Bericht , Nachricht vom 12.01.2015

Call for Papers zum Vierteljahrsheft zur Wirtschaftsforschung: Kriminalität: Messung und Verteilung

Dieter Suhr (Copyright)  Polizei Blaulicht Blaulichter
Copyright: Dieter Suhr

Sicherheit in der Gesellschaft und die sie beeinflussende Kriminalität sind zentrale Faktoren für wirtschaftliche Entwicklung. Auch die Glaubwürdigkeit politischen Handelns hängt davon ab. Aus diesen Gründen sind Sicherheitsaspekte ein wesentliches Thema medialer Berichterstattung. Schäden durch und Angst vor Kriminalität treffen die Bevölkerung unterschiedlich. Sie variieren sowohl regional als auch soziodemographisch. Beide Bereiche, Schäden und Angst, lassen sich nicht über die bloße Kriminalitätslage erklären.

Daher ist es wichtig, sich mit den unterschiedlichen Aspekten der Kriminalität auseinanderzusetzen. Insbesondere müssen folgende Fragen geklärt werden: Wie kann die Kriminalität gemessen werden? Welche Aspekte müssen bei der Messung von Auftreten von Kriminalität besondere Berücksichtigung finden; und welche Aspekte sind zentral für die Messung der Furcht vor Kriminalität? Dabei spielen immer auch die Auswahl von Erhebungsmethoden und die Nutzung bereits vorhandener Daten zentrale Rollen.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte WISIND-Projekt (Wirtschaftswissenschaftliches Indikatorensystem zur Messung von Sicherheit und Sicherheitswirtschaft in Deutschland) konstruierte einen umfassenden Indikator, der jährlich den Grad an Bedrohung in Deutschland misst: Unterschiedliche Kriminalitätsformen, die Individuen unmittelbar betreffen, werden in eine breit gefächerte Bedrohungsmessung eingerechnet. Der Indikator speist sich hierfür aus einer Vielzahl verschiedener Quellen, wie etwa der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik (PKS), repräsentativen Bevölkerungsbefragungen und Experten-Interviews, Medien- und Politikanalysen sowie sozialen Netzwerken. So liefert das WISIND-Projekt ein analytisch-deskriptives Lagebild zu Bedrohung und ihrer subjektiven Wahrnehmung sowie zu individuellen Schutzmaßnahmen vor solchen Bedrohungen.

Das DIW-Vierteljahrsheft 2/2015 nimmt den interdisziplinären Ansatz des WISIND-Projektes als Ansatz auf. Dabei werden sowohl die Messung und Verteilung von Sicherheit als auch die Analyse von Folgewirkungen und Erklärungsansätzen von Sicherheit(smaßnahmen) bzw. krimineller Bedrohung thematisiert.  Während das WISIND-Projekt sich jedoch auf alltägliche, direkt auf das Individuum einwirkende Kriminalitätsformen fokussiert, soll das Vierteljahrsheft die komplette Bandbreite der Kriminalitätsformen behandeln.

Beiträge sind unter anderem zu folgenden Aspekten willkommen:

  • Messung der Kriminalität (Umgang mit bestehenden Datensätzen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik und ergänzenden bzw. daraus hervorgehenden Befragungsansätzen, insbesondere auch Dunkelfeldproblematiken);
  • Big Data und die Beobachtung von Kriminalität und Kriminalitätsfurcht
  • Schadensausmaße von verschiedenen Kriminalitätsformen;
  • Messung, Regionalisierung, Schadensabschätzung von Steuer- bzw. Wirtschaftskriminalität (inkl. Dunkelfeldproblematiken);
  • Gesellschaftliche, mediale und politische Reaktionen auf Kriminalitätsformen,
  • Antworten der Wirtschaft auf Kriminalität und Kriminalitätsfurcht (z.B. Stichwort Sicherheitswirtschaft).


Erbeten werden wissenschaftliche Beiträge in deutscher Sprache, deren Umfang 15 Manuskriptseiten nicht überschreitet. Interessierte Autoren wenden sich bis 1. März 2015 mit einem Abstract (1-2 Seiten) an . Abgabefrist der ausgewählten Beiträge ist der 15. Mai 2015.


Call for Papers zum DIW Vierteljahrsheft 2/2015 zum Download | PDF, 74.57 KB

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