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| Wochenbericht des DIW Berlin 50/00 Russlands Aufschwung in Gefahr [1] | |||
| Bearbeiter | Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel | ||
| Nach einer fast ein Jahrzehnt währenden Durststrecke wird Russland nun bald auf zwei Jahre wirtschaftlichen Wachstums zurückblicken können. Dieses Wachstum wies sogar eine Beschleunigungstendenz auf, so dass für das Jahr 2000 die optimistischen Erwartungen der Institute vom Frühjahr ("ein Wachstum von 5 % wäre nicht überraschend") noch übertroffen werden. Die russische Regierung hat sich nun vorgenommen, nach den makroökonomischen Stabilisierungsfortschritten endlich die lange Zeit sträflich vernachlässigten Strukturprobleme anzugehen und damit vor allem die Rahmenbedingungen für Investitionen zu verbessern. In der Tat stehen auf diesem Gebiet höchst dringliche Aufgaben an, denn es wäre ein Irrtum zu glauben, das kräftige Wirtschaftswachstum werde sich quasi von alleine fortsetzen. Der jüngste Aufschwung ist ohnehin keineswegs einzig und allein den gestiegenen Weltmarktpreisen für Rohöl und der Abwertung des russischen Rubels zuzuschreiben. Vielmehr hat die russische Wirtschaft - ohne bewusstes Zutun der Regierung - nach der Krise von 1998 zudem einen Kostenvorteil erlangt, den sich viele Beobachter für die neuen Bundesländer immer gewünscht hatten: drastisch abgesenkte Reallöhne. Diese Reallohnsenkungen hatten in Russland, wegen der abwertungsbedingten Importsubstitution, keineswegs einen Rückgang der Binnennachfrage zur Folge, sehr wohl dagegen eine außerordentlich starke Zunahme der Unternehmensgewinne, die sich dann auch in einem kräftigen Investitionswachstum niederschlug. Aus dieser Perspektive droht der Dauerhaftigkeit dieses Aufschwungs vor allem dann Gefahr, wenn nicht erkannt wird, dass die gegenwärtige Konstellation eines realen Wirtschaftswachstums von etwa 7 % und eines realen Investitionswachstums von zuletzt fast 20 % allenfalls kurzfristig mit dem neuerlichen Reallohnwachstum von weit über 20 % vereinbar ist. | |||
| Beschleunigte Erholung | Im Jahr 2000 wird das Wachstum des russischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) mit etwa 7 % mehr als doppelt so hoch ausfallen wie im Jahr 1999, dem ersten Jahr der Erholung. Die Wachstumsrate der Bruttoanlageinvestitionen wird sogar beim Vierfachen der Vorjahresrate liegen (Tabelle 1). [2] Das zeitliche Muster der Erholung lässt sich wie folgt skizzieren: Im unmittelbaren Gefolge der Krise vom August 1998 kam es zunächst zu einer starken Abwertung des russischen Rubels, mit der Folge drastisch steigender (Rubel-) Preise für Importgüter und damit sehr schnell und kräftig zurückgehender Importvolumina. Der mit der Abwertung einhergehende starke Preisschub bewirkte eine rasche Absenkung der Reallöhne (um weit mehr als 30 %) und der realen Renten (um etwa 50 %). Dies bedeutete zwar einen Nachfragerückgang; die ebenfalls abwertungsbedingte Umlenkung dieser verringerten Nachfrage zugunsten heimischer Produkte nahm jedoch solche Ausmaße an, dass russische Produzenten sehr bald (schon gegen Ende 1998) Produktionssteigerungen meldeten. In der Folge begann im Laufe des Jahres 1999 zunächst das Bruttoinlandsprodukt zu wachsen, mit einer Verzögerung auch die Investitionstätigkeit. Der im Zusammenhang mit den gestiegenen Weltmarktpreisen für Erdöl und der Abwertung des Rubels zu erwartende Anstieg der Exporte - in USD-Werten, aber auch mengenmäßig - zeigte sich erst im letzten Quartal 1999 deutlich. Die schon vorher einsetzende kräftige Zunahme des Handelsbilanzüberschusses war allein auf den Rückgang der Importe zurückzuführen. Im Jahr 2000 kam dann mit den Verbesserungen bei den wichtigen Einkommenskategorien auch eine Erholung des privaten Verbrauchs in Gang. Die Hauptursache für die kräftige Zunahme der Investitionstätigkeit war die Explosion der Unternehmensgewinne, die zunächst auf die abwertungsbedingte Importsubstitution und die Reallohnsenkungen, erst mit Verzögerung auch auf die Zunahme der Exporterlöse zurückzuführen ist. Das gesamtwirtschaftliche Wachstum des Jahres 2000 setzt sich - von der Verwendungsseite aus gesehen - etwa zur Hälfte aus dem Anstieg des privaten Verbrauchs und etwa zu einem Drittel aus der Zunahme der Investitionstätigkeit zusammen. Die Ausweitung des Außenbeitrags wurde, bei kaum veränderten Importen, vor allem von der steilen Zunahme der Exporte bestimmt. Die kräftige Schubwirkung der Exporte auf die BIP-Entwicklung wurde jedoch nahezu völlig von der restriktiven Fiskalpolitik neutralisiert. Auf der Einkommensseite des BIP sind die aggregierten Gewinne weiter deutlich gestiegen, und zwar obwohl hierin die Ergebnisse der Verlustbetriebe enthalten sind, deren Zahl trotz eines weiteren leichten Rückgangs immer noch einen Anteil von fast 40 % des Unternehmenssektors ausmacht. Die Gesamteinkommen der privaten Haushalte sind real (mit gut 9 %) deutlich langsamer gewachsen als die Löhne (+24 %) und die Renten (+26 %) (Abbildung 1). Durch den raschen Anstieg der Reallöhne ist mittlerweile schon wieder etwa die Hälfte des Kostenvorteils aufgezehrt worden, der für die Unternehmen nach der Krise von 1998 entstanden war. Die übrigen Einkommen der privaten Haushalte - vor allem die Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen, insbesondere ausgeschüttete Gewinne [3] - wiesen dementsprechend zuletzt auch wieder eine Abschwächung auf. | ||
| Strukturelle Anpassungen, Preise, Beschäftigung | Eine Gegenüberstellung der Struktur von Gewinnen und Investitionen (Abbildung 2) erlaubt nun eine Reihe interessanter Einsichten. [4] Zunächst ist festzuhalten, dass der überwiegende Teil der Gewinne - über 70 % - in der Industrie anfällt. Keine Gewinne bzw. sogar Verluste erwirtschaften dagegen die Wohnungswirtschaft und die Landwirtschaft. [5] Bezüglich der Anteile an der gesamtwirtschaftlichen Investitionstätigkeit liegt zwar auch die Industrie vorn, ihr Anteil entspricht jedoch bei weitem nicht dem Anteil an den gesamtwirtschaftlichen Gewinnen. In entsprechendem Umfang werden Gewinne, die in der Industrie anfallen, nicht für Investitionen in der Industrie verwendet. Dagegen werden vor allem in der Wohnungswirtschaft und im Bereich Transport und Kommunikation sowie in der Landwirtschaft Investitionen getätigt, ohne dass diesen auch Gewinne gegenüberstünden. Dies kann so verstanden werden, dass die Industrie diese Sektoren quasi mitfinanziert. Dieser Sachverhalt ist um so bemerkenswerter, als auch innerhalb der Industrie ein enorm hoher Anteil von Verlustbetrieben zu verzeichnen ist. Vor allem die Bereiche NE-Metallurgie, Brennstoffe sowie Eisen und Stahl sind es, deren Gewinne nicht für eigene, sondern für Investitionen in anderen Wirtschaftsbereichen bereitgestellt bzw. abgegeben werden. Ein Nettoempfänger in diesem Sinne ist auch die Nahrungsmittelindustrie. Die geschilderten Mittelflüsse können nun auf marktwirtschaftlichen Mechanismen beruhen, wie dies im Fall der Nahrungsmittelindustrie zu vermuten ist, sie können aber auch auf staatliche Eingriffe zurückzuführen sein. Letzteres dürfte mit ziemlicher Sicherheit auf die Wohnungswirtschaft und die Landwirtschaft zutreffen. Angaben zur Finanzierungsstruktur der Investitionen stehen nur für die Gesamtwirtschaft, nicht dagegen nach Wirtschaftsbereichen disaggregiert zur Verfügung. Über Bankkredite werden insgesamt nur 4 % der Investitionen finanziert. Eine dominante Position nehmen die öffentlichen Haushalte ein (42 % der Fremdmittel); wesentlich geringere Anteile entfallen auf diverse Investitionsfonds (20 %) und (staatliche) außerbudgetäre Fonds (8 %). [6] Es liegt die Vermutung nahe, dass gerade in den ertragsarmen Wirtschaftsbereichen (Wohnungswirtschaft und Landwirtschaft) die Zuführung von Investitionsmitteln noch weit ausgeprägter als im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt über die öffentlichen Haushalte erfolgt. Das Produktionswachstum in der Industrie, dem bei weitem größten Wirtschaftsbereich, war im Jahr 2000 mit einer Rate von fast 10 % noch stärker als im Vorjahr. Sämtliche bedeutenden Industriezweige zeigten eine Aufwärtsentwicklung, deren Raten sich vielfach im zweistelligen Bereich bewegten (Tabelle 2). Selbstverständlich sind hohe Wachstumsraten eines Industriezweigs in ihrer Bedeutung für das gesamtindustrielle Wachstum dann zu relativieren, wenn auf diesen Zweig nur ein geringer Anteil an der Industrieproduktion entfällt. Dies gilt etwa für die Leichtindustrie, die zwar mit fast 30 % gewachsen ist, jedoch kaum 2 % zur Industrieproduktion beiträgt. Berücksichtigt man neben der Wachstumsrate eines Industriezweigs auch sein relatives Gewicht, so ergibt sich eine Rangfolge der Beiträge zum Wachstum der Gesamtindustrie wie in Abbildung 3. Es zeigt sich, dass der Bereich Maschinenbau und Metallverarbeitung weiterhin den mit Abstand größten Beitrag zum gesamtindustriellen Wachstum leistet, gefolgt von der Eisen- und Stahlindustrie, der Nahrungsmittelindustrie, der NE-Metallurgie, der Brennstoffindustrie, der Chemischen Industrie, der Holz- und Papierindustrie, der Leichtindustrie, der Baustoffindustrie und der Elektrizitätswirtschaft. An dieser Rangfolge hat sich gegenüber der Vorperiode wenig verändert. In Bezug auf Entwicklungen innerhalb der einzelnen Industriezweige können hier nur einige Punkte hervorgehoben werden. Im Energiebereich fällt auf, dass die Stromerzeugung mit Atomkraft wieder deutlich wächst, zuletzt mit fast 9 % (bei einem Anteil von gut 15 %). In der Eisen- und Stahlindustrie sticht die starke Zunahme der Produktion von Stahlröhren (+61 %) hervor. In der Chemischen und Petrochemischen Industrie ist eine kräftige Ausweitung der Produktion von Reifen für Ackerfahrzeuge (+22 %) zu verzeichnen. Mit dieser Beobachtung harmoniert eine Entwicklung im Bereich Maschinenbau, und zwar die weiterhin äußerst starke Zunahme der Produktion von Landmaschinen (+54 %). Nicht ganz so schnell, aber doch fast durchweg mit zweistelligen Zuwachsraten, expandierten die übrigen Bereiche des Maschinenbaus. Eine gewichtige Ausnahme bildet nur der Automobilbau (mit einem vergleichsweise geringen Plus von 4 %), wobei die Pkw-Produktion am langsamsten - um knapp 2 % - stieg. Im Fall der Nahrungsmittelindustrie zeigt sich die gesamtwirtschaftliche Erholung auch daran, dass sie sich im Jahr 2000 nicht mehr, wie noch im Vorjahr, nur auf einfache Grundnahrungsmittel erstreckt, sondern auch wieder höherwertige Lebensmittel (wie Fleisch und Wurstwaren) erfasst. Diese Beispiele reflektieren wieder ein Charakteristikum des gegenwärtigen Aufschwungs: Einerseits geht er auf das Wirken von Marktmechanismen zurück, wie dies im Fall der zunehmenden Produktion höherwertiger Lebensmittel unterstellt werden darf; andererseits zeigt sich auch deutlich das Wirken direkter staatlicher Eingriffe, wie dies für das Beispiel der Zunahme des Landmaschinenbaus vermutet werden muss. [7] Ähnliches kann für die Produktionssteigerungen im "militärisch-industriellen Komplex" gelten. [8] Wie bereits erwähnt, setzte eine deutliche Steigerung der russischen Exporte erst gegen Ende des Jahres 1999 ein. Eine zentrale Rolle spielte dabei bekanntlich die Steigerung der Weltmarktpreise für Energieträger. Zu ergänzen ist jedoch, dass auch einige sehr starke mengenmäßige Exportsteigerungen, vor allem im Rohstoffbereich, zu verzeichnen waren. [9] Soweit es bei den Importen überhaupt schon zu einer Zunahme gekommen ist, betrifft dies vor allem Verbrauchsgüter. Insbesondere bei Maschinen und Ausrüstungen kam es dagegen in der Beobachtungsperiode noch zu Rückgängen von mehr als 3 %. Nun sind in der Kategorie Maschinen und Ausrüstungen auch Kraftfahrzeuge enthalten, deren Importe sehr stark zulegten (Pkw: +14 %, Lkw: +31 %). Dies bedeutet, dass andere Maschinenimporte, also vor allem die von Investitionsgütern, insgesamt immer noch keinerlei Erholungstendenz aufweisen. Die Preise stiegen im Jahr 2000 deutlich langsamer als noch im Vorjahr (Tabellen 3 und 4). Weiterhin sind jedoch starke Veränderungen der relativen Preise zu beobachten. Soweit diese Preisveränderungen eine Anpassung an relative Knappheiten bedeuten - wie bei den Preissteigerungen für Energieträger - sind sie höchst sinnvoll. Die gegenwärtige durchschnittliche Steigerungsrate der Verbraucherpreise von 20 % ist verträglich mit kräftigen Verteuerungen bei Energieträgern; eine niedrigere Durchschnittsrate könnte sich nur ergeben, wenn zugleich absolute Preisrückgänge bei anderen Kategorien von Gütern und Dienstleistungen erfolgen würden. Dies wäre aber mit großen und unnötigen Friktionen verbunden. In diesem Sinne kann daher die gegenwärtige Preissteigerungsrate als durchaus angemessen bezeichnet werden. Dazu kommt, dass der Anstieg der Verbraucherpreise ausreichend verhalten ist, um die Preisvorteile russischer Produzenten von Verbrauchsgütern gegenüber der ausländischen Konkurrenz zumindest kurzfristig nicht nennenswert schrumpfen zu lassen. Bedenklich wäre allerdings, wenn der durchschnittliche Anstieg der Erzeugerpreise den der Verbraucherpreise weiterhin deutlich übersteigen würde. Die Arbeitslosigkeit ging im Jahr 2000 zurück (Tabelle 5); die Quote lag zuletzt bei 10 %. Allerdings ist dieser Rückgang nur etwa zur Hälfte auf eine Ausweitung der Beschäftigung zurückzuführen; die andere Hälfte des Rückgangs ist einer verringerten Zahl von Erwerbspersonen zuzuschreiben, die zugleich aus der Arbeitslosenstatistik herausfielen. Der Zuwachs der Zahl der Beschäftigten lag unter 2 %; damit geht der weitaus größte Teil des BIP-Wachstums auf eine bessere Auslastung der Beschäftigten, d. h. auf höhere Arbeitsproduktivität, zurück. | ||
| Öffentliche Haushalte | Der Zustand des Föderationshaushalts hat sich tief greifend geändert: Im ersten Halbjahr 2000 wies dieser einen deutlichen Überschuss von nahezu 4 % des Bruttoinlandsprodukts auf (Tabelle 6). Im Vorjahresvergleich kam es zu einem deutlichen Anstieg der föderalen Einnahmen; sie stiegen von 13,5 % des Bruttoinlandsprodukts im Jahre 1999 auf 17,2 % im ersten Halbjahr 2000. Für die ersten zehn Monate des Jahres liegen bisher nur Eckdaten für die Einnahmen, Ausgaben und das Defizit vor; sie zeigen allerdings, dass der Überschuss des Föderationshaushalts nach der Jahresmitte wieder schrumpfte. Bei rückläufigen Einnahmen (auf 16 % des BIP) lag er im Zeitraum Januar bis Oktober 2000 bei 2,3 %. [10] In der Vergangenheit wurde die prekäre Lage der öffentlichen Haushalte vielfach auf die geringe Qualität der institutionellen Rahmenbedingungen zurückgeführt. Die Institutionenökonomik geht davon aus, dass die Funktion von Institutionen darin besteht, Unsicherheit zu reduzieren. Dabei ist zwischen der Existenz von Regeln und ihrer Durchsetzung bzw. Einhaltung zu unterscheiden. Angenommen wird, dass erst beides zusammen niedrige Transaktionskosten bewirkt. Ein Sinken der Transaktionskosten führt demnach über eine Ausweitung des Transaktionsvolumens zu einem Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Aktivität. [11] Lassen also die gestiegenen Einnahmen des Föderationshaushalts auf eine Verbesserung der Institutionen und damit gesunkene Transaktionskosten schließen? Folgende Umstände sind zu berücksichtigen: Erstens stiegen die Steuerrückstände der Unternehmen gegenüber dem Föderationshaushalt, die oftmals als Maß für die schlechte Durchsetzung geltender Institutionen herangezogen werden, sogar weiter. [12] Zweitens sind die Einnahmenzuwächse des Föderationshaushalts im Zusammenhang mit der gesamtwirtschaftlichen Belebung zu sehen. So stieg das Körperschaftsteueraufkommen, aber auch das Aufkommen aus der Mehrwertsteuer deutlich (Tabelle 6). Die zugrunde liegenden höheren Gewinne der Unternehmen können allerdings bestenfalls partiell durch die Einführung und Durchsetzung effizienter Institutionen erklärt werden. Drittens gingen die Einnahmesteigerungen bei den Außenhandelssteuern vor allem auf die gestiegenen Weltmarktpreise für Energieträger zurück. Diese Einnahmen machten etwa ein Fünftel der Gesamteinnahmen der Föderation aus. Eine derartige Steuerbelastung schafft für die Unternehmen weitere Anreize zur Steuerumgehung. [13] Viertens sind Körperschaftsteuer, Einkommensteuer, Mehrwertsteuer und Verbrauchsteuern Teil eines Mischsystems. Die Föderation bestimmt nicht nur den Steuersatz, sondern auch die Aufteilung des Steueraufkommens zwischen Föderationsebene und nachgeordneten Gebietskörperschaften. Die im Jahresverlauf eingeführten rechtlichen Änderungen zielen allesamt auf eine Steigerung des Föderationsanteils; die Einnahmen des konsolidierten Haushalts dagegen sind gegenüber dem Vorjahr sogar leicht rückläufig (Tabelle 7). Damit ist die verbesserte Finanzlage der Föderation kaum als Ergebnis institutioneller Fortschritte zu bewerten. Vielmehr handelt es sich auch um Verlagerungen innerhalb des fiskalischen und quasi-fiskalischen Sektors sowie um eine Rezentralisierung von Staatseinnahmen. [14] Davon wird die Ausgestaltung und Funktionsfähigkeit des fiskalischen Föderalismus wesentlich berührt. Theoretisch erhält die Verteilung von Staatsaufgaben über verschiedene staatliche Ebenen ihre Legitimation vor allem durch regional unterschiedliche Präferenzen und Informationen. Zu den wenigen öffentlichen Gütern, deren flächendeckende Bereitstellung durch eine Zentralregierung sinnvoll ist, gehört vor allem die Landesverteidigung, die Außenpolitik, aber auch eine einheitliche Rechtsordnung. Dagegen kann die Bereitstellung regionaler öffentlicher Güter durch nachgeordnete Gebietskörperschaften gegenüber einer einheitlichen Versorgung durch die Zentralbehörden zu Effizienzgewinnen führen. [15] Die russische Variante des Föderalismus enthält Elemente des kompetitiven Föderalismusmodells, bei dem die einzelnen Regionen zueinander in einer Konkurrenzsituation stehen. [16] Dies gilt sowohl in Bezug auf die Besteuerung von wirtschaftlichen Aktivitäten als auch in Bezug auf das Angebot regionaler öffentlicher Güter. Zusätzlich findet derzeit offensichtlich ein ungleicher Wettbewerb zwischen Zentrum und Regionen um die Staatseinnahmen statt. Da die Gesetzgebungskompetenz bei der Zentrale liegt, hat sie in diesem Steuerwettbewerb deutliche Vorteile. Tatsächlich wird die "offizielle" Finanzlage der russischen Föderationssubjekte zunehmend prekär. Den Einnahmezuwächsen auf der Föderationsebene stehen deutliche Einnahmeeinbrüche auf der Ebene der nachgeordneten Gebietskörperschaften gegenüber. Dabei sanken die Einnahmen der 89 Gebietskörperschaften im ersten Halbjahr 2000 auf 10,1 % des BIP (einschließlich Finanzausgleichszahlungen), nachdem sie 1999 noch bei 14,1 % gelegen hatten. Um die Föderationssubjekte dabei nicht allein von der regionalen Finanzkraft abhängig zu machen, existiert zwar ein Finanzausgleich, doch hat er nur ein Volumen von etwa 1,5 % des BIP. [17] Der Finanzausgleich soll eine Mindestausstattung der Regionen mit Finanzmitteln gewährleisten. Während die nachgeordneten Gebietskörperschaften 1999 noch über die Hälfte des gesamten Steuer- und Abgabenvolumens direkt verfügten, sank ihr Anteil im ersten Halbjahr 2000 auf etwa ein Drittel. Zugleich stand den Verschiebungen bei den Steuereinnahmen zugunsten der Föderationsebene keine Ausweitung des Finanzausgleichs gegenüber. In der Folge sind die Haushalte der nachgeordneten Gebietskörperschaften im ersten Halbjahr 2000 deutlich ins Defizit geraten (3,6 % des BIP, unter Berücksichtigung der Finanzausgleichszahlungen), nachdem sie in der Summe über Jahre hinweg ausgeglichen waren. Das Defizit fiel vor allem deshalb nicht noch wesentlich höher aus, weil die nachgeordneten Gebietskörperschaften nur einen begrenzten Zugang zum Kapitalmarkt haben. Der leicht positive Saldo des konsolidierten Haushalts von 0,2 % des BIP geht demnach auf die Kombination von Überschuss des Föderationshaushalts und Defizit der nachgeordneten Gebietskörperschaften zurück (Abbildung 4). Die russische Finanzpolitik ist derzeit restriktiv ausgerichtet. Besonders deutlich zeigt sich dies an der (konsolidierten) Primärbilanz: [18] Diese wies - bei im Vorjahresvergleich rückläufigem Schuldendienst - im ersten Halbjahr 2000 einen Überschuss von 3,9 % des BIP aus. Die Föderationsebene, der wichtigste russische Schuldner auf dem internationalen und nationalen Kapitalmarkt, hatte sogar einen Primärüberschuss von 6,9 % des BIP. Angesichts dieser Eckdaten kann der russische Staat nicht länger Probleme bei der Steuereintreibung als Argument für Zahlungsverzögerungen, Umschuldungen und Nichtzahlungen auf dem internationalen Finanzmarkt vorbringen. Umso eher können die internationalen und nationalen Gläubiger bei einer möglichen Bereitschaft zu Zugeständnissen eine Verbesserung der Institutionen in der Russischen Föderation einfordern. Denn deren Funktions- und Leistungsfähigkeit ist für eine dauerhafte Erholung von wesentlicher Bedeutung. [19] Nach den Haushaltsplanungen für das Jahr 2001 soll der finanzpolitische Restriktionskurs leicht gelockert werden. [20] Der noch nicht verabschiedete Entwurf für den föderalen Haushalt sieht im nächsten Jahr Einnahmen von 15,4 % des BIP vor. [21] Bei einem insgesamt ausgeglichenen Budget beträgt der geplante Überschuss der Primärbilanz 3,1 % des BIP. | ||
| Grundzüge der Steuerreform [22] |
Seit langem werden in der Russischen Föderation Reformen der Steuergesetzgebung diskutiert. Hintergrund ist, dass im Zuge der Transformation ein Steuerrecht entstand, das bestenfalls in Ansätzen elementaren Ansprüchen an ein modernes Steuersystem genügt. Derzeit prägen noch Intransparenz, diskretionäre Steuervergünstigungen und spontane steuerrechtliche Veränderungen das Bild. Ein modernes Steuerrecht erfordert dagegen nicht nur Rechtsstaatlichkeit, sondern auch Transparenz bei der Besteuerung, Einfachheit und administrative Effizienz, fiskalische Ergiebigkeit sowie Investitions-, Spar- und Umweltfreundlichkeit. [23] Die jetzt verabschiedete Steuerreform, die zum 1. Januar 2001 in Kraft treten soll, setzt vor allem bei der Neugestaltung der Steuersätze, aber auch bei der Neubestimmung der Steuerbasis an. Die Steuerreform betrifft insbesondere die Einkommensteuer für natürliche Personen, die Mehrwertsteuer und die Verbrauchsteuern. Bestandteil der aktuellen Steuerreform ist auch eine Reform der Sozialabgaben. Die definitive und damit langfristige Aufteilung des Steueraufkommens auf die unterschiedlichen föderalen Ebenen wird auch bei dieser Steuerreform ausgeklammert, ebenso wie die Körperschaftsteuer; für sie gilt weiterhin der maximale Steuersatz von 30 %. [24] Wenn trotzdem die steuerliche Belastung der Unternehmen als erdrückend empfunden wird, so geht dies einerseits auf die begrenzte Abzugsfähigkeit betrieblicher Kosten zurück, andererseits auf die zusätzlich zur Körperschaftsteuer von den nachgeordneten Gebietskörperschaften - einschließlich Gemeinden - erhobenen Steuern und Abgaben. Die radikalste Veränderung des Steuerrechts betrifft die Einkommensteuer für natürliche Personen. Bislang war diese Steuer progressiv ausgestaltet, mit einem Eingangssteuersatz von 12 % und einem Spitzensteuersatz von 30 %. Trotz der Progression trug die Einkommensteuer natürlicher Personen wenig zum Gesamtsteueraufkommen bei. Wenngleich alle Einkommen natürlicher Personen unter diese Steuerart fallen, so wurde sie bislang in erster Linie auf gemeldete Löhne der Unternehmen erhoben. Angesichts einer ineffektiven Steueradministration gab es insbesondere für Freiberufler und Selbständige nur wenig Anreiz, die tatsächlichen Einkommen zu melden und die entsprechenden Steuern abzuführen. Mit dem 1. Januar 2001 tritt eine massive Vereinfachung in Kraft: Es wird unabhängig von der Einkommenshöhe ein einheitlicher Steuersatz von 13 % erhoben. Erklärtes Ziel dieser Teilreform ist es, durch den niedrigen Steuersatz Steuerhinterziehung oder die Nichtdeklarierung von Einkommen unattraktiv erscheinen zu lassen. Ob das Ziel der freiwilligen Deklarierung von Einkommen allein mit einem einheitlichen niedrigen Steuersatz erreicht werden kann, muss indes offen bleiben, schon allein deshalb, weil es kaum einem Zweifel unterliegt, dass die Regierung in einigen Jahren wieder zu einer progressiven Besteuerung zurückkehren will. Reformiert werden auch die Abgaben. Für die verschiedenen Sozialfonds fallen bislang alle Lohneinkommen unter einen Abgabensatz von insgesamt 39,5 %. Diese "einheitliche Sozialsteuer" wird vom 1. Januar 2001 an durch eine regressive Besteuerung ersetzt. Der künftige Eingangssteuersatz liegt bei 35,6 %, der niedrigste Steuersatz für Jahreseinkommen über 600 000 Rubel bei 2 %. Mit der Reform sinkt nicht nur der Sozialabgabensatz, sondern zugleich werden die bisherigen Sozialfonds zusammengeführt. Ziel ist es, deren Transparenz und Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Weit weniger tief greifend sind die Änderungen in Bezug auf die Mehrwertsteuer; sie betreffen vor allem die Abschaffung zahlreicher Ausnahmeregelungen und die Abwicklung von außenwirtschaftlichen Transaktionen. [25] Unverändert bleibt dagegen der allgemeine Mehrwertsteuersatz von 20 %. Weiterhin wird ein reduzierter Steuersatz von 10 % auf ausgewählte Lebensmittel und Kinderbekleidung angewandt. Die Reform der Verbrauchsteuern zielt im Wesentlichen auf eine Steuererhöhung. Kompliziert ist die Alkoholsteuer definiert: Je nach Getränk und Alkoholgehalt fallen unterschiedliche Steuern an. Insgesamt bleibt die Steuerreform deutlich hinter den Erwartungen zurück: Zum einen gelten die bisherigen Regelungen zur Unternehmensbesteuerung weiterhin; die Möglichkeit, zusätzliche Investitionsanreize beispielsweise durch verbesserte Abschreibungsregelungen zu schaffen, wird nicht genutzt. Zum anderen wird der in der Öffentlichkeit stark diskutierte einheitliche Einkommensteuersatz von 13 % nicht zwangsläufig zu einer Steigerung der Zahlungsmoral führen. Bisherige Steuersünder haben kaum Anreize, von der inoffiziellen Wirtschaft in die offizielle zu wechseln und ihr faktisches Einkommen zu deklarieren. Dies gilt umso mehr, als bereits jetzt wieder eine Steigerung des Steuersatzes erwartet wird (Tabelle 8). | ||
| Geldpolitik und Bankensektor | Die Situation im Finanzsektor wird von zwei gegenläufigen Tendenzen geprägt: Einerseits ist auf makroökonomischer Ebene ein beachtlicher Grad an Stabilität erreicht worden. Nach dem starken Preisanstieg infolge der Rubelabwertung im Jahre 1998 wird für das Jahr 2000 eine Jahresinflation von etwa 20 % erwartet. Der Wechselkurs des Rubels zum US-Dollar ist im Jahresverlauf weitgehend konstant geblieben; gegenüber dem Euro hat der Rubel sogar nominal aufgewertet. An diesen Indikatoren gemessen kann die Wirtschaftspolitik somit als relativ erfolgreich bezeichnet werden. Auf mikroökonomischer Ebene stellt sich die Lage jedoch weniger positiv dar. Letztlich hängt aber der dauerhafte Erfolg der makroökonomischen Stabilisierung auch davon ab, welche Fortschritte in diesem Bereich, insbesondere bei der Reform des Bankensystems, gemacht werden. Ein entscheidender Faktor für die monetäre Stabilisierung war die positive fiskalische Entwicklung, durch die der Druck von der Zentralbank genommen wurde, Haushaltsdefizite zu monetisieren. Die Nettokreditvergabe an die Regierung ist in der ersten Hälfte des Jahres 2000 nominal zurückgegangen. [26] Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf einen Anstieg der Einlagen der Regierung bei der Zentralbank, die sich in den ersten drei Quartalen 2000 verdreifacht haben, zurückzuführen. [27] Insgesamt fiel der Anteil der Nettokreditvergabe an die Regierung an der Basisgeldmenge, der nach der Krise stark gestiegen war, in der ersten Jahreshälfte von 95 % auf 43 % (Tabelle 9). Gleichzeitig nahm aufgrund der wirtschaftlichen Erholung die Geldnachfrage und damit auch die reale Geldmenge zu. Noch immer fehlen der Zentralbank allerdings marktgestützte Instrumente zur geldpolitischen Steuerung. Auch wenn die Zentralbank seit Anfang 1999 einen real positiven Refinanzierungssatz ausweist (Abbildung 5), so ist dieser Zinssatz faktisch irrelevant für die Refinanzierung der Banken. Stattdessen wird die Liquidität im Bankensektor vorwiegend über Änderungen der Mindestreservesätze gesteuert; [28] zudem hat die Zentralbank verstärkt eine eigene Einlagenfazilität angeboten. Insgesamt ist die Bruttokreditvergabe an die Banken in der ersten Hälfte des Jahres stabil geblieben. Aufgrund eines Anstiegs der Einlagen der Banken bei der Zentralbank sind die Nettokredite weiter gesunken (Tabelle 9). Teilweise ist das Fehlen marktgestützter Instrumente der geldpolitischen Steuerung darauf zurückzuführen, dass der heimische Wertpapiermarkt faktisch zusammengebrochen ist und die Zentralbank daher nicht auf Offenmarktoperationen zurückgreifen kann. In einem beträchtlichen Maße spiegeln sich hierin jedoch auch die tief greifenden Probleme des russischen Bankensektors wider, die in der Krise des Jahres 1998 besonders deutlich wurden. Hohe Verbindlichkeiten in ausländischer Währung, gekoppelt mit hohen Forderungen an die russische Regierung, die faktisch wertlos geworden sind, haben zur Insolvenz vieler Banken geführt. Bisher ist eine langfristige Lösung der entstandenen Probleme nicht in Sicht, auch wenn es einige Ansätze zu Reformen gegeben hat. Ohne eine solche Lösung läuft die Zentralbank aber immer wieder Gefahr, eigentlich insolvente Banken mit Liquidität zu versorgen. Ein weiterer Faktor, der den geldpolitischen Handlungsspielraum einschränkt, ist das währungspolitische Ziel, eine erneute reale Aufwertung des Rubels zu verhindern. Die beträchtlichen Leistungsbilanzüberschüsse der vergangenen Monate sind zwar in der Hauptsache in Kapitalexporte des privaten Sektors geflossen. Rund ein Drittel der Überschüsse hat jedoch auch in einem Aufbau an Währungsreserven der Zentralbank, die Mitte 2000 in etwa wieder ihr Vorkrisenniveau erreichten und seither weiter gestiegen sind, seinen Niederschlag gefunden. Erstmals seit Ausbruch der Krise haben damit die Nettowährungsreserven wieder einen positiven Beitrag zur Geldbasis geliefert (Tabelle 9). Da jedoch die Zentralbank nur wenige Möglichkeiten hat, diesen Zufluss an Währungsreserven zu sterilisieren und somit einen unkontrollierten Anstieg der Geldmenge zu verhindern, erhöht eine solche Politik letztlich den Inflationsdruck, der bislang durch einen Anstieg der Geldnachfrage und damit der realen Geldmenge aufgefangen werden konnte (Abbildung 6). Sollten jedoch das Wirtschaftswachstum nachlassen oder die noch immer negativen realen Zinssätze auf inländische Depositen größeres Gewicht bei den Anlageentscheidungen russischer Investoren erhalten, könnte sich diese Tendenz umkehren. Insgesamt hat der russische Bankensektor praktisch nichts zur Finanzierung der wirtschaftlichen Erholung beigetragen. Im Wesentlichen haben die Banken in den vergangenen zwei Jahren ihre Bilanzen weg von Krediten an die Regierung hin zu ausländischen Aktiva und einer erhöhten Reservehaltung umstrukturiert. [29] Der Anteil der Forderungen an den privaten Sektor an der Gesamtbilanz ist von fast 40 % Ende 1997 auf 34 % Mitte 2000 gesunken (Tabelle 10). [30] Allein in der ersten Jahreshälfte 2000 ging das reale Kreditvolumen um 12 % zurück (Abbildung 6). Bislang konnte der realwirtschaftliche Aufschwung hauptsächlich durch Gewinne des Unternehmenssektors finanziert werden; ein effizientes System der Finanzintermediation war daher zunächst weniger erforderlich. Eine solche Investitionsfinanzierung stößt jedoch an ihre Grenzen, sobald innerhalb des Unternehmenssektors aktuelle und künftige Gewinnmöglichkeiten auseinanderfallen oder zunehmend Ersparnisse des privaten Sektors zur Investitionsfinanzierung bereitstehen sollen. Um dem russischen Bankensektor mittel- bis langfristig eine Rolle bei der Intermediation von Finanzmitteln zukommen zu lassen, wären also umfassende Reformen nötig. Diese müssten die Schließung unrentabler Banken, die Öffnung für Wettbewerb von außen, eine Strategie zur Reform des Sparkassensystems (Sberbank) und den Rückzug des Staates aus dem Geschäftsbankenbereich umfassen. Auch wenn dazu eine Reihe von Gesetzen erlassen worden ist und sich die Zentralbank von ihren noch bestehenden Geschäftsbankaktivitäten trennen will, sind die sichtbaren Fortschritte gering. Dagegen erfreuen sich Pläne, den staatlichen Einfluss auf das Bankensystem durch so genannte Entwicklungsbanken beizubehalten oder sogar zu erhöhen, nach wie vor großer Beliebtheit. | ||
| Wechselkurspolitik und Zahlungsbilanzentwicklung | Die Russische Zentralbank verfolgt offenbar das Ziel, eine reale Aufwertung des Rubels zu verhindern. Obwohl seit der spekulativen Attacke 1998 offiziell kein Wechselkursziel besteht, ist es der Russischen Zentralbank mittels Devisenmarktinterventionen gelungen, den nominalen Wechselkurs zum US-Dollar von April bis September 1999 stabil zu halten. Im ersten Quartal 2000 ließ sie eine Abwertung von monatlich 1 bis 2 % zu. Seitdem blieb der Wechselkurs praktisch stabil. Im Ergebnis hat sich der reale effektive Wechselkurs in der ersten Jahreshälfte kaum mehr verändert (Abbildung 7). Zu den positiven Aspekten der wirtschaftlichen Erholung nach der Krise zählt die Entwicklung der Leistungsbilanz, bestimmt vor allem von der realen Abwertung des Rubels und dem Anstieg der Weltmarktpreise für Öl und Gas. In der ersten Hälfte 2000 belief sich der Handelsbilanzüberschuss auf über 25 Mrd. USD (Tabelle 11). Damit lag er mehr als doppelt so hoch wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum. [31] In den ersten drei Quartalen 2000 erreichte er schon fast 45 Mrd. USD. [32] Die Aktivierung der Leistungsbilanz nach der Krise war zunächst fast ausschließlich auf Importsubstitution zurückzuführen. In der ersten Hälfte 2000 stabilisierten sich dann die Importe auf dem niedrigen Niveau vom entsprechenden Vorjahreszeitraum. Zugleich stiegen die Exporte auf mehr als das Doppelte. Entsprechend nahm der Leistungsbilanzüberschuss zu. Der Exportboom reflektiert hauptsächlich den gestiegenen Ölpreis. Mengenmäßig haben die Exporte allerdings auch von der Abwertung profitiert, vor allem im Rohstoffbereich. Inzwischen stoßen diese Ausfuhren jedoch zunehmend an Kapazitätsgrenzen. Vor dem Hintergrund der angespannten Lage auf den Weltenergiemärkten haben die EU und Russland auf ihrem Gipfeltreffen Ende Oktober 2000 neuerlich eine strategische Energiepartnerschaft vereinbart. Eine Arbeitsgruppe soll die Möglichkeiten für eine Erhöhung der Energieimporte der EU aus Russland analysieren und den Bedarf an Infrastrukturinvestitionen ermitteln. [33] Bislang wurden vor allem Vorstellungen über die Erweiterung der Transportkapazitäten bei Erdgas entwickelt. Die russische Gazprom hat mit der Gaz de France ein Kooperationsprojekt im Umfang von 1 bis 2 Mrd. USD vereinbart, das auch den Bau einer Pipeline von Russland über Weißrussland, Polen und die Slowakei nach Westeuropa vorsieht. Mit dieser Route soll die Ukraine als bisher wichtigstes - aber vornehmlich aus russischer Sicht nicht immer zuverlässiges - Transitland umgangen werden. Polen hat der Route inzwischen zugestimmt. Nicht bekannt ist, unter welchen Bedingungen Weißrussland den Transit gewährt. Insgesamt bleibt daher abzuwarten, ob eine Einigung zwischen Russland als Gasproduzenten und Weißrussland als wichtigem Transitland sowie den westeuropäischen Abnehmern zustande kommt. Das Defizit in der Kapitalverkehrsbilanz hat sich im ersten Halbjahr 2000 gegenüber dem Vorjahreszeitraum ausgeweitet. Die Nettokapitalexporte nahmen von 6,3 Mrd. USD auf gut 9 Mrd. USD zu. Negativ wirkte sich die geringere Zunahme der russischen Zahlungsrückstände gegenüber ausländischen Gläubigern (etwa 2,2 Mrd. USD) aus. Die ohnehin geringen Zuflüsse bei den ausländischen Direktinvestitionen waren leicht rückläufig. Auch die erhaltenen Portfolioinvestitionen gingen erneut zurück. Sie beliefen sich nur noch auf einen Bruchteil des Vorkrisenniveaus. Die positive wirtschaftliche Entwicklung gab zu der Hoffnung Anlass, dass die Kapitalflucht abnehmen oder sogar ausländische Investoren nach Russland zurückkehren würden. Diese Hoffnungen haben sich bestenfalls teilweise erfüllt. Gemessen an den statistisch nicht zuzuordnenden Transaktionen, die einen Kapitalabfluss von 4,5 Mrd. USD im ersten Halbjahr 2000 gegenüber 1,7 Mrd. USD im entsprechenden Vorjahreszeitraum ausweisen, hat sich das Problem der Kapitalflucht sogar verschärft. Die Absolutgrößen geben allerdings nur Aufschluss über die Tendenz, nicht aber über den tatsächlichen Umfang der Kapitalflucht, der wesentlich höher vermutet wird. Die verschiedenen Maßnahmen, mit denen versucht wurde, die Kapitalströme zu regulieren, haben sich als wenig effektiv erwiesen. [34] Außerdem gibt es bisher kaum Anzeichen dafür, dass Russland als Standort für ausländische Direktinvestitionen an Attraktivität gewinnt. Dagegen fassen die inländischen Investoren offenbar zunehmend Vertrauen in die Wirtschaft des Landes. Während noch im Vorjahr fast die Hälfte der inländischen Ersparnisse legal oder illegal ins Ausland geflossen sein dürfte, deuten die Prognosen für das Jahr 2000 darauf hin, dass gut zwei Drittel der inländischen Ersparnisse in die russische Wirtschaft investiert wurden. [35], [36] Neben der chronischen Schwäche des russischen Bankensektors dürfte die Zurückhaltung ausländischer Investoren auch daher rühren, dass die Umschuldungsverhandlungen mit dem Pariser Club der staatlichen Gläubiger noch nicht abgeschlossen sind. Bis zum November 2000 hatte der Pariser Club noch keine Entscheidung über langfristige Schuldenerleichterungen getroffen. Die relativ hohen Überschüsse im russischen Staatshaushalt haben die Kompromissbereitschaft der Gläubigerseite weiter reduziert. [37] Allerdings liegt die Verantwortung nicht allein auf Seiten der staatlichen Gläubiger, denn die russische Seite hat zur Verunsicherung ausländischer Investoren durch die Art und Weise, wie sie die Schuldenkrise behandelt hat, deutlich beigetragen. [38] | ||
| Institutionelle Reformen | Die Verbesserung von Institutionen gilt als eine der wichtigsten Aufgaben russischer Reformpolitik. Institutionelle Defizite, so die in den letzten Jahren häufig geäußerte Hypothese, waren ein entscheidender Faktor, der dem wirtschaftlichen Aufschwung in Russland entgegenstand. Auch nach der Finanzkrise 1998 dominierten auf ordnungspolitischem Gebiet Ad-hoc- Maßnahmen. [39] Daher war es den Wirtschaftssubjekten kaum möglich, stabile Erwartungen über den künftigen politischen und wirtschaftlichen Kurs zu entwickeln. Erstaunlich mag daher anmuten, dass sich die russische Wirtschaft offenbar erholt. Hierfür sind folgende Erklärungsmuster denkbar: So könnten Institutionen doch eine geringere Rolle im Transformationsprozess - und speziell für die Investitionstätigkeit - spielen als vermutet. [40] Weiterhin ist es möglich, dass zwar institutionelle Mängel bestehen, die Wirtschaftsakteure aber in absehbarer Zeit eine Verbesserung der Rahmenbedingungen erwarten und daher bereits heute Investitionen tätigen. Am wahrscheinlichsten ist jedoch, dass die institutionellen Schwächen kurzfristig durch den Abwertungseffekt, die Reallohnsenkung und die gestiegenen Ölpreise überkompensiert wurden und für eine dauerhafte Erholung letztlich doch die Institutionen grundlegend verbessert werden müssen. Vor allem ausländische Investoren bewerten das institutionelle Umfeld offenbar noch immer als unzureichend. Die ausländischen Investitionen, die im Jahr 1997 brutto 12,2 Mrd. USD erreicht hatten und mit der Finanzkrise zurückgegangen waren (1. Halbjahr 1998: 7,7 Mrd. USD; 2. Halbjahr 1998: 4,1 Mrd. USD), verharrten in den beiden Folgejahren auf einem Niveau von jeweils etwa 9,5 Mrd. USD. Auch die anhaltend hohe Kapitalflucht ist ein Indiz für institutionelle Defizite. Die neue russische Regierung hat ihre Vorstellungen zu künftigen Reformen in einem wirtschaftlichen Modernisierungsplan für den Zeitraum 2000 bis 2001 sowie einer Entwicklungsstrategie bis zum Jahre 2010 niedergelegt. [41] Zu den wichtigen Punkten beider Programme gehören der Schutz der Eigentumsrechte sowie allgemein die Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Wirtschaftsverwaltung, des Weiteren die Erleichterung des Marktzutritts und die Stärkung des Wettbewerbs einschließlich der Deregulierung, schließlich noch Reformen des Finanzsektors sowie weitreichende Steuerreformen. Während die Steuerreform - wie oben angesprochen - bereits eingeleitet wurde, sollen in anderen Reformbereichen erst noch konkrete Vorschläge erarbeitet werden. Abzuwarten bleibt jedoch, ob dies bei umstrittenen Vorhaben wie der Demonopolisierung sowie der Klärung des Rechts auf Privateigentum an Boden in naher Zukunft tatsächlich gelingen wird. [42] Hinzu kommt, dass sich erst anhand der Konkretisierung von Vorschlägen zeigen wird, ob die einzelnen Reformmaßnahmen untereinander konsistent sind. Offen ist schließlich auch, ob sich der Staat tatsächlich darauf beschränken wird, die Spielregeln der Marktwirtschaft zu schaffen und durchzusetzen, oder ob und wie stark er sich selektiv in das Wirtschaftsgeschehen einmischen wird. Insgesamt bieten die Programme den Wirtschaftsakteuren wenigstens grobe Anhaltspunkte für künftige Reformen. Eine Stabilisierung der Erwartungen kann jedoch nur erreicht werden, wenn die Regierung ihre Vorhaben als selbstverpflichtend betrachtet und die Reformen konsequent angeht. Dies würde letztlich auch ihre eigene Glaubwürdigkeit stärken. Als Beispiel für inkonsequentes Vorgehen kann die Privatisierung staatlicher Unternehmen gelten. Entgegen der Ankündigung im Modernisierungsplan, einen Großteil noch staatlicher Unternehmen rasch zu privatisieren, [43] kam es im Jahr 2000 wie bereits in den Vorjahren zu Verzögerungen und zur Einstellung von Verfahren. So wurde der Verkauf von Anteilen an dem Gasmonopolisten Gazprom und dem Ölunternehmen Slavneft' verschoben und der von Anteilen an der Ölgesellschaft Rosneft' gestoppt. Offiziell wird dieses Vorgehen damit begründet, dass sich derzeit nur ein geringer Verkaufspreis realisieren ließe. [44] Im ersten Halbjahr 2000 wurden insgesamt 919 Objekte, [45] darunter auch Betriebsteile und Immobilien, privatisiert und Erlöse in Höhe von 6,4 Mrd. Rbl. erzielt (Tabellen 12 und 13). [46] Im Gesamtjahr 2000 werden die Privatisierungserlöse allerdings deutlich über denen vom Vorjahr (12,1 Mrd. Rbl.) liegen, [47] da im zweiten Halbjahr Verkäufe getätigt wurden, bei denen der Verkaufspreis den Eröffnungspreis weit übertraf. [48] Offenbar finden Auktionen nun eher unter Marktbedingungen statt - im Unterschied zu den Vorjahren, als Insider Unternehmen zu einem Preis erwerben konnten, der nur geringfügig über dem Eröffnungspreis lag. [49] Faire Bedingungen sind eine wichtige Voraussetzung, wenn sich auch ausländische Investoren stärker an der Privatisierung beteiligen sollen. Zunächst muss jedoch die Regierung ihre Privatisierungsvorhaben tatsächlich umsetzen und angekündigte Privatisierungen nicht verschieben oder völlig stoppen. Dies gilt umso mehr, als eine effiziente Leitung der in Staatshand verbleibenden Unternehmen bzw. Unternehmensanteile nicht gewährleistet ist. Für eine Verbesserung der Leitung von Staatsunternehmen wurden in der Vergangenheit zwar mehrmals Vorschläge unterbreitet, die auch ansatzweise umgesetzt wurden. [50] Eine tatsächliche Effizienzsteigerung wurde hierdurch aber offenbar nicht erreicht. Dies ist auch in Zukunft kaum zu erwarten, da im Modernisierungsplan nur vage Vorstellungen zur Reform von Leitung und Verwaltung der Staatsunternehmen enthalten sind. Ein Hauptanliegen des Modernisierungsplans ist die Schaffung eines guten Investitionsklimas. Bürokratische Hemmnisse sollen abgebaut, gleiche Wettbewerbsbedingungen für Investoren geschaffen, Subventionen an ineffiziente Unternehmen gestrichen und der Einfluss des Staates auf die Wirtschaft reduziert werden. Offen ist allerdings, inwieweit der Staat seine Rolle wirklich neu definiert. Im Herbst 2000 wurde angekündigt, dass die Reformen so genannter natürlicher Monopole (u. a. im Gas- und Stromsektor, der Eisenbahn [51] und Telekommunikation) nur unter strenger staatlicher Kontrolle angegangen werden sollen. Zudem wurden die vom IWF wiederholt angemahnte Entflechtung des Gasunternehmens Gazprom und die Öffnung des Gasmarktes verschoben. [52] Für unabhängige Gasproduzenten ist es insbesondere schwierig, Zugang zum Pipelinesystem zu erhalten. Ähnlich ist die Lage im Ölsektor. Dieser wurde zwar in der Vergangenheit weitgehend liberalisiert, dereguliert und hinsichtlich der Förderunternehmen auch privatisiert. Noch aber kontrollieren die Transportunternehmen Transneft' und Transnefteprodukt, an denen der Staat zu 75 % bzw. 100 % beteiligt ist, [53] den Großteil der Ölexporte. [54] Im Herbst 2000 wurde darüber diskutiert, für einen Teil der Gas- und Ölexporte Durchleitungsrechte zu auktionieren. [55] Es bleibt abzuwarten, ob durch eine nur teilweise Versteigerung die Monopolstellung von Gazprom, Transneft' und Transnefteprodukt spürbar geschmälert und die Position unabhängiger Produzenten tatsächlich verbessert werden wird. Damit sich ausländische Investoren künftig verstärkt in Russland engagieren, fehlen noch wichtige Signale. So wurde eine Änderung des Production-sharing-Gesetzes mit dem Ziel, die Beteiligung von Ausländern an der Erschließung von Ölvorkommen zu erhöhen, noch nicht vorgenommen. [56] Zwar wurden in jüngerer Zeit weitere Lagerstätten für den gemeinsamen Abbau zugelassen. Um den Marktzutritt für Ausländer zu erleichtern, soll eine spezielle Agentur gegründet werden. [57] Derzeit wird der Abschluss von Production-sharing-Verträgen aber u. a. aufgrund bürokratischer Hemmnisse erschwert. Das Engagement ausländischer Investoren in der russischen Energiewirtschaft ist insgesamt zurückgegangen: Die ausländischen Investitionen in diesem Sektor beliefen sich im ersten Halbjahr 2000 auf etwa 300 Mill. USD; dies entspricht einem Fünftel des Wertes in der entsprechenden Vorjahresperiode. [58] Die rückläufigen Investitionen gerade in dem als attraktiv einzustufenden Energiesektor deuten darauf hin, dass ausländische Investoren das institutionelle Umfeld noch als unsicher bewerten. Dies könnte sich langfristig ändern, wenn - etwa im Rahmen der russisch-westeuropäischen Energiekooperation - die Rechtssicherheit für Investoren tatsächlich erhöht werden sollte. Die Fremdfinanzierung von Investitionen wird durch institutionelle Defizite im Finanzsektor behindert. Die Bankenaufsicht, die Einlagensicherung sowie die Regelungen zum Konkurs von Kreditorganisationen sollen laut Modernisierungsplan verbessert werden. [59] Geplant ist ferner, das Spektrum der verfügbaren Finanzinstrumente zu erweitern und insbesondere langfristige Finanzierungsformen zu fördern. Im Herbst 2000 wurde über das 1998 verabschiedete Leasinggesetz debattiert. [60] Hintergrund der Debatte sind Regelungen des Leasinggesetzes, die mit Vorschriften des Zivilgesetzbuches sowie u. a. mit den Abschreibungsfristen des neuen Steuerkodex unvereinbar sind. Die hieraus resultierende Rechtsunsicherheit für Leasinggeber wie -nehmer behindert die Entwicklung des bislang unbedeutenden Leasingmarktes. [61] Hinzu kommt, dass der Marktzutritt ausländischer Leasinggesellschaften aufgrund der bestehenden Praxis der Lizenzvergabe schwierig ist. Ausländer vermeiden grenzüberschreitende Leasinggeschäfte, wenn sie Schwierigkeiten bei der Zahlung von Leasingraten oder bei einer eventuellen Eigentumsrückforderung befürchten. Auf russischer Seite sind von den nach wie vor bestehenden Problemen auf dem Leasingmarkt vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen betroffen, für die der Zugang zu langfristigen Bankkrediten schwierig ist und für die Leasing eine alternative Form langfristiger Finanzierung bieten würde. [62] Auch wenn Russland in den vergangenen Jahren gewisse Fortschritte bei institutionellen Reformen gemacht hat, bestehen nach wie vor institutionelle Defizite, die zwar kurzfristig in den Hintergrund treten können, deren negative Wirkung auf das Investitionsklima aber bestehen bleibt. Dies zeigte sich bereits in anderen Transformationsländern (u. a. Tschechien), in denen zunächst hohe Investitionsraten auf eine dauerhafte Erholung der Wirtschaft hoffen ließen, in denen dann aber Investitions- und Wachstumsrückgänge hingenommen werden mussten, nicht zuletzt weil die institutionellen Probleme nicht gelöst worden waren. | ||
| Zusammenfassung | Das im Jahr 2000 noch einmal beschleunigte Wachstum der russischen Wirtschaft kann - mit Raten von etwa 7 % beim BIP und etwa 20 % bei den Investitionen - im internationalen Vergleich sehr gut bestehen. Auch sonst sieht die Lage auf den ersten Blick gut aus. Die Inflation liegt in einem erträglichen Rahmen, die abwertungsbedingten Vorteile dürften zunächst bestehen bleiben, das Haushaltsdefizit hat sich in einen Überschuss gewendet, und der Wechselkurs ist stabil. Der Aufschwung mag insofern überraschend erscheinen, als wesentliche Reformaufgaben nach wie vor ungelöst sind. Die institutionellen Defizite konnten jedoch durch Kosten- und Ertragsvorteile überkompensiert werden: Auf der Kostenseite war es nach der Krise des Jahres 1998 zu einer drastischen Absenkung der Reallöhne gekommen, auf der Ertragsseite wirkten sich die kräftig gestiegenen Weltmarktpreise für Erdöl und die Abwertung des Rubels positiv aus. Im Ergebnis sind die Unternehmensgewinne stark gestiegen, und zwar so sehr, dass sowohl deutlich höhere Investitionen als auch eine weiterhin hohe Kapitalflucht finanziert werden konnten. Abgesehen vom Problem der Kapitalflucht lässt der gegenwärtige Aufschwung also schon deshalb zu wünschen übrig, weil er durch eine nochmalige Absenkung des Lebensstandards erkauft wurde, die - in Verbindung mit den Windfallprofits aus der Ölpreissteigerung und der abwertungsbedingten Importsubstitution - die institutionellen Schwächen überspielt hat. Hinzu kommt, dass sich der Haushaltsüberschuss bei einer genaueren Betrachtung zu einem wesentlichen Teil auch als Ergebnis einer Verlagerung staatlicher Einnahmen aus den Haushalten der Gebietskörperschaften in den (Zentral-) Haushalt der Föderation erweist. Noch bedenklicher ist, dass sich das Wirtschaftswachstum derzeit auf einem nicht haltbaren Kurs befindet. Das neuerliche Reallohnwachstum von zuletzt weit über 20 % kann nicht sehr lange mit einem gesamtwirtschaftlichen Wachstum von 7 % und einem Investitionswachstum von 20 % verträglich bleiben. Kommt es hier zu keiner Anpassung, vor allem in Form einer mäßigeren Lohnentwicklung, so werden die realwirtschaftlichen Inkompatibilitäten über kurz oder lang quasi automatisch korrigiert. Die wahrscheinlichste Form einer solchen Korrektur wäre ein kräftiges Wiederaufleben der Inflation, wenn der gegenwärtige rasche Geldmengenanstieg nicht mehr weiter durch eine erhöhte Geldnachfrage aufgefangen würde. Neuerliche realwirtschaftliche Rückschläge würden dann nicht ausbleiben. Wenn allerdings der politische Wille und die politische Kraft zu Korrekturen und Reformen aufgebracht werden, dann sind in den Jahren 2001 und 2002 weiterhin hohe Wachstumsraten von 5 % und darüber - bei sinkender Inflation und kräftigem Investitionswachstum - durchaus vorstellbar. Bleiben dagegen die Korrekturen aus, dann steigt die Wahrscheinlichkeit eines neuerlichen realwirtschaftlichen Rückschlags. Dieser könnte zwar durch fortgesetzt hohe Energiepreise abgemildert werden, und die politische Untätigkeit mag dann vordergründig als gerechtfertigt erscheinen. Dies ändert jedoch nichts an dem Schaden, den die russische Wirtschaft bei einer ausbleibenden Kurskorrektur nehmen würde. | ||
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| Tabelle 1 |
Ausgewählte Wirtschaftsindikatoren 1990 bis 2000
Veränderungen gegenüber dem Vorjahr bzw. Anteile in %
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1990 1991 1992 1993 1994 1995
Bruttoinlandsprodukt (1) -3,0 -5,0 -14,5 -8,7 -12,7 -4,2
Industrieproduktion (1) -0,1 -8,0 -18,0 -14,1 -20,9 -3,3
Agrarproduktion (1) -3,6 -5,0 -9,0 -4,0 -12,0 -8,0
Bruttoanlageinvestitionen(1) 0,1 -15,0 -40,0 -12,0 -24,0 -10,0
Gütertransportvolumen (2) . -7,4 -23,6 -5,0 -24,3 -10,2
Gütertransportvolumen (3) . -7,4 -13,9 -11,5 -14,2 -1,0
Einzelhandelsumsatz (1) 12,0 -3,2 -3,0 1,9 0,1 -7,0
Entgeltliche Dienstleistungen
für Endverbraucher (1) 10,2 -17,0 -18,0 -30,0 -38,0 -18,0
Nominale Geldeinkommen
pro Kopf der Bevölkerung 18,0 120 750 1030 360 158
Reale Geldeinkommen der
privaten Haushalte (4) . 7,5 -50,5 11,2 13,0 -15,0
Nominallöhne und -gehälter 15,0 81,0 994 878 276 114
Reallöhne und -gehälter . -3,0 -33,0 0,4 -8,0 -28,0
Renten, real . . -48,1 30,7 -3,2 -19,5
Verbraucherpreise (5) 6,0 160 2 510 840 215 131
Industrielle Erzeugerpr. (5) 4,0 240 3 280 895 233 175
Warenexport (in USD) 11,3 13,2 20,1
Warenimport (in USD) 3,1 14,0 20,6
Arbeitslosenquote (6) 5,2 6,0 7,7 9,0
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2000
1996 1997 1998 1999 I-III Jan.-
Okt.
Bruttoinlandsprodukt (1) -4,9 0,8 -4,9 3,2 7,3 (7) 7 (7)
Industrieproduktion (1) -4,0 2,0 -5,2 8,1 9,7 9,8
Agrarproduktion (1) -5,1 1,3 -13,2 2,4 4,0 3,7
Bruttoanlageinvestitionen (1) -18,1 -5,0 -6,7 4,5 17,5 19,6
Gütertransportvolumen (2) -17,7 -9,8 -5,3 5,5 . .
Gütertransportvolumen (3) -4,6 -3,4 -3,4 5,2 5,0 5,0
Einzelhandelsumsatz (1) -4,1 4,7 -3,3 -7,7 8,3 8,4
Entgeltliche Dienstleistungen
für Endverbraucher (1) -5,8 3,3 -0,5 2,4 6,4 .
Nominale Geldeinkommen
pro Kopf der Bevölkerung 46,1 22,7 5,8 58,3 32,4 32,5
Reale Geldeinkommen der
privaten Haushalte (4) -0,8 6,3 -16,9 -15,8 9,3 9,4
Nominallöhne und -gehälter 57,3 20,2 10,6 43,4 49,8 49,2
Reallöhne und -gehälter 6,4 4,7 -13,4 -22,8 23,6 23,3
Renten, real 8,7 -5,4 . -39,4 26,1 .
Verbraucherpreise (5) 21,8 11,0 84,4 36,5 19,2(8)20,1(9)
Industrielle Erzeugerpr. (5) 25,6 7,5 23,2 67,3 35,2(8)35,5(9)
Warenexport (in USD) 9,3 -0,3 -15,9 1,3 48,1 (10) 46,7
Warenimport (in USD) 12,9 7,0 -19,8 31,7 7,9 (10) 9,0
Arbeitslosenquote (6) 9,9 11,2 11,9 11,7 9,9 10,0
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(1) Real.
(2) Auf Tonnenbasis.
(3) Auf Basis Tonnen-Kilometer.
(4) 1991 bis 1993: Dezember zu Dezember des Vorjahres; 1994 bis 1999:
Jahresdurchschnitt.
(5) 1990: Jahresdurchschnitt, ab 1991: Dezember zu Dezember des Vorjahres;
daher können diese Angaben nicht die Diskrepanz z. B. zwischen den Nominal-
und Reallöhnen erklären.
(6) Am Periodenende; ILO-Methodik.
(7) Schätzung.
(8) Januar-September 2000, auf Jahresbasis hochgerechnet.
(9) Januar-Oktober 2000, auf Jahresbasis hochgerechnet.
(10) Januar-August 2000.
Quellen: Goskomstat: Narodnoe chozjajstvo RSFSR v 1990 g., Moskau 1991, S. 129,
177, 352. Narodnoe chozjajstvo Rossijskoj Federacii, Moskau 1992, S. 14 f;
Social'no-ekonomiceskoe polozenie Rossii 1995 g., Moskau 1996, S. 254;
Social'no-ekonomiceskoe polozenie Rossii 1996 g., Moskau 1997, S. 7, 8,
179 und 182; Social'no-ekonomiceskoe polozenie Rossii 1997 g., Moskau 1998,
S. 7-8, 103 ff. und 284; Social'no-ekonomiceskoe polozenie Rossii, 1998 g.,
Moskau 1999, S. 7-8, 105, 260, 279; Rossijskij statisticeski enegodnik 1999,
Moskau, 1999. S. 170, 564; Social'no-ekonomiceskoe polozenie Rossii, 1999 g.,
Moskau 1999, S. 7-8, 58, 179 und 192; Website von Goskomstat: http://www.gks.ru
vom 8.12.00.
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| Tabelle 2 |
Entwicklung der Industrieproduktion nach Zweigen
Reale Veränderungen gegenüber dem Vorjahr in %
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2000
1990 1991 1992 1993 1994 95 96 97 98 99 I-III Jan.-
Okt.
Industrie insgesamt (1) 0 -8 -18 -14 -21 -3 -4 2 -5,2 8,1 9,7 9,8
Elektrizitätswirtschaft 2 0 -5 -5 -9 -3 -2 -2 -2,5 0,2 2,1 2,4
Brennstoffindustrie -3 -6 -7 -12 -11 -2 -3 0 -2,5 2,4 4,8 4,9
Eisen- und
Stahlindustrie -2 -7 -16 -17 -17 9 -4 1 -8,1 14,4 19,0 17,9
NE-Metallurgie -2 -9 -25 -14 -9 1 -5 5 -5,0 8,5 11,2 11,5
Chemische und Petro-
chemische Industrie -2 -6 -22 -22 -29 7 -11 2 -7,5 21,7 15,5 15,0
Maschinenbau und
Metallverarbeitung 1 -10 -15 -16 -38 -8 -11 4 -7,5 15,9 16,0 17,5
Holz-, Holzverarbeitungs-, Zellstoff-
und Papierindustrie -1 -9 -15 -19 -31 -5 -22 1 -0,4 17,2 13,7 13,2
Baustoffindustrie -1 -2 -20 -16 -29 -8 -25 -4 -5,8 7,7 9,5 9,4
Leichtindustrie 0 -9 -30 -23 -47 -31 -28 -2 -11,5 20,1 29,2 28,6
Nahrungsmittelindustrie 0 -10 -16 -9 -22 -9 -9 -1 -1,9 7,5 9,2 9,1
Mühlen- und
Futtermittelindustrie . . . . . . . . . -0,3 -3,8 .
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(1) Ab 1994 einschließlich kleiner und mittlerer Betriebe. Bei den Daten für
die einzelnen Zweige sind in allen Jahren nur die Groß- und Mittelbetriebe
erfasst.
Quellen: Goskomstat: Rossijskaja Federacija v 1992 godu, Moskau 1993, S. 367;
Rossijskij statisticeskij enegodnik 1996, Moskau 1996, S. 492;
Social'no-ekonomiceskoe polozenie Rossii 1997 g., Moskau 1997, S. 26-27;
Social'no-ekonomiceskoe polozenie Rossii 1998 g., Moskau 1999, S. 16;
Social'no-ekonomiceskoe polozenie Rossii janvar' 2000, S. 12; Website von
Goskomstat: http://www.gks.ru vom 8.12.00.
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| Tabelle 3 |
Monatliche Preisentwicklung seit 1994
Veränderungen gegenüber dem Vormonat in %
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Verbraucherpreise Industrielle Erzeugerpreise
1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000
Januar 17,9 17,8 4,1 2,3 1,5 8,5 2,3 19,0 21,5 3,2 1,1 0,9 6,8 4,0
Februar 10,7 11,0 2,8 1,5 0,9 4,1 1,0 15,1 16,9 2,7 1,6 0,5 5,5 3,7
März 7,4 8,9 2,8 1,4 0,6 2,8 0,6 10,2 10,8 2,6 1,3 -0,1 3,9 2,6
April 8,5 8,5 2,2 1,0 0,4 3,0 0,9 10,6 14,8 2,4 0,8 0,0 3,6 1,6
Mai 7,0 7,9 1,6 0,9 0,5 2,2 1,8 6,6 8,9 1,1 0,5 -0,9 3,5 1,7
Juni 6,0 6,7 1,2 1,1 0,1 1,9 2,6 8,4 6,1 1,6 0,8 0,0 3,7 2,3
Juli 5,3 5,4 0,7 0,9 0,2 2,8 1,8 7,8 6,7 1,2 0,2 -0,8 3,1 3,4
August 4,7 4,6 -0,2 -0,1 3,7 1,2 1,0 5,8 6,7 2,1 0,5 -1,2 4,6 1,7
September 7,9 4,4 0,3 -0,3 38,4 1,5 1,3 7,3 5,7 1,7 0,1 7,4 5,9 1,9
Oktober 15,0 4,7 1,2 0,2 4,5 1,4 2,1 11,0 4,6 2,8 0,1 5,9 5,5 2,7
November 14,6 4,5 1,9 0,6 5,7 1,2 1,5 12,6 2,9 0,9 0,2 5,1 3,9 .
Dezember 16,5 3,2 1,4 1,0 11,6 1,3 . 12,9 1,9 0,8 0,0 4,8 2,2 .
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Quellen: Goskomstat: Social'no-ekonomiceskoe polozenie Rossii 1995 g., Moskau
1996, S. 153; Social'no-ekonomiceskoe polozenie Rossii 1996 g., Moskau 1997,
S. 110; Social'no-ekonomiceskoe polozenie Rossii 1997 g., Moskau 1998, S. 176,
195 und 196; Social'no-ekonomiceskoe polozenie Rossii 1998 g., Moskau 1999,
S. 173; Website von Goskomstat: http://www.gks.ru vom 8.12.00.
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| Tabelle 4 |
Entwicklung von Verbraucher- und Erzeugerpreisen seit 1991
Veränderungen gegenüber dem Vorjahr in % (1)
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2000 (2)
1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999
I-III Jan.-
Okt.
Verbraucherpreise 160 2 510 840 215 131 22 11 84 36,5 14,1 16,5
Nahrungsmittel 171 2 570 838 233 123 18 9 96 35,9 11,6 14,0
Alkoholische Getränke 52 2 370 655 131 127 53 18 51 43,2 22,1 22,7
Andere Konsumgüter 211 2 570 642 169 116 18 8 100 39,2 13,3 15,4
Dienstleistungen 79 2 120 2 310 522 232 48 23 18 34,0 26,5 29,5
Industrielle
Erzeugerpreise 240 3 280 895 233 175 26 7 23 67,3 25,4 28,8
Elektrizitätswirtsch.110 5 410 1 258 229 199 35 9 3 14,4 37,0 37,0
Brennstoffindustrie 130 9 170 634 201 187 40 19 1 134,9 38,8 50,7
Eisen- und Stahlind. 240 3 520 1 086 242 185 16 1 12 89,9 33,3 26,2
NE-Metallurgie 230 5 120 558 296 121 12 3 76 115,8 9,8 14,8
Chemische Industrie 170 3 790 848 262 168 18 5 26 43,8 20,8 22,7
Petrochemie 150 5 250 672 260 167 24 11 17 66,5 22,1 41,9
Maschinenbau und
Metallverarbeitung(3)210 2 620 949 230 178 24 9 29 49,6 24,8 26,6
Holz-, Holzverarbeitungs-,
Zellstoff- und Papier-
industrie 240 1 920 889 271 174 12 8 43 67,7 18,8 21,0
Baustoffindustrie 210 2 710 1 145 212 171 34 9 13 37,3 27,3 30,4
Leichtindustrie 370 1 160 381 241 163 20 10 44 56,0 16,5 19,5
Nahrungsmittelind. 310 2 630 971 208 156 22 11 53 62,6 12,5 14,5
-------------------------------------------------------------------------------
(1) Dezember zu Dezember des Vorjahres.
(2) Gegen Dezember 1999.
(3) Nur Maschinenbau.
Quellen: Goskomstat: Rossijskij statisticeskij enegodnik 1996, Moskau 1996,
S. 904; Social'no-ekonomiceskoe polozenie Rossii 1996 g., Moskau 1997,
S. 111, 114 und 125; Social'no-ekonomiceskoe polozenie Rossii 1997 g., Moskau
1997, S. 176, 177, 197 und 198; Social'no-ekonomiceskoe polozenie Rossii
1998 g., Moskau 1998, S. 171, 173, 182 ff.; Social'no-ekonomiceskoe polozenie
Rossii 1999 g., Moskau 1999, S. 120, 131; Website von Goskomstat:
http://www.gks.ru vom 8.12.00.
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| Tabelle 5 |
Arbeitsmarkt 1992 bis 2000 (1)
-------------------------------------------------------------------------------
Anteil d. regis-
Erwerbs- Beschäf- trierten an der
personen tigte Arbeitslose Registrierte Arbeitsl.Gesamtz.
d. Arbeitslosen
in Mill. in Mill. in Mill. Quote in % in Mill. Quote in % in %
1992 76,0 72,1 3,9 5,1 0,6 0,8 14,9
1993 75,4 70,9 4,5 6,0 0,8 1,1 19,4
1994 74,2 68,5 5,7 7,7 1,6 2,2 28,7
1995 73,0 66,4 6,5 8,9 2,3 3,2 34,7
1996 73,2 66,0 7,3 10,0 2,5 3,4 37,2
1997 72,8 64,6 8,1 11,1 2,0 2,7 24,8
1998 72,2 63,6 8,6 11,9 1,9 2,6 22,1
1999 72,9 64,0 8,9 12,2 1,3 1,8 14,6
Januar 2000 72,5 63,8 8,7 12,0 1,2 1,7 13,8
Februar 2000 72,1 63,5 8,6 11,9 1,2 1,7 14,0
März 2000 72,1 63,9 8,2 11,4 1,2 1,7 14,6
April 2000 72,2 64,4 7,8 10,8 1,2 1,7 15,4
Mai 2000 72,2 64,8 7,4 10,2 1,1 1,5 14,9
Juni 2000 72,3 65,0 7,3 10,1 1,0 1,4 13,7
Juli 2000 72,3 65,1 7,2 10,0 1,0 1,4 13,9
August 2000 72,3 65,2 7,1 9,8 1,0 1,4 14,1
September 2000 72,3 65,2 7,1 9,8 1,0 1,4 14,1
Oktober 2000 72,3 65,1 7,2 10,0 1,0 1,4 13,9
-------------------------------------------------------------------------------
(1) Alle Angaben zum Ende der Periode.
Quellen: Goskomstat: Russia in Figures, S. 79 ff., Moskau 1999;
Social'no-ekonomiceskoe polozenie Rossii, 1999 g., S. 192; Website von
Goskomstat: http://www.gks.ru vom 8.12.00.
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| Tabelle 6 |
Föderaler Haushalt
Ausgewählte öffentliche Einnahmen und Ausgaben
-------------------------------------------------------------------------------
1995 1996 1997 1998 1999 1.Hj.1995 1996 1997 1998 1999 1.Hj
2000 2000
in % der Gesamteinnahmen/-ausgaben in % des BIP
Einnahmen, insgesamt 100 100 100 100 100 100 15,1 13,2 13,7 11,3 13,5 17,2
Steuereinnahmen
Körperschaftsteuer 17,9 11,5 10,4 11,5 13,2 15,3 2,7 1,5 1,4 1,3 1,8 2,6
Einkommensteuer 1,4 1,8 0,5 0,0 3,3 2,1 0,2 0,2 0,1 0,0 0,4 0,4
Verbrauchsteuern 7,5 16,0 16,1 17,4 13,8 12,6 1,1 2,1 2,2 2,0 1,9 2,2
Mehrwertsteuer 30,9 35,9 37,4 34,6 36,1 34,7 4,7 4,7 5,1 3,9 4,9 6,0
Steuern auf den
Außenhandel und
außenwirtschaftliche
Transaktionen . . . . 14,1 20,4 . . . . 1,9 3,5
Nutzung natürlicher
Ressourcen . . . . 1,7 1,4 . . . . 0,2 0,2
Außenwirtschaft . . . 5,1 5,7 3,1 . . . 0,6 0,8 0,5
Einnahmen
aus Staatsvermögen . . . . 1,1 2,0 . . . . 0,1 0,3
aus Privatisierung 2,1 0,3 5,5 5,0 . . 0,3 0,0 0,7 0,6 . .
Zweckgebundene Fonds . . . . 9,0 7,1 . . . . 1,2 1,2
Sonstige Einnahmen 40,2 34,6 30,2 26,3 2,0 1,3 6,1 4,6 4,1 3,0 0,3 0,2
Ausgaben, insgesamt 100 100 100 100 100 100 15,6 14,4 14,7 14,5 14,6 13,5
Volkswirtschaft 14,3 11,4 12,1 . . . 2,2 1,6 1,8 . . .
Industrie, Energie,
Bauwirtschaft . . . 2,9 2,5 2,0 . . . 0,4 0,4 0,3
Landwirtsch., Fischer.. . . 0,8 1,4 1,2 . . . 0,1 0,2 0,2
Transport,
Kommunikation . . . . 0,2 0,2 . . . . 0,0 0,0
Sozial-kulturelle
Zwecke 8,2 8,9 16,6 14,7 12,8 14,6 1,3 1,3 2,4 2,1 1,9 2,0
Verteidigung 20,6 20,6 21,9 14,6 17,5 20,7 3,2 3,0 3,2 2,1 2,6 2,8
Verwaltung und
Rechtsorgane 10,2 10,9 14,9 10,4 10,6 13,6 1,6 1,6 2,2 1,5 1,5 1,8
Schuldendienst . . . 27,4 24,5 21,4 . . . 4,0 3,6 2,9
Umweltschutz . . . . 0,4 0,4 . . . . 0,1 0,1
Finanzausgleichs-
zahlungen . . . . 9,3 11,9 . . . . 1,4 1,6
Zweckgebundene Fonds . . . . 8,3 8,0 . . . . 1,2 1,1
Sonstige Ausgaben 46,7 48,1 34,6 29,2 20,9 13,9 7,3 7,0 5,1 4,2 3,1 1,9
Saldo in % der Ausgaben/
des BIP -3,4 -8,4 -7,3-22,2 -8,0 28,1 -0,5 -1,2 -1,1 -3,2 -1,2 3,8
-------------------------------------------------------------------------------
Quellen: Goskomstat; Rosstat; Berechnungen der Institute.
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| ||
------------------------------------------------------------------------------- | |||
| Tabelle 7 |
Konsolidierter Haushalt
Ausgewählte öffentliche Einnahmen und Ausgaben
-------------------------------------------------------------------------------
1995 1996 1997 1998 1999 1.Hj.1995 1996 1997 1998 1999 1.Hj
2000 2000
in % der Gesamteinnahmen/-ausgaben in % des BIP
Einnahmen, insgesamt 100 100 100 100 100 100 26,1 24,8 27,3 25,5 26,3 25,7
Steuereinnahmen
Körperschaftsteuer 27,0 17,3 14,7 14,5 18,4 23,3 7,0 4,3 4,0 3,7 4,8 6,0
Einkommensteuer 8,4 10,1 10,6 10,4 9,8 9,3 2,2 2,5 2,9 2,7 2,6 2,4
Verbrauchsteuern 5,6 9,6 9,6 10,5 9,1 10,5 1,5 2,4 2,6 2,7 2,4 2,7
Mehrwertsteuer 22,0 25,8 25,7 24,8 24,0 27,5 5,7 6,4 7,0 6,3 6,3 7,1
Außenwirtschaft 4,6 3,0 1,6 2,7 2,9 2,1 1,2 0,7 0,4 0,7 0,8 0,5
Einnahmen
aus Staatsvermögen . . 1,3 2,0 1,9 3,1 . . 0,4 0,5 0,5 0,8
aus Privatisierung . . 3,3 2,5 . . . . 0,9 0,6 . .
Zweckgebundene Fonds . . 7,7 6,6 8,1 9,5 . . 2,1 1,7 2,1 2,4
Sonstige Einnahmen 32,3 34,2 25,5 25,9 26,0 14,7 8,4 8,5 7,0 6,6 6,8 3,8
Ausgaben, insgesamt 100 100 100 100 100 100 29,4 28,9 32,3 31,2 27,5 25,5
Volkswirtschaft . . . . . . . . . . . .
Industrie, Energie,
Bauwirtschaft 7,4 6,0 6,0 3,1 2,5 2,1 2,2 1,7 1,9 1,0 0,7 0,5
Landwirtsch.,
Fischerei 4,2 3,9 3,7 2,9 2,9 2,9 1,2 1,1 1,2 0,9 0,8 0,7
Transport,
Kommunikation 2,7 . 2,8 2,3 2,1 1,9 0,8 . 0,9 0,7 0,6 0,5
Sozial-kulturelle
Zwecke 26,0 28,9 32,2 29,2 29,2 30,4 7,7 8,4 10,4 9,1 8,0 7,8
Bildung 11,6 . . . . . 3,4 . . . . .
Gesundheit 8,3 . . . . . 2,4 . . . . .
Soziale Sicherung 4,2 . . . . . 1,2 . . . . .
Verteidigung 9,8 9,8 9,7 7,7 9,3 10,9 2,9 2,8 3,1 2,4 2,6 2,8
Verwaltung und
Rechtsorgane 7,7 . 10,5 9,1 9,6 11,4 2,3 . 3,4 2,8 2,7 2,9
Außenwirtschaft 4,4 4,1 . . . . 1,3 1,2 . . . .
Schuldendienst 5,1 6,6 4,9 17,7 13,0 14,3 1,5 1,9 1,6 5,5 3,6 3,7
Umweltschutz . . 0,5 0,4 0,4 0,4 . . 0,2 0,1 0,1 0,1
Zweckgebundene Fonds . . . 5,2 7,4 8,2 . . . 1,6 2,0 2,1
Sonstige Ausgaben 8,6 40,9 29,7 22,5 23,6 17,5 2,5 11,8 9,6 7,0 6,5 4,5
Saldo in % der
Ausgaben/des BIP -11,2-14,4-15,2-18,4 -4,3 0,7 -3,3 -4,2 -4,9 -5,8 -1,2 0,2
-------------------------------------------------------------------------------
Quellen: Goskomstat: Rossijskij statisticeskij enegodnik 1995, Moskau 1995;
Rossijskij statisticeskij enegodnik 1996, Moskau 1996;
Social'no-ekonomiceskoe polozenie Rossii, 1996 g. und 1997 g.;
Social'no-ekonomiceskoe polozenie Rossii, 1998 g., Moskau 1999;
Social'no-ekonomiceskoe polozenie Rossii, janvar' 2000, Moskau 2000;
Social'no-ekonomiceskoe polozenie Rossii, janvar'-ijul' 2000, Moskau 2000;
Russisches Finanzministerium; DIW et al., verschiedene Ausgaben.
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-------------------------------------------------------------------------------
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| Tabelle 8 |
Wichtige steuerrechtliche Änderungen zum 1. Januar 2001
-------------------------------------------------------------------------------
Steuerart Bemessungsgrundlage und Steuersatz
Persönliche
Einkommensteuer Einheitlicher persönlicher Einkommensteuersatz in Höhe von 13 %
Sozialabgabe Die Steuer soll Zahlungen in den Renten-, Sozialversicherungs-
und Krankenversicherungsfonds ersetzen
Standardsätze für Arbeitgeber:
- 35,6 % bei einem Jahreseinkommen unter 100 000 Rubel
- 20 % auf Einkommen zwischen 100 000 und 300 000 Rubel
- 10 % auf Einkommen zwischen 300 000 und 600 000 Rubel
- 5 % auf Einkommen über 600 000 Rubel; ab Januar 2002 wird
dieser Satz auf 2 % reduziert
- Der Beitrag der Arbeitnehmer in den Rentenfonds
in Höhe von 1 % wird gestrichen
Mehrwertsteuer - Der allgemeine Mehrwertsteuersatz beträgt 20 %
- Für Grundnahrungsmittel und Kinderkleidung gilt wie bisher
ein Satz von 10 %
- 0 % auf Exportgüter
- 0 % auf Warenlieferungen in die GUS; Öl- und Gasexporte in
die GUS unterliegen jedoch der Mehrwertsteuer
Verbrauchsteuern - 8 bis 88 Rubel auf 1 Liter reinen Alkohol; für Wodka gilt
der Höchstsatz
- 1 bis 3,30 Rubel auf 1 Liter Bier
- 35 bis 55 Rubel auf 1 000 Zigaretten
- 405 Rubel/Kilo Pfeifentabak
- 166 Rubel/Kilo Rauchtabak
- 10 Rubel/Zigarre
- 75 Rubel/1 000 Zigarillo und Filterzigaretten
- 66 Rubel/Tonne Gas und Gaskondensat
- 1 350 bis 1 850 Rubel/Tonne Benzin
(abhängig von der Oktanzahl)
- 550 Rubel/Tonne Dieselkraftstoff
-------------------------------------------------------------------------------
Quelle: Sobranie Zakonodatel'stva Rossijskoj Federacii, Nr. 32/2000.
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-------------------------------------------------------------------------------
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| Tabelle 9 |
Veränderung der Geldbasis 1997 bis 2000
Beiträge in %
-------------------------------------------------------------------------------
1997 1998 1999 2000 (1)
Fremdwährungsreserven
(netto) 13,6 -97,0 -23,6 51,5
Inländische Aktiva (netto) 86,4 197,0 123,6 48,5
Kredite an die Regierung
(netto) 116,5 131,3 95,3 43,0
Kredite an Banken (netto) -13,0 -11,3 -14,2 -31,1
Andere (netto) -17,1 77,0 42,4 36,5
Memorandum:
Internationale
Währungsreserven
(Mrd. US-Dollar) 17,8 12,2 12,6 21,2
Geldbasis (Mrd. Rubel) 164,5 210,4 324,3 397,2
-------------------------------------------------------------------------------
(1) Juni.
Quellen: IMF, a.a.O., 2000; Berechnungen der Institute.
===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
| ||
| Tabelle 10 |
Bilanzstruktur der russischen Geschäftsbanken 1994 bis 2000
Angaben in %
-------------------------------------------------------------------------------
1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 (1)
Aktiva
Reserven 11,7 10,7 9,5 11,8 7,3 10,3 15,5
Forderungen an das Ausland 23,9 13,5 14,6 11,8 23,5 23,9 22,2
Forderungen an d. Regierung 5,2 18,3 30,3 31,5 27,8 28,2 24,7
Forderungen an
staatliche Unternehmen 23,4 18,2 13,9 5,4 3,5 3,0 3,1
Forderungen an
den Privatsektor 35,9 39,1 31,6 38,3 37,1 33,7 33,5
Forderungen an
Finanzinstitutionen 0,0 0,2 0,0 1,3 0,8 0,8 1,0
Verbindlichkeiten
Sichteinlagen 15,8 20,3 17,5 26,3 16,0 16,1 17,7
Termin- und
Fremdwährungseinlagen 29,7 36,4 33,1 25,7 30,4 29,5 31,2
dar: Fremdwährungseinl. 18,1 16,1 14,0 13,0 20,5 18,7 19,4
Geldmarktinstrumente 1,7 3,5 6,1 6,9 4,6 7,0 6,1
Beschränkte Einlagen 0,0 0,0 0,0 1,0 2,4 0,7 1,8
Verbindlichkeiten gegenüber
dem Ausland 7,0 8,8 11,8 16,9 21,8 14,4 11,1
Einlagen der Regierung 3,4 2,8 2,3 3,0 2,2 1,8 3,7
Kredite der Zentralbank 8,3 2,3 1,4 1,4 7,7 12,9 10,7
Eigenkapital 12,7 19,5 24,9 23,3 16,9 18,9 18,1
Andere Aktiva (netto) 21,4 6,5 2,8 -4,4 -2,1 -1,2 -0,3
Memorandum:
Nettoauslandsaktiva 16,9 4,7 2,8 -5,1 1,8 9,6 11,1
-------------------------------------------------------------------------------
1) Juli.
Quelle: IMF, a.a.O., 2000; Berechnungen der Institute.
===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
| ||
| Tabelle 11 |
Zahlungsbilanz I/1999 bis II/2000
in Mill. US-Dollar
-------------------------------------------------------------------------------
1999 2000
I II III IV Jahr I II 1. Hj.
Saldo der
Leistungsbilanz 4 457 4 206 5 801 10 838 25 301 12 159 10 804 22 964
Saldo der
Handelsbilanz 6 454 6 881 9 525 13 361 36 220 14 440 14 350 28 789
Exporte 15 550 16 999 19 011 24 285 75 845 24 294 24 752 49 045
Importe -9 097 -10 118 -9 486 -10 923 -39 625 -9 854 -10 402 -20 256
Saldo der Nichtfaktor-
dienstleistungen -859 -918 -995 -1 130 -3 902 -1 439 -1 945 -3 384
Exporte 1 774 2 276 2 595 2 399 9 044 1 796 2 329 4 126
Importe -2 634 -3 194 -3 590 -3 529 -12 946 -3 235 -4 275 -7 510
Faktoreinkommen -1 089 -1 835 -2 936 -1 699 -7 559 -890 -1 681 -2 571
Arbeitseinkommen 57 59 49 56 221 52 42 95
Kapitalerträge -1 146 -1 894 -2 985 -1 755 -7 780 -943 -1 723 -2 666
erhaltene
Kapitalerträge 2 175 610 310 361 3 456 2 403 598 3 001
gezahlte
Kapitalerträge -3 322 -2 504 -3 294 -2 116 -11 236 -3 346 -2 321 -5 667
Laufende
Übertragungen -48 78 206 306 541 49 80 129
Kapitaltransfers -30 -95 -81 -122 -328 4 -39 -36
Saldo der Kapital-
verkehrsbilanz -3 944 -2 855 -4 102 -6 547 -17 448 -9 217 -9 197 -18 414
Saldo der Direkt-
investitionen 227 188 63 687 1 164 188 315 503
Direktivestitionen
im Ausland -415 -563 -597 -570 -2 145 -380 -202 -582
Direktinvestitionen
in Russland 642 751 659 1 257 3 309 569 517 1 085
Saldo der Portfolio-
investitionen 67 -620 -41 -440 -1 034 623 -1 629 -1 006
Forderungen -23 -202 306 172 254 37 9 47
Verbindlichkeiten 90 -418 -347 -612 -1 287 585 -1 638 -1 053
Sonstige Kapital-
bewegungen -5 311 -705 -5 201 -4 409 -15 625 -7 019 -1 612 -8 631
Forderungen -6 306 -317 -4 899 -3 571 -15 093 -6 459 -1 206 -7 664
Veränderung der
Barbestände 186 1 025 -473 68 806 -33 430 397
Laufende Konten
und Depositen -1 095 -1 535 -473 -786 -3 889 -1 476 -595 -2 071
Handelskredite-2 032 788 -2 570 -1 961 -5 773 -1 106 12 -1 094
Sonst. Kredite 1 800 2 187 139 731 4 857 1 622 985 2 606
Überfällige
Zahlungen -4 073 -1 312 -231 -188 -5 805 -3 808 -690 -4 498
Nicht eingegangene
Exporterlöse und
Importvorschüsse-960 -1 504 -1 342 -1 245 -5 051 - 994 -1 087 - 2081
Sonstige
Forderungen -132 34 50 -191 -240 -664 -260 -924
Verbindlichk. 995 -388 -301 -838 -532 -560 -407 -967
Veränderung der
Barbestände -2 1 -7 11 3 23 42 65
Laufende Konten und
Depositen -258 644 -378 153 162 148 -348 -200
Handelskredite 104 77 48 -224 5 0 0 0
Sonstige
Kredite -1 318 -2 134 2 250 -1 333 -2 535 -1 083 -1 378 -2 462
Überfällige
Zahlungen 2 437 1 198 -2 200 601 2 036 296 1 190 1 487
Sonstige
Verbindlichkeiten 33 -174 -14 -46 -201 56 88 144
Reserveaktiva 969 -1 611 1 091 -2 227 -1 778 -3 102 -6 219 -9 321
Korrekturposten(*) 104 -107 -14 -158 -176 92 -52 41
Fehler und Korrektur-
posten (netto) -484 -1 255 -1 617 -4 169 -7 525 -2 946 -1 568 -4 514
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(*) Der Korrekturposten wurde eingefügt, um die entsprechend der 5. Ausgabe des
IWF-Zahlungsbilanzhandbuchs dargestellten Zahlungsbilanzdaten mit den auf der
Basis nationaler Richtlinien erstellten Daten zu den Reserveaktiva in
Übereinstimmung zu bringen. Die Methode zur Ermittlung der Reserveaktiva
unterscheidet sich folgendermaßen von der Methode des Handbuchs: bis zum
3. Quartal 1999 wurden die kurzfristigen Fremdwährungskonten bei in Russland
ansässigen Banken zu den Reserveaktiva gerechnet; ab dem 3. Quartal 1999 werden
die Reserveaktiva um den Gegenwert von Fremdwährungskonten in Russland
ansässiger Banken bei der Russischen Zentralbank bereinigt (ausschl. der
Devisen, die die Zentralbank zur Bedienung staatlicher Auslandsschulden
bereitstellt).
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| Tabelle 12 |
Zahl der umgewandelten und privatisierten Unternehmen (Objekte) 1992 bis 2000
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1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000
1.Halb-Ins-
jahr ges.
Insgesamt 46815 42924 21905 10152 4997 2743 2129 1536 919 134120
davon vormals in:
Kommunaleigentum . 26340 11108 6960 3354 1821 1544 1134 . .
Eigentum der
Föderationssubjekte . 9521 5112 1317 715 548 321 298 . .
Eigentum der Föderation . 7063 15685 1875 928 374 264 104 . .
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Quellen: Goskomstat Rossii: Social'no-ekonomiceskoe polozenie Rossii,
janvar'-ijul' 2000 g, S. 124; Rossija v cifrach, Moskau 2000, S.127 f.
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| Tabelle 13 |
Einnahmen aus der Privatisierung 1993 bis 2000
in Mrd. Rubel
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1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000
1. Halbjahr
Insgesamt 0,36 0,98 3,57 2,81 24,7 17,5 12,1 6,4
davon:
Föderation 0,07 0,12 1,14 0,90 18,0 15,0 8,5 4,1
Föderationssubjekte 0,10 0,18 0,52 0,42 3,3 0,9 1,9 1,2
Kommunen 0,13 0,40 0,96 0,91 0,7 1,0 0,9 0,5
Sonstige 0,06 0,29 0,95 0,58 2,7 0,6 0,8 0,6
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Quellen: Goskomstat Rossii: Social'no-ekonomiceskoe polozenie Rossii,
janvar'-ijul' 2000 g, S. 128; Rossija v cifrach, Moskau 2000, S. 172 f.
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| © DIW Berlin Wochenbericht 50/00 | |||

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