Bericht , Nachricht vom 15.11.2016

Online-Plattform für offene Energiedaten online

Dieter Beselt (Copyright)  Windenergie Windkraft Windrad
Copyright: Dieter Beselt

Die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Online-Plattform „Open Power System Data“ ist jetzt in Betrieb gegangen. Die Plattform stellt Daten für WissenschaftlerInnen und AnalystInnen im Bereich der Strommarktmodellierung bereit. „Wir wollen alle wichtigen Eingangsdaten zur Modellierung des deutschen und europäischen Strommarkts an einem Ort bereitstellen“ erklärt Martin Jahn von der Europa-Universität Flensburg, die das Projekt koordiniert. Alle Daten werden auf der Projekthomepage (www.open-power-system-data.org) zur Verfügung gestellt. 
Die quantitative Modellierung von Strommärkten hat im Kontext der Energiewende an Bedeutung gewonnen. Derartige Modelle erfordern eine Fülle von Eingangsdaten, beispielsweise zur Stromnachfrage oder zur installierten Kraftwerksleistung. Viele solche Daten stehen im Internet zwar grundsätzlich zur Verfügung, allerdings sind die Quellen, Datenformate und die Qualität der Daten sehr heterogen. Im Projekt „Open Power System Data“ wurden daher Daten aus mehr als 100 verschiedenen Quellen gesammelt, aufbereitet, bereinigt und in nutzerfreundlicher Form zur Verfügung gestellt. „So sparen Forscher mühsame Arbeit und können sich wieder auf das Forschen konzentrieren“ erklärt Lion Hirth von Neon Neue Energieökonomik GmbH, einem am Projekt beteiligten Unternehmen. 
„Die Plattform stellt eine Reihe relevanter Daten bereit, beispielsweise aggregierte nationale Statistiken zur installierten Leistung von konventionellen und erneuerbaren Kraftwerken sowie detaillierte Kraftwerkslisten“, so Friedrich Kunz vom DIW Berlin, einem beteiligten Institut. Außerdem sind Zeitreihen des Stromverbrauchs, der Börsenpreise und der Einspeisung von Wind- und Solarenergie sowie Wetterdaten verfügbar.
Am 21. November findet am DIW Berlin ein Workshop statt, auf dem die Plattform dem Fachpublikum vorgestellt wird. Im Zusammenhang damit findet auch ein Symposium zu offenen Energiedaten statt mit vielfältigen Beiträgen aus Forschung, Praxis und Politik. Eine Anmeldung zum Workshop ist über die Internetseite des Projekts (www.open-power-system-data.org) möglich.