Interview , Nachricht vom 23.08.2017

Rollenverständnis von Vätern und Müttern ist durch Elterngeld ein Stück weit egalitärer geworden: Interview mit Katharina Wrohlich

Giovanni Vitani (Copyright)  Vater Eltern Kinder
Copyright: Giovanni Vitani

Frau Wrohlich, 2007 wurde das Elterngeld eingeführt. Die Auswirkungen dieser Maßnahme wurden bereits aus verschiedenen Blickwinkeln untersucht. Was war die Fragestellung der aktuellen Studie des DIW Berlin?

In dieser Studie haben wir untersucht, ob das Elterngeld einen Einfluss auf die Normen und Einstellungen in Deutschland hatte. Insbesondere haben wir uns angeschaut, ob sich die soziale Norm bezüglich der Dauer der Erwerbsunterbrechung von Müttern verändert hat und ob sich die Akzeptanz der Elternzeit von Vätern verändert hat. Zudem haben wir untersucht, wie sich die Einstellungen zur Rollenverteilung von Männern und Frauen bei den Großeltern verändert haben.

Zu welchem Ergebnis sind Sie gekommen?

Bei Müttern können wir feststellen, dass sich die zwölfmonatige Elternzeit zu großen Teilen als Norm etabliert hat. Das bedeutet für Mütter mit eher niedrigerem Einkommen de facto eine Verkürzung ihrer Erwerbsunterbrechung, hingegen bedeutet es für Mütter mit hohem Einkommen de facto eine Verlängerung der Elternzeit. Bei Vätern konnten wir sehen, dass sich offensichtlich die Akzeptanz einer zumindest zweimonatigen Elternzeit deutlich erhöht hat. Interessant ist, dass wir auch bei Großeltern feststellen konnten, dass die Einführung des Elterngeldes dazu geführt hat, dass ihre Einstellungen zum Rollenverständnis von Männern und Frauen etwas egalitärer wurde. [...]

Das Interview mit Katharina Wrohlich ist aus dem DIW Wochenbericht 34/2017. Hier gibt es das komplette Interview als PDF-Dokument | PDF, 164.35 KB und als Podcast | MP3, 4.75 MB

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