Interview , Nachricht vom 19.07.2017

Die Wählerstrukturen der beiden Volksparteien nähern sich einander an: Interview mit Alexander S. Kritikos

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Copyright: Michael Steden

Herr Kritikos, stimmen die alten Klischees noch, zum Beispiel, dass die SPD vornehmlich von Arbeiterinnen und Arbeitern, die FDP von den Besserverdienenden oder Bündnis90/Die Grünen von jungen Alternativen gewählt wird?

Ich denke, diese Klischees stimmen kaum. Die Veränderungen in der Zusammensetzung der Wählerschaft dieser Parteien sind, über die letzten 15 Jahre betrachtet, zum Teil erheblich. Bei den Grünen ist die Wählerschaft zusammen mit ihrer Partei älter geworden. Bei der SPD kann man nicht mehr sagen, dass sie eine Arbeiterpartei ist. Zwar ist der Anteil der Arbeiterinnen und Arbeitern unter allen Arbeitskräften enorm zurückgegangen, aber wir sehen bei der SPD einen überproportionalen Rückgang bei dieser Berufsgruppe. Bei der FDP stimmt dieses eine Klischee noch am ehesten. Hier gibt es überproportional viele Menschen, die mehr als der Median, also die Mitte der Bevölkerung, verdient. Es gilt aber gleichzeitig, dass das Einkommen auch dieser Wählerschaft relativ breit gestreut ist. [...]

Das Interview mit Alexander S. Kritikos ist aus dem DIW Wochenbericht 29/2017. Hier gibt es das komplette Interview als PDF-Dokument | PDF, 153.96 KB und als Podcast | MP3, 4.82 MB

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