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| Wochenbericht des DIW Berlin 41/00 Die Hamburger Industrie im Spiegel von amtlicher und nichtamtlicher Statistik | |||
| Bearbeiter | Reiner Stäglin Peter Ring | ||
| Die Bedeutung der Industrie ist größer, als es die Daten der amtlichen Statistik anzeigen. Das ist das Fazit einer Untersuchung über die strategische Bedeutung des produzierenden Gewerbes in Hamburg, die vom DIW in Zusammenarbeit mit REGIOCONSULT im Auftrag der Freien und Hansestadt Hamburg erstellt wurde [1] und in der auch Antworten aus einer Betriebsbefragung und aus Interviews ausgewertet wurden. Diese Informationen, die weit über diejenigen der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe hinausgehen, lassen das verarbeitende Gewerbe in Hamburg wie in Deutschland überhaupt in einem anderen Licht erscheinen. Mit den Daten der Befragung wird eine Lücke gefüllt, die dadurch entstanden ist, dass die amtliche Statistik aufgrund überalterter gesetzlicher Vorgaben wichtige strukturelle Veränderungen innerhalb der Wirtschaft nicht hinreichend erfasst und abbildet. Eine Überprüfung und Neuausrichtung des Erhebungsprogramms der amtlichen Statistik im industriellen Bereich und eine schnelle Verabschiedung des Dienstleistungsstatistikgesetzes sind deshalb dringend geboten. | |||
| Ausgangslage | Es wird kritisiert, dass die strukturellen Veränderungen, die sich innerhalb der Industrie abspielen, von der amtlichen Statistik in Deutschland nicht ausreichend abgebildet werden. Dies gilt vor allem für die Produktionsstatistik, die Umsatzsteuerstatistik und die Kostenstrukturstatistik. Auch die zunehmenden Verflechtungen zwischen Industrie und Dienstleistungen werden von der amtlichen Statistik nicht erfasst. Deshalb vergeben Ministerien, Behörden und Verbände Aufträge an Institutionen der nichtamtlichen Statistik, um fehlende Informationen durch eigene Recherchen und Befragungen zu beschaffen. So hat auch die Freie und Hansestadt Hamburg, vertreten durch die Wirtschaftsbehörde, im Mai 1998 dem DIW den Auftrag erteilt, in Zusammenarbeit mit REGIOCONSULT ein Gutachten zum Thema "Die strategische Bedeutung des produzierenden Gewerbes in Hamburg - Bezugs- und Lieferverflechtung sowie struktureller Wandel bei Produktion, Beschäftigung und Qualifikation" zu erstellen. Die Untersuchung, die aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds mitfinanziert wurde, hatte zum Ziel, die durch eine vorausgegangene Studie über den "Dienstleistungssektor in Hamburg" [2] gewonnenen Erkenntnisse um entsprechende Informationen für das produzierende Gewerbe, vor allem aber für das verarbeitende Gewerbe zu ergänzen. Hierzu wurde auf bereits vorhandene Arbeiten, amtliche und nichtamtliche Statistiken, eine eigene Betriebsbefragung [3] und Interviews [4] zurückgegriffen. Von den kürzlich veröffentlichten Ergebnissen werden hier diejenigen wiedergegeben, die die funktionale Bedeutung der Industrie in Hamburg beschreiben. Es werden mithin Bereiche einbezogen, die von der institutionell abgegrenzten Statistik bei den Dienstleistungen verbucht sind. | ||
| Struktur und Entwicklung der Industrie nach amtlicher Statistik | Amtliche Angaben über Struktur und Entwicklung im Hamburger verarbeitenden Gewerbe sind den revidierten Ergebnissen des Arbeitskreises "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder" [5] und den Statistiken für das produzierende Gewerbe zu entnehmen. Danach ist der Beitrag des produzierenden Gewerbes zur Bruttowertschöpfung der Hamburger Wirtschaft seit 1991 zurückgegangen, von damals 21 % auf knapp 17 % im Jahre 1999; zuletzt wurde mit gut 23 Mrd. DM ein Sechstel des lokalen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet. Die Produktionsentwicklung im Hamburger verarbeitenden Gewerbe, das seine Position seit 1997 gefestigt hat, wird von fünf Bereichen geprägt: Chemie und Mineralölverarbeitung; Ernährungsgewerbe, Getränke und Tabakverarbeitung; Fahrzeugbau; Elektrotechnik, Feinmechanik und Optik; Stahl- und Maschinenbau. Die Beschäftigungsentwicklung in diesen strategischen Industriebereichen zeigt, dass die Zahl der Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe insgesamt und ihr Anteil an allen Beschäftigten in Hamburg bis zuletzt abgenommen hat, und zwar von 16,6 % im Jahre 1991 auf 12,5 % im Jahre 1999; der Rückgang war jedoch deutlich geringer als in den anderen großen Städten Deutschlands. [6] Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Erwerbstätigenverlauf für das produzierende Gewerbe (einschließlich Baugewerbe), der nach den neu berechneten amtlichen Zahlen eine Abnahme von 173 000 im Jahre 1991 auf nunmehr 127 000 anzeigt. Der Rückgang um mehr als ein Fünftel wurde durch Zuwächse von jeweils 20 % bei den haushaltsorientierten Dienstleistern und den unternehmensorientierten Dienstleistern kompensiert (Abbildung). Es bleibt allerdings offen, ob und in welchem Umfang Funktionsverlagerungen von der Industrie zu den Dienstleistern stattgefunden haben. Um die Stellung der Industrie innerhalb der lokalen Wirtschaft hinreichend zu beurteilen, müssen neben der amtlichen Statistik auch nichtamtliche Daten für das Hamburger verarbeitende Gewerbe ausgewertet werden. | ||
| Die Stellung der Industrie nach nichtamtlicher Statistik | Aus der Betriebsbefragung und den Interviews von DIW/REGIOCONSULT werden hier die Ergebnisse über Auslagerungstendenzen, die Integration zusätzlicher Funktionen sowie die räumlichen Bezugs- und Absatzverflechtungen der Hamburger Betriebe des verarbeitenden Gewerbes präsentiert. Die Ergebnisse belegen die unzureichende Aussagekraft der amtlichen Statistik über die tatsächliche Bedeutung der Industrie in der Region. | ||
| Auslagerung von Betriebsteilen und Funktionen | Annähernd ein Drittel aller Unternehmen, die Angaben zum Outsourcing gemacht haben, lagerte einzelne Betriebsteile oder Funktionen aus ihrem Hamburger Betrieb aus und/oder will dies tun. Betriebe des verarbeitenden Gewerbes neigen damit weitaus häufiger zu Auslagerungen als Dienstleistungsbetriebe, bei denen der entsprechende Anteil nach einer eigenen Befragung aus dem Jahre 1997 nur fünf Prozent beträgt. Die Hälfte aller Auslagerungsfälle betrifft Fertigungsfunktionen. Maßgeblich für derartige Veränderungen sind meist Kostenüberlegungen, oft in Verbindung mit Rationalisierung, Organisation und Umstrukturierung. Überwiegend wird die Fertigung technisch ausgereifter Massenprodukte mit standardisierten Arbeitsabläufen abgegeben, und zwar durchweg - wegen der dort niedrigeren Faktorkosten - an Betriebe in schwach besiedelten Regionen oder im Ausland. Ganz anders ist die Entwicklung im Bereich der Dienstleistungen, die seit Beginn der neunziger Jahre in zunehmendem Maße aus den industriellen Kernbetrieben ausgelagert werden. Sie werden meist an spezialisierte Unternehmen im Hamburger Raum vergeben, bleiben also der regionalen Wirtschaft erhalten. Dies gilt für logistische Leistungen wie Kommissionierung, Lagerung und Distribution, aber auch für das breite Spektrum sonstiger betriebsbezogener Dienstleistungen - vom Werkschutz bis zum Catering und von der Datenverarbeitung bis zum Energiemanagement (Übersicht 1). | ||
| Integration zusätzlicher Betriebsteile und Funktionen | Die Befragung zeigt, dass es in der Hamburger Industrie - ähnlich wie in Deutschland insgesamt - einen ausgeprägten Trend zur Konzentration der betrieblichen Tätigkeit auf die Kernkompetenz gibt. Dies bedeutet allerdings nicht automatisch eine Einengung der Wertschöpfung im operativen Bereich. Im Gegenteil: Immerhin ein Viertel der antwortenden Betriebe übernimmt zusätzliche Leistungen - vor allem mit dem Ziel, über Problemlösungen aus einer Hand ihre Marktposition zu verbessern. Ein markantes Beispiel für die Integration zusätzlicher Tätigkeitsfelder liefert das graphische Gewerbe, das in Hamburg eine wichtige Rolle spielt: Insbesondere mittelständische Druckereien gehen verstärkt dazu über, ihre traditionelle Kernleistung durch vor- oder nachgelagerte Tätigkeiten - beispielsweise Desktop-Publishing, Drucksachenversand oder Kundenpflege - anzureichern. Insgesamt zeigen aktuelle Pläne zur Schaffung zusätzlicher (hochwertiger) Arbeitsplätze im Fertigungsbereich, dass die Veränderungen in der zwischenbetrieblichen und räumlichen Organisation der Fertigungsprozesse an Intensität verlieren. Anhaltend kräftig ist demgegenüber die Auslagerung von Dienstleistungsarbeitsplätzen aus den Industriebetrieben und damit der intersektorale Strukturwandel. In der nach Wirtschaftszweigen differenzierenden amtlichen Statistik werden sowohl die Funktionen von der Industrie "abgebucht", von denen sich die Unternehmen tatsächlich getrennt haben, als auch steuer- oder tarifrechtlich begründete "formale" Ausgliederungen einzelner Dienstleistungsfunktionen aus dem Mutterunternehmen in rechtlich selbständige Gesellschaften. In beiden Fällen scheiden die betroffenen Arbeitskräfte aus dem Berichtskreis der amtlichen Statistik über das verarbeitende Gewerbe aus und werden - wenn überhaupt - in anderen Wirtschaftsbereichen erfasst. | ||
| Bezugs- und Lieferverflech- tungen der Industrie | Bezugs- und Lieferverflechtungen spielen wegen der von ihnen ausgehenden Mitzieh- und Anstoßeffekte für die Entwicklung der Hamburger Wirtschaft eine wichtige Rolle. Dabei kann es sich um intraregionale oder um interregionale Verflechtungen handeln. Um Informationen über das Ausmaß der Vorleistungsverflechtungen in sektoraler, aber auch in räumlicher Hinsicht zu gewinnen -auch im Hinblick auf die Erstellung einer regionalen Input- Output-Tabelle für Hamburg [7] -, sind entsprechende Fragen in die Betriebsbefragung von DIW/REGIOCONSULT aufgenommen worden. Der Präsentation der Verflechtungsdaten wird eine Gliederung des Hamburger verarbeitenden Gewerbes nach 11 Bereichen zugrunde gelegt. Diese gegenüber der amtlichen Statistik verkürzte Gliederung ist teilweise Konsequenz der geringen Repräsentation von Befragungsergebnissen in einigen Bereichen, lässt sich aber auch durch die Einhaltung der gesetzlichen Datenschutzbestimmungen bei Antworten von ausgewählten Großbetrieben, etwa im Luft- und Raumfahrzeugbau, erklären. | ||
| Räumliche Gliederung der Waren- und Dienstleistungs- bezüge | Die befragten Betriebe des Hamburger verarbeitenden Gewerbes beziehen ein Viertel ihrer Waren und Dienstleistungen aus Hamburg und dem Umland; davon entfällt ein Zehntel auf das Hamburger Umland (Tabelle 1). Dieses Ergebnis stimmt mit dem bereits früher für die unternehmensorientierten Dienstleister in Hamburg ermittelten intraregionalen Verflechtungsgrad überein. Auch die Anteile der Vorleistungsbezüge aus dem übrigen Bundesgebiet (37 %) und aus dem Ausland (38 %) sind beim verarbeitenden Gewerbe und bei den 1997 befragten Dienstleistungsbetrieben etwa gleich hoch. Größere Unterschiede treten demgegenüber bei einer Aufteilung der Bezüge nach Waren und Materialien einerseits und nach Dienstleistungen andererseits zutage. So liegt der auf Hamburg und sein Umland entfallende Warenanteil lediglich bei 18 %, während der intraregionale Vorleistungsanteil bei den Dienstleistungen 73 % beträgt. Die Vergleichsgrößen für die unternehmensorientierten Dienstleistungsbereiche betragen 8 % bei den Waren und 43 % bei den Dienstleistungen. Relativ viel Waren und Materialien werden mit 40 % bzw. 43 % aus dem übrigen Bundesgebiet und dem Ausland bezogen; aber auch die Käufe bei auswärtigen Dienstleistungsanbietern sind mit einem Anteil von 27 %, davon zwei Drittel im übrigen Bundesgebiet und ein Drittel im Ausland, von Bedeutung. Eine nach Gewerbebereichen differenzierende Betrachtung lässt erkennen, dass die chemische Industrie am intensivsten mit der regionalen Wirtschaft verflochten ist: Fast neun Zehntel der Waren und beinahe alle Dienstleistungen werden aus dem Raum Hamburg bezogen. Auf der anderen Seite gibt es wichtige Bereiche wie Ernährungsgewerbe, Tabakverarbeitung und Fahrzeugbau, die weniger als 5 % ihrer Waren und Materialien in Hamburg einkaufen. Nimmt man das Hamburger Umland hinzu, so sind es beim Fahrzeugbau knapp 10 % der Warenbezüge, die aus der eigenen Region stammen. An ihnen ist der Luftfahrzeugbau mit rund 80 % beteiligt; bei den Dienstleistungsbezügen liegt der Anteil bei 86 %. | ||
| Räumliche Gliederung des Absatzes | Auf der Absatzseite ist - wie nicht anders zu erwarten - die intraregionale Verflechtung gering. Weniger als ein Zehntel des Umsatzes der Hamburger Betriebe des verarbeitenden Gewerbes verbleibt in der Region (Tabelle 2). Weit überdurchschnittlich ist der regionale Absatz im Papier- und Druckgewerbe, insbesondere durch die Lieferungen an das hanseatische Verlagsgewerbe. Auch die Elektrobranche und der Bereich Glasgewerbe, Keramik, Steine und Erden sowie Ernährungsgewerbe, Tabakverarbeitung haben relativ hohe intraregionale Umsatzanteile. Sechs Gewerbebereiche lieferten im Jahre 1997 mehr als 90 % an Abnehmer im übrigen Bundesgebiet und im Ausland; der Bereich Gummi- und Kunststoffherstellung setzte nahezu seine gesamte Produktion außerhalb der Hamburger Region ab, und zwar an Betriebe des Straßenfahrzeugbaus. Eine Betrachtung der Auslandsumsätze bestätigt die hohe Exportquote bei den Investitionsgüterbereichen. Bemerkenswert ist, dass die Quoten der Auslandslieferungen bei den befragten Hamburger Betrieben des Maschinenbaus, Fahrzeugbaus und Elektro-, Messgeräte-, Optikbereichs um bis zu 25 Prozentpunkte höher sind als die direkten Exportquoten, die sich für den Durchschnitt aller Betriebe der drei betroffenen Bereiche aus der amtlichen Statistik ergeben. | ||
| Bedeutung der Industrie für lokale Dienstleister | Nach Hochrechnungen aufgrund der Befragungsergebnisse sind während der neunziger Jahre rund 7 000 Dienstleistungsarbeitsplätze (5 % des Ausgangsbestandes) mit immerhin 4 % der industriellen Bruttowertschöpfung von Betrieben des verarbeitenden Gewerbes ausgelagert und die entsprechenden Leistungen von Betrieben anderer Wirtschaftszweige - unternehmensorientierte Dienstleistungen, Verkehr und Energie - in Hamburg übernommen worden. In diesem Umfang ist das Wachstum dieser Wirtschaftszweige lediglich statistischer Reflex einer veränderten intersektoralen Arbeitsteilung; an den Tätigkeiten selbst wie an deren Zugehörigkeit zu Leistungen des verarbeitenden Gewerbes hat sich grundsätzlich nichts verändert. Aufgrund der Auslagerung wichtiger Dienstleistungsfunktionen, aber auch dadurch, dass industrielle Produkte verstärkt auf ergänzende Dienstleistungen angewiesen sind, nimmt die intraregionale Verflechtung zwischen Industriebetrieben und Anbietern unternehmensnaher Dienstleistungen zu. Hinweise auf die aktuelle Dimension dieser Verflechtung vermitteln die Erhebungen von DIW/REGIOCONSULT in den beiden Bereichen: 1998 haben die unternehmensorientierten Dienstleister der Hansestadt einen steuerbaren Umsatz von gut 20 Mrd. DM erzielt. Davon entfielen schätzungsweise 4 Mrd. DM - das waren immerhin 20 % des Gesamtwerts - auf Aufträge, die sie von Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in der Stadt erhalten haben (Übersicht 2). Somit sind etwa 30 000 Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor vom lokalen verarbeitenden Gewerbe - hier sind knapp 120 000 Personen tätig - unmittelbar abhängig. | ||
| Fazit | Die Ergebnisse für das verarbeitende Gewerbe in Hamburg zeigen, dass die amtliche Statistik bisher nicht genügend Daten bereitstellt, um die zunehmende intersektorale und intraregionale Verflechtung von Industriebetrieben zu beschreiben. Insbesondere die verstärkte Inanspruchnahme produktionsbegleitender Dienstleistungen bzw. die Auslagerung einzelner Funktionen aus den Betrieben des verarbeitenden Gewebes in Dienstleistungsbetriebe wird nicht berücksichtigt. Hier können gegenwärtig nur Ad-hoc-Erhebungen weiterhelfen. Wenn die amtliche Statistik der ihr zugedachten Aufgabe gerecht werden will, muss sie Informationen bereitstellen, mit denen das Wirtschaftsgeschehen adäquat abgebildet werden kann. Diese Aufgabe lässt sich am besten durch eine Zusammenarbeit von amtlicher Statistik, Wissenschaft [8] und Praxis lösen. Dies gilt auch für eine zukunftsweisende und operationale Definition der Industrie. Hierzu gehören eine Neuordnung der Produktionsstatistik sowie eine schnelle Erfassung technologisch bedingter Veränderungen trotz der dafür fehlenden Güter- und Wirtschaftszweigsystematiken (Beispiele: Biotechnologie, Internet- Transaktionen, E-Commerce). Zu überlegen ist, ob die bisherigen Erhebungen durch ein System ersetzt oder ergänzt werden können, das den funktionalen Gesichtspunkten stärker Rechnung trägt. Überfällig ist jedenfalls die Einführung einer Dienstleistungsstatistik. Die föderalen Gegensätze müssen hier endlich überwunden und die Voraussetzungen für eine leistungsfähige, dem Bedarf angepasste Statistik geschaffen werden. Dafür muss der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen setzen, aber auch investieren. | ||
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| Übersicht 1 |
Funktionen, die im Verlauf der neunziger Jahre ausgelagert
wurden, geordnet nach der Häufigkeit der Nennungen
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Produktionsbezogene Betriebsbezogene
Funktionen Funktionen
Logistik Reinigung
Kommissionierung Sicherheitsdienst
Versand Kantine
Maschinenwartung Empfang
Lagerhaltung Werbung
Energieversorgung Marktforschung
Hafenumschlag Druckerei
Qualitätskontrolle EDV
Dreherei Buchhaltung
Stanzerei Werksarzt
Lackiererei Betriebszeitung
Malerei Forschung und Entwicklung
Ofenbau Betriebsfeuerwehr
Krankenkasse
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Quelle: Betriebsbefragung DIW/REGIOCONSULT 1999.
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| Übersicht 2 |
Anbieter von Unternehmensdiensten in Hamburg
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Umsatz 1998 Abnehmer
4 Mrd. DM Verarbeitendes
(20 %) Gewerbe in Hamburg
2 Mrd. DM Sonstige Abnehmer
(10 %) in Hamburg
14 Mrd. DM Abnehmer
(70%) außerhalb Hamburgs
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Quelle: Schätzungen aufgrund von Betriebsbefragungen DIW/REGIOCONSULT.
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| Tabelle 1 |
Räumliche Gliederung der Bezüge der Hamburger Betriebe
des verarbeitenden Gewerbes 1997
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Vorleistungsbezüge
Insgesamt davon vom Hersteller
Gewerbebereiche in Mill. DM in HH im Umland im übr. im
HHs Bundesgeb.Ausl.
in %
Waren und Materialien
Verarbeitendes Gewerbe 16 285,1 14,4 2,8 41,1 41,8
Ernährungsgewerbe und Tabakverarbeitung 2 190,8 2,4 1,4 30,0 66,2
Papier- und Druckgewerbe 310,2 1,4 0,3 49,3 49,0
Mineralölverarbeitung 1 217,7 10,0 0,9 4,6 84,5
Chemische Industrie 1 224,7 87,0 1,1 6,3 5,7
Herstellung v. Gummi- und Kunststoffwaren 868,2 6,9 3,0 60,3 29,8
Glasgewerbe, Keramik, Gew. u.
Verarb. v. Steinen u. Erden 154,0 2,5 2,6 49,1 45,8
Metallerzeugung u. -bearb.,
Herst. v. Metallerzeugnissen 1 459,8 9,4 0,1 0,4 90,2
Maschinenbau 2 514,2 12,5 5,6 63,2 18,7
Herst. v. Büromaschinen, DV-Geräten,
Elektrotechnik usw. 579,2 13,9 10,2 30,1 45,9
Fahrzeugbau 5 753,7 4,6 4,6 68,9 21,9
Übrige Gewerbebereiche (1) 12,7 6,0 5,0 65,9 23,2
Dienstleistungen
Verarbeitendes Gewerbe 3 523,5 71,4 1,4 17,3 9,9
Ernährungsgewerbe und Tabakverarbeitung 155,4 49,7 5,3 44,4 0,5
Papier- u. Druckgewerbe 34,5 98,5 1,5 0,0 0,0
Mineralölverarbeitung 175,8 34,7 1,9 38,4 25,0
Chemische Industrie 730,0 99,2 0,0 0,7 0,0
Herstellung v. Gummi- u. Kunststoffwaren 47,7 32,5 4,0 51,7 11,9
Glasgewerbe, Keramik, Gew. u.
Verarb. v. Steinen u. Erden 40,4 49,0 8,4 42,6 0,0
Metallerzeugung u. -bearb.,
Herst. v. Metallerzeugnissen 243,3 50,7 0,0 0,0 49,3
Maschinenbau 574,7 32,5 6,8 60,7 0,0
Herst. v. Büromaschinen, DV-Geräten,
Elektrotechnik usw. 223,8 67,9 13,8 13,6 4,7
Fahrzeugbau 1 294,3 53,4 2,0 44,6 0,0
Übrige Gewerbebereiche (1) 3,7 21,9 9,0 54,6 14,4
Waren/Materialien und Dienstleistungen
Verarbeitendes Gewerbe 19 808,6 21,2 2,6 38,2 38,0
Ernährungsgewerbe und Tabakverarbeitung 2 346,2 4,9 1,6 30,7 62,8
Papier- u. Druckgewerbe 344,6 1,5 0,3 49,2 48,9
Mineralölverarbeitung 1 393,5 14,5 1,1 10,8 73,7
Chemische Industrie 1 954,6 91,5 0,7 4,2 3,6
Herstellung v. Gummi- u. Kunststoffwaren 915,9 8,2 3,0 59,9 28,9
Glasgewerbe, Keramik, Gew. u.
Verarb. v. Steinen u. Erden 194,4 9,7 3,5 48,1 38,7
Metallerzeugung u. -bearb.,
Herst. v. Metallerzeugnissen 1 703,1 15,3 0,1 0,3 84,3
Maschinenbau 3 088,9 14,0 5,7 63,0 17,3
Herst. v. Büromaschinen, DV-Geräten,
Elektrotechnik usw. 803,0 19,2 10,6 28,4 41,8
Fahrzeugbau 7 048,0 7,1 4,5 67,7 20,8
Übrige Gewerbebereiche (1) 16,4 13,2 6,8 60,8 19,2
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(1) Zusammenfassung der Zweige Textil-, Bekleidungs- und Ledergewerbe sowie
Holzgewerbe, Herstellung von Schmuck, Musikinstrumenten, Sportgeräten und
sonstige Erzeugnisse.
Quelle: Betriebsbefragung DIW/REGIOCONSULT 1999.
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| Tabelle 2 |
Räumliche Gliederung des Absatzes der Hamburger Betriebe
des verarbeitenden Gewerbes 1997
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Umsatz (ohne Umsatzsteuer)
Insgesamt davon vom Hersteller
Gewerbebereiche in Mill. DM in HH im Umland im übr. im
HHs Bundesgeb.Ausl.
in %
Verarbeitendes Gewerbe 34075,8 4,8 3,9 39,7 51,6
Ernährungsgewerbe und Tabakverarbeitung 3344,4 2,5 15,0 45,5 37,1
Papier- und Druckgewerbe 843,3 85,2 6,5 7,7 0,5
Mineralölverarbeitung 2144,2 4,9 3,4 23,8 67,8
Chemische Industrie 3494,5 2,3 0,8 75,6 21,3
Herstellung von Gummi- und Kunststoffw. 1829,8 0,3 0,1 71,6 28,1
Glasgewerbe, Keramik, Gew. u. Verarb.
v. Steinen u. Erden 556,4 16,5 11,5 71,9 0,2
Metallerzeugung u. -bearb.,
Herst. v. Metallerzeugnissen 2681,6 2,5 0,8 51,1 45,6
Maschinenbau 5805,5 3,7 0,7 20,1 75,4
Herst. v. Büromaschinen, DV-Geräten,
Elektrotechnik usw. 2147,9 19,7 1,8 21,8 56,7
Fahrzeugbau 11168,3 2,0 2,7 20,1 75,1
Übrige Gewerbebereiche (1) 60,0 29,5 13,0 36,1 21,4
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(1) Zusammenfassung der Zweige Textil-, Bekleidungs- und Ledergewerbe sowie
Holzgewerbe, Herstellung von Schmuck, Musikinstrumenten, Sportgeräten und
sonstige Erzeugnisse.
Quelle: Betriebsbefragung DIW/REGIOCUNSULT 1999.
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