Pressemitteilung/Press Release

Pressemitteilung vom 25.02.2016

Geldpolitische Maßnahmen der EZB stimulieren die Wirtschaft

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Preise, Produktion und Inflationserwartungen werden durch unkonventionelle Maßnahmen der Europäischen Zentralbank gestützt – Sowohl Euroraum als Ganzes als auch Deutschland allein profitieren  – Bundesanleihen als sicherer Hafen jedoch weniger gefragt

Die geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Bekämpfung der Finanz- und Schuldenkrise haben gewirkt. Die Preise und das Bruttoinlandsprodukt wurden durch die sogenannten unkonventionellen Maßnahmen – also denen, die nicht nur den Leitzins betreffen – gestützt und die Inflationserwartungen stabilisiert. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), die im aktuellen Wochenbericht 08/2016 veröffentlicht worden ist. „Wir schlussfolgern aus unserer empirischen Analyse, dass die verschiedenen Maßnahmen der EZB dabei geholfen haben, ihr Mandat zu erfüllen“, so Malte Rieth, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Makroökonomie am DIW Berlin, der die Studie zusammen mit seinen Kollegen Michael Hachula und Michele Piffer durchgeführt hat. Zu den unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen zählen etwa die erweiterte Kreditvergabe an Banken, der Kauf von Staatsanleihen und das OMT-Programm (Outright Monetary Transactions).

Effektive Geldpolitik für den Euroraum und Deutschland

Um die Wirkungen der Geldpolitik beurteilen zu können, hat die Forschergruppe nicht nur einzelne Programme betrachtet, sondern den durchschnittlichen Effekt der EZB-Maßnahmen berechnet. Mithilfe von Simulationen kommen die Ökonomen zu dem Schluss, dass sowohl der Euroraum insgesamt als auch Deutschland allein von den unkonventionellen Maßnahmen profitieren. „Die Befürchtung, dass eine Geldpolitik, die für Europa gut ist, Deutschland schadet, teilen wir überhaupt nicht - ganz im Gegenteil“, sagte Rieth. Durch die Politik der EZB habe die Unsicherheit im Euroraum abgenommen. In der Folge seien die Zinsen für Bundesanleihen zwar minimal gestiegen. Dies habe Deutschland aber unter dem Strich nicht geschadet. Gesamtwirtschaftliche Produktion und Preise seien in der Bundesrepublik und im Euroraum gestiegen: „Wir erklären diesen positiven Effekt vor allen Dingen dadurch, dass die deutsche Wirtschaft sowohl finanziell als auch realwirtschaftlich eng mit dem Rest des Euroraums verbunden ist.“

Risiken durch Blasenbildung auf einzelnen Finanzmärkten

Die Autoren der Studie räumen allerdings ein, dass mit der expansiven Geldpolitik auch Risiken verbunden seien. So könnten die unkonventionellen Maßnahmen der EZB die Kluft bei der Vermögensverteilung möglicherweise verschärfen. Außerdem bestehe die Gefahr, dass es in der Folge zu einer Blasenbildung auf einzelnen Finanzmärkten komme. Bei diesen Risiken müssen Banken- und Finanzaufsicht rechtzeitig gegensteuern.

Links

DIW Wochenbericht 8/2016 | PDF, 0.94 MB

DIW Wochenbericht 8/2016 als E-Book | EPUB, 2.96 MB

Interview mit Malte Rieth (Print | PDF, 86.15 KB ) und (Audio) | MP3, 5.73 MB

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