Website Archive
| Wochenbericht des DIW Berlin 43/00 Die Lage der Weltwirtschaft und der deutschen Wirtschaft im Herbst 2000 - 3. Die wirtschaftliche Lage in Deutschland | |||
| |||
| Beurteilung der Wirtschaftslage durch folgende Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft deutscher wirtschaftswissenschaftlicher Forschungsinstitute e.V., Essen: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin Hamburgisches Welt-Wirtschafts-Archiv, Hamburg ifo Institut für Wirtschaftsforschung, München Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel Institut für Wirtschaftsforschung Halle Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung, Essen Abgeschlossen in Halle (Saale) am 20. Oktober 2000 | |||
| Überblick | Deutschland befindet sich wie die übrigen Länder im Euroraum in einem kräftigen wirtschaftlichen Aufschwung. In der ersten Hälfte des Jahres 2000 hat sich der Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Produktion nochmals beschleunigt; das reale Bruttoinlandsprodukt erhöhte sich gegenüber dem zweiten Halbjahr 1999 mit einer Jahresrate von 3 1/2 %. Dabei nahm die Kapazitätsauslastung deutlich zu. Treibende Kraft war erneut der Export, der im Gefolge der dynamischen Weltkonjunktur stark expandierte. Er erhielt überdies Impulse von der anhaltenden Abwertung des Euro. Gefördert durch den Exportboom nahm auch die Binnennachfrage beschleunigt zu. Erheblichen Anteil daran hatte die rege Investitionstätigkeit. Die Bauwirtschaft stand dagegen weiterhin auf der Schattenseite der Konjunktur; die Bauinvestitionen gingen in der ersten Jahreshälfte sogar zurück. Die Zahl der Erwerbstätigen ist im Laufe dieses Jahres merklich gestiegen, die der Arbeitslosen weiter gesunken; die Arbeitslosenquote war im September um reichlich einen Prozentpunkt niedriger als ein Jahr zuvor. Als Folge des Höhenflugs der Ölpreise und der Abwertung des Euro hat sich allerdings die Teuerung spürbar verstärkt; im September betrug der Anstieg der Verbraucherpreise im Vorjahresvergleich 2,5 %. In Ostdeutschland [10] ist das gesamtwirtschaftliche Expansionstempo weiterhin niedriger als im Westen. Ausschlaggebend dafür ist die anhaltend ungünstige Lage in der Bauwirtschaft; der Rückgang der Bauinvestitionen hat sich erheblich beschleunigt, und ein Ende der Talfahrt ist noch nicht abzusehen. Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe stieg dagegen im Laufe dieses Jahres deutlich rascher als in Westdeutschland. Am Arbeitsmarkt gibt es nach wie vor markante Unterschiede: In Westdeutschland ist die Zahl der Arbeitslosen im bisherigen Jahresverlauf weiter zurückgegangen, in Ostdeutschland hat sie dagegen leicht zugenommen; hier blieb die Arbeitslosenquote mehr als doppelt so hoch wie im Westen. Obwohl Auftragseingänge und Produktion immer noch kräftig steigen, mehren sich die Anzeichen, dass sich die Konjunktur in Deutschland allmählich abkühlt. So hat sich hier, wie in anderen europäischen Ländern, das Geschäftsklima in der Industrie eingetrübt; auch blicken die Verbraucher mit weniger Vertrauen in die Zukunft als zuvor. Offensichtlich schlagen nun die dämpfenden Einflüsse der drastischen Verteuerung von Öl und Ölprodukten mehr und mehr durch, die bisher von den kräftigen Anregungen seitens der Weltkonjunktur überdeckt wurden. | ||
| Starker Anstieg der Ölrechnung | Bereits im Frühjahr war von den Instituten als Folge des Ölpreisanstiegs und der Abwertung des Euro eine deutliche Erhöhung der Ölrechnung - hier definiert als Wert der Einfuhr von Rohöl und Mineralölerzeugnissen - konstatiert worden. Für das Jahr 2000 wurde eine Mehrbelastung um rund 20 Mrd. DM prognostiziert; das entspricht rund 0,5 % des nominalen Bruttoinlandsprodukts. Im Frühjahr war allerdings noch erwartet worden, dass der Ölpreis bereits im Laufe dieses Jahres wieder nachgeben und im Jahresdurchschnitt 2000 bei 24 US-Dollar pro Barrel und im Jahre 2001 bei 21 US-Dollar liegen werde. Auch war angenommen worden, dass sich der Euro auf dem damals erreichten Niveau fängt. Beide Erwartungen haben sich nicht erfüllt. Tatsächlich ergibt sich nun ein erheblich stärkerer Anstieg der Ölrechnung. [11] Unter den jetzt getroffenen Annahmen wird sie in diesem Jahr um 33 Mrd. DM höher ausfallen als im Jahr 1999 (Abbildung 3.1 und Tabelle 3.1). Das entspricht 0,8 % des nominalen Bruttoinlandsprodukts. In den Jahren 1999 und 2000 zusammengenommen macht der Entzugseffekt ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Der unmittelbare dämpfende Impuls ist damit allerdings immer noch deutlich geringer als nach den beiden Ölpreisschocks in den siebziger Jahren: 1973/74 und 1979/80 lag der kumulierte Effekt jeweils bei 2,3 %. Ein Grund für den vergleichsweise geringen dämpfenden Effekt des Ölpreisanstiegs auf die Konjunktur ist, dass sich die Ölintensität der Produktion halbiert hat. Maßgeblich hierfür sind die erheblichen Anstrengungen zur Drosselung des Ölverbrauchs und zur Substitution von Öl und Ölprodukten. Die Verteuerung der Ölrechnung findet ihren Niederschlag unmittelbar im Preisindex für die Lebenshaltung. Von dem für dieses Jahr zu erwartenden Anstieg der Verbraucherpreise um rund 2 % geht etwa die Hälfte auf das Konto der Heizöl- und Kraftstoffpreise. Der Gesamteffekt ist sogar etwas größer, da die mittelbaren Effekte, die sich aus der Überwälzung höherer Energie- und Rohstoffkosten der Unternehmen ergeben, noch nicht berücksichtigt sind. Der Ölpreisschock und die damit verbundene Verschlechterung der Terms of Trade dämpfen für sich genommen die Konjunktur spürbar. Die Realeinkommensverluste belasten zunehmend den privaten Verbrauch. Retardierende Einflüsse sind auch für den Export zu erwarten, weil die Binnennachfrage in den Öl importierenden Ländern beeinträchtigt wird. Über ungünstigere Absatzerwartungen vermindert sich schließlich die Investitionsneigung, zumal die höheren Kosten für Energie und ölabhängige Vorleistungsgüter nicht voll überwälzt werden können. Zwar verbessern sich durch den Ölpreisanstieg die Aussichten für den Export in die Ölförderländer; die Ausfuhren in die OPEC-Staaten und insbesondere nach Russland sind im Laufe dieses Jahres bereits spürbar gestiegen. Nach den Erfahrungen aus den früheren Ölpreisschocks erfordert das "Recycling der Petrodollars" jedoch einige Zeit. Zudem werden viele Ölländer sicherlich einen Teil der Exporterlöse nutzen, um ihre Auslandsschulden zu tilgen, die in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hatten. Der Ölpreisanstieg wirkt zwar auf eine Abkühlung der Konjunktur hin, eine gravierende Beeinträchtigung des Aufschwungs oder sogar ein Abgleiten in eine Rezession wie nach den Schocks in den siebziger Jahren ist aber nicht wahrscheinlich. Dafür spricht schon, dass der unmittelbar dämpfende Impuls jetzt weitaus geringer ist. Zudem hat der Ölpreisschock die deutsche Volkswirtschaft in einer Aufschwungsphase mit annähernder Preisstabilität getroffen. Vor allem ist diesmal die Gefahr inflationsfördernder Zweitrundeneffekte gering. So hat der Ölpreisanstieg nicht auf die Löhne übergegriffen; dies gilt auch für den Euroraum insgesamt. Zudem wird durch die diesjährigen Tarifabschlüsse, die relativ moderate Lohnsteigerungen vorsehen, die Lohnentwicklung bis weit in das kommende Jahr hinein geprägt, so dass von daher keine nennenswerten Stabilitätsrisiken bestehen. | ||
| Dämpfende Einflüsse von der Geldpolitik - deutliche Impulse von der Finanzpolitik | Es gibt aber auch unabhängig vom Ölpreis Faktoren, die auf ein allmähliches Nachlassen der konjunkturellen Dynamik hinwirken. Das weltwirtschaftliche Umfeld wird im kommenden Jahr nicht mehr ganz so günstig sein wie bisher. Das Expansionstempo in den Industrieländern und in den Schwellenländern wird sich - wie im weltwirtschaftlichen Teil dieses Gutachtens dargelegt - etwas abschwächen; maßgeblichen Anteil daran hat die ruhigere Gangart der Konjunktur in den USA, die auf andere Länder ausstrahlen wird. Zudem werden die von der bisherigen Abwertung des Euro ausgehenden Impulse schwächer. Überdies hat die EZB seit Ende vergangenen Jahres - auch als Reaktion auf die Ölverteuerung und die Schwäche des Euro - die geldpolitischen Zügel angezogen und die Leitzinsen in mehreren Schritten, um insgesamt 2 1/4 Prozentpunkte, angehoben. Die davon ausgehenden dämpfenden Wirkungen werden im kommenden Jahr mehr und mehr zum Tragen kommen. Weitere Zinsanhebungen werden von den Instituten für den Prognosezeitraum nicht erwartet. Die langfristigen Zinsen sind seit Anfang dieses Jahres nahezu konstant geblieben und dürften sich bis Ende des nächsten Jahres nicht nennenswert ändern. Bei der hier unterstellten Konstanz des realen Wechselkurses sind die monetären Rahmenbedingungen insgesamt etwa neutral. Erhebliche Anregungen sind dagegen von der Finanzpolitik zu erwarten. Im kommenden Jahr werden private Haushalte und Unternehmen durch die "Steuerreform 2000" um 45 Mrd. DM entlastet; das entspricht 1,1 % des nominalen Bruttoinlandsprodukts. | ||
| Konjunktur bei nachlassender Dynamik weiterhin aufwärts gerichtet | Im Prognosezeitraum prägen somit gegenläufige Einflüsse die Konjunktur in Deutschland. Bis zum Jahresende dominieren die Effekte des Ölpreisschocks die Entwicklung von Nachfrage und Produktion; betroffen ist vor allem die Binnennachfrage. Der Export wird zunächst noch von der Abwertung des Euro profitieren. Die retardierenden Effekte des Ölpreisanstiegs werden zwar im Laufe des Jahres 2001 nachlassen, dann kommen aber die dämpfenden Einflüsse aus dem Ausland sowie der strafferen Geldpolitik mehr und mehr zum Tragen. Überlagert wird dies von kräftigen Impulsen der Finanzpolitik, die in der ersten Jahreshälfte 2001 sogar zu einer Beschleunigung der konjunkturellen Expansion führen. In der zweiten Jahreshälfte werden dann aber die dämpfenden Einflüsse wieder stärker durchschlagen. Gleichwohl bleibt die Konjunktur spürbar aufwärts gerichtet, so dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter verbessern wird. Mit dem Abbröckeln des Ölpreises und der Stabilisierung des Eurokurses werden die außenwirtschaftlichen Teuerungsimpulse erheblich nachlassen. Bei nur geringfügig steigenden Lohnstückkosten wird die Inflationsrate im Laufe des kommenden Jahres wieder deutlich unter 2 % sinken. Die hier vorgelegte Prognose ist mit beträchtlichen Risiken behaftet. Schon angesichts der derzeitigen Turbulenzen in Nahost ist nicht auszuschließen, dass sich der Ölpreis im Jahr 2001 auf einem deutlich höheren Niveau hält als hier unterstellt. In diesem Falle wäre statt eines leichten Rückgangs ein weiterer Anstieg der Ölrechnung zu erwarten. Läge der Ölpreis beispielsweise im nächsten Jahr bei durchschnittlich 35 US-Dollar pro Barrel, dann fiele der Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts um knapp einen halben Prozentpunkt geringer aus als in der Prognose dargelegt. Überdies basiert sie auf der Annahme, dass in den USA ein "soft landing" der Konjunktur gelingt. | ||
| Nachlassende Exportdynamik | Der Exportboom hielt bis zuletzt an. In der ersten Jahreshälfte 2000 legten die Ausfuhren von Gütern und Dienstleistungen mit einer Jahresrate von 13 1/2 % zu. Sehr kräftig expandierten die Lieferungen nach Nordamerika und Ostasien (Tabelle 3.2 und Abbildung 3.2). Für die nächste Zeit sind die Perspektiven für die Ausfuhr noch recht günstig: Im verarbeitenden Gewerbe sind die Bestellungen aus dem Ausland bis zuletzt deutlich gestiegen, und die Exporterwartungen der Unternehmen sind nach wie vor optimistisch. Die Exporte von Gütern und Dienstleistungen werden im Jahr 2000 gegenüber dem Vorjahr um 12,5 % zunehmen (Abbildung 3.3). Im kommenden Jahr wird sich das weltwirtschaftliche Expansionstempo verlangsamen. Überdies lassen die aus der realen Abwertung des Euro resultierenden expansiven Wirkungen nach. Der im europäischen Vergleich langsamere Anstieg der Lohnstückkosten stärkt allerdings die Wettbewerbsposition der deutschen Hersteller gegenüber Konkurrenten aus dem Euroraum. Unter diesen Bedingungen wird sich das Anstiegstempo des Exports deutlich abschwächen; im Jahresdurchschnitt wird die Ausfuhr aber noch um 9,3 % höher sein als im Jahr 2000. Die Importe wurden im Zuge der lebhaften Konjunktur in Deutschland kräftig ausgeweitet. Die Euroschwäche dürfte die Nachfrage nach ausländischen Waren und Dienstleistungen nur wenig gedämpft haben. Im Prognosezeitraum wird sich mit der Verlangsamung der konjunkturellen Expansion auch die Nachfrage nach Importen leicht abschwächen. Die Einfuhr von Waren und Dienstleistungen wird im Jahr 2000 ihr Vorjahresniveau um 9,7 % übertreffen, im kommenden Jahr um 8,5 %. Die Importpreise werden im Prognosezeitraum nicht mehr so rasch anziehen wie im bisherigen Jahresverlauf. Zwar wirken die Ölpreiserhöhung und die Abwertung des Euro noch einige Zeit nach, doch wird der Preisauftrieb im kommenden Jahr unter den dieser Prognose zugrunde liegenden Annahmen über die Entwicklung des Wechselkurses und des Ölpreises gedämpft. Alles in allem verteuern sich die Einfuhren im nächsten Jahr um 3 % nach 7,6 % in diesem. Die Ausfuhrpreise werden zunächst weiter zügig steigen, nicht zuletzt weil die Exporteure den niedrigeren Außenwert des Euro teilweise für Preiserhöhungen nutzen dürften; im kommenden Jahr werden sich die Spielräume allerdings mehr und mehr verringern. Die Terms of Trade verschlechtern sich in diesem Jahr erheblich (Tabelle 3.3); im Verlauf des nächsten Jahres verbessern sie sich wieder spürbar. | ||
| Ausrüstungsinves- titionen mit etwas weniger Schwung | Die Ausrüstungsinvestitionen nahmen im ersten Halbjahr 2000 mit einer laufenden Jahresrate von reichlich 14 % äußerst kräftig zu, angeregt vor allem von der stark expandierenden Auslandsnachfrage. Frühindikatoren wie die inländischen Auftragseingänge bei den Investitionsgüterproduzenten deuten darauf hin, dass die Investitionen auch im zweiten Halbjahr noch recht deutlich zulegen werden. Dabei kommt es insbesondere gegen Jahresende zu Vorzieheffekten, weil zu Beginn des nächsten Jahres ungünstigere Abschreibungsbedingungen in Kraft treten. Im kommenden Jahr wird die Nachfrage nach Ausrüstungsgütern etwas weniger schwungvoll zunehmen. Zwar geben überdurchschnittlich ausgelastete Kapazitäten in der Gesamtwirtschaft Anlass zu Erweiterungsinvestitionen; auch wirken sich die moderaten Lohnabschlüsse und die Reform der Unternehmensbesteuerung günstig auf die Renditeerwartungen aus. Die Absatzperspektiven werden sich aber im Zuge der konjunkturellen Verlangsamung im In- und Ausland etwas eintrüben. Die Investitionen in sonstige Anlagen werden weiterhin in hohem Tempo expandieren. Alles in allem nehmen die Ausrüstungsinvestitionen einschließlich sonstiger Anlagen in diesem Jahr um 9,6 % und im nächsten Jahr um 7,2 % zu (Abbildung 3.4). | ||
| Bauinvestitionen stagnieren | Nach der Belebung der Bauinvestitionen im Jahr 1999 kam es in der ersten Jahreshälfte 2000 zu einem Rückschlag. [12] Besonders stark war der Rückgang bei den Wohnungsbauinvestitionen. Er ist wohl nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass der Kreis der anspruchsberechtigten Haushalte für die Eigenheimzulage zum Jahresanfang 2000 deutlich eingeengt wurde. Im Prognosezeitraum wird sich der Wohnungsbau insgesamt bei günstigeren Einkommensperspektiven der privaten Haushalte und unveränderten Hypothekenzinsen weitgehend stabilisieren. Im Wirtschaftsbau hat sich die Belebung vom vergangenen Jahr bislang nicht fortgesetzt. Hier dämpfen immer noch Leerstände die Bautätigkeit, die nun aber zunehmend verringert werden. Im Prognosezeitraum wird der gewerbliche Bau verhalten ausgeweitet werden; darauf deuten auch die zuletzt aufwärts gerichteten Baugenehmigungen hin (Abbildung 3.5). Hinzu kommt, dass die Bundesregierung die Zuschüsse für den Ausbau und die Modernisierung des Streckennetzes der Deutschen Bahn AG aufgestockt hat. Der öffentliche Bau wird im kommenden Jahr weiter eingeschränkt. Zwar werden vom Bund die aus der Schuldentilgung resultierenden Zinsersparnisse zum Teil für zusätzliche Infrastrukturmaßnahmen verwandt, doch engt sich der Finanzierungsspielraum der Gemeinden, auf die rund zwei Drittel der öffentlichen Investitionen entfallen, als Folge der Steuerreform ein. Insgesamt werden sich die Bauinvestitionen im Prognosezeitraum stabilisieren. Im Jahresdurchschnitt 2000 nehmen sie um 2,5 % ab, im nächsten Jahr stagnieren sie (Tabelle 3.4). Dabei beleben sich die Bauinvestitionen in Westdeutschland, während sie in Ostdeutschland - wenn auch in verringertem Tempo - weiter zurückgehen. | ||
| Impulse für den privaten Verbrauch aus der Steuerreform | Im ersten Halbjahr 2000 legte der private Konsum trotz stagnierender real verfügbarer Einkommen leicht beschleunigt zu. Hierin dürften sich die günstigeren Beschäftigungsaussichten widerspiegeln. Eine Rolle mag auch gespielt haben, dass die Verbraucher den Ölpreisanstieg nur als temporär angesehen haben. Als Folge des Ölpreisschocks wird das Expansionstempo des privaten Konsums nachlassen; das Konsumklima hat sich bereits verschlechtert. Allein die starke Verteuerung von Heizöl und Kraftstoffen entzieht den privaten Haushalten Kaufkraft in Höhe von einem Prozent des verfügbaren Einkommens. Die Sparquote dürfte - Verbraucherumfragen zufolge - nicht weiter zurückgehen. Insgesamt steigt der private Konsum in diesem Jahr um 1,9 % (Abbildung 3.6). Im kommenden Jahr werden von der Verringerung der Abgabenbelastung, insbesondere von der Einkommensteuerreform, spürbare Impulse auf den privaten Konsum ausgehen. Die Bruttolöhne und -gehälter werden mit 3,3 % im gleichen Tempo wie in diesem Jahr, die Nettolöhne und -gehälter wegen der Steuerentlastung mit 5,3 % deutlich kräftiger zunehmen. Die monetären Sozialleistungen werden mit der günstigen Konjunktur unterproportional steigen. Die privaten Haushalte haben im Jahr 2001 voraussichtlich nominal 4,3 % und real 2,7 % mehr Einkommen zur Verfügung. Die Sparquote wird im nächsten Jahr wieder etwas steigen, zumal ein Teil der steuerlichen Entlastungen nicht sofort voll verausgabt werden dürfte. Insgesamt werden die privaten Konsumausgaben 2001 real um 2,5 % zunehmen. | ||
| Verbraucherpreis- anstieg flacht sich ab | Die Verbraucherpreise sind im Verlauf dieses Jahres beschleunigt gestiegen. Im dritten Quartal erhöhte sich der Preisindex für die Lebenshaltung mit einer laufenden Jahresrate von 3,0 %; der Vorjahreswert wurde um 2,1 % übertroffen. Maßgeblich hierfür waren die starke Erhöhung der Weltmarktpreise für Rohöl und Mineralölprodukte sowie der Wertverlust des Euro. Der Preisindex ohne Energieträger stieg nur mit einer laufenden Jahresrate von 1,1 %. In den letzten Monaten des Jahres wird sich der Preisauftrieb deutlich verringern. Die Gaspreise, die mit Verzögerung den Heizölpreisen folgen, und die Umlagen für Fernwärme werden vorerst noch weiter steigen. Im Jahresdurchschnitt 2000 werden die Verbraucherpreise um 1,9 % anziehen. Der Preisauftrieb wird im nächsten Jahr abflachen. Zwar wird die diesjährige Ölpreissteigerung noch zu einem Teil über höhere Preise für heimische Produkte und Dienstleistungen auf die Endverbraucher überwälzt. Entlastend wirkt aber der erwartete Rückgang des Rohölpreises. Alles in allem verteuert sich die Lebenshaltung im Jahresdurchschnitt 2001 um 1,7 %; die dritte Stufe der Ökosteuer trägt hierzu 0,2 Prozentpunkte bei. Ohne Ausgaben für Heizöl und Kraftstoffe gerechnet, werden die Lebenshaltungskosten 2001 um 1,5 % steigen, nach 0,9 % in diesem Jahr. | ||
| Produktionszu- wachs etwas schwächer | Die gesamtwirtschaftliche Produktion setzte im bisherigen Jahresverlauf ihre Aufwärtsbewegung beschleunigt fort. In der ersten Jahreshälfte stieg das reale Bruttoinlandsprodukt mit einer Jahresrate von 3,5 %. Vor allem im verarbeitenden Gewerbe nahm die Erzeugung kräftig zu; besonders hoch war dabei die Dynamik im Investitionsgüterbereich. Die gute Industriekonjunktur regte auch die Wertschöpfung bei den Unternehmensdienstleistern kräftig an. Die Bauproduktion sank dagegen deutlich. Im Prognosezeitraum erhöht sich die Produktion etwas weniger rasch. Bis zum Jahresende erhält die Konjunktur zwar weiter Anregungen durch die Auslandsnachfrage sowie durch die Vorzieheffekte bei den Investitionen; dämpfend wirkt allerdings der ölpreisbedingte Entzug der Kaufkraft (Tabelle 3.5). Im kommenden Jahr lassen die Impulse aus dem Ausland deutlich nach. Dagegen wird die Inlandsnachfrage temporär durch fiskalische Entlastungen stimuliert. Die konjunkturelle Dynamik schwächt sich dabei in der Grundtendenz ab. Die Industrieproduktion nimmt 2001 um reichlich 4 % zu, nach knapp 6 % im Jahr 2000. Dagegen ist die Produktion im Baugewerbe immer noch leicht rückläufig. Im tertiären Sektor expandieren die Wertschöpfung der konsumnahen Dienstleister und die des Handels verstärkt, während sich der Anstieg bei den Unternehmensdienstleistern etwas abschwächt. Alles in allem wird sich das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in diesem Jahr um 3 % und im nächsten Jahr um 2,7 % erhöhen (Abbildung 3.7 und Tabelle 3.6). In Ostdeutschland ist die gesamtwirtschaftliche Produktion in der ersten Jahreshälfte deutlich schwächer gestiegen als im Westen. Maßgeblich hierfür waren der erneut starke Rückgang der Bautätigkeit sowie die etwas geringere Zunahme der Wertschöpfung im tertiären Sektor. Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe expandierte dagegen abermals kräftig. Im Prognosezeitraum wird das Bruttoinlandsprodukt in Ostdeutschland etwa mit der gleichen Zuwachsrate expandieren wie in Westdeutschland. Die Bautätigkeit sinkt in den neuen Ländern im Jahr 2001 nochmals, aber nicht mehr so stark wie bisher, während die hohe Dynamik der Industrieproduktion nahezu unverändert bleibt. Zwar wird sich auch hier die Abschwächung der Weltkonjunktur bemerkbar machen, allerdings nicht in dem Maße wie in Westdeutschland, da die Auslandsabhängigkeit der ostdeutschen Wirtschaft geringer ist. Entsprechend war auch die Erholung im Jahr 2000 in Ostdeutschland nicht so ausgeprägt. Im tertiären Sektor heben sich die Wachstumsunterschiede annähernd auf. Insgesamt steigt das Bruttoinlandsprodukt in Ostdeutschland im Jahr 2000 um etwa 2,0 % (Westdeutschland: 3,1 %) und 2001 um 2,6 % (Westdeutschland: 2,7 %). | ||
| Anhaltender Beschäftigungs- aufbau | Den revidierten Erwerbstätigenzahlen zufolge stieg die Beschäftigung im vergangenen Jahr deutlich stärker als bisher ausgewiesen (Kasten 3.2). Die Zahl der Erwerbstätigen im Inland lag demnach um reichlich 400 000 Personen über dem Vorjahresniveau, zuvor war lediglich eine Zunahme von knapp 110 000 ausgewiesen worden. Im Verlauf des ersten Halbjahres 2000 erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen weiter um 313 000; ihr Vorjahresstand wurde im Juni sogar um 673 000 übertroffen. Im verarbeitenden Gewerbe kam der Beschäftigungsabbau in Westdeutschland zum Stillstand, in Ostdeutschland wurde der Personalbestand kräftig aufgestockt. Im Baugewerbe gingen insbesondere im Osten weiter Arbeitsplätze verloren. Erheblich war der Beschäftigungsaufbau vor allem in den Dienstleistungsbereichen. Die Beschäftigungsdynamik wird hier allerdings deutlich überzeichnet, denn die Zunahme beschränkte sich im Wesentlichen auf ausschließlich geringfügig Beschäftigte. Infolge der gesetzlichen Neuregelung solcher Beschäftigungsverhältnisse wurden Zweitjobs auf 630-DM- Basis finanziell unattraktiver, so dass Erwerbstätige mit solchen - in der Statistik nicht gesondert erfassten - Zweitjobs durch ausschließlich geringfügig Beschäftigte ersetzt wurden. Im Jahresdurchschnitt 2000 wird die Zahl der Erwerbstätigen um 600 000 Personen zunehmen (Abbildung 3.8, Tabelle 3.7). Dabei geht sie in Ostdeutschland nochmals zurück. Das ist jedoch allein auf die Verringerung der durch Beschäftigung schaffende Maßnahmen geförderten Arbeitsplätze um 90 000 zurückzuführen (Abbildung 3.9). Auf dem ersten Arbeitsmarkt dürfte erstmals seit 1995 die Beschäftigung wieder leicht zunehmen. Im Jahr 2001 verlangsamt sich der Beschäftigungsanstieg. Im tertiären Sektor und insbesondere im verarbeitenden Gewerbe wird die Beschäftigung abermals ausgeweitet; im Baugewerbe ist dagegen mit einer weiteren - wenn auch verlangsamten - Abnahme zu rechnen. Verglichen mit der Erhöhung der Beschäftigung ist die Zahl der registrierten Arbeitslosen im Verlauf des ersten Halbjahrs nur wenig zurückgegangen. Dies erklärt sich dadurch, dass von der Beschäftigungsaufstockung im tertiären Sektor in erster Linie ausschließlich geringfügig Beschäftigte profitierten, die zuvor nicht als Arbeitslose gemeldet waren. Im Zuge der immer noch kräftigen Konjunktur wird die Arbeitslosigkeit weiter sinken (Abbildung 3.10). Damit wird die saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen Ende 2000 bei 3,81 Mill. liegen, und bis Ende 2001 wird sie auf 3,49 Mill. zurückgehen. Für Ostdeutschland ist in diesem Jahr noch ein geringer Anstieg auf 1,26 Mill., im Verlauf des kommenden Jahres dagegen ein Rückgang auf 1,20 Mill. zu erwarten. Damit wird die Arbeitslosenquote in Ostdeutschland im Jahr 2001 mit 16,7 % um rund zehn Prozentpunkte höher als in den alten Bundesländern sein. | ||
| Kräftige Impulse durch die Steuerreform | Die Finanzpolitik wirkt im Jahr 2000 noch leicht dämpfend auf die gesamtwirtschaftliche Nachfrage. Infolge zahlreicher Einsparmaßnahmen bei Bund, Ländern und Gemeinden nehmen die konjunkturbereinigten Ausgaben des Staates schwächer zu als das nominale Bruttoinlandsprodukt; eine wichtige Rolle spielt dabei das Sparpaket. Gleichzeitig ändert sich die Abgabenbelastung nicht. Im Jahr 2001 wird der Sparkurs etwas gelockert. So werden verschiedene Sozialleistungen aufgestockt. Auch werden die Aufwendungen für Ausbildung und Forschung sowie für die Verkehrsinfrastruktur merklich steigen. Vor allem aber werden die privaten Haushalte und Unternehmen durch die Verringerung der Einkommensteuersätze und die Reform der Unternehmensbesteuerung deutlich entlastet. Alles in allem dürfte das strukturelle Budgetdefizit des Staates in Relation zum Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2001 um reichlich einen Prozentpunkt [13] steigen; die Finanzpolitik wird die Konjunktur also merklich anregen. Die Personalausgaben des Staates nehmen in diesem und im nächsten Jahr nur wenig zu; Bund, Länder und Gemeinden werden ihren Personalbestand weiterhin reduzieren, und die Löhne und Gehälter im öffentlichen Dienst steigen nur schwach. Auch dürften die Konsumausgaben des Staates im laufenden und im kommenden Jahr weiterhin moderat zunehmen. Die Sozialleistungen werden verlangsamt expandieren. Zwar werden das Wohngeld, die BAföG-Leistungen und das Erziehungsgeld angehoben und einmalige Heizkostenzuschüsse an einkommensschwache Haushalte gezahlt, doch werden die arbeitsmarktbedingten Ausgaben infolge der steigenden Beschäftigung weiter sinken. Die Zinsausgaben für die öffentlichen Schulden werden wegen der beträchtlichen Schuldentilgung durch den Bund sowohl 2000 als auch 2001 deutlich abnehmen. Die öffentlichen Investitionen, die - nach einer sprunghaften Zunahme zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts - von 1992 bis 1998 um rund ein Viertel zurückgingen, sind im Jahr 1999 erstmals wieder gestiegen und werden in diesem wie im kommenden Jahr weiter, wenn auch nur leicht, ausgeweitet. [14] Zum einen wird die Finanzlage der Gebietskörperschaften trotz der Steuersenkung günstig bleiben. Zum anderen wird der Bund seine Investitionen deutlich aufstocken; ein Teil der Zinsersparnisse infolge des Rückgangs der Verschuldung wird dafür verwendet. Die gesamten Ausgaben des Staates - ohne die im Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG) als negative Ausgaben gebuchten UMTS-Erlöse - werden 2000 um 1,7 % und 2001 um 1,4 % steigen. In Relation zum Bruttoinlandsprodukt gehen sie im kommenden Jahr auf 47,0 % zurück; die Staatsquote wird damit beträchtlich unter dem Mitte der neunziger Jahre erreichten Höchststand liegen. Die kräftige konjunkturelle Aufwärtsentwicklung lässt das Steueraufkommen im Jahr 2000 stark steigen. Darüber hinaus wird es aber auch durch steuerpolitische Maßnahmen beeinflusst (Tabelle 3.8): So stehen den Mindereinnahmen aus der zweiten Stufe des Steuerentlastungsgesetzes Mehreinnahmen infolge der Verbreiterung der Basis vor allem der Einkommen- und der Körperschaftsteuer gegenüber; zudem wurden die Mineralölsteuer und die Stromsteuer erhöht. Insgesamt sind für das Jahr 2000 Steuereinnahmen in Höhe von 923 Mrd. DM (in finanzstatistischer Abgrenzung) zu erwarten; dies sind rund 11 Mrd. DM mehr, als vom Arbeitskreis Steuerschätzungen im Mai 2000 prognostiziert worden war. Im kommenden Jahr werden Unternehmen und Haushalte durch die "Steuerreform 2000" deutlich entlastet; für sich genommen bewirken die Unternehmenssteuerreform und die Verringerung der Einkommensteuersätze Mindereinnahmen von rund 45 Mrd. DM (1,1 % des Bruttoinlandsprodukts). Infolge der Reform wird das Steueraufkommen etwas niedriger ausfallen als im laufenden Jahr, obgleich die Ökosteuer abermals erhöht wird. Insgesamt dürfte die Steuerquote im kommenden Jahr um reichlich einen Prozentpunkt geringer sein als im Jahr 2000. Trotz der deutlich höheren gesamtwirtschaftlichen Lohnsumme wird das Beitragsaufkommen der Sozialversicherung sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr nur wenig steigen, da der Beitragssatz zur Rentenversicherung zu Jahresbeginn reduziert wurde und im kommenden Jahr weiter leicht zurückgenommen wird. Zudem wurden in diesem Jahr die Renten- und Pflegeversicherungsbeiträge für Arbeitslosenhilfeempfänger gekürzt, im nächsten Jahr werden die Krankenversicherungsbeiträge für Arbeitslosenhilfeempfänger reduziert. Der Anstieg der gesamten Staatseinnahmen wird sich im kommenden Jahr auf 0,3 % abflachen (2000: 2,6 %). Dem konjunkturbedingten Rückgang des Budgetdefizits wirken im laufenden Jahr Sonderfaktoren entgegen, z. B. die reduzierte Gewinnablieferung der Bundesbank und die Zahlungen des Bundes an den Entschädigungsfonds für Zwangsarbeiter in der NS-Zeit. Dem Bund sind aber Erlöse aus der Versteigerung der Mobilfunklizenzen in Höhe von 99,4 Mrd. DM zugeflossen (Kasten 3.3). Dadurch kommt es in der Abgrenzung des ESVG vorübergehend zu einem Budgetüberschuss des Staates in Höhe von 60 Mrd. DM. Die Überschussquote beträgt damit 1,5 %; ohne die Versteigerungserlöse errechnet sich eine Defizitquote von 1,0 %. Für das kommende Jahr ist wieder mit Haushaltsfehlbeträgen zu rechnen; das Budgetdefizit wird sich auf 60 Mrd. DM bzw. 1,4 % des Bruttoinlandsprodukts belaufen. Der Schuldenstand des öffentlichen Sektors in Relation zum Bruttoinlandsprodukt wird im Jahr 2000 mit 59,0 % erstmals seit 1996 unter dem Referenzwert nach dem Vertrag von Maastricht liegen. Im Jahr 2001 ist mit einer Rückführung auf 57 % zu rechnen; diese deutliche Verringerung ist darauf zurückzuführen, dass rund 64 Mrd. DM der Versteigerungserlöse zu Beginn des kommenden Jahres zur Schuldentilgung eingesetzt werden. | ||
| Kasten 3.1: Annahmen für die Prognose | Der Prognose liegt eine Reihe von Annahmen zugrunde, die ihrerseits zumeist auf prognostischen Überlegungen beruhen, in einigen Fällen jedoch lediglich Setzungen sind. Im Einzelnen wird angenommen: Der Aufschwung der Weltwirtschaft setzt sich - wie im weltwirtschaftlichen Teil dieses Gutachtens dargelegt - fort, wenn auch mit etwas verlangsamtem Tempo. Der Welthandel wird in diesem Jahr um 12,5 %, im Jahr 2001 um 9 % zunehmen. Der Rohölpreis (Brentöl) wird sich im Laufe des nächsten Jahres von 31 US- Dollar pro Barrel auf 25 US-Dollar zurückbilden; er wird im Durchschnitt des kommenden Jahres mit 27 US-Dollar pro Barrel um 2 US-Dollar niedriger sein als in diesem. Die Weltmarktpreise für Industrierohstoffe ziehen moderat an. Der reale effektive Außenwert des Euro bleibt im Prognosezeitraum konstant. Die Europäische Zentralbank wird die Leitzinsen bis Ende des kommenden Jahres nicht ändern. Die Kapitalmarktzinsen verharren auf dem derzeitigen Niveau. Die Tarifverdienste steigen im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt in diesem und im nächsten Jahr um jeweils reichlich 2 %. Die Finanzpolitik, die in diesem Jahr vorrangig auf Konsolidierung der öffentlichen Haushalte ausgerichtet ist, wird im nächsten Jahr mit der "Steuerreform 2000" die Abgabenbelastung deutlich verringern. Zudem wird die Ökosteuerreform umgesetzt, und die Maßnahmen zur sozialen Abfederung der gestiegenen Ölpreise werden - wie von der Bundesregierung vorgesehen - verwirklicht. | ||
| Kasten 3.2: Zur Revision der Erwerbstätigen- statistik | Diagnose und Prognose der Entwicklung am Arbeitsmarkt werden zur Zeit durch erhebliche Korrekturen der amtlichen Erwerbstätigenzahlen erschwert. Die Revisionen resultieren hauptsächlich aus der im April 1999 eingeführten Sozialversicherungspflicht für ausschließlich geringfügig Beschäftigte. Die Statistik der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weist nunmehr Zahlen aus, die deutlich höher sind als die zuvor auf Basis des Mikrozensus ermittelten Ergebnisse. Das Statistische Bundesamt korrigierte daraufhin rückwirkend die Zahl der Erwerbstätigen in der Abgrenzung der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen. Die Erwerbstätigkeit war danach im Jahr 1991 um 695 000 und im ersten Vierteljahr 2000 sogar um 2,23 Mill. höher als nach alter Statistik. Die Revisionen führen dazu, dass auch die Zahlen für das Arbeitsvolumen über den früher ermittelten Werten liegen. Nach der bisherigen Erfassung wurde das Arbeitsvolumen für die vergangenen Jahre zunehmend unterschätzt, die Steigerung der Arbeitsproduktivität wurde - bei kaum revidierten Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt - dagegen überschätzt. Die Differenz beim Arbeitsvolumen ist jedoch geringer als die bei den Erwerbstätigen, da es sich bei dem zusätzlich erfassten Personenkreis ausschließlich um geringfügig Beschäftigte handelt. Die Korrekturen verändern auch die Verlaufsmuster am Arbeitsmarkt. Während nach den vorherigen Zahlen der Beschäftigungsaufbau erst in der zweiten Hälfte 1998 begann, startete er nach den revidierten Daten bereits im Frühjahr 1997. Nach früherem Datenstand nahm die Zahl der Erwerbstätigen seit dem konjunkturellen Tiefpunkt der Beschäftigung bis zum ersten Vierteljahr 2000 um 390 000 zu, nach dem neuen Datenstand um 1,21 Mill.; in der ersten Jahreshälfte 2000 war die Zahl der Erwerbstätigen um 630 000 höher als im Vorjahr (alte Statistik: rund 100 000). Die Zahl der Arbeitslosen hingegen, die nicht revidiert wurde, war lediglich um 175 000 niedriger. Gegenwärtig lässt sich die im Verhältnis zur Zunahme der Erwerbstätigkeit geringe Abnahme der Arbeitslosigkeit nur erklären, wenn vom bisherigen Bild eines sinkenden Erwerbspersonenpotentials abgerückt wird. Dadurch, dass eine immer größere Anzahl von Personen, die bislang nicht als Arbeitssuchende gezählt wurden - wie Schüler, Studenten, Hausfrauen und Rentner -, ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis eingehen, verändern sich Umfang und Zusammensetzung des Arbeitskräftepotentials. Zum Teil erklärt sich die Diskrepanz zwischen der Veränderung der Erwerbstätigkeit und der Arbeitslosigkeit aber auch dadurch, dass Arbeitslose, die "Minijobs" annehmen, nach den Bestimmungen des deutschen Arbeitsrechts als arbeitslos registriert bleiben können, wenn die geleistete Arbeitszeit 15 Wochenstunden nicht übersteigt. Solche Personen werden nach der jetzigen Statistik also sowohl als arbeitslos als auch als erwerbstätig gezählt. | ||
| Kasten 3.3: Zur Wirkung der Erlöse aus der Versteigerung von Mobilfunklizenzen auf die öffentlichen Haushalte |
Die Erlöse des Bundes aus der Versteigerung von Lizenzen für die Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) betragen 99,37 Mrd. DM. Diese Erlöse werden zur Tilgung der Staatsschulden eingesetzt und mindern damit die Zinsbelastung dauerhaft um rund 6 bis 7 Mrd. DM jährlich. Diesen Zinsersparnissen stehen jedoch Mindereinnahmen gegenüber, da die Lizenzerwerber die Anschaffungskosten steuerrechtlich geltend machen können. Bei einer Nutzungsdauer von zwanzig Jahren bestehen Abschreibungsansprüche in Höhe von rund 5 Mrd. DM pro Jahr. Weil Erlöse aus dem Verkauf der Dienstleistungen erst später anfallen, entstehen zumindest in den ersten Jahren erhebliche Steuermindereinnahmen. Vernachlässigt man bei Fremdfinanzierung die Absetzbarkeit von Schuldzinsen und deren Zusetzbarkeit bei den Kreditgebern und unterstellt man ausreichend hohe Gewinne der Lizenzerwerber, so ist bei der Gewerbesteuer mit Mindereinnahmen von rund 0,8 Mrd. DM pro Jahr und - bei geänderter Besteuerung der Unternehmensgewinne - bei der Körperschaftsteuer mit Ausfällen von 1,0 Mrd. DM pro Jahr zu rechnen; hinzu kommen 0,1 Mrd. DM Mindereinnahmen beim Solidaritätszuschlag. [10] Für den Vergleich wird hier das Land Berlin zu Westdeutschland gezählt. [11] Unterstellt ist, dass in diesem Jahr das Einfuhrvolumen bei Rohöl und Mineralölerzeugnissen so hoch ist wie 1999, der Ölpreis sich bis Ende dieses Jahres bei 31 US-Dollar pro Barrel hält und der Kurs des Euro gegenüber dem US-Dollar unverändert bleibt. Die hier vorgelegte Ölrechnung enthält die Einfuhren von Rohöl und Mineralölerzeugnissen. Im Gefolge des Ölpreisanstiegs hat sich aber auch der Import von Erdgas seit Anfang 1999 um rund 80 % verteuert. Bezieht man die Erdgasimporte mit ein, fällt der Entzugseffekt stärker aus, als es die reine Ölrechnung signalisiert. Im Rahmen einer umfassenden Energierechnung müssten allerdings auch die Exporte von Mineralölerzeugnissen berücksichtigt werden. [12] Die im September 2000 veröffentlichten Ergebnisse der VGR weisen rückwirkend für die Bauinvestitionen in Westdeutschland eine deutlich günstigere Entwicklung aus. Vor allem die Wohnungsbauinvestitionen wurden nach oben korrigiert. Anstelle eines Rückgangs wird nun für den Zeitraum 1997 bis 1999 ein spürbarer Anstieg ausgewiesen. Diese Entwicklung entspricht weitgehend den damaligen Vorhersagen der Institute. [13] Es handelt sich um diejenige Änderung des Budgetdefizits, die nicht konjunkturell bedingt oder darauf zurückzuführen ist, dass infolge der Versteigerung der Mobilfunklizenzen im Jahr 2000 Einnahmen erzielt wurden und im Jahr 2001 Ausgaben dadurch gemindert werden, dass Schulden des Bundes getilgt werden und damit die Zinsbelastung sinkt. [14] Im vergangenen und in diesem Jahr wird das Volumen der Investitionen durch den Verkauf eines Teils der Rohölreserve gedrückt; dies schlägt sich in der VGR als negative Investition des Staates nieder. | ||
------------------------------------------------------------------------------- | |||
| Tabelle 3.1 |
Entwicklung der deutschen Ölrechnung
-------------------------------------------------------------------------------
1973 1974 1975 1979 1980 1981 1998 1999 2000 2001
Basis-Altern.-
rechnung
Ölpreis
in US-Dollar 3,5 11,6 11,4 20,0 32,8 36,4 12,8 17,9 29,0 27,0 35,0
in DM 9,3 30,0 28,1 36,6 59,6 82,0 22,1 31,7 60,9 58,5 75,8
Ölrechnung (1)
in Mrd. DM 15,2 32,8 29,6 49,0 64,8 72,4 30,4 36,8 69,9 67,1 86,5
Veränderung
in Mrd. DM 4,4 17,6 -3,2 16,5 15,8 7,6 -10,8 6,4 33,1 -2,8 16,6
in % des
nominalen BIP 0,5 1,8 -0,3 1,2 1,1 0,5 -0,3 0,2 0,8 -0,1 0,4
-------------------------------------------------------------------------------
(1) Einfuhr von Rohöl und Mineralölerzeugnissen; in den siebziger und achtziger
Jahren Westdeutschland.
Quellen: Statistisches Bundesamt; Bundesamt für Wirtschaft;
Berechnungen der Institute.
===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
| ||
| Tabelle 3.2 |
Deutsche Exporte nach Regionen
-------------------------------------------------------------------------------
Nominaler Export (Spezialhandel)
1998 1999 1. Hj. 2000
Ländergruppe Mrd. Anteile in % Mrd. Anteile in % Mrd. Anteile in %
DM in % des BIP(1) DM in % des BIP(1) DM in % d. BIP(1)
Insgesamt 955 100,0 25,2 984 100,0 25,4 511 100,0 26,3
EU 540 56,5 14,3 560 56,9 14,4 285 55,8 14,7
EFTA (2) 52 5,5 1,4 53 5,4 1,4 27 5,4 1,4
NAFTA (3) 104 10,9 2,7 116 11,8 3,0 62 12,1 3,2
Ostasien (4) 67 7,0 1,8 71 7,2 1,8 38 7,4 1,9
MOE (5) 89 9,3 2,3 84 8,6 2,2 45 8,8 2,3
Übrige Länder 104 10,9 2,7 100 10,2 2,6 53 10,4 2,7
-------------------------------------------------------------------------------
(1) In % des nominalen Bruttoinlandsprodukts.
(2) Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein.
(3) USA, Kanada, Mexiko.
(4) Japan, China, Hongkong, Taiwan, Singapur, Thailand, Indonesien, Malaysia,
Philippinen, Südkorea.
(5) Polen, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Bulgarien, Rumänien, Russland,
Ukraine, Weißrussland.
Quellen: Statistisches Bundesamt; Berechnungen der Institute.
===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
| ||
| Tabelle 3.3 |
Indikatoren zur Außenwirtschaft (1)
-------------------------------------------------------------------------------
1997 1998 1999 2000 2001
Veränderung in %
gegenüber dem Vorjahr
Exporte, real 11,3 7,0 5,1 12,5 9,3
Waren 11,4 7,7 5,3 12,9 9,5
Dienstleistungen 10,4 2,2 3,2 9,4 7,3
Importe, real 8,4 8,6 8,1 9,7 8,5
Waren 8,7 9,8 7,9 9,9 8,5
Dienstleistungen 7,3 3,8 8,8 8,9 8,4
Terms of Trade -1,8 1,9 0,8 -4,2 -0,6
in Mrd. DM
Nachrichtlich:
Außenbeitrag, real 70,2 60,3 32,2 66,8 82,5
Außenbeitrag, nominal 50,1 57,5 37,6 20,3 25,1
Leistungsbilanzsaldo (2) -4,8 -8,0 -35,5 -41,0 -41,0
-------------------------------------------------------------------------------
(1) In der Abgrenzung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (ESVG 95).
(2) In der Abgrenzung der Zahlungsbilanzstatistik.
Quellen: Statistisches Bundesamt; Deutsche Bundesbank;
2000 und 2001: Prognose der Institute.
===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
| ||
| Tabelle 3.4 |
Reale Bauinvestitionen in Deutschland
-------------------------------------------------------------------------------
1999 1999 2000 2001
Anteile Veränderung in %
in % gegenüber dem Vorjahr
Wohnbauten 57,8 -0,2 -3,5 -0,5
Nichtwohnbauten 42,2 1,4 -1,1 0,3
gewerbliche Bauten 29,7 0 -1,2 1,0
öffentliche Bauten 12,5 4,7 -0,8 -1,4
Bauinvestitionen 100,0 0,5 -2,5 -0,1
-------------------------------------------------------------------------------
Quellen: Statistisches Bundesamt; Berechnungen der Institute;
2000 und 2001: Prognose der Institute.
===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
| ||
| Tabelle 3.5 |
Beiträge der Nachfragekomponenten zum Anstieg des Bruttoinlandsprodukts
in Prozentpunkten
-------------------------------------------------------------------------------
1999 2000 2001
Konsumausgaben 1,5 1,3 1,5
Private Haushalte 1,5 1,1 1,4
Staat 0,0 0,2 0,1
Anlageinvestitionen 0,7 0,6 0,7
Ausrüstungen und
sonstige Anlagen 0,6 0,9 0,7
Bauten 0,1 -0,3 0,0
Vorratsveränderung 0,2 0,2 0,0
Inlandsnachfrage 2,3 2,1 2,3
Außenbeitrag -0,8 0,9 0,4
Exporte 1,5 3,8 3,1
Importe -2,2 -2,9 -2,7
Bruttoinlandsprodukt (1) 1,6 3,0 2,7
-------------------------------------------------------------------------------
(1) Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %.
Quellen: Statistisches Bundesamt; 2000 und 2001: Prognose der Institute.
===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
| ||
| Tabelle 3.6 |
Eckdaten der Prognose für Deutschland
-------------------------------------------------------------------------------
1997 1998 1999 2000 2001
Bruttoinlandsprodukt (1)
(Veränderung in % gegenüber dem Vorjahr) 1,4 2,1 1,6 3,0 2,7
Westdeutschland (2) 1,4 2,3 1,6 (a) 3,1 2,7
Ostdeutschland 1,0 0,7 1,5 (a) 2,0 2,6
Erwerbstätige (3) (1 000 Personen) 37 194 37 540 37 942 38 540 38 920
Arbeitslose (1 000 Personen) 4 384 4 279 4 099 3 890 3 600
Arbeitslosenquote (4) 10,6 10,2 9,8 9,2 8,5
Verbraucherpreise5)
(Veränderung in % gegenüber dem Vorjahr) 1,9 1,0 0,6 1,9 1,7
Lohnstückkosten6)
(Veränderung in % gegenüber dem Vorjahr) -0,8 0,0 0,6 0,0 0,5
Finanzierungssaldo des Staates (7)
in Mrd. DM -99,3 -77,8 -55,0 60,4(b)-59,5
in % des nominalen Bruttoinlandsprod. -2,7 -2,1 -1,4 1,5(b) -1,4
Nachrichtlich:
Finanzierungssaldo der Gebietskörperschaften
in der Abgrenzung des ESVG 95
(in Mrd. DM) -101,3 -83,0 -65,8 54,0(b)-68,0
in finanzstatistischer Abgrenzung
(in Mrd. DM) -94,5 -54,5 -54,9 66,0(b)-66,0
darunter:
Bund (in Mrd. DM) -63,4 -56,6 -51,3 76,0(b)-47,0
Leistungsbilanzsaldo (in Mrd. DM) -4,9 -8,0 -35,5 -41,0 -41,0
-------------------------------------------------------------------------------
(1) In Preisen von 1995.
(2) Einschließlich Berlin.
(3) Im Inland: Schätzung der Institute auf Basis der Erwerbstätigenrechnung des
Bundes und der Länder sowie des Mikrozensus.
(4) Arbeitslose in % der inländischen Erwerbspersonen (Wohnortkonzept).
(5) Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte.
(6) Im Inland entstandene Arbeitnehmerentgelte je Arbeitnehmer bezogen auf das
Bruttoinlandsprodukt in Preisen von 1995 je Erwerbstätigen.
(7) In der Abgrenzung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (ESVG 95).
(a) Schätzung der Institute auf der Basis der VGR der Länder.
(b) Einschließlich der als Nettoabgang an immateriellen Wirtschaftsgütern
gebuchten Erlöse aus der Versteigerung der UMTS-Lizenzen.
Quellen: Statistisches Bundesamt; Bundesanstalt für Arbeit; Arbeitskreis VGR
der Länder, Bundesministerium der Finanzen; Deutsche Bundesbank;
2000 und 2001: Prognose der Institute.
===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
| ||
| Tabelle 3.7 |
Arbeitsmarktbilanz
Jahresdurchschnitte in 1 000 Personen
-------------------------------------------------------------------------------
1997 1998 1999 2000 2001
Deutschland
Erwerbstätige Inländer 37 131 37 479 37 879 38 480 38 860
Arbeitnehmer 33 217 33 500 33 939 34 520 34 860
Selbständige 3 914 3 979 3 940 3 960 4 000
Pendlersaldo 63 61 63 60 60
Erwerbstätige Inland 37 194 37 540 37 942 38 540 38 920
Arbeitslose 4 384 4 279 4 099 3 890 3 600
Arbeitslosenquote (1) 10,6 10,2 9,8 9,2 8,5
Erwerbslose (2) 3 888 3 687 3 428 3 250 2 950
Erwerbslosenquote (3) 9,5 9,0 8,3 7,8 7,1
Aktive Arbeitsmarktpolitik
Kurzarbeit 183 115 119 85 80
Beschäftigung schaffende Maßn. 301 384 430 320 310
Berufliche Vollzeitweiterbild. 400 324 333 325 340
Westdeutschland (4)
Erwerbstätige Inländer (5) 30 987 31 339 31 740 32 410 32 760
Arbeitslose 3 135 3 023 2 872 2 640 2 380
Arbeitslosenquote (1) 9,2 8,8 8,3 7,5 6,8
Aktive Arbeitsmarktpolitik
Kurzarbeit 136 83 93 60 55
Beschäftigung schaffende Maßn. 80 86 100 80 80
Berufliche Vollzeitweiterbild. 234 191 204 195 200
Ostdeutschland
Erwerbstätige Inländer (5) 6 144 6 140 6 139 6 070 6 100
Arbeitslose 1 249 1 256 1 227 1 250 1 220
Arbeitslosenquote (1) 16,9 17,0 16,7 17,1 16,7
Aktive Arbeitsmarktpolitik
Kurzarbeit 47 32 26 25 25
Beschäftigung schaffende Maßn. 221 298 331 240 230
Berufliche Vollzeitweiterbild. 166 133 129 130 140
-------------------------------------------------------------------------------
(1) Arbeitslose in % der inländischen Erwerbspersonen (Erwerbstätige
plus Arbeitslose).
(2) Definition der ILO.
(3) Erwerbslose in % der inländischen Erwerbspersonen (Erwerbstätige plus
Erwerbslose).
(4) Einschließlich Berlin.
(5) Schätzung der Institute auf Basis der Erwerbstätigenrechnung des Bundes
und der Länder sowie des Mikrozensus.
Quellen: Statistisches Bundesamt; Bundesanstalt für Arbeit; Arbeitskreis
Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder;
2000 und 2001: Prognose der Institute.
===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
| ||
| Tabelle 3.8 |
Veränderungen von Steuern und Sozialabgaben
Haushaltsentlastungen(+) und -belastungen(-) gegenüber 1999 in Mrd. DM
-------------------------------------------------------------------------------
2000 2001 2002 2003
Steuern und Sozialabgaben insgesamt -1,0 -46,4 -36,0 -45,1
Steuern -3,0 -39,3 -25,7 -31,5
Steueränderungsgesetz 1998 und Steuerentlastungsgesetz
1999 vom 19.12.1998, Steuerentlastungsgesetz
1999/2000/2002 vom 24.3.1999 (1) -2,6 -1,1 -19,2 -21,3
Gesetz zur Neuregelung der geringfügigen
Beschäftigungsverhältnisse vom 24.3.1999 -0,7 -0,7 -0,7 -0,7
Gesetz zum Einstieg in die
ökologische Steuerreform vom 24.3.1999 -3,9 -3,9 3,9 3,9
Gesetz zur Fortführung der
ökologischen Steuerreform vom 16.12.1999 -5,1 10,4 15,7 21,1
Gesetz zur Verbesserung
der Familienförderung vom 22.12.1999 (1) -0,7 -1,6 -1,6 -1,7
Gesetz zur Bereinigung von
steuerrechtlichen Vorschriften vom 22.12.1999 -2,1 -3,7 -3,5 -2,4
Gesetz zur Änderung des
Wohngeldgesetzes vom 22.12.1999 -0,1 -0,4 0,5 0,7
Gesetz zur Änderung des Kraftfahrzeugsteuergesetzes
und des Tabaksteuergesetzes vom 1.12.1999 - -0,5 0,3 -
Reform der Unternehmensbesteuerung gemäß Steuersenkungsgesetz
und Entschließung des Bundesrats vom 14.7.2000 - -17,0 -20,5 -15,4
Reform des Einkommensteuertarifs gemäß Steuersenkungsgesetz
und Entschließung des Bundesrats vom 14.7.2000 - -28,4 1,3 -13,8
Umwandlung der Kilometerpauschale in eine Entfernungspauschale bei
gleichzeitiger Erhöhung von 70 Pf auf 80 Pf pro km -2,0 -1,9 -1,8
Sozialabgaben -4,0 -7,1 -10,3 -13,6
Senkung des Beitragssatzes zur Rentenversicherung von 20,3
auf 19,5% (1.4.1999), 19,3% (1.1.2000), 19,1% (1.1.2001),
18,9% (1.1.2002) und 18,7% (1.1.2003) (2) -6,0 -9,1 -12,3 -15,6
Einführung der Beitragspflicht für geringfügige
Beschäftigungsverhältnisse und für Scheinselbst. -2,0 - 2,0 2,0 2,0
Nachrichtlich: Erhöhung des Kindergeldes im Rahmen des Gesetzes zur
Verbesserung der Familienförderung vom 22.12.1999 -3,8 -3,8 -3,8 -3,8
-------------------------------------------------------------------------------
(1) Ohne Änderungen beim Kindergeld; das Kindergeld wird im ESVG 95 als
Sozialleistung, in der Finanzstatistik als negatives Steueraufkommen gebucht.
(2) Fortschreibung für die Jahre 2002 und 2003 entsprechend den Angaben der
Bundesregierung.
Quellen: Bundesministerium der Finanzen; Berechnungen der Institute.
===============================================================================
| ||
| © DIW Berlin Wochenbericht 43/00 | |||

Diese Seite empfehlen