Kommentar , Nachricht vom 27.04.2016

Steuerliche Anreize werden Wohnungsnot nicht lösen: Kommentar von Claus Michelsen

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Wohnungssuchende in Deutschlands Metropolen sind nicht zu beneiden. Zu viele Interessenten drängen sich um raren Wohn­raum, für den man sich mittlerweile mit Anschreiben, nettem Familienfoto, tadelloser Schufa und möglichst üppigem Gehaltszettel beim Vermieter bewerben muss. Wer denkt, den Anruf beim Makler auf Morgen verschieben zu können, schaut ohnehin in die Röhre: Kaum mehr zehn Tage dauert es, bis freie Miet­wohnungen in Großstädten vom Markt verschwunden sind.

Kein Wunder also, dass die Wohnungsmarktpolitik eines der be­liebtesten Betätigungsfelder der Bundesregierung ist. Zunächst versuchte die Koalition, das Marktergebnis zu verändern: Die Absenkung der Kappungsgrenze, die Mietpreisbremse und das Bestellerprinzip bei Maklerleistungen sind Resultate. Aber diese Maßnahmen bleiben Placebos. Der Behandlung der Ursachen – einer geringen Bautätigkeit in Innenstadtlagen – widmet sich die Regierung erst jetzt.

Der vollständige Kommentar im Wochenbericht 9/2016 | PDF, 157.27 KB