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| Wochenbericht des DIW Berlin 39/04 Sektoraler Auslandsabsatz reagiert unterschiedlich auf Wechselkursveränderungen | |||
| Bearbeiter | Dorothea Lucke | ||
| Die deutsche Wirtschaft wickelt gut 40 % ihres internationalen Warenhandels innerhalb des Euroraums ab. Dennoch ist sie von Veränderungen der Währungsrelationen betroffen, weil die Verflechtung der Weltwirtschaft noch immer zunimmt und Wechselkursveränderungen des Euro auch den Wettbewerb im EU-Binnenmarkt prägen. Doch gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen. Insbesondere im Fahrzeugbau, in der Bekleidungsindustrie und im Holzgewerbe hat die preisliche Wettbewerbsfähigkeit einen maßgeblichen Einfluss. Produzieren die Unternehmen wie im Fahrzeugbau weltweit, kompensieren sich Umsatzverluste und -gewinne infolge von Veränderungen der Währungsrelationen zumindest teilweise. Mittelständische Unternehmen, die nicht weltweit vertreten sind - von ihnen ist der deutsche Maschinenbau geprägt -, können den Folgen von Wechselkursveränderungen dagegen nur durch weitere Spezialisierung entgegenwirken.
Das verarbeitende Gewerbe in Deutschland ist bei einer Exportquote von fast 40 % des Umsatzes in hohem Maße vom Export geprägt; er ist wegen der Schwäche der Binnennachfrage ein wichtiger Einflussfaktor für die wirtschaftliche Belebung in Deutschland. Dies erklärt die Besorgnis, die durch die kräftige Aufwertung des Euro im vergangenen Jahr hervorgerufen wurde, und die Hoffnungen, die in diesem Jahr auf den Aufschwung im Ausland gesetzt werden. Die Exportquoten unterscheiden sich allerdings nach den Branchen des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland erheblich und reichen von Wegen dieser großen Bandbreite ist der Einfluss der Wechselkurse und der Auslandskonjunktur für die Entwicklung der einzelnen Branchen verschieden groß. Kurzfristig können die Unternehmen auf eine Änderung der Währungsrelationen zwar mit Preisanpassungen reagieren und nehmen damit Variationen in den Stückgewinnen zugunsten relativ konstanter Verkaufsmengen hin. Längerfristig sind sie aber nicht zuletzt aus Rentabilitätsgründen gezwungen, die im Zuge einer Aufwertung vorgenommenen Preissenkungen zumindest teilweise zurückzunehmen, so dass sich erst dann die Mengenreaktion der Auslandsnachfrage auf die veränderten Währungsrelationen vollständig einstellt. [1] Hier werden nur die langfristigen Abhängigkeiten betrachtet. Der Auslandsumsatz ist die zentrale Größe zur Messung der mengenmäßigen Nachfrage aus dem Ausland nach in Deutschland hergestellten Industriegütern. [2] Der Einfluss von Wechselkursbewegungen wird am "Indikator der preislichen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft" gemessen, den die Deutsche Bundesbank seit der Einführung des Euro regelmäßig veröffentlicht. In diesem Indikator werden die Währungen von 49 Handelspartnerländern mit ihrem Anteil am deutschen Außenhandel gewichtet, und die nominalen Währungsrelationen werden um die Unterschiede bei der Verbraucherpreisentwicklung zwischen Deutschland und diesen Ländern korrigiert. [3] Als Indikator der wirtschaftlichen Entwicklung im Ausland wird hier das reale Bruttoinlandsprodukt der OECD-Länder verwendet. Damit werden Länder, die nicht der OECD angehören, z. B. China, vernachlässigt. Deren Volkswirtschaften wachsen noch von einem niedrigen Niveau aus, aber zum Teil sehr kräftig. Mit dem hier gewählten Indikator wird die weltwirtschaftliche Dynamik daher etwas unterschätzt. [4] | |||
| Auslandsnachfrage nach deutschen Industriegütern |
Die hier durchgeführten Berechnungen (zur Methode vgl. Kasten) zeigen, dass die langfristige Elastizität des Auslandsumsatzes bezüglich des Indikators der preislichen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft für das verarbeitende Gewerbe insgesamt -0,9 (Tabelle 2) beträgt. Bei einer einprozentigen realen Verbesserung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit steigt also das Volumen der deutschen Auslandsumsätze fast im gleichen Ausmaß. [5] Größer allerdings ist der Einfluss der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Ausland. Ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts der OECD-Länder um 1 % führt zu einem Anstieg des Volumens der Auslandsumsätze des verarbeitenden Gewerbes um 1,8 %. Dieser hohe Wert ist teilweise darauf zurückzuführen, dass sich die Wirtschaft im OECD-Raum seit einigen Jahren langsamer entwickelt als in der Welt insgesamt. Er drückt aber auch die Zunahme der internationalen Verflechtung und der Spezialisierung aus, die dazu führt, dass sich der Warenhandel typischerweise dynamischer entwickelt als die gesamtwirtschaftliche Leistung (Abbildung 1). | ||
| Branchen- spezifische Auslandsnachfrage |
Für die in Deutschland produzierenden Unternehmen stellt sich die Frage, ob sich die ausländische Nachfrage nach ihren Produkten ähnlich verhält wie die nach Gütern des verarbeitenden Gewerbes insgesamt. In Tabelle 2 sind die Ergebnisse der Berechnungen über die Abhängigkeiten des Auslandsumsatzes des verarbeitenden Gewerbes insgesamt und der einzelnen Wirtschaftszweige (Zweisteller der WZ 2003) von der preislichen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Ausland vollständig dokumentiert. Die Herstellung von Kraftwagen und -teilen (im Folgenden Kraftwagenbau) weist mit 58,4 % die höchste Exportquote im verarbeitenden Gewerbe auf. Gleichzeitig ist sie die umsatzstärkste Branche des verarbeitenden Gewerbes. Die Elastizität des Auslandsumsatzes bezüglich einer Veränderung des Indikators der preislichen Wettbewerbsfähigkeit beträgt im Kraftwagenbau -1,4 (Abbildung 2). Die ausländische Nachfrage nach in Deutschland hergestellten Kraftwagen reagiert folglich erheblich elastischer auf Änderungen der Währungsrelationen als die nach deutschen Gütern insgesamt. Dieses Ergebnis deckt sich mit früheren Berechnungen des DIW Berlin. [6] Es beruht nicht zuletzt darauf, dass bei Kraftfahrzeugen Preis-Leistungs-Vergleiche relativ leicht möglich sind. Deshalb spielt der Preis bei der Kaufentscheidung eine vergleichsweise große Rolle. Die hohe Elastizität des Auslandsumsatzes bezüglich des Bruttoinlandsprodukts der OECD-Länder drückt aus, dass sich die Nachfrage nach in Deutschland hergestellten Kraftwagen und -teilen im Vergleich zur Nachfrage nach Gütern des verarbeitenden Gewerbes im Beobachtungszeitraum insgesamt überdurchschnittlich entwickelt hat. [7] Zum einen ist dafür die starke Nachfrage von Ländern außerhalb der OECD maßgebend. So haben sich die Exporte der Branche nach China von 1991 bis 2001 mehr als verachtfacht. Zum anderen hat sich der Welthandel mit kompletten Fahrzeugen, vor allem aber auch mit Fahrzeugteilen und -zubehör intensiviert. Er ist von 1991 bis 2001 um 85 % gestiegen (Abbildungen 3 und 4). Die Automobilindustrie hat zunehmend die Produktion von Vorleistungen ausgegliedert und dabei nicht nur die nationale, sondern auch die internationale Arbeitsteilung erhöht. [8] Mit 54,5 % weist die Medientechnik die zweitgrößte Quote des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz auf; beim Umsatz insgesamt steht sie im verarbeitenden Gewerbe an siebter Stelle. Ihre Auslandsumsätze hatten in den 90er Jahren ein sehr starkes Wachstum zu verzeichnen, sind in den Jahren 2000 und 2001 erheblich geschrumpft und beginnen sich nun langsam wieder zu erholen. Sie zeigen weder zum Bruttoinlandsprodukt der OECD-Länder noch zum Indikator der preislichen Wettbewerbsfähigkeit eine gleichgewichtige Beziehung. Die für die Dynamik der Branche bedeutsamen Bereiche - die Herstellung von elektronischen Bauelementen und die Herstellung von datentechnischen Geräten und Einrichtungen, wozu u. a. die Produktion von Handys gehört - waren im vergangenen Jahrzehnt vom weltweiten IT-Boom und der darauf folgenden starken Rezession geprägt; in beiden Fällen wurde die gesamtwirtschaftliche Dynamik weit übertroffen. Außerdem war die Medientechnik im betrachteten Zeitraum weltweit durch stark sinkende Preise gekennzeichnet. Deshalb ist der Zusammenhang zwischen dem branchenspezifischen und dem gesamtwirtschaftlichen Indikator der preislichen Wettbewerbsfähigkeit vermutlich nur schwach, und die Auslandsumsätze stehen mit Letzterem nicht in einer gleichgewichtigen Beziehung. Mit Exportquoten von knapp über 50 % sind auch die chemische Industrie und der Maschinenbau stark vom Ausland abhängig. In der chemischen Industrie ergibt die Schätzung der Beziehung zwischen Auslandsumsatz und dem Indikator der preislichen Wettbewerbsfähigkeit einen Wert von nur -0,3 [9] (Abbildung 5). Bei der chemischen Industrie als einer rohstoffintensiven Industrie führen Wechselkursschwankungen zu entgegengesetzten Reaktionen auf der Input- und der Outputseite. Eine Aufwertung des Euro verteuert zwar - für sich genommen - die deutschen Produkte in US-Dollar, die zumeist in US-Dollar gehandelten Rohstoffe, die am Produktpreis einen maßgeblichen Anteil haben, werden für die deutschen Produzenten jedoch billiger. Die Anbieter können folglich ihre Exportpreise senken, um dem währungsbedingten Nachfragerückgang entgegenzuwirken, ohne Gewinneinbußen zu erleiden. Die Abhängigkeit des Auslandsumsatzes von Veränderungen der Währungsrelationen entspricht im Maschinenbau etwa der des verarbeitenden Gewerbes insgesamt. Steigt der Indikator der preislichen Wettbewerbsfähigkeit um 1 %, geht im langfristigen Mittel das Volumen des Auslandsumsatzes im Maschinenbau fast um 1 % zurück (Abbildung 6). Dahinter stehen allerdings sehr unterschiedliche Elastizitäten der verschiedenen Teilbranchen des Maschinenbaus. Der deutsche Maschinenbau hat insgesamt, vor allem im Außenhandel, seinen Schwerpunkt in der Herstellung von Maschinen für bestimmte Wirtschaftszweige, z. B. Baumaschinen, Maschinen für die Textil- und Bekleidungsindustrie oder das Ernährungsgewerbe. Bei diesen Maschinen handelt es sich vielfach um Sonderfertigungen, die die spezifischen Bedürfnisse der Kunden berücksichtigen. Der Preis spielt dann als Wettbewerbskomponente eine geringere Rolle, und Preis-Leistungs-Vergleiche sind schwieriger. In dieser Teilbranche des Maschinenbaus ist folglich kein langfristiger Gleichgewichtszusammenhang zwischen dem Auslandsumsatz und dem Indikator der preislichen Wettbewerbsfähigkeit nachweisbar. Anders verhält es sich bei einer kleineren Teilbranche des Maschinenbaus, dem Werkzeugmaschinenbau. Werkzeugmaschinen sind relativ homogene Produkte, bei denen der Preis eine entscheidende Rolle im Wettbewerb spielt. In dieser Teilbranche errechnet sich eine langfristige Elastizität des Auslandsumsatzes bezüglich des Indikators der preislichen Wettbewerbsfähigkeit von -1,4. Die Elastizität der Auslandsumsätze des Maschinenbaus bezüglich des Bruttoinlandsprodukts der OECD-Länder beträgt nur 0,8. Dies bedeutet, dass der in Deutschland produzierende Maschinenbau an der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Ausland nur unterdurchschnittlich teilhat. Der Handel mit Maschinen hat seit 1996 mit der Entwicklung des Welthandels des verarbeitenden Gewerbes insgesamt nicht Schritt gehalten (Abbildung 7). [10] In Deutschland kommt hinzu, dass die mittelständische Struktur des deutschen Maschinenbaus und die Spezialisierung auf Spezialmaschinen mit sich bringen, dass die intraindustrielle Arbeitsteilung an ausländischen Standorten im Maschinenbau langsamer vorangeht als z. B. im Kraftwagenbau. Die Auslandsumsätze der Elektrotechnik [11] weisen keinen gleichgewichtigen Zusammenhang zum Indikator der preislichen Wettbewerbsfähigkeit auf. Sie entwickeln sich im Gleichgewicht mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Ausland. Steigt das reale Bruttoinlandsprodukt der OECD-Länder um 1 %, nimmt das Volumen der Auslandsumsätze dieser Branche um etwa 2 % zu. Beim Bekleidungs- und Textilgewerbe zeigt die Auslandsnachfrage keinen positiven Zusammenhang zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Ausland. Die Auslandsnachfrage nach in Deutschland hergestellter Bekleidung geht ständig zurück, und die nach Textilien stagniert. Da die Umsätze dieser beiden Branchen im Inland jedoch noch viel stärker rückläufig sind, ist die Exportquote im Beobachtungszeitraum in beiden Branchen kräftig gestiegen (Bekleidungsgewerbe 1991: 22 %, 2003: 31,9 %; Textilgewerbe 1991: 26 %, 2003: 37,8 %). Diese Veränderungen sind Ausdruck der Spezialisierung, die im internationalen Handel mit Bekleidung und Textilien stattgefunden hat. Deutschland weist beispielsweise im Handel mit Bekleidung gegenüber Japan einen starken komparativen Vorteil auf - hier wird hochwertige Bekleidung ausgeführt -, während es gegenüber China einen hohen komparativen Nachteil hat. [12] Aus China wird in großen Mengen preisgünstige Bekleidung eingeführt. Das Volumen der deutschen Auslandsumsätze mit Bekleidung weist mit -2,0 eine überdurchschnittliche Elastizität bezüglich des Indikators der preislichen Wettbewerbsfähigkeit auf. [13] Da 57 % der deutschen Bekleidungsexporte in Länder der Europäischen Währungsunion gehen, zeigt die hohe Preiselastizität der Nachfrage, wie stark auch innerhalb der Währungsunion und trotz der schon vorhandenen Spezialisierung der Preiswettbewerb durch Anbieter außerhalb des europäischen Währungsraums ist. Die Abhängigkeit der Textilindustrie von Veränderungen der Währungsrelationen liegt mit -1,1 nur geringfügig über dem Durchschnitt des verarbeitenden Gewerbes. Hier scheint die Spezialisierung der deutschen Textilindustrie auf Hightech-Textilien den Preiswettbewerb zu mindern. Auch im Holz- und Papiergewerbe sind die Exportquoten seit 1991 stark gestiegen. Während die Quote im Holzgewerbe 1991 nur knapp 11 % betrug, liegt sie nun bei gut 21 %. Im Papiergewerbe betrug sie 1991 noch 26 %, heute liegt sie mit 36,7 % nur wenig unter der des verarbeitenden Gewerbes. Zwar trägt auch in diesen beiden Branchen die schwache Entwicklung der Inlandsnachfrage zur Steigerung der Exportquoten bei, aber anders als in der Bekleidungs- und Textilindustrie weisen im Holz- und Papiergewerbe die Auslandsumsätze einen positiven Trend auf. Im Holzgewerbe zeigen die Auslandsumsätze darüber hinaus eine langfristige Gleichgewichtsbeziehung zum Indikator der preislichen Wettbewerbsfähigkeit mit einer Elastizität von -1,8. Im Papiergewerbe liegt auch eine gleichgewichtige Beziehung zum Indikator der preislichen Wettbewerbsfähigkeit vor, die Elastizität ist allerdings mit -0,3 sehr niedrig. | ||
| Fazit |
Die Schätzungen zeigen, dass die Branchen ganz unterschiedlich von Veränderungen der Wechselkurse getroffen werden. Während in einigen Branchen der Indikator der preislichen Wettbewerbsfähigkeit langfristig wenig Einfluss auf das Umsatzvolumen hat, ist sein Einfluss im Fahrzeugbau, in der Bekleidungsindustrie und im Holzgewerbe sehr stark. Für den Standort Deutschland kann eine anhaltende Veränderung der Währungsrelationen also Strukturveränderungen innerhalb der Industrie nach sich ziehen. Die Position der deutschen Unternehmen auf den Auslandsmärkten muss aber nicht unbedingt davon betroffen sein. Produzieren die Unternehmen wie im Fahrzeugbau weltweit, kompensieren sich Umsatzverluste und -gewinne infolge von Veränderungen der Währungsrelationen zumindest teilweise. Mittelständische Unternehmen, die nicht weltweit vertreten sind - von ihnen ist der deutsche Maschinenbau geprägt -, können den Folgen von Wechselkursveränderungen dagegen nur durch weitere Spezialisierung entgegenwirken. | ||
| Kasten Schätzverfahren |
Bei der Schätzung von Zusammenhängen zwischen Zeitreihen muss zunächst festgestellt werden, ob die Zeitreihen stationär oder instationär sind. Instationarität liegt dann vor, wenn eine Zeitreihe keinen festen (zeitunabhängigen) Mittelwert oder keine feste Varianz hat. ADF-Tests zeigen, dass der Indikator der preislichen Wettbewerbsfähigkeit, das reale Bruttoinlandsprodukt der OECD-Länder, aber auch fast alle Zeitreihen des Umsatzvolumens im Beobachtungszeitraum instationär sind. Die Beziehung zwischen instationären Variablen kann mit einer statischen Regression geschätzt werden, wenn die Variablen kointegriert sind, d. h. ein langfristiger Gleichgewichtszusammenhang zwischen ihnen besteht. Auf Kointegration wird getestet, indem das Residuum der statischen Regression mit dem ADF-Test und den kritischen Werten von McKinnon [1991] auf Stationarität hin getestet wird. Ist es stationär, sind die aufeinander regressierten Variablen kointegriert, und die Koeffizienten der statischen Regression geben den langfristigen Gleichgewichtszusammenhang zwischen den Variablen an. Da die Schätzgleichung in Logarithmen geschrieben ist, können die geschätzten Koeffizienten als Elastizitäten interpretiert werden. In einigen wenigen Branchen weist das Volumen des Auslandsumsatzes eine stationäre Entwicklung auf. Auf diese Reihen lässt sich das Konzept der gleichgewichtigen Langfristbeziehung zwischen instationären Variablen nicht anwenden. Ihr Verlauf kann deshalb in diesem Rahmen nicht erklärt werden. [1] Vgl. Deutsche Bundesbank (Hrsg.): Exchange Rate and Foreign Trade. In: Monthly Report, Januar 1997. [2] In einer früheren Untersuchung dieser Abhängigkeiten wurden die Auftragseingänge aus dem Ausland als Indikator der ausländischen Nachfrage gewählt. Die Auftragseingänge weichen jedoch im Umfang von Stornierungen von der realisierten Nachfrage ab und vermitteln deshalb unter Umständen - der Maschinenbau ist ein Beispiel dafür -ein verzerrtes Bild der Nachfrage; vgl.: Abhängigkeit der deutschen Exporte vom realen Außenwert der D-Mark. Bearb.: Dorothea Lucke. In: Wochenbericht des DIW Berlin, Nr. 4/1998, S. 75-81. [3] Branchenspezifische Indikatoren der preislichen Wettbewerbsfähigkeit sind nicht verfügbar, so dass nicht festgestellt werden kann, wie Änderungen der preislichen Wettbewerbsfähigkeit einer Branche sich auf deren Auslandsumsätze auswirken. [4] Alternativ könnte das Wachstum des Welthandelsvolumens als Bestimmungsgröße der Auslandsnachfrage herangezogen werden. [5] Dies entspricht den Schätzergebnissen der Deutschen Bundesbank, a. a. O. [6] Vgl.: Abhängigkeit der deutschen Exporte vom realen Außenwert der D-Mark, a. a. O. [7] Sie ist im Vergleich zum Beobachtungszeitraum 1978 bis 1997, der der früheren Untersuchung zugrunde lag, kräftig gestiegen. [8] Vgl.: Hohe Dynamik im Außenhandel Deutschlands bei nur verhaltener Wirtschaftsentwicklung im Inland. Bearb.: Joachim Schintke und Jörg-Peter Weiß. In: Wochenbericht des DIW Berlin, Nr. 19/2004, S. 281 ff. [9] Diese Beziehung lässt sich auf dem 5 %-Niveau knapp nicht als langfristiges Gleichgewicht bestätigen (vgl. Tabelle 2). [10] Allerdings muss beachtet werden, dass die Aufwertung des US-Dollar gegenüber der D-Mark bzw. dem Euro in der zweiten Hälfte der 90er Jahre zu einem geringeren Gewicht der Exporte aus Europa im in US-Dollar gemessenen Welthandel führt. Die für die Branchen unterschiedliche Struktur des Welthandels bewirkt, dass dieser Bewertungseffekt im Welthandel nach Branchen in unterschiedlichem Maße zum Tragen kommt. [11] Hier abgegrenzt als WZ Nr. 31. [12] Ein komparativer Vorteil (Nachteil) liegt dann vor, wenn die Relation von Ausfuhr zu Einfuhr in einer bestimmten Gütergruppe höher (niedriger) liegt als die entsprechende Relation für das verarbeitende Gewerbe insgesamt. [13] Dass dies eine langfristige Gleichgewichtsbeziehung zwischen den Variablen sei, wird auf dem 5 %-Niveau sehr knapp verworfen.
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