Pressemitteilungen

Aktuelle und ältere Presseinformationen des DIW Berlin

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11.01.2017

Bauwirtschaft bleibt wichtige Stütze der Konjunktur in Deutschland

Vor allem der Wohnungsneubau boomt – Öffentliche Infrastruktur fährt nach wie vor auf Verschleiß – Prognose im Rahmen der Bauvolumenrechnung des DIW Berlin lässt sich erstmals in Neubau- und Bestandsmaßnahmen aufschlüsseln

Die Bauwirtschaft bleibt eine wichtige Stütze der Konjunktur in Deutschland: Der neuesten Bauvolumenrechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zufolge, die im Auftrag des Bundesbauministeriums (BMUB) und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) entsteht, ist die Summe der Bauinvestitionen und nicht werterhöhenden Reparaturen im vergangenen Jahr real – also unter Berücksichtigung der Preissteigerungen – um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das war das höchste Wachstum seit 2011. Auch für dieses und das kommende Jahr erwartet das DIW Berlin jeweils ein kräftiges Plus in Höhe von 1,6 beziehungsweise 2,4 Prozent. Die zwischenzeitlich etwas geringere Dynamik ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass in diesem Jahr mehr Feiertage auf Werktage fallen. „Das Fundament der Baukonjunktur in Deutschland wird auch künftig der Wohnungsbau sein“, sagt Martin Gornig, Studienautor und stellvertretender Leiter der Abteilung Unternehmen und Märkte am DIW Berlin. Das liege vor allem an drei Faktoren: Die Konjunktur in Deutschland läuft gut, die Zinsen für Wohnungsbaukredite befinden sich bei gleichzeitig geringen Renditen auf alternative Anlagen auf einem historisch niedrigen Niveau und in den Ballungsräumen ist Wohnraum knapp.

02.01.2017

Stabübergabe im DIW Berlin: Angelica E. Röhr ist neue Geschäftsführerin des Instituts

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat eine neue Geschäftsführerin: Angelica E. Röhr, die vom Kuratorium des DIW Berlin für fünf Jahre bestellt wurde, nimmt heute ihre Arbeit auf. Röhr war in leitenden Positionen in mehreren öffentlich finanzierten Forschungseinrichtungen tätig, unter anderem beim TRM – Translationszentrum für Regenerative Medizin in Leipzig, bei der European Synchrotron Radiation Facility in Grenoble sowie in der Max-Planck-Gesellschaft in München. Zuletzt hat sie als Direktorin die Verwaltung des Wiener Universitätskrankenhauses / AKH Wien geleitet.

21.12.2016

DIW Konjunkturbarometer Dezember 2016: Deutsche Wirtschaft mit robustem Jahresabschluss

Im Dezember signalisiert das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) ein robustes Wachstum im Schlussquartal. Der Stand des Barometers steigt auf 103 Punkte und liegt damit klar über der Marke von 100 Punkten, die einen durchschnittlichen Zuwachs der Wirtschaftsleistung anzeigt. „Die deutsche Wirtschaft legt zum Jahresende noch mal einen Zahn zu“, fasst DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner zusammen. Zuletzt hat sich vor allem die Auftragslage der Unternehmen deutlich verbessert und auch die Stimmung in den Unternehmen hat sich nochmals aufgehellt. Die Industrie dürfte wieder etwas Fahrt aufnehmen und insgesamt dürfte die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung des DIW Berlin im vierten Quartal um 0,4 Prozent wachsen.

21.12.2016

Steuerbelastung ist in Deutschland relativ gleichmäßig über die Einkommensgruppen verteilt

Geringverdienende sind relativ stark mit indirekten Steuern belastet

Die prozentuale Belastung mit Steuern und Sozialbeiträgen in Deutschland ist erstaunlich gleichmäßig über alle Einkommensgruppen verteilt und wirkt nur wenig progressiv. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). „Lediglich die Einkommen- und Unternehmensteuern sind stark progressiv und belasten vorwiegend Haushalte mit höheren Einkommen“, sagt DIW-Steuerexperte Stefan Bach. „Knapp die Hälfte des Steueraufkommens entfällt aber auf indirekte Steuern wie Mehrwertsteuer, Energiesteuern oder Genussmittelsteuern, die Haushalte mit niedrigen Einkommen deutlich stärker belasten als Haushalte mit hohen Einkommen.“ Berücksichtige man auch die Sozialbeiträge, so falle die gesamte relative Belastung der mittleren Einkommen nicht viel geringer als die der sehr hohen Einkommen aus.

14.12.2016

Deutsche Wirtschaft setzt Wachstum in unsicherem Umfeld fort - Beschäftigungsaufbau flacht aber ab

Die Wachstumsrate der deutschen Wirtschaft wird im nächsten Jahr vor allem aufgrund von Kalendereffekten geringer ausfallen  als 2016 – Die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt lässt etwas nach – International ist das Umfeld von zahlreichen Risiken geprägt

In einem Umfeld großer internationaler Risiken setzt die deutsche Wirtschaft ihren Aufwärtstrend auch 2017 und 2018 fort. Im kommenden Jahr wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) vor allem wegen der geringeren Anzahl von Arbeitstagen gemäß der jüngsten Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) deutlich weniger zunehmen als im laufenden: Nach 1,8 Prozent im Jahr 2016 dürfte die Wirtschaft im Jahr 2017 nur um 1,2 Prozent wachsen. Im Jahr 2018 dürfte der Anstieg der Wirtschaftsleistung mit 1,6 Prozent wieder höher ausfallen. Gegenüber der DIW-Prognose vom Herbst (1,0 Prozent) wurde der Wert für 2017 leicht nach oben angepasst. Die Risiken bleiben jedoch groß: Wahlen in mehreren europäischen Ländern, harte Brexit-Verhandlungen und strukturelle Probleme etwa im italienischen Bankensektor könnten die Wirtschaftsentwicklung gefährden. Die hohen Budgetüberschüsse des deutschen Staates werden 2017 deutlich abschmelzen und 2018 ganz verschwinden.

14.12.2016

Projektion der öffentlichen Finanzen bis 2025: Lage nicht so entspannt wie sie scheint

In den nächsten Jahren werden die Überschüsse der öffentlichen Haushalte in Deutschland deutlich zurückgehen – 2017 kaum finanzpolitischer Spielraum für Steuersenkungen und Sozialausgaben – Mittel- und langfristig ist wieder mit leichten Überschüssen zu rechnen, allerdings nur dank wiederholter Anhebungen der Sozialbeitragssätze

Gemäß der jüngsten Projektion des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) werden die öffentlichen Haushalte in Deutschland in den kommenden Jahren eine immer schlechtere Figur machen. Der Finanzierungssaldo dürfte kurzfristig deutlich schrumpfen, von 26 Milliarden Euro in diesem Jahr auf vier Milliarden Euro im nächsten. Im Jahr 2018 ergibt sich für den Gesamtstaat sogar ein leichtes Defizit und ohne die milliardenschweren Rücklagen im Bundeshaushalt könnte die von der Bundesregierung als so wichtig angesehene „Schwarze Null“ wohl nur sehr knapp gehalten werden.

07.12.2016

Das Elterngeld hat in den ersten zehn Jahren seines Bestehens viel bewegt

DIW-Studie gibt Überblick über die Forschungsarbeiten zur Wirkung des vor zehn Jahren eingeführten Elterngeldes – Positive Effekte auf das Einkommen junger Familien, die Erwerbstätigkeit von Müttern insgesamt und die Elternzeit von Vätern – Eine Wirkung auf die Geburtenrate kann nur teilweise nachgewiesen werden

Zehn Jahre nach der Einführung des Elterngeldes zum 1. Januar 2007 ist dieses familienpolitische Instrument weitestgehend akzeptiert und hat viele nachweisbare Effekte, zum Beispiel auf die Erwerbstätigkeit von Müttern und auf die Rolle von Vätern. In einer neuen Studie gibt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) einen Überblick der verschiedenen primär ökonomischen Forschungsergebnisse zum Thema. Die Einführung des Elterngeldes, das das vorherige Erziehungsgeld abgelöst hat, hat das Einkommen für die meisten Familien im ersten Jahr nach der Geburt ihres Kindes substantiell erhöht und somit für diese Zeit einen finanziellen Schonraum geschaffen. Nachgewiesen ist auch, dass die Erwerbstätigkeit von Müttern insgesamt zugenommen hat. Zwar haben sich mehr Mütter mit hohen Einkommen und Qualifikationen eine längere Auszeit genommen, als es früher der Fall war, im zweiten Lebensjahr des Kindes ist allerdings die Erwerbsbeteiligung insbesondere von Müttern im unteren Einkommensbereich gestiegen. In dieser Hinsicht hat das Elterngeld sein Ziel erreicht.

30.11.2016

DIW Konjunkturbarometer November 2016: Deutsche Wirtschaft legt trotz Risiken kleinen Jahresendspurt hin

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) signalisiert im November nach wie vor eine leichte Beschleunigung des Wirtschaftswachstums zum Jahresende: Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im Schlussquartal mit 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal etwas schneller steigen als im dritten Quartal (0,2 Prozent). Der Stand des Barometers liegt mit 101 Punkten knapp über der Marke von 100 Punkten, die einen durchschnittlichen Zuwachs der Wirtschaftsleistung anzeigt.

30.11.2016

Wochenendarbeit in Deutschland: 45 Prozent der Beschäftigten arbeiten auch am Samstag – rund ein Viertel am Sonntag

Insgesamt nimmt die Wochenendarbeit im Land aber eher ab – DIW-Studie zeigt, dass der Anteil der am Wochenende beruflich Aktiven in den letzten Jahren leicht zurückgegangen ist – Es gibt aber Ausnahmen: In einigen Branchen wird zunehmend am Samstag und Sonntag gearbeitet

Immer öfter haben Geschäfte sonntags auf, immer mehr Ältere sind rund um die Uhr auf Pflege angewiesen. Auch deshalb haben viele Menschen den Eindruck, dass die Erwerbstätigkeit am Wochenende zunimmt. Das ist aber nicht der Fall, wie eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigt. Im Jahr 2015 arbeiteten fast 45 Prozent aller Erwerbstätigen, sprich 19,3 Millionen Beschäftigte, regelmäßig oder gelegentlich an einem Samstag. Im Jahr 2011 waren es noch drei Prozentpunkte oder 600.000 Personen mehr. Die Zahl der am Sonntag aktiven Erwerbstätigen hat ebenfalls abgenommen, um eine halbe Million. Dabei ergibt sich ein uneinheitliches Bild: In bestimmten Wirtschaftszweigen, bei denen Wochenendarbeit besonders verbreitet ist – etwa dem Handel, der Gastronomie und dem Bereich Gesundheit und Soziales  –  wächst die Beschäftigung kräftig. Dagegen wirkt, dass sich in der Summe der Wirtschaftsbereiche der Personaleinsatz eher weg vom Wochenende hin zu den üblichen Werktagen verschiebt. Das ist zum Beispiel in der Bauwirtschaft, in den Bereichen Verkehr sowie Information und Kommunikation und zum Teil in der Industrie der Fall.

23.11.2016

Ganztagsschule und Hort erhöhen die Erwerbsbeteiligung von Müttern mit Grundschulkindern

Über zehn Prozent der vorher nicht erwerbstätigen Frauen werden berufstätig, wenn ihr Kind nach der Einschulung nachmittags betreut werden kann – Familien- und Bildungspolitik sollten neben Kita-Ausbau auch verstärkt Betreuungssituation der Schulkinder im Blick haben

Werden Kinder nach der Einschulung in Ganztagsschulen oder im Hort auch am Nachmittag betreut, sind Mütter deutlich häufiger und länger berufstätig als zuvor. Das geht aus einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hervor, die auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) basiert. Die Untersuchung gehört zu den wenigen Studien, die für Deutschland die Effekte der Nachmittagsbetreuung von Grundschulkindern auf die Erwerbstätigkeit von Müttern analysieren. Demzufolge nehmen mehr als elf Prozent der Frauen, die vor der Einschulung ihres Kindes nicht berufstätig waren, eine Erwerbstätigkeit auf. Mütter, die bereits zuvor einem Job nachgingen, arbeiten aufgrund der Nachmittagsbetreuung ihres Kindes wöchentlich im Schnitt gut zweieinhalb Stunden mehr.

16.11.2016

Smartphone und Internet dominieren die Freizeit Jugendlicher - Die Art der Nutzung hängt von Einkommen und Bildung ab

DIW-Studie zeigt: IT und Kommunikationstechnologien sind im Freizeitverhalten der Jugend  allgegenwärtig – Der Zugang ist für alle gewährleistet, eine Kluft besteht aber in der Nutzung – Bildungspolitik muss auf die IT-Fertigkeiten der jungen Leute aufbauen

Rund 85 Prozent aller 17-Jährigen in Deutschland beschäftigen sich täglich mit dem PC oder Internet. Vor 15 Jahren war es weniger als ein Drittel. Das geht aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auf Basis von Daten der Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) und des Statistischen Bundesamtes hervor. Die Studie zeigt, wie allgegenwärtig PC und Smartphones in der Freizeit der Jugendlichen sind: 78 Prozent der 17-Jährigen surfen oder chatten nach eigenen Angaben täglich, 72 Prozent sind jeden Tag in den sozialen Netzwerken unterwegs. Stark nachgelassen hat hingegen die Bedeutung des Fernsehens und des Lesens für die Freizeitgestaltung der Jugendlichen. Haben vor 15 Jahren noch 53 Prozent der 17-Jährigen mindestens einmal wöchentlich gelesen, waren es zwischen 2011 und 2013 nur noch 43 Prozent.

16.11.2016

Mangelnde Gleichberechtigung bei Finanzentscheidungen trägt zu geringerer Finanzbildung von Frauen bei

DIW Berlin untersucht für mehrere Länder die Ursachen für die geringere Finanzbildung von Frauen – Neben Einkommen, Bildung und Erfahrung spielen kulturelle Faktoren eine wesentliche Rolle – Durch bessere Finanzbildung könnten Frauen effektiver für das Alter vorsorgen

In den meisten Ländern der Welt wissen Frauen weniger über Finanzen als Männer. Sozio-demographische Faktoren wie Einkommen, Alter und Bildung sowie die Erfahrung mit Finanzangelegenheiten liefern Erklärungen für diesen Gender Gap in der finanziellen Bildung. Insbesondere spielen kulturelle Faktoren wie die Rolle der Frau in der Gesellschaft eine wesentliche Rolle. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Die Studie untersucht insbesondere Deutschland, die USA und Thailand. Frauen in Deutschland und den USA schneiden bei Tests zur finanziellen Bildung schlechter ab als Männer, auch diejenigen mit hoher Bildung oder Alleinstehende. In Thailand dagegen wissen Frauen genauso viel, und teilweise mehr, über Finanzen und Geld als Männer. „Kulturell bedingt übernehmen in Thailand Frauen oft die finanzielle Verantwortung im Haushalt, in diesem Punkt herrscht dort mehr Gleichberechtigung als bei uns“, erklärt Studienautorin Antonia Grohmann.

15.11.2016

Erste repräsentative Befragung von seit 2013 eingereisten Geflüchteten: Geflüchtete Menschen haben eine hohe Bildungsorientierung

Gemeinsame Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

Die seit 2013 eingereisten Geflüchteten zeigen eine hohe Bildungsorientierung. Es gibt viele gemeinsame Wertvorstellungen bei Geflüchteten und Deutschen. Die häufigsten Fluchtursachen sind Angst vor gewaltsamen Konflikten und Krieg. Das sind zentrale Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von mehr als 2.300 geflüchteten Menschen über 18 Jahren, die gemeinsam vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), dem Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) und dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) durchgeführt wurde.

09.11.2016

Die meisten Selbständigen betreiben Altersvorsorge oder haben Vermögen, aber etwa 700.000 sorgen nicht genügend für das Alter vor

Die überwiegende Zahl der Selbständigen zahlt nicht regelmäßig in eine obligatorische Rentenkasse ein, viele sorgen aber privat vor

Mehr als die Hälfte der Selbständigen in Deutschland ist nicht bei einer obligatorischen Rentenkasse (gesetzliche Rentenversicherung oder berufsständische Versorgungswerke) versichert. Das bedeutet aber nicht, dass der Großteil finanziell unzureichend auf den Ruhestand vorbereitet ist. Denn mehr als die Hälfte der nicht obligatorisch versicherten Selbständigen hat eine Kapitallebensversicherung oder eine private Rentenversicherung. Vor allem ist aber oft Immobilien- sowie Anlagevermögen vorhanden. Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte über eine mögliche gesetzlich vorgeschriebene obligatorische Vorsorge für Selbständige. „Mit den Ergebnissen auf Basis der Mikrozensus-Erhebung wird die aktuelle Diskussion über die Altersvorsorge der Selbständigen auf ein festeres Fundament gestellt – nicht mehr und nicht weniger", so Karl Brenke, Autor der Studie.

09.11.2016

Unternehmen forschen nicht immer dort, wo die öffentliche Forschung stark ist

Forschung und Entwicklung ist in Deutschland stark auf Ballungszentren konzentriert ­– dynamische Entwicklung der öffentlichen Forschung

Für die private Forschung und Entwicklung (FuE) in Deutschland spielt die räumliche Nähe zur Industrieproduktion eine stärkere Rolle als die Nähe zu öffentlich geförderten Forschungseinrichtungen und Hochschulen. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). „Die Politik sollte deswegen die überregionale Vernetzung von Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen vorantreiben“, sagt DIW-Ökonom Alexander Eickelpasch. Wenn die Forschung mit der Industrie überregional zusammenarbeitet, können insbesondere Regionen mit einem schwachen Industriebesatz davon profitieren. Darüber hinaus könnten Regionen mit starker öffentlicher Forschung ihre Wissenspotentiale besser für sich nutzen, wenn die regionale Industrie etwa im Rahmen von Ansiedlungs- und Bestandspolitik unterstützt wird.

02.11.2016

Klimaschutz in Europa ist ohne Atomkraft möglich

Simulationen des DIW Berlin: Erneuerbare Energien können bis 2050 Atomstrom vollständig ersetzen, ohne die Klimaschutzziele oder die Versorgungssicherheit zu gefährden – Atomkraft ist nicht wettbewerbsfähig und wäre auch künftig die teuerste Variante der Stromproduktion

Europa ist auf die Stromproduktion durch Atomkraftwerke nicht angewiesen: Die Klimaschutzziele lassen sich bis 2050 gänzlich ohne Atomstrom realisieren – bei einer gleichzeitig sicheren Energieversorgung. Hinzu kommt, dass Atomkraft auch künftig die mit Abstand teuerste Variante wäre, Strom zu erzeugen. Das ergeben aktuelle Simulationen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), die auf früheren Szenarioberechnungen aufbauen und um aktuelle Daten und Rahmenbedingungen ergänzt wurden. „Die Atomkraft ist eine Technologie der Vergangenheit, die ohne Subventionen nicht wettbewerbsfähig war und es auch niemals sein wird – selbst dann nicht, wenn man die Umweltrisiken und die Entsorgung des Atommülls außen vor lässt“, sagt die Energieökonomin Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am DIW Berlin. Der Studie zufolge kostet die Stromproduktion durch Atomkraft selbst bei einem sehr hohen CO2-Preis von 100 Euro pro Tonne mit gut zwölf Cent pro Kilowattstunde deutlich mehr als die Stromerzeugung in Kohle- und Gaskraftwerken oder durch erneuerbare Energien.

Während Deutschland und einige andere westeuropäische Länder wie Italien, Österreich oder Belgien den Atomausstieg beschlossen oder sogar bereits vollzogen haben, planen osteuropäische Länder wie Litauen oder Polen mehr oder weniger konkret einen Ausbau der Atomkraft. Obwohl es oftmals Widerstände in der Bevölkerung gibt und die Finanzierung ungewiss ist, weist auch die Europäische Kommission in ihrem aktuellen Referenzszenario aus dem Jahr 2016 einen hohen Anteil von Atomenergie am europäischen Strommix der Zukunft aus. Für den Zeitraum von 2030 bis 2050 sieht das Szenario den Neubau von Atomkraftwerken mit einer Erzeugungskapazität von über 50 Gigawatt vor – ein Gigawatt entspricht dabei in etwa einem Atomkraftwerk.

27.10.2016

DIW Konjunkturbarometer Oktober 2016: Deutsche Wirtschaft beschleunigt leicht

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) steigt im Oktober auf 103 Punkte und deutet damit auf eine leichte Beschleunigung des Wirtschaftswachstums im Schlussquartal 2016 hin. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte dann um 0,4 Prozent zunehmen, im Vergleich zu 0,3 Prozent im dritten Quartal. „Die deutsche Wirtschaft hält Kurs, trotz hoher Unsicherheiten wie der anhaltenden Ungewissheit über die Folgen des Brexit-Votums, der angespannten Situation in Teilen des europäischen Bankensektors und der zahlreichen geopolitischen Risiken, etwa der Lage in der Türkei, dem Krieg in Syrien, einer sich abzeichnenden Zunahme des Protektionismus und nicht zuletzt des noch ungewissen Ausgangs der US-Präsidentschaftswahl“, sagt DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner.

26.10.2016

Erzieherinnen sind überwiegend zufrieden mit ihrer Arbeit, aber weniger mit dem Lohn

DIW-Studie auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels: Viele Erzieherinnen möchten ihre Arbeitszeit gerne erhöhen – Mehr Investitionen in die frühe Bildung könnten Belastung der Erzieherinnen senken und Anerkennung erhöhen

Erzieherinnen sind mit ihrer Arbeit zufriedener als Beschäftigte vieler anderer Berufsgruppen. Ihr Gehalt empfinden sie – im Vergleich zu einigen anderen Berufsgruppen – häufiger aber als nicht so angemessen. Das sind zentrale Ergebnisse einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), die auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) der Jahre 2008 bis 2014 basiert. Analysiert wurden nur Erzieherinnen, nicht aber Erzieher, weil Männer diesen Beruf selten ergreifen und die Fallzahl in der Stichprobenerhebung für aussagekräftige Analysen zu gering ist. Die Analysen zeigen, dass Erzieherinnen mit ihrer Arbeit ähnlich hohe Zufriedenheitswerte wie Grundschullehrerinnen erreichen und höhere Werte als Verwaltungsfachfrauen und andere erwerbstätige Frauen mit berufsqualifizierendem Abschluss. Obwohl sich Erzieherinnen insgesamt nicht überdurchschnittlich stark belastet fühlen und beispielsweise nicht häufiger über Zeitdruck klagen als andere Beschäftigte, macht ihnen die zunehmende Arbeitsintensität zu schaffen.

19.10.2016

Für hohe Vermögen in Deutschland spielen neben Selbständigkeit und Unternehmertum auch Erbschaften und Schenkungen eine große Rolle

DIW-Studie beleuchtet die weltweit  bislang nur wenig erforschte Lebenssituation von Hochvermögenden

Auf Basis einer nicht repräsentativen Erhebung des DIW Berlin und der Universität Potsdam wurde die Lebenssituation von Hochvermögenden in Deutschland erstmals näher untersucht. Diese sind Personen in Haushalten mit einem Geldvermögen von mehr als einer Million Euro. Sie sind typischerweise männlich, im höheren Lebensalter und überdurchschnittlich gut gebildet. Die Erhebung wurde im Rahmen des 5. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales durchgeführt. 

29.09.2016

Gemeinschaftsdiagnose im Herbst 2016: Deutsche Wirtschaft gut ausgelastet – Wirtschaftspolitik neu ausrichten

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem moderaten Aufschwung, der von einem stabilen Arbeitsmarkt und kräftigen Konsum gestützt wird. Davon gehen die an der Gemeinschaftsdiagnose beteiligten Wirtschaftsforschungsinstitute aus. Das Bruttoinlandsprodukt wird demnach im nächsten Jahr um 1,4 Prozent und im Jahr 2018 um 1,6 Prozent wachsen. Für das laufende Jahr wird ein Wachstum von 1,9 Prozent erwartet, so die von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Gemeinschaftsdiagnose. Im Frühjahr gingen die Institute noch von einem Wachstum von 1,6 Prozent für dieses und 1,5 Prozent für nächstes Jahr aus.

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