwächung - bis in das nächste Jahr wahrscheinlich. Ob es danach zu einem zyklischen Abschwung kommt und wie stark dieser sein wird, hängt maßgeblich von der Entwicklung und Akzeptanz neuer elektronischer Erzeugnisse ab.
Die jüngsten Angebotsverknappungen und Preiserhöhungen insbesondere bei Indium, Germanium und Cadmium haben die hohe Bedeutung Chinas sowohl bei der Marktversorgung als auch bei der Nachfrage sichtbar gemacht. Eine Abschwächung der Nachfrage aus China ist derzeit nicht erkennbar. Die künftige Versorgungslage und die Preisentwicklungen auf den Weltmärkten der Elektronikmetalle werden auch bei einer Ausweitung von Primärproduktion und Recycling in westlichen Ländern maßgeblich davon bestimmt werden, wie stark Chinas Exporte von der Umstrukturierung seiner Buntmetallindustrie und von seiner Exportpolitik beeinträchtigt werden.
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