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Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung

1 / 2017 A Methodological Perspective on the Capital Markets Union: Using Economics to Derive Effective Policy Measures Michael Thiel S. 9-27

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Abstract:

From the economists’ perspective, the Capital Markets Union (CMU) represents a policy experiment that allows studying how legal conditions, economic incentives and financial activity interact. Recent papers provide economic support for the overall objective of CMU, but the robustness of this research is still to be established. Although harmonisation of legal frameworks can help overcome the information and competition problems that discourage market entry, it is difficult to identify which legal determinants are actually holding back the market development. The more detailed and granular the issue to be addressed, the more severe seem to be data gaps and limitations of analytical tools to identify the most effective policy measures and in consequence the stronger do policy directions rely on plausibility considerations. In the negotiation of concrete policy measures among the different policy actors in the EU, the still weak empirical foundations may hold up the realisation of the project’s ambition.

Die Kapitalmarktunion (Capital Markets Union, CMU) kann als Politikexperiment angesehen werden, in dem Sinne, dass sie es Volkswirten gestattet, die Zusammenhänge von rechtlichen Rahmenbedingungen, wirtschaftlichen Anreizen und Finanzaktivität zu analysieren. Die übergeordneten Ziele der CMU stehen in Einklang mit zuletzt veröffentlichten Forschungspapieren, auch wenn noch nicht endgültig geklärt ist, wie robust deren Ergebnisse sind. Zwar kann die Harmonisierung der rechtlichen Rahmenbedingungen helfen, die Informations- und Wettbewerbsprobleme zu überwinden, die die Kapitalmarktentwicklung zurückhalten. Allerdings ist es schwierig, die wirklich relevanten rechtlichen Rahmenbedingungen zu identifizieren. Insbesondere zeigt sich, dass je detaillierter und spezifischer die zu untersuchenden Fragen sind, umso schwerwiegender sind Limitationen aufgrund von fehlenden Daten und aussagekräftigen Analyseinstrumenten und desto stärker basiert daher die Herleitung effektiver Politikvorschläge und -richtungen auf Plausibilitätsüberlegungen. Die schwache empirische Fundierung steht dem Ehrgeiz dieses Projektes entgegen und kann sich als Hindernis erweisen, wenn konkrete Politikmaßnahmen auf EU-Ebene von den verschiedenen politischen Akteuren verhandelt werden.

JEL-Classification:

G10;G18;G28;G38

Keywords:

Capital markets, financial structures, financial intermediation, financial institutions