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20. Juni 2017

Veranstaltung Internationale Finanzmarktregulierung ohne Hegemon

Die neue amerikanische Administration hat eine fundamentale Überprüfung der im Nachgang zur großen Finanzkrise auf den Weg gebrachten Regulierungen und institutionellen Reformen angekündigt. Sie hat gleichzeitig durch Handeln bekundet, dass ihr Interesse an internationaler Abstimmung bestenfalls gering ist. Das ist im Vergleich zur hohen Kooperationsbereitschaft, die die Phase im Umfeld des Tiefpunkts der Finanzkrise (Herbst 2008/Frühjahr und Sommer 2009) charakterisierte, eine grundlegende Änderung. Damals wurde der Financial Stability Board vom G20-Prozess damit beauftragt, Regeln zu entwickeln, die die Bereitstellung des öffentlichen Gutes internationale Finanzstabilität sicherstellen sollten. Zwischenzeitlich hat die Bereitschaft zur internationalen Koordination zwar nachgelassen. Nationale Perspektiven traten in den Vordergrund, allerdings in den Grenzen der internationalen Verabredungen. Die neue U.S. Administration schlägt nun aber einen deutlich anderen Kurs ein. U.S. Prioritäten sollen stets voranstehen. In tief integrierten Finanzmärkten erwachsen daraus erhebliche Herausforderungen, gerade auch für Europa.

Prof. Hans-Helmut Kotz ist Programmdirektor des SAFE Policy Centers, Goethe Universität, Frankfurt. Gleichzeitig ist er Resident Fellow am Center for European Studies der Harvard University sowie Visiting Professor im dortigen Economics Department. Er ist zudem Senior Advisor bei McKinsey, wo er vor allem zu makroökonomischen, Finanzmarkt- und Risikothemen arbeitet, sowie Mitglied des Aufsichtsrates der Eurex Clearing AG. Zwischen 2002 und 2010 war er Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, u.a. mit Zuständigkeiten für die Zentralbereiche Märkte, Statistik und Finanzstabilität. Er war gleichzeitig Mitglied in einer Reihe von Komitees der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, des Financial Stability Boards sowie der OECD, deren Finanzmarkt-Komitee er leitete. Zudem war er der deutsche Zentralbank-Stellvertreter im G7 und G20 Prozess. Zuvor war er Präsident der Landeszentralbank in Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt (1999-2002) und Chefvolkswirt bei der Deutschen Girozentrale (1984-1999).

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Referent/-in
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