Kommentar , Nachricht vom 02.08.2017

Deutschland zwischen den Fronten im Kampf um fossile Energie: Kommentar von Claudia Kemfert

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Mit ihrer Entscheidung, Sanktionen gegen Russland einzuführen, treffen die USA vor allem die russischen Gas- und Öllieferungen. Und sie zeigt: Es herrscht ein Krieg um fossile Energie. Wie kein zweites Land wollen die USA derzeit durch eine rückwärtsgewandte Energiepolitik in erster Linie die eigenen konventionellen Energien wie Kohle, Öl und Gas stärken. Die Trump-Regierung betreibt eine reine globale Machtpolitik, in der es um die Wirtschaftsinteressen der USA zu Lasten von Europa und Russland geht. „Amerika first“ hat vor allem zum Ziele, geopolitische Macht auszuüben. Und katapultiert das Land zurück in den kalten Krieg um fossile Energien.

Mittels politischer Sanktionen versuchen die Amerikaner, Marktanteile im Energiebereich, etwa durch den Export von Flüssiggas (liquified natural gas LNG), welches hauptsächlich durch Fracking gewonnen wird, auch in Europa zu erhöhen. Sie gehen damit in direkte Konkurrenz vor allem zum russischen Gas. Ob ihnen dies gelingen wird, ist allerdings fraglich: Die USA benötigen ihre fossilen Ressourcen vornehmlich selbst, der Export ist kostspielig und es gibt sehr viele preiswertere Wettbewerber. Aber das Ziel ist klar: geopolitische Vormachtstellung durch die Erhöhung von Marktanteilen fossiler Energien in der Welt. [...]

Der vollständige Kommentar von Claudia Kemfert im DIW Wochenbericht 31/2017 | PDF, 128.49 KB