Kommentar , Nachricht vom 09.02.2017

25 Jahre Maastricht: Zeit für ein neues Projekt und bessere Anreizstrukturen: Kommentar von Alexander Kritikos

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Copyright: Renate Krafft

Auch im neunten Jahr der Wirtschaftskrise ist Griechenland von einer Genesung immer noch weit entfernt. Kein gutes Zeugnis, weder für die griechischen Regierungen, sieben an der Zahl, noch für die EU. Keine der drei wichtigsten Reformen zur Stärkung der Wirtschaft – eine effizientere Verwaltung, ein verlässliches Steuersystem und eine Justizreform zur Beschleunigung von Gerichtsverfahren – steht bis heute so richtig auf der Agenda. Die Tatsache, dass das Offensichtliche kaum angegangen wird, weist auf fehlende Anreize und mangelndes institutionelles Wissen hin.

Griechenland ist aber nur ein Beispiel für ein Grundproblem der EU. Sie steckt ähnlich wie vor 30 Jahren in der Krise. Kern der Krise damals wie heute: Die Integration in den Mitgliedstaaten stagniert. Seit dem Einbruch der Finanzmärkte 2008 driftet die Eurozone auseinander. Und die Rettungsprogramme der EU setzen dieser Entwicklung zu wenig entgegen.