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DIW Wochenbericht

22/23 / 2013 Unternehmensbesteuerung: hohe Gewinne - mäßige Steuereinnahmen Stefan Bach S. 3-12

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Abstract:

Bezieht man das Aufkommen der Unternehmensteuern auf die Gewinngrößen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen, so zeigt sich für den Zeitraum von 2001 bis 2008 eine durchschnittliche Steuerbelastung der Unternehmen von 21 Prozent. Dieser effektive Steuersatz ist erheblich niedriger als die tariflichen Steuersätze in diesem Zeitraum. Grund dafür ist, dass die steuerlich erfassten Gewinne weit unter den gesamtwirtschaftlichen Gewinnen lagen. Diese Besteuerungslücke bewegte sich im Jahr 2007 in einer Größenordnung von mindestens 120 Miiarden Euro oder knapp fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Auffällig ist das hohe Niveau an steuerlichen Verlusten und Verlustvorträgen. Die Verlustvorträge bei der Körperschaftsteuer sind bis Ende 2007 auf 568 Milliarden Euro gestiegen. Dies entsprach 23,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts oder dem 3,5-fachen des körperschaftsteuerpflichtigen Gewinns in diesem Jahr. Durch die Ausweitung der Bemessungsgrundlage im Zug der Unternehmensteuerreform 2008 hat sich die Besteuerungslücke spürbar zurückgebildet, sie lag aber immer noch bei etwa 90 Milliarden Euro oder 3,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Mangels detaillierter statistischer Erfassung ist es derzeit nicht möglich, die Ursachen für die Abweichung zwischen der gesamtwirtschaftlichen Gewinngröße und den steuerlich erfassten Gewinnen genauer aufzuklären.

Abstract:

If the revenue from corporate taxation in Germany is divided by the corporate income figures from the national accounts, companies' average tax burden for the period 2001 to 2008 is 21 percent. This rate is considerably lower than the statutory tax rates for this period. The reason for this is that tax-reported profits were well below macroeconomic profits. This tax gap in 2007 was something in the order of at least 120 billion euros, or almost five percent of gross domestic product (GDP). The high level of tax losses and tax loss carryforwards is significant. The loss carryforward for corporation tax rose to 568 billion euros by the end of 2007. This was equivalent to 23.5 percent of GDP and 3.5 times the corporate income tax base for that year. By broadening the tax base as part of the corporate tax reform of 2008, the tax gap has diminished significantly, but it was still at about 90 billion euros, or 3.7 percent of GDP. Due to a lack of detailed statistics, it is currently not possible to accurately identify the reasons for the difference between macroeconomic profit figures and the corporate tax base.

JEL-Classification:

H25, H26, H22

Keywords:

Business income taxation, implicit tax rates, tax base erosion