Kommentar , Nachricht vom 08.03.2017

Vier Denkfehler bei der Euro-Kritik: Kommentar von Marcel Fratzscher

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Wie würden Sie diese Frage beantworten: War die deutsche Währungsunion vom 1. Juli 1990 ein Erfolg? Viele würden die Frage für sinnlos halten. Die Einführung der D-Mark in Ostdeutschland war natürlich prinzipiell die richtige Entscheidung. Ist die europäische Währungsunion ein Erfolg? Vor allem in Deutschland wird der Euro gerne zum Sündenbock für Europas Probleme gemacht. Das ist jedoch falsch. Er ist genauso essenziell für die wirtschaftliche Integration und den Wohlstand in Europa, wie es die D-Mark für das vereinte Deutschland war.

Denjenigen, die den Euro kritisieren, unterlaufen vier grundlegende Denkfehler: Sie weisen erstens darauf hin, dass der Euroraum kein „optimaler Währungsraum“ sei und dass die gemeinsame Geldpolitik nicht den Bedürfnissen aller Euro-Länder gleichermaßen entspreche. Das ist zwar richtig, doch nach dieser Logik hätte es keine deutsche Währungsunion geben dürfen, denn Ost- und Westdeutschland waren 1990 noch viel unterschiedlicher als Portugal und Deutschland heute. Eine gemeinsame Währung dient der Integration und Vertiefung des gemeinsamen Wirtschaftens und schafft dadurch einen größeren Wohlstand für alle beteiligten Länder. [...]

Der vollständige Kommentar von Marcel Fratzscher im Wochenbericht 10/2017 | PDF, 96.79 KB