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DIW Wochenbericht

20 / 2016 Trend zur (Re-)Kommunalisierung in der Energieversorgung: ein Mythos? Astrid Cullmann, Maria Nieswand, Stefan Seifert, Caroline Stiel S. 441-447

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Abstract:

Nachdem in den 90er Jahren viele Kommunen ihre Energieversorgungsunternehmen privatisiert hatten, ist mittlerweile oft von einem Paradigmenwechsel die Rede. Städte und Gemeinden ziehen demnach in Betracht, die Versorgung mit Strom, Wasser, Gas und Wärme wieder in die Hände öffentlicher Unternehmen zu legen. Die Städte Berlin und Hamburg sind zwei prominente Beispiele dafür. Doch gibt es einen allgemeinen (Re-)Kommunalisierungstrend? Die vorliegende Studie wertet erstmalig verfügbare Mikrodaten der amtlichen Statistik aus und kommt zu dem Schluss: Anhaltspunkte für einen umfassenden (Re-)Kommunalisierungstrend gibt es nicht. Die Zunahme öffentlicher Unternehmen scheint vielmehr auf generelle Umstrukturierungen im Energiesektor zurückzugehen und fällt relativ zum Zuwachs der Privaten geringer aus.

In the 1990s, a number of municipalities started privatizing their energy utilities; in recent years, there has been an intensive debate about whether a paradigm shift has taken place since then. Cities and municipalities have considered putting the energy, water, gas and heat supply networks back into the hands of public companies; Berlin and Hamburg are two prominent examples. But is there really an overarching trend toward (re)municipalization? According to the present study, which evaluates newly available microdata from official statistics, there is no evidence of a comprehensive (re)municipalization. The increase in public enterprises appears to have more to do with general restructuring in the energy sector, and has in fact been less pronounced than has growth in the private sector.

JEL-Classification:

L32;L22;L98

Keywords:

Public utilities, local government, energy