Bericht , Nachricht vom 12.10.2016

Energiekostenindex für die deutsche Industrie in den letzten Jahren deutlich gesunken

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Copyright: Bernd Leitner

Die Energiekosten der Industrie in Deutschland sind von großem wirtschafts- und energiepolitischen Interesse. Dies gilt insbesondere für die energieintensiven Sektoren der Industrie. Allerdings bestehen zu diesen Kosten keine zeitnahen Informationen. Im Rahmen der Kostenstrukturerhebung des Statistischen Bundesamtes wird zwar jährlich eine umfangreiche Erhebung im Verarbeitenden Gewerbe durchgeführt, deren Ergebnisse sind jedoch immer nur mit einer zeitlichen Verzögerung von rund zwei Jahren verfügbar. Vor diesem Hintergrund haben das Öko-Institut und das DIW Berlin im Auftrag der European Climate Foundation (ECF) einen Energiekostenindex für die deutsche Industrie entwickelt. Er ermöglicht eine Schätzung der aktuellen Energiekosten der Industrie mit einem Zeitverzug von nur noch etwa zwei Monaten. Der Index ist bis Juli 2016 gegenüber dem Jahr 2010 um 22 Prozent gefallen. Mit der Datengrundlage des Index können auch die Ursachen von Veränderungen in den Energiekosten analysiert werden. Hier zeigt sich beispielsweise, dass der zunehmende Anteil der erneuerbaren Energien im Strommix in den letzten Jahren zu einer Senkung der Stromkosten der energieintensiven Industrie beigetragen hat. Dies erklärt sich dadurch, dass diese Sektoren vom preissenkenden Effekt der erneuerbaren Energien auf dem Großhandelsmarkt profitieren, aber größtenteils von der Zahlung der Erneuerbaren Energien-Umlage ausgenommen sind.

Der gesamte Wochenbericht von Karsten Neuhoff, Felix C. Matthes und Nolan Ritter im DIW Wochenbericht 41/2016 | PDF, 257.07 KB