Kommentar , Nachricht vom 08.06.2017

Vier schlechte Jahre für den internationalen Klimaschutz: Kommentar von Claudia Kemfert

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Der G7-Gipfel, den man eigentlich G6-Gipfel nennen müsste, hat ernüchternde Ergebnisse geliefert. Die USA wollen sich an vielen wichtigen Aufgaben, allen voran der Bekämpfung des Klimawandels, nicht mehr beteiligen. Zwar hat der US-amerikanische Präsident Donald Trump nicht sofort den Austritt aus dem Klimaabkommen verkündet. Aber seine bisherigen Taten lassen nichts Gutes für den Klimaschutz erwarten. Wie kein anderer Präsident vor ihm steht er für eine rückwärtsgewandte Energiepolitik, er torpediert jegliche Klimaschutzaktivitäten im eigenen Land. Seit Trump im Amt ist, regiert die fossile Energieindustrie die USA: Ein Anwalt der Öl- und Kohleindustrie leitet die US-Umweltbehörde. Der Energieminister leugnet den Klimawandel. Der Außenminister leitete einst einen Ölkonzern. Und auch der Innenminister sympathisiert mit der Gas-, Kohle- und Ölindustrie. Folgerichtig gibt es seit Trumps Amtsantritt im Januar 2017 auf der Website des Weißen Hauses keinen einzigen Treffer mehr zum Suchbegriff „climate change“. Stattdessen wird Trumps „America First Energy Plan“ angekündigt: Schluss mit dem „Climate Action Plan“ seines Vorgängers, Schluss mit den unnötigen Investitionen in erneuerbare Energien, den Hürden für das Fracking und dem Verbot, in der Arktis nach Öl zu bohren. Trump steht für das Comeback von Öl, Gas und Kohle. Er verspricht die Rückkehr zu den guten alten Zeiten, in denen die amerikanische Industrie unangreifbar schien. Mit den noch immer vorhandenen Öl-Ressourcen soll sich Amerika einen mächtigen Platz an der Weltwirtschaftsspitze sichern. Die Arbeitsplätze, die Trump versprochen hat, sind auch und gerade Arbeitsplätze in der fossilen Energiewirtschaft. Die Zahlungen für die UN-Klimaprogramme will er hingegen einstellen. Das erklärte Ziel: Die Re-Industrialisierung Amerikas. [...]

Der vollständige Kommentar von Claudia Kemfert ist im Wochenbericht 23/2017 | PDF, 130.05 KB erschienen.