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Wochenbericht des DIW Berlin 8/01

Weltweit schwächeres Wachstum dämpft Aufschwung auf den Metallmärkten

Bearbeiter Eberhard Wettig
Mit der wirtschaftlichen Erholung in Asien, Lateinamerika und Osteuropa konnten auch die Welt-Metallmärkte im Jahre 1999 den Tiefstand vom Jahr zuvor überwinden und zunehmend expandieren. Die gute weltwirtschaftliche Konjunktur, eine kräftige Nachfrage und steigende Preise setzten sich bis zur Jahresmitte 2000 fort. In der zweiten Jahreshälfte kühlte sich die Konjunktur dann aber - nicht zuletzt wegen der drastisch gestiegenen Rohölpreise - zunehmend ab. Infolge der damit verbundenen Schrumpfung der Nachfrage einerseits und steigender Angebotsüberschüsse andererseits gaben die Metallpreise nach; bis zum Jahresende fielen sie teilweise sogar unter das Niveau vom Jahresanfang. Die weltweite Abschwächung des Wirtschaftswachstums lässt zumindest kurzfristig keine Belebung der Metallnachfrage erwarten, so dass Überangebote und niedrige Preise weiterhin die Märkte bestimmen werden.

Auswirkungen des gesamtwirtschaftlichen Wachstums auf die Metallmärkte Die Welt-Metallmärkte wurden auch in den Jahren 1999 und 2000 von der wechselvollen weltwirtschaftlichen Konjunktur geprägt. Im Jahre 1998 hatten die Finanz- und Wirtschaftskrisen in Asien, Lateinamerika und Russland zu einer deutlichen Abschwächung des weltwirtschaftlichen Wachstums auf nur noch 2½ % - nach jeweils rund 4 % in den Jahren 1996 und 1997 - geführt. Erst im Verlauf des Jahres 1999 kam es mit der robusten Konjunktur in den USA, der Überwindung der Wirtschaftskrisen in Asien und dem langsamen Aufschwung in Russland zu einer zunehmenden Erholung der Weltwirtschaft (+3,3 % im Jahresdurchschnitt). Die kräftige Expansion hielt bis Mitte 2000 an, schwächte sich dann aber unter dem Einfluss einer strafferen Geldpolitik und der hohen Ölpreise zunehmend ab. [1] Nach jüngsten IWF- Angaben expandierte die Weltwirtschaft im Jahre 2000 um 4,2 %, wobei von der OECD die ölpreisbedingten Wachstumseinbußen für die Industrieländer auf bis zu einen halben Prozentpunkt geschätzt werden. Die industrielle Produktion in den OECD-Ländern nahm von 110 (Index 1995

= 100) am Jahresanfang 1999 auf 122 im August 2000 zu und entwickelte sich dann schwächer.

Für die Preisbildung auf den Welt-Metallmärkten gelten andere Bedingungen als auf dem Rohölmarkt. Zumeist gibt es hier eine größere Zahl von Produzenten, deren Marktmacht durch Angebotskonkurrenz und Ausweichmöglichkeiten der Verbraucher eingeschränkt wird. Daher sind Produzentenkartelle und Versuche von Marktregulierungen - im Unterschied zur OPEC auf dem Rohölmarkt - bisher ohne vergleichbaren "Erfolg" geblieben. Selbst bei hoher Angebotskonzentration werden diese Märkte vorrangig von Nachfrageentwicklungen und Angebotsanpassungen bestimmt. Geringes Wirtschaftswachstum, Nachfrageschwäche sowie Angebotsüberschüsse hatten im Jahre 1998 auch auf den Metallmärkten zu - teilweise sogar historischen - Tiefstpreisen geführt. Erst in der zweiten Jahreshälfte 1999 belebte sich die Nachfrage zunehmend; diese Entwicklung hielt bis zum Sommer 2000 an. Als der für den Herbst erwartete Nachfrageschub ausblieb, gaben die Preise nach; zum Jahresende lagen sie bei einigen Metallen sogar unter dem Stand vom Jahresanfang. Das unterschiedliche Verhalten von Produzenten (Markteinschätzung und Anpassung an die Nachfrage) und Nachfragern (Lagerhaltung, Spekulationen), das Sekundärmaterialangebot usw. führten zu rohstoffspezifischen Marktentwicklungen und unterschiedlichen Preisverläufen. Diese wurden aber auch durch die Art der Preisbildung (Börsen- bzw. Produzentenpreise) und die Marktmacht der Anbieter bestimmt.

Entwicklung auf ausgewählten Metallmärkten Die wirtschaftliche Entwicklung beeinflusst die Metallmärkte teils indirekt über die zwischengeschaltete Stahl- oder Edelstahlindustrie (Legierungsmetalle) und teils direkt durch die Nachfrage der Wirtschaftszweige (NE-Metalle). Dabei zeigt auch die jüngste Vergangenheit, dass der Zusammenhang zwischen Stahlkonjunktur und Metallnachfrage durch rohstoffspezifische Marktfaktoren überlagert wird.
Massen- und Edelstahl Von der zunehmenden Belebung der Weltwirtschaft im Jahre 1999 wurde auch die Stahlindustrie erfasst. Zwar blieb die Produktion mit 771 Mill. t noch um 0,8 % unter dem Vorjahresergebnis (Tabelle 1), doch schon im zweiten Halbjahr war eine kräftige Produktionsausweitung zu beobachten. Der Nachfrageboom hielt auch im ersten Halbjahr 2000 an, was sich in einer Produktionssteigerung um 11 % gegenüber dem Vorjahr zeigte. Bei dieser Marktentwicklung konnte z. B. der europäische Exportpreis für kaltgewalzte Coils von 300 bis 320 US-$/t (Anfang 1999) auf 420 bis 430 US-$/t (Juni 2000) angehoben werden. Eine zunehmende Nachfrageschwäche und Überangebote in der zweiten Jahreshälfte zwangen die westlichen Produzenten zum Jahresende hin aber zu starken Produktionseinschränkungen. Trotzdem schloss das gesamte Jahr mit einer Rekorderzeugung in Höhe von reichlich 828 Mill. t ab (+7,4 %). Dabei führte die starke Ausweitung der Produktion in der GUS (+16 %) zu höheren Exporten und so zu steigenden Überangeboten auf westlichen Märkten sowie zu Importrestriktionen. Bei weltweit über 200 Rohstahlerzeugern und einem Anteil der 10 größten Unternehmen von nur 25 % sind wirksame Produktionskürzungen nur schwer durchzusetzen. Zunehmende Überangebote erzwangen zum Ende vergangenen Jahres auch für westeuropäische Exportprodukte drastische Preissenkungen; der Preis für kaltgewalzte Coils beispielsweise fiel auf 300 bis 320 US-$/t und damit auf den Stand von Anfang 1999 zurück (Abbildung).

Auch die den Legierungsmetallverbrauch bestimmenden rost-, säure- und hitzebeständigen Edelstähle [2] erholten sich im Jahre 1999 vom Vorjahreseinbruch; dies führte bei steigender Nachfrage und kräftigen Preiserhöhungen zu einer Welterzeugung von 17,2 Mill. t (+5,8 %). [3] Im ersten Halbjahr 2000 wurde die Nachfrageentwicklung auch durch erhebliche Aufstockungen der Verbraucherläger verstärkt. Dies, verbunden mit Produktionssteigerungen von gut 12 %, ermöglichte eine Überwälzung der höheren Kosten für Legierungsmittel - so waren die Preise westeuropäischer Exporte von kaltgewalzten Blechen zur Jahresmitte 2000 mit 2 100 US-$/t fast doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor. Mit der konjunkturellen Abkühlung und dem Lagerabbau bei den Verbrauchern kam es nach der Sommerpause jedoch zu einer Nachfrageabschwächung und in deren Folge zunächst in den USA und dann in Südostasien zu steigenden Überangeboten. Die dortigen Preiseinbrüche, rückläufige Notierungen wichtiger Legierungsmetalle sowie fallende Exportmengen und -preise zwangen gegen Jahresende auch europäische Edelstahlerzeuger zu Produktions- und Preissenkungen (für kaltgewalzte Coils auf 1 300 bis 1 400 US-$/t). Auch wegen der gestiegenen Energiekosten wurde die Erlössituation einzelner Edelstahlerzeuger dadurch zunehmend kritisch. Jüngste Produktionskürzungen in Südostasien sowie Fusionen oder Verhandlungen europäischer Unternehmen in diese Richtung (Outokumpu/Finnland und Avesta Sheffield/Großbritannien bzw. ALZ/Belgien und Ugine/Frankreich) zeigen den Zwang zu Kostensenkungen.

Legierungsmetalle Mangan als mengenmäßig wichtigstes Legierungsmetall wird zu über 90 % in Form von Ferro- und Silicomangan als Stahlveredler verbraucht. Zur Reduzierung des Überangebots wurde die Weltproduktion im Jahre 1999 auf 6,5 Mill. t (Bruttogewicht) gesenkt, woran insbesondere die VR China, die GUS und Südafrika beteiligt waren (Tabelle 2). [4] Die Angebotskonzentration hat sich seit Ende 1998 stark erhöht, als die britische Billiton plc als Muttergesellschaft des südafrikanischen Erz- und Legierungsproduzenten Samancor Ltd. die Manganproduktion der australischen BHP übernahm, die norwegische Elkem ihre Manganaktivitäten an die französische Eramet-Gruppe verkaufte und die brasilianische CVRD durch Übernahme der Rio Doce Manganese Europe (Juni 2000) zum viertgrößten Manganproduzenten nach Nikopol/Ukraine aufrückte. [5] Ein nachfragebedingter starker Preisverfall auf 415 US-$ je long ton (lt) im September wurde erst Ende 1999 nach erheblichen Produktionskürzungen und bei anziehender Stahlkonjunktur überwunden. Der anhaltende Stahlboom und weitere Produktionskürzungen ließen die Ferromanganpreise bis zum Sommer 2000 auf 515 US-$/lt steigen. Mit dem folgenden Abflachen der Stahlkonjunktur und dem zunehmenden Überangebot mussten sie aber bis zum Jahresende wieder auf das Niveau vom Frühjahr (470 US-$/lt) zurückgenommen werden.

Auch Chrom wird hauptsächlich - zu über 80 % - in der Stahlindustrie eingesetzt und hier in Form von Ferrochrom allein zu rund 90 % für die Erzeugung von RSH-Edelstählen. Die stark konzentrierte Ferrochromproduktion (1999: 5,0 Mill. t Bruttogewicht) resultiert aus der günstigen Verfügbarkeit von Chromerzen, Elektroenergie sowie Koks in der Republik Südafrika, in Kasachstan, der VR China und in Indien. [6] Der vierteljährlich zwischen Produzenten und Verbrauchern ausgehandelte Preis für hochgekohltes Ferrochrom fiel im zweiten Halbjahr 1998 bei schwacher Edelstahlkonjunktur sowie einem reichhaltigen Angebot von Ferrochrom und chromhaltigem Stahlschrott steil auf unter 35 cts/lb Chrom (tiefster Stand in 30 Jahren) und verharrte bis Mitte 1999 auf diesem Niveau. Erst mit der Belebung des Edelstahlmarktes kam es wieder zu Preiserhöhungen, bis zum Jahresende auf etwa 39 cts/lb. Im Jahre 2000 war - trotz sehr guter Edelstahlkonjunktur und hoher Angebotskonzentration auf die Unternehmen Samancor und Xstrata in Südafrika, Kazchrome/Donskoi in Kasachstan sowie Orissa Mining Corp. Ltd. und Tata Iron & Steel Co. Ltd. (Tisco) in Indien - wegen der hohen Lagerbestände bei den Edelstahlwerken erst zur Jahresmitte eine weitere Preiserhöhung um 3 cts/lb durchsetzbar. Der anschließende Marktumschwung durchkreuzte dann aber die dort geplante Produktionsausweitung. Die abflauende Edelstahlkonjunktur, gestiegene chinesische Exporte und ein hohes Angebot von Edelstahlschrott erzwangen stattdessen Produktionskürzungen mittels vorgezogener Werksüberholungen sowie von November an eine Rücknahme der Preiserhöhungen.

Anders als bei Mangan und Chrom erfolgt die Preisbildung für Nickel vorrangig an der Londoner Metallbörse (LME), so dass Marktveränderungen sehr schnell sichtbar werden. [7] Die Weltproduktion von gut 1,0 Mill. t Hüttennickel stammt vor allem aus Russland, Japan und Kanada. [8] Wichtigstes Einsatzgebiet mit rund 64 % sind die RSH-Edelstähle. Anfang 1999 bestand ein knappes Nickelangebot, da in Erwartung einer Nachfrageschwäche sowie neuer, kostengünstiger Hütten in Australien (saure Drucklaugung lateritischer Erze) Produktionskürzungen vorgenommen worden waren. Die unerwartet schnelle Erholung des Edelstahlmarktes in Südostasien, technische Probleme in den neuen Nickelhütten, streikbedingte Lieferausfälle der kanadischen INCO Ltd., schrumpfende Lagerbestände an der LME und bei den Produzenten sowie vorgezogene Metallkäufe bewirkten einen nahezu linearen Preisanstieg vom Tiefstand Ende 1998 (3 900 US-$/t) auf 8 400 US-$/t zum Jahresende 1999. Eine kräftige Nachfrage, ein knappes Angebot und absehbare Streiks bei der kanadischen Falconbridge Ltd. führten im März 2000 zu Preisspitzen um 10 500 US-$/t. Wegen der verringerten Nachfrage der Edelstahlindustrie sowie steigender Angebote von Edelstahlschrott und Primärnickel gaben die Preise dann wieder nach. Gegen Jahresende ließen der Streik bei der Falconbridge Ltd. und unterschiedliche Produzentenberichte den Nickelpreis in weiten Ausschlägen um 7 000 US-$/t pendeln.

Auch Molybdän wird zu rund 80 % in der Stahlindustrie - insbesondere für RSH- sowie für niedrig legierte Stähle - verbraucht. Die Weltproduktion, die vor allem aus den USA, der VR China und aus Chile stammt, fiel 1999 auf knapp 124 000 t (1998: 135 000 t). [9] Da über die Hälfte des Metalls als preisgünstiges Beiprodukt der Kupfergewinnung anfällt, treffen Markteinbußen besonders die Primärproduzenten. Von der Erholung der Stahlkonjunktur im Jahre 1999 profitierten die Produzenten nur wenig, da z. B. der Ferromolybdänpreis nur im Februar bis auf 8,35 US-$/kg Molybdän stieg und zum Jahresende sogar auf 7,00 US-$ fiel. Die gute Edelstahlkonjunktur im Sommer 2000 und Produktionskürzungen ließen dann Preiserhöhungen bis 7,50 US-$/kg zu. Anschließend nahmen die Überangebote bei fallender Nachfrage wieder zu, da die Produktionskürzungen US- amerikanischer und kanadischer Primärproduzenten wegen steigender Beiproduktion aus der florierenden nord- und südamerikanischen Kupferproduktion sowie verstärkter Exporte aus Russland und China wirkungslos blieben. Chinesische Verkäufe aus hohen Lagerbeständen zu Niedrigpreisen führten am Jahresende zu einem Preisverfall unter 6,20 US- $/kg.

Auch Vanadium wird zu 80 bis 85 % in der Stahlindustrie - insbesondere zur Erzeugung von Edelbau- und Werkzeugstählen - verwendet. Im Jahre 1999 lag der Weltverbrauch bei etwa 35 000 t; die Produktion - im Wesentlichen als Beiprodukt aus vanadiumhaltigen Stahlwerksschlacken [10] - wird vom U. S. Geological Survey sogar auf 42 000 t geschätzt (ohne Gewinnung aus Kraftwerksaschen und gebrauchten Katalysatoren). Sie ist stark auf die Republik Südafrika, die VR China und Russland konzentriert. [11] Eine unflexibel hohe Beiproduktion aus der Rohstahlerzeugung und ein schwacher Markt hatten auch 1999 ein Überangebot zur Folge, das bei Ferrovanadium zu einem Preisverfall von 13,40 US-$/kg Vanadium (Jahresanfang) auf 7,60 US-$ (Jahresende) - den tiefsten Stand seit Anfang der 90er Jahre - führte. Im Jahre 2000 kam es zu einer ähnlichen Entwicklung: Dem schnellen Preisanstieg bei guter Stahlkonjunktur in der ersten Jahreshälfte bis auf 13,50 US-$/kg folgte bis zum Jahresende ein Rückfall auf knapp 8,00 US- $/kg. Trotz des langjährigen Überangebots wurden neue Kapazitäten angefahren oder vorbereitet (u.a. Rhovan/Südafrika, Windimurra und Balla Balla/Australien, Krasnuralsk/Russland sowie in China, Indien und den USA). Die unstetige Preisentwicklung schmälert die Aussichten für die Verwendung in neuen Gebieten (Redox-Batterien und mikrolegierte Stähle) wegen einer Substitutionsgefährdung durch das preisstabile Niob. Die Konzentration der neuen australischen und südafrikanischen Gruben in der Hand der schweizerischen Xstrata hatte bisher keine Auswirkungen auf die Preise.

Erhebliche industrielle Bedeutung hat auch das Schwermetall Wolfram, das insbesondere für Hartmetalle in Bohr- und Schneidwerkzeugen (50 bis 60 %) sowie für Werkzeugstähle (21 bis 24 %) verwendet wird. [12] Weltangebot und -verbrauch von primärem Wolfram werden für 1998 und 1999 auf jeweils gut 42 000 t geschätzt, zu denen noch 25 bis 30 % für Recyclingmaterial gekommen sein dürften. [13] Auf der Produzentenseite dominiert hier die VR China, auf die 1999 rund 74 % des Weltangebots (42 350 t) entfielen, mit großem Abstand vor Russland mit etwa 10 %. Trotz der wirtschaftlichen Belebung nahm der Wolframverbrauch kaum zu, da er neben fehlenden neuen Einsatzgebieten von einem schwer abschätzbaren Angebot bestimmt wird. So fehlen Angaben über Grubenkapazität, Produktion und auch über die (möglicherweise deutlich schrumpfenden) Lagerstättenvorräte in China sowie über die Höhe von Wolframproduktion und -lagerbeständen in der GUS; auch sind Verkäufe aus den strategischen Beständen (National Defense Stockpile) der USA nicht vorhersehbar. [14] Der von chinesischen Verkäufen bestimmte Preis für Ferrowolfram ging im Jahre 1999 von 5,90 auf gut 5,80 US-$/kg Wolfram zurück. Im zweiten Halbjahr 2000 lag er sogar bei nur noch 5,65 US- $/kg. Derart niedrige Preise - Ähnliches gilt auch für andere Wolframerzeugnisse - verhindern eine Ausweitung der Wolframproduktion in westlichen Ländern.

Das junge Legierungsmetall Niob dringt in die Märkte etablierter Stahlveredler ein und erschließt sich auch eigene Märkte. Verbrauchsschwerpunkte sind mikrolegierte hochfeste Baustähle (z. B. für Erdöl- und Erdgasrohre sowie Kraftfahrzeuge) mit allein 80 % und RSH-Stähle mit weiteren 10 %. Vor dem Hintergrund der Stahlkonjunktur schnellte der Niobverbrauch im Jahre 1998 um ein Drittel auf die Rekordhöhe von 26 800 t, die 1999 mit 23 000 t nicht annähernd wieder erreicht wurde. [15] Im Jahre 2000 dürfte er wieder deutlich zugenommen haben. Das Niobangebot ist hoch konzentriert: Rund 75 % entfallen auf die brasilianische Companhia Brasileira de Metalurgia e Mineração (CBMM), der Rest im Wesentlichen auf die gleichfalls brasilianische Mineração Catalão de Goiás (MCG) und die Niobec-Grube zweier kanadischer Unternehmen. Im Hinblick auf eine günstige Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte (insbesondere gegenüber Vanadium) war die CBMM stets um stabile Preise und eine gesicherte Versorgung bemüht. So lag der Preis für Ferroniob über mehr als 20 Jahre bei 6,50 bis 7,50 US- $/lb Niob und auch im Jahresdurchschnitt 1998 bei 6,90 US-$. Wegen der schwachen Stahlkonjunktur wurde er Mitte Oktober 1999 auf 6,60 US-$/lb gesenkt, nach verbesserter Marktlage im Jahr 2000 dann wieder auf 6,80 US- $/lb erhöht.

NE-Metalle Die NE-Metalle Aluminium, Kupfer, Zink, Blei und Zinn werden an der Londoner Metallbörse gehandelt. Mit Ausnahme von Zinn ist ihre Bergwerks- und Hüttenproduktion weltweit breit gestreut; bei Aluminium und Kupfer liegt auch eine hohe unternehmensbezogene Angebotskonzentration vor. Anders als bei den Legierungsmetallen ist die Stahlindustrie nur für Zinn ein großer Verbraucher.

Der Aluminiummarkt war Ende 1998 durch einen -erstmals seit 16 Jahren - stagnierenden Verbrauch, Angebotsausfälle und trotzdem fallende Preise gekennzeichnet. Die weltweite Nachfragebelebung und eine nur mäßige Zunahme der Hüttenproduktion (zahlreiche Streiks, witterungs- und technisch bedingte Probleme) ließen dann aber den Aluminiumpreis im Jahre 1999 von 1 182 US-$/t (Monatsdurchschnitt März) auf 1 554 US-$ (Dezember) steigen. Im gesamten Jahr 1999 nahm die Welt-Hüttenproduktion um 4,4 % auf 23,6 Mill. t zu, der Verbrauch dagegen um 8,0 % auf 23,5 Mill. t. Die Preisspitze lag im Januar 2000 bei 1 680 US-$/t; ihr folgten bei zunehmender Produktion ein schneller Verfall auf 1 457 US-$ (April) und dann ein erneuter langsamer Anstieg auf 1 600 US-$ im September. Dieses Niveau wurde bis zum Jahresende nicht ganz gehalten. Die Angebotskonzentration nahm vor allem nach spektakulären Fusionen in der Spitzengruppe weiter zu (Alcan/Alusuisse Group und Alcoa/Reynolds).

Auch auf dem Kupfermarkt hatten eine anhaltende Überproduktion und eine geringe Nachfrage bis zur Jahresmitte 1999 sehr niedrige Preise zur Folge. Erst die überfälligen Produktionskürzungen großer kanadischer und US- amerikanischer Unternehmen und die konjunkturell bedingte stürmische Belebung der Nachfrage (auch aus China) stabilisierten den Markt und ließen den Börsenpreis von 1 422 US-$/t (Juni 1999) auf 1 844 US-$/t (Januar 2000) steigen. Verbrauch und Produktion von Raffinadekupfer erreichten im Jahre 1999 die Rekordhöhe von 14,2 Mill. t bzw. 14,4 Mill. t (+5,2 % bzw. +2,4 %). Ein kräftiges Verbrauchswachstum und moderate Produktionssteigerungen kennzeichneten den Kupfermarkt auch noch im Herbst 2000, so dass für das gesamte Jahr ein Verbrauchsanstieg um 6,4 %, eine Produktionszunahme um 2,1 % und eine Unterdeckung von 340 000 t prognostiziert wurde. [16] Der Kupferpreis spiegelte die recht feste Marktverfassung. Nach vorübergehendem Rückgang bis zum Sommer 2000 schnellte er auf 1 960 US-$/t (September) und ging dann zum Jahresende auf gut 1 800 US-$/t zurück.

Auch der Zinkmarkt war vom konjunkturellen Einbruch 1998 betroffen, wenngleich Verbrauch und Produktion um 5,2 % bzw. 4,4 % zunahmen. Nach dem Tiefstand um die Jahreswende 1998/99 (932 US-$/t) zog der Zinkpreis bereits im Februar wieder an und pendelte von August 1999 bis August 2000 meist zwischen 1 130 und 1 190 US-$/t. Im Jahre 1999 wurden Rekordwerte bei Verbrauch (8,4 Mill. t bzw. +4,7 %) und Produktion (8,3 Mill. t bzw. +4,4 %) von Hüttenzink erreicht. Die recht feste Marktsituation resultierte aus der gestiegenen Nachfrage, geringen Lagerbeständen sowie relativ niedrigen Exporten des größten Zinkproduzenten VR China. Für das Jahr 2000 hatte die International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) eine Verbrauchs- und Produktionszunahme um 3 % bzw. 5 % vorhergesagt. Da rund die Hälfte des Zinks als Korrosionsschutz für Stahl verwendet wird und die Rohstahlerzeugung um gut 7 % zugenommen hat, könnte der Verbrauchszuwachs sogar höher ausgefallen sein. Hierfür spricht der recht feste Zinkpreis, der im September auf über 1 200 US-$/t anzog und erst Ende Dezember unter 1 050 US-$ fiel.

Eine andere Entwicklung nahm in den beiden letzten Jahren der Bleimarkt. Mit jeweils reichlich 6 Mill. t erreichten Weltverbrauch und -produktion von Raffinadeblei im Jahre 1999 ihr bisher höchstes Volumen (+2 %), was verbrauchsseitig vor allem auf die um 4 % gestiegene Kraftfahrzeugproduktion zurückzuführen ist. [17] Die Bedarfsunterdeckung in westlichen Ländern von gut 0,4 Mill. t wurde durch stark erhöhte Exporte besonders der VR China und Kasachstans überkompensiert, so dass wegen des Überangebots u. a. ein starker Lageraufbau an der LME erfolgte. Nach einem durch spekulative Käufe verursachten Anstieg von knapp 500 US-$/t (Anfang 1999) auf 560 US-$ (Mai) fiel der Bleipreis mangels Nachfrage ab Oktober wieder unter 500 US-$. Aus dem Tief von 412 US-$/t im Mai 2000 kam er erst im Herbst, als knappe LME-Vorräte und Panikkäufe von Händlern und Verbrauchern einen kurzzeitigen Sprung auf über 500 US-$/t bewirkten. Die geringe Nachfrage im restlichen Jahresverlauf brachte einen erneuten Rückgang auf 450 US-$ mit sich.

Weltverbrauch und Hüttenproduktion von Zinn nahmen 1999 wieder leicht auf 243 000 t (einschließlich Sekundärmaterial) bzw. 224 000 t zu. [18] Dabei wurde der Verbrauchszuwachs im zweiten Halbjahr vor allem von der steigenden Weißblechproduktion in Schwellen- und Entwicklungsländern (für Lebensmittelverpackungen), aber auch von der stabilen Verwendung von Lötlegierungen (elektrische und elektronische Erzeugnisse) getragen. Infolge der Wirtschaftskrise in Asien stagnierte der Zinnpreis bis zum September unterhalb von 5 400 US-$/t. Zweifel am tatsächlichen Exportvolumen der VR China und Indonesiens (Bürgerkrieg in Osttimor) - den mit 40 % bzw. 22 % wichtigsten Zinnproduzenten - sowie spekulative Aktivitäten von Händlern und Hedge-Fonds ließen ihn dann aber auf fast 6 200 US-$ (Januar 2000) emporschnellen. Gerüchte über zusätzliche Exportlizenzen für chinesische Produzenten bewirkten dann aber einen schnellen Rückgang auf das frühere Preisniveau - Ausdruck der Marktmacht Chinas als Führer des Angebotsoligopols. Im Jahre 2000 dürfte der Zinnverbrauch etwa wie die Weißblecherzeugung um etwa 3 % zugenommen haben.

Ausblick Nicht zuletzt wegen der hohen Rohölpreise hat sich das Wachstum der Weltwirtschaft seit dem Herbst 2000 abgekühlt, wobei vor allem das Ende des langen Wirtschaftsbooms in den USA zunehmend weltweite Auswirkungen zeigt. Für dieses Jahr wird mit einem weltweiten Wachstum von 3 bis 3½ % gerechnet. [19]

Das künftige weltwirtschaftliche Wachstum hängt ganz wesentlich vom Erfolg der neuen US-Regierung bei der Stabilisierung oder sogar Wiederbelebung der amerikanischen Wirtschaft ab. Gegenwärtig zeigen die wirtschaftlichen Frühindikatoren (z. B. der OECD) nach unten, und ein Aufschwung in der zweiten Jahreshälfte ist ungewiss. Ein kräftiges Wirtschaftswachstum haben zurzeit lediglich China (Infrastrukturmaßnahmen) und Südamerika. Zumindest kurzfristig ist deshalb mit einer schwachen Metallnachfrage zu rechnen. Daher werden die Produzenten die gestiegenen Energiekosten kaum auf die Verbraucher überwälzen können.

Die gedämpften Aussichten für den Stahlmarkt gehen insbesondere auf die USA zurück, deren wirtschaftliche Schwäche neben der Automobilindustrie [20] auch zahlreiche andere Industriezweige erfasst hat und sich nun auch auf die Konjunktur in Asien auszuwirken beginnt. Trotz guter Marktaussichten in China, Südamerika und Westeuropa dürften Walzstahlverbrauch und Rohstahlerzeugung unter dem Vorjahresergebnis (750 bzw. 828 Mill. t) bleiben. Produktionskürzungen in den USA und in Westeuropa haben sich bisher nicht auf die Preise ausgewirkt, da sie durch überproportionale Produktions- und Exportausweitungen anderer Regionen mehr als ausgeglichen werden. Eine überhöhte Produktion (zurzeit 68 Mill. t/Monat) und hohe Lagerbestände auf allen Verarbeitungsstufen werden eine kurzfristige Erholung der Stahlpreise verhindern.

Verglichen mit den Massenstählen wächst der Markt für RSH-Edelstähle langfristig deutlich stärker. Ein intensiver Wettbewerb und niedrige Preise führen in der Edelstahlindustrie zu einer Verstärkung der Konzentration zu Großunternehmen, zu neuen kostengünstigen Werken (Brasilien, Italien, Belgien) und einem Kapazitätsausbau von 18 auf gut 20,5 Mill. t (bis 2003). Steigende Preise lassen sich nur bei einer höheren Nachfrage, einem Ende des Lagerabbaus bei den Verbrauchern und einem disziplinierten Produzentenverhalten durchsetzen. Da sich bisher kein Wirtschaftsaufschwung abzeichnet, werden - zumindest kurzfristig - die schwache Edelstahlnachfrage anhalten und die Preise niedrig bleiben.

Auch die Preisentwicklung auf den Metallmärkten wird zunächst von diesen Faktoren geprägt werden. Der niedrige Ferromanganpreis von 460 US-$/lt ist auf das zu hohe Angebot der großen Produzenten, den verbraucherseitigen Lagerabbau, den Konkurs einiger amerikanischer Stahlwerke, den verstärkten Einsatz des billigeren Silicomangans sowie die Preis- und Exportpolitik der VR China als größtem Silicomanganexporteur zurückzuführen. Möglicherweise wird im verschärften Anbieterwettbewerb sogar ein weiterer Preisverfall - wenn auch nicht auf den Tiefstand vom Herbst 1999 (415 US-$/lt) - in Kauf genommen, bevor es zu weiteren Produktionskürzungen kommt.

Die mittelfristig günstigeren Aussichten für den Edelstahlmarkt haben zu verspäteten Reaktionen der großen Ferrochromproduzenten und der nachfragenden Edelstahlindustrie auf den Marktumschwung im zweiten Halbjahr 2000 und zu hohen Lagerbeständen geführt, zumal ein Teil des Chrombedarfs durch den verstärkten Einsatz von billigerem Sekundärmaterial (Edelstahlschrott) gedeckt worden ist. Diese Faktoren, die gedämpften Marktaussichten sowie das zunehmende Exportpotential des wichtigen Ferrochromproduzenten VR China lassen weiterhin niedrige Ferrochrompreise erwarten, doch dürfte nun mit 29 cts/lb Chrom ein Tiefpunkt erreicht worden sein.

Der Nickelmarkt zeigt trotz gleicher Nachfrageentwicklung eine festere Preisentwicklung, da die unter der geplanten Menge gebliebene Produktion in den neuen australischen Hütten und der anhaltende Streik bei der kanadischen Falconbridge Ltd. - mit Auswirkungen auch auf deren norwegisches Werk - ein Marktdefizit herbeigeführt haben. Der sehr volatile Börsenkurs könnte aber nach Lösung dieser Probleme unter 7 000 US-$/t fallen, zumal sich ein Überangebot auf dem Weltmarkt abzeichnet.

Auch die Märkte der "edlen" Legierungsmetalle sind durch eine geringe Nachfrage und niedrige Preise geprägt. Das Überangebot und der Preisverfall bei Molybdän können wegen des unflexiblen Angebots aus der amerikanischen Kupferproduktion und aus den kaum kontrollierten chinesischen Betrieben nur durch weitere Kürzungen bei westlichen Primärproduzenten beendet werden; die der VR China von der EU und den USA angedrohten Anti-Dumping-Klagen dürften keinen Erfolg haben. Bei Wolfram werden Angebot und Preise völlig von der VR China bestimmt. Ihre Exportlizenzen für 2001 -etwa auf Vorjahresniveau - lassen Preiserhöhungen nur bei steigender Nachfrage erwarten. Der niedrige Vanadiumpreis (7,80 US-$/kg) resultiert aus fehlender Nachfrage der Stahlindustrie und wenig flexibler Beiproduktion aus Stahlwerksschlacken. Nur der Produzentenpreis für Niob (zurzeit 14,50- 15,50 US-$/kg) wird der Nachfrageentwicklung vorsichtig angepasst.

Bei den NE-Metallen ist der recht feste Aluminiumpreis - um 1 600 US-$/t - auf erhebliche Angebotskürzungen der großen Produzenten zurückzuführen, die im Falle der USA (um über 0,7 Mill. t) auf die knappe und teure Energieversorgung im Nordwesten zurückgehen. Ein - derzeit allerdings unwahrscheinlicher - starker Verbrauchsanstieg würde wegen der knappen Vorräte erhebliche Preiserhöhungen nach sich ziehen. Auf dem Kupfermarkt resultiert das knappe Angebot aus enger Bergwerkskapazität und niedrigen Metallbeständen. In den USA profitiert die Nachfrage bisher von der Bauwirtschaft, die robuster als der Verkehrssektor ist. Das von der Internationalen Studiengruppe (ICSG) prognostizierte Marktdefizit (0,25 Mill. t) dürfte aber nur bei überdurchschnittlicher Verbrauchszunahme eintreten.

Auf dem Zinkmarkt sind ein steigendes Angebot sowie eine sinkende Nachfrage besonders in der Automobilindustrie der USA (verzinkte Bleche) absehbar, die den Zinkpreis weiterhin unter 1 100 US-$/t halten dürften. Bei Blei wird das knapper werdende Erzangebot (u. a. verstärkte Käufe der VR China) eine Ausweitung der westlichen Hüttenerzeugung in Grenzen halten. Verbrauchsseitig dürfte sich aber wie bei Zink die nachlassende Automobilkonjunktur (Starterbatterien) auswirken, so dass der Bleipreis wahrscheinlich unter 500 US-$/t bleiben wird. Der Zinnmarkt wird nach wie vor von der unsicheren Angebotsentwicklung der VR China (Exportlizenzen, Vollständigkeit der Statistiken) bestimmt. Die Ausweitung ihrer Hüttenkapazitäten, aber auch hohe Lagerbestände an der LME, sprechen für Preise weiterhin unter 5 300 US-$/t.

[1] Vgl.: Die Lage der Weltwirtschaft und der deutschen Wirtschaft im Herbst 2000. In: Wochenbericht des DIW, Nr. 43/2000, sowie Grundlinien der Wirtschaftsentwicklung 2001/2002. In: Wochenbericht des DIW, Nr. 1-2/2001.

[2] Sog. RSH-Stähle.

[3] Angaben nach World Stainless Steel Statistics, London.

[4] Vgl. U. S. Geological Survey: Mineral Industry Surveys, Manganese, 1999 Annual Review. Reston, September 2000.

[5] Vgl. T. S. Jones: Manganese - developments during 1999. In: Engineering and Mining Journal, April 2000, London; D. Kinch: CVRD integrates in manganese. In: Metal Bulletin Monthly/Ferro-Alloys Supplement, November 2000, London, sowie Erzmetall 53 (2000), Nr. 12, S. 719.

[6] Zahlenangaben nach U.S. Geological Survey: Mineral Industry Surveys, Chromium, 1999 Annual Review. Reston, December 2000.

[7] Außerdem gibt es Produzentenpreise großer Hersteller, vor allem der kanadischen INCO Ltd., die wegen der Langfristigkeit der Abschlüsse mit den Verbrauchern eine größere Stabilität zeigen.

[8] Japan verfügt über keine eigene Erzproduktion.

[9] Vgl. T. Sweeney: Molybdenum. In: Mining Annual Review 2000. The Mining Journal Ltd., London 2000.

[10] In geringem Maße erfolgt auch eine Vanadiumgewinnung aus Erzkonzentraten, Kraftwerksaschen und gebrauchten Katalysatoren.

[11] Vorläufige Schätzungen nach U.S. Geological Survey: Mineral Industry Surveys, Vanadium, 1999 Annual Review. Reston, August 2000.

[12] Der übrige Verbrauch umfasst vielfältige Metallerzeugnisse für die Elektrotechnik und Elektronik sowie für die Waffentechnik.

[13] Vgl. M. Maby: Tungsten. In: Mining Annual Review 2000. The Mining Journal Ltd., London 2000.

[14] Der Bestand von 37 332 t Wolfram Ende Juni 1999 entsprach etwa einem Weltjahresverbrauch. Im Jahre 1999 erfolgte hieraus kurzfristig und erstmals seit 1989 der Verkauf von 1 900 t Wolfram.

[15] Zahlenangaben nach Tantalum-Niobium International Study Center und C. E. Mosheim. In: Niobium. Mining Annual Review 2000. The Mining Journal Ltd., London 2000.

[16] International Copper Study Group (ICSG), November 2000.

[17] Kraftfahrzeug-Akkumulatoren stellen das wichtigste Einsatzgebiet für Blei dar. In Deutschland liegt der Anteil bei gut 55 %, in den USA sogar bei über 80 %.

[18] Nach vorläufigen Angaben der Metallstatistik/Metal Statistics 1989- 1999.

[19] Jüngste Prognosen von Weltbank und Internationalem Währungsfonds sagen für die Weltwirtschaft in diesem Jahr ein Wachstum von 3½ % voraus, während die deutschen wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsinstitute nur noch von 3 % ausgehen.

[20] Vgl. M. Brendel: Dunkle Wolken trüben das Autojahr 2001. In: VWD Montan, 3. 1. 2001.

                                                                             
------------------------------------------------------------------------------- 
Tabelle 1
                                                                       
Entwicklung wichtiger Welt-Metallmärkte 1998 bis 2000                           
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                          Produktion in 1000 t    Veränderung geg. Vorjahr in % 
                                                                                
                       1998         1999    2000 (*)      1998    1999 2000(*)  
                                                                                
Stahl und Legierungsmetalle                                                     
 Rohstahl           777 311      771 252     828 478      -3,0    -0,8    7,4   
 RSH-Stahl           16 250       17 200      18 300      -0,9     5,8    6,4   
 Ferromangan          6 660        6 510       6 600      -5,3    -2,3    1,4   
 Ferrochrom           4 780        5 030       5 320      -1,2     5,2    5,8   
 Hüttennickel         1 035        1 021       1 127       2,2    -1,3   10,4   
 Molybdän               135          124         120      -3,6    -8,1   -3,2   
 Vanadium                44,5         42,0        42,0     9,3    -5,6    0,0   
 Wolfram (1)             42,1         42,4        42,0    -0,1     0,7   -0,9   
 Niob (2)                26,8         23,0        25,0    33,5   -14,4    8,7   
                                                                                
NE-Metalle                                                                      
 Hüttenaluminium     22 620       23 615      24 330       3,8     4,4    3,0   
 Raffinadekupfer     14 115       14 370      14 675       4,0     2,4    2,1   
 Hüttenzink           7 966        8 318       8 700       4,4     4,4    4,6   
 Raffinadeblei        6 011        6 134       6 250       0,8     2,1    1,9   
 Hüttenzinn             223          224         229      -2,5     0,5    2,2   
                                                                                
Nachrichtlich:                                                                  
Wirtschaftl. Kenndaten                                                          
 der OECD-Länder                 1995 = 100      Veränderung geg. Vorjahr in %  
 Bruttoinlandsprodukt   109,6        112,9       117,8     2,7     3,0    4,3   
 Industrieproduktion(3) 110,3        113,6       120,1     2,2     3,0    5,7   
                                                                                
------------------------------------------------------------------------------- 
(*) Vorläufige Zahlen und Schätzungen verschiedener Industrieorganisationen     
sowie des DIW.                                                                  
(1) Primärangebot.                                                              
(2) Ablieferungen.                                                              
(3) Alle Industriezweige.                                                       
Quellen: International Iron and Steel Institute (IISI), Brüssel; OECD (Hrsg.):  
Main Economic Indicators. Paris; Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Eisen und     
Stahl. Fachserie 4, Reihe 8.1. Wiesbaden; OECD (Hrsg.): Main Economic           
Indicators. Paris; The Mining Journal Ltd. (Hrsg.): Mining Annual Review 2000.  
London; U.S. Geological Survey (Hrsg.): Mineral Industry Surveys, 1999 Annual   
Review. Reston; World Bureau of Metal Statistics (Hrsg.):                       
Metallstatistik/Metal Statistics 1989-1999. Ware, Herts 2000; The Mining        
Journal Ltd. (Hrsg.): Mining Annual Review 2000. London; Schätzungen            
verschiedener Industrieorganisationen und des DIW.                              
=============================================================================== 
                                                                                
                                                                                
------------------------------------------------------------------------------- 
Tabelle 2
                                                                       
Anteile der größten Produzentenländer an der Weltproduktion                     
ausgewählter Legierungs- und NE-Metalle im Jahre 1999                           
in %                                                                            
------------------------------------------------------------------------------- 
                                                                                
                           Ferro-  Ferro-  Hütten-   Molyb-  Vana-              
Land                       mangan  chrom   nickel     dän    dium Wolfram  Niob 
                                                                                
                                                                                
Deutschland                                                                     
Frankreich                  7,2                                                 
Großbritannien                                                                  
Kasachstan                          11,9                      2,4               
Norwegen                    7,2               7,3                               
Russland                             5,0     22,3      5,0(1)21,4   14,0 (1)    
Spanien                                                                         
Ukraine                    11,6                                                 
VR China                   26,9      8,0              22,5   38,1   74,0        
Indien                               7,0                                        
Indonesien                                   21,5                               
Japan                                         13,1                              
Südkorea                                                                        
Malaysia                                                                        
Thailand                                                                        
Republik Südafrika         11,5     45,0                     38,1               
Brasilien                                                                  85,0 
Chile                                                 20,2                      
Kanada                                        12,2     6,5                >10,0 
USA                                                   35,6  k. A.               
Australien                                     8,2                              
3 größte Prod.-Länder      50,0     64,9      47,6    78,3   97,6   88,0  >95,0 
5 größte Prod.-Länder      64,4     76,9      63,1    89,8  100,0   88,0  >95,0 
Übrige Länder              35,6     23,1      36,9    10,2    0,0   12,0   <5,0 
Insgesamt                 100,0    100,0     100,0   100,0  100,0  100,0  100,0 
Nachrichtlich:                                                                  
Insgesamt in 1000 t     6 510,0  5 030,0   1 020,6   123,7   42,0   42,4   23,0 
                                                                                
------------------------------------------------------------------------------- 
                                                                                
                                                                                
------------------------------------------------------------------------------- 
                                                                                
                                  Hütten-      Raff.-   Hütten- Raff.- Hütten-  
Land                      Niob     alumi-      kupfer    zink    blei   zinn    
                                   nium                                         
                                                                                
Deutschland                                                       6,1           
Frankreich                                                                      
Großbritannien                                                    5,7           
Kasachstan                                                                      
Norwegen                                                                        
Russland                            13,3        5,2                             
Spanien                                                  4,6                    
Ukraine                                                                         
VR China                            11,0        8,2     20,3     13,4    40,5   
Indien                                                                          
Indonesien                                                               21,5   
Japan                                           9,4      7,6      4,8           
Südkorea                                                 5,2                    
Malaysia                                                                 12,9   
Thailand                                                                  7,9   
Republik Südafrika                                                              
Brasilien                85,0        5,3                                  5,4   
Chile                                          18,6                             
Kanada                  >10,0       10,1                 9,4                    
USA                                 16,0       14,9              22,5           
Australien                                                                      
3 größte Prod.-Länder   >95,0       40,3       42,9     37,3     42,0    74,9   
5 größte Prod.-Länder   >95,0       55,7       56,3     47,1     52,5    88,2   
Übrige Länder            <5,0       44,3       43,7     52,9     47,5    11,8   
Insgesamt               100,0      100,0      100,0    100,0    100,0   100,0   
Nachrichtlich:                                                                  
Insgesamt in 1000 t      23,0   23 615,0   14 370,0   8318,1   6134,4   224,2   
                                                                                
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(1) GUS insgesamt.                                                              
Quellen: Verschiedene Spezialstatistiken für die einzelnen Metalle              
und Berechnungen des DIW.                                                       
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Wochenbericht 8/01