Kommentar , Nachricht vom 25.02.2016

Auflösung der Privatsphäre – Ende der Solidarität?: Kommentar von Nicola Jentzsch

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In der aktuellen Debatte zur Digitalisierung des  Gesundheitswesens wagen Krankenkassen einen Vorstoß in Richtung vermehrter Überwachung ihrer Versicherten. Über Fitness-Tracker und andere Wearables sollen diese persönlichen Daten preisgeben – Bonusprogramme setzen hierfür die entsprechenden Anreize. So hat der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom 7. Februar 2016 gesagt, dass Daten von Fitness-Trackern künftig in der geplanten elektronischen Patienten-Akte gesammelt werden sollten. Allerdings solle der Versicherte „Herr über seine Daten“ bleiben und selbst entscheiden, welche Informationen die Kasse einsehen darf. Versicherungen wie die Generali in Europa oder Oscar und John Hancock in den USA haben bereits Programme eingeführt, die auf Trackerdaten zurückgreifen. Dies wird einen Prozess in Gang setzen, der das Potential hat, die Privatsphäre aufzulösen und das Solidarprinzip zu unterminieren.

Der vollständige Kommentar im Wochenbericht 8/2016 | PDF, 126.41 KB