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DIW Wochenbericht

39 / 2016 Wärmemonitor 2015: mit der Erfahrung kommt der Sanierungserfolg Claus Michelsen S. 880-890

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Abstract:

Um die energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu erreichen, müssen im Bereich der Raumwärme mittel- und langfristig große Energieeinsparungen erzielt werden. Vor diesem Hintergrund erhebt das DIW Berlin gemeinsam mit der ista Deutschland GmbH jährlich den Wärmemonitor, der auf einem umfangreichen Datenbestand jährlicher Heizenergieabrechnungen von Mehrfamilienhäusern in Deutschland basiert. Wie bereits im Vorjahr ist der Heizenergiebedarf auch im Jahr 2015 zurückgegangen: gegenüber 2014 sank er um gut 1,4 Prozent. Erneut kam es durch die weiter gesunkenen Energiepreise zu einer Entlastung der privaten Haushalte bei den Heizkosten. Eine Analyse von Energieausweisen zeigt darüber hinaus, dass die Wohnungswirtschaft insgesamt eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der Energiewende einnimmt. Große Wohnungsunternehmen tragen bereits heute maßgeblich zur energetischen Sanierung des Gebäudebestands in Deutschland bei. Für den Erfolg der Energiewende ist es aber ebenso wichtig, auch kleine Unternehmen und private Einzeleigentümer verstärkt in die Sanierungsaktivitäten einzubinden und ihre Vorhaben zu unterstützen. Der Sanierungserfolg indiesen Segmenten könnte beispielsweise durch eine Bündelung von Sanierungsvorhaben und Contractingmodelle ermöglicht werden. Der Ansatz des Quartierskonzepts beziehungsweise des Sanierungsmanagements wären an dieser Stelle vorteilhaft. Dies würde auch größeren Wohnungsanbietern zugutekommen, die eine Führungsrolle in solchen Gemeinschaftsprojekten übernehmen und von den Größenvorteilen der Sanierungsprojekte profitieren könnten.

In order to achieve the government's energy and climate policy goals, major energy savings in space heating are needed in the medium and long term. To this end, DIW Berlin, in partnership with ista Germany GmbH, conducts an annual heat survey based on a comprehensive database of annual heating bills from German apartment buildings. Heating demand fell between 2014 and 2015 by around 1.4 percent. Once again, the drop in energy prices translated into lower heating costs for private households. As well, an analysis of energy certificates shows that housing companies also play an important role in the implementation of the energy transition. Large housing companies are already making significant contributions to the energy rehabilitation of existing buildings in Germany - but of equal importance is a stronger integration of small companies and individual owners into the renovation process and more support for their projects. Successful rehabilitation in these segments could be achieved through the use of contracting models and a bundling of renovation projects. Instead of refurbishment incentives on the individual level, an approach that encourages renovation on the neighbourhood level and rehabilitation management would be beneficial at this point. This would also benefit larger housing providers, who could take on lead roles in these joint projects and benefit from the economies of scale of the rehabilitation projects.

JEL-Classification:

R31;Q21;Q40

Keywords:

apartment buildings, energy efficiency, residential heating demand, refurbishment