Nachrichten und Pressemitteilungen des DIW Berlin http://www.diw.de/de/diw_02.c.288763.de Nachrichten und Pressemitteilungen de-de http://diw.de/sixcms/media.php/37/diw_logo_farbe_mini.jpg DIW Berlin http://diw.de/ Simon Junker: „Die konjunkturelle Lage wirkt auf den ersten Blick schlechter als sie ist “ http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.607327.de Simon Junker, Experte für die deutsche Konjunktur am DIW Berlin, kommentiert die deutschen BIP-Zahlen des dritten Quartals wie folgt: 

Im dritten Quartal ist die Wirtschaftsleistung in Deutschland geringer ausgefallen. Das kam jedoch nicht unerwartet: Die Automobilindustrie wurde im Sommer durch Engpässe beim neuen Zertifizierungsverfahren vorübergehend gebremst und die in die Höhe geschnellten Ölpreise haben die Kaufkraft der Haushalte belastet. Deswegen haben Exporte und Konsum etwas nachgegeben. Die konjunkturelle Lage wirkt auf den ersten Blick dadurch schlechter als sie ist: Die deutsche Wirtschaft ist nämlich nach wie vor gut ausgelastet, die Auslandsnachfrage bleibt robust und insbesondere die privaten Haushalte dürfen - nicht zuletzt angesichts des günstigen Arbeitsmarktes - weiter auf spürbare Einkommenszuwächse hoffen.
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Wed, 14 Nov 2018 10:16:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.607327.de
Flexible Nutzung von Nachtspeicherheizungen kann ein kleiner Baustein für die Energiewende sein http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.607325.de von Wolf-Peter Schill, Alexander Zerrahn, Nils May und Karsten Neuhoff

Im Kontext der Energiewende stellt sich die Frage, ob elektrische Speicherheizungen einen Beitrag zur verstärkten Nutzung der fluktuierenden Wind- und Solarenergie und zur Emissionsminderung im Raumwärmebereich leisten können. Im Rahmen eines europäischen Forschungsprojekts wurde am DIW Berlin untersucht, welche Effekte sich im deutschen Stromsystem ergeben, falls die bestehenden Nachtspeicherheizungen rund um die Uhr flexibel geladen werden können. Modellrechnungen für das Jahr 2030 zeigen, dass eine moderate Verringerung der Gesamtkosten des Stromsystems möglich ist. Dabei kommt es nur in einem Szenario mit hohem CO2-Preis zu einem zusätzlichen Ausbau erneuerbarer Energien und entsprechenden Emissionsminderungen. Gleichzeitig lässt sich in einem Zielszenario ein Anteil erneuerbarer Energien von 65 Prozent etwas günstiger erreichen. Einer komplementären betriebswirtschaftlichen Analyse zufolge werden tragfähige Geschäftsmodelle dadurch erschwert, dass die Erlöse von äußeren Umständen abhängen, die einzelne Unternehmen nicht beeinflussen können, insbesondere der Variabilität der Strompreise. Insgesamt dürften flexible Speicherheizungen nur eine Nischenrolle bei der weiteren Umsetzung der Energiewende spielen.

   


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Wed, 14 Nov 2018 10:09:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.607325.de
„Längerfristig spielen Wärmepumpen und die Gebäudesanierung eine größere Rolle für die Energiewende“: Interview mit Wolf-Peter Schill http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.607340.de Herr Schill, Sie haben die möglichen Effekte einer Flexibilisierung der bestehenden Nachtspeicherheizungen im deutschen Stromsystem untersucht. Was genau ist in diesem Zusammenhang unter dem Begriff "Flexibilisierung" zu verstehen?

Damit meinen wir, dass elektrische Nachtspeicherheizungen nicht nur in den Nachtstunden Strom laden, sondern dass sie dies flexibel auch tagsüber tun können. Dies bedeutet, dass ein Unternehmen oder ein Dienstleister diese Geräte bündelt und ihre Flexibilität in gebündelter Form an den Strommarkt bringt. Früher wurden Nachtspeicherheizungen deswegen installiert, weil man den günstigen Nachtstrom nutzen konnte, der aus tendenziell unterausgelasteten Grundlastkraftwerken kam. Im Zuge der Energiewende kam dann die Idee auf, dass man die Speichereigenschaften dieser Heizungen nutzen könnte, um die schwankende Wind- und Solarstromerzeugung besser nutzbar zu machen, und das haben wir untersucht. [...]


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Wed, 14 Nov 2018 08:59:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.607340.de
Solidaritätszuschlag bei Hochverdienenden erhalten und in den Einkommensteuertarif integrieren: Kommentar von Stefan Bach http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.607351.de Der Solidaritätszuschlag ist ziemlich in die Jahre gekommen. Fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung verblasst seine politische Begründung zunehmend. Ab 2020 enden die Sonderzahlungen für die neuen Länder im Bund-Länder-Finanzausgleich. Da mag es politisch an der Zeit sein, ihn abzuschaffen.

Verfassungsrechtlich ist das aber keineswegs zwingend – jedenfalls, wenn man sich an der alten Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Ergänzungsabgabe orientiert, die dem Gesetzgeber einen weitgehenden Beurteilungsspielraum einräumt. Dringende Gründe für eine Änderung dieser Judikatur gibt es nicht, auch wenn sich viele bemühen, diese herbeizuschreiben. [...]


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Wed, 14 Nov 2018 08:58:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.607351.de
Innovative Business Models for Clean-techs http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.607024.de The energy transition plays a critical role in climate change mitigation, yet it is not occurring at a speed that effectively meets greenhouse gas reduction targets (IPCC, 2018). Policy makers are confronting the challenge to unlock flexibility and efficiency of energy systems. Among others, the European Commission (2016a, 2016b, 2017a, 2017b), the German Ministry of Economics and Energy BMWI (2017) and the former British Department of Energy and Climate Change DECC (2015) call for new business models (BMs) to overcome the inertia prevalent in the system.


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Wed, 14 Nov 2018 08:30:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.607024.de
Caroline Stiel has successfully defended her dissertation http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.606950.de Caroline Stiel, who works at the Firms and Markets department, has successfully defended her dissertation at the Technische Universität Berlin.

The dissertation with the title "German Public Utilities: Organisation and Productivity" was supervised by Prof. Dr. Tomaso Duso (Technische Universität Berlin, DIW Berlin) und Dr. Astrid Cullmann (Technische Universität Berlin, DIW Berlin).

We congratulate Caroline on her success and wish her all the best for her future career.


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Fri, 09 Nov 2018 12:55:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.606950.de
Was macht Gerechtigkeit aus? Deutsche WählerInnen befürworten über Parteigrenzen hinweg das Leistungs- und das Bedarfsprinzip http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.606704.de Stimmverluste der Volksparteien – wie zuletzt bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen – werden in der öffentlichen Debatte häufig als Indizien einer tiefen politischen Spaltung der Gesellschaft bewertet. Dabei wird argumentiert, dass die Wählerschaft immer weniger mit den am breiten Konsens orientierten Volksparteien anfangen könne, da sie in ihren Werten und Interessen zu stark polarisiert sei. Aber wie stark unterscheiden sich die Wählergruppen tatsächlich in ihren grundlegenden Einstellungen, etwa im Hinblick auf ihre Gerechtigkeitsvorstellungen? Auf Grundlage von Daten aus dem Jahr 2018 wurde überprüft, welche Gerechtigkeitsprofile für die WählerInnen deutscher Parteien jeweils charakteristisch sind. Dabei zeigen sich einerseits Unterschiede: Zum Beispiel lehnen WählerInnen der Unionsparteien das Gleichheitsprinzip – also die gleiche Verteilung von Gütern und Lasten auf alle – besonders deutlich ab. UnterstützerInnen der Linken stehen dem positiver gegenüber. Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten:  Die Verteilung nach dem Leistungsprinzip wird über alle Parteigrenzen hinweg als gerecht empfunden. Auch die Forderung, dass allen Menschen entsprechend des Bedarfsprinzips ein minimaler Lebensstandard zugesichert werden sollte, wird breit unterstützt.


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Wed, 07 Nov 2018 12:23:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.606704.de
Die Mietwohnungsmarktregulierung der letzten 100 Jahre im internationalen Vergleich http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.606643.de von Konstantin Kholodilin, Jan Philip Weber und Steffen Sebastian 

Die Regulierung der Wohnmietmärkte ist aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken, in Deutschland wie auch in fast allen übrigen Ländern. Die Verwerfungen an den Immobilienmärkten im vergangenen Jahrzehnt haben die gesellschaftlichen Debatten hierzu befeuert. Mieterbewegungen weltweit fordern eine Verschärfung der Regulierung und führen die Bezahlbarkeit von Wohnraum als ein zentrales Bürgerrecht ins Feld. Regulierungsskeptiker fürchten hingegen die Beeinträchtigung der Marktmechanismen durch überbordende Regulierung. Wissenschaftliche Analysen zu dieser Thematik scheiterten bislang häufig an einer unzureichenden Datenbasis. Die vorliegende Studie nimmt sich dieser Problematik an und präsentiert einen einmaligen Datensatz, über den sich die Regulierung der Mietmärkte quantitativ abbilden lässt. Die Indizes zur Messung der Regulierungsintensität liegen für 64 Länder vor und reichen mehr als 100 Jahre zurück. Der im Internet frei verfügbare Datensatz bietet damit die Möglichkeit, die Regulierungsintensitäten und -regime ländervergleichend zu untersuchen. So zeigt sich etwa, dass Deutschland im europäischen Vergleich eine relativ intensive Mietpreiskontrolle hat, die seit 2015 noch verschärft wurde. Die Auswirkungen dieser Verschärfung sollten in Zukunft durch weitere Analysen begleitet werden.

   


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Wed, 07 Nov 2018 12:02:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.606643.de
"Die Mietwohnungsmarktregulierung der letzten 100 Jahre im Vergleich": Interview mit Konstantin A. Kholodilin http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.606607.de Herr Kholodilin, in Ihrer Studie präsentieren Sie einen Datensatz, über den sich die Regulierung der Mietmärkte quantitativ abbilden lässt. Worum genau geht es dabei?
Es geht um eine Datenbasis, die verschiedene Indizes enthält, die die Mietmarktkontrolle beschreiben. Die Datenbasis umfasst zurzeit 64 Länder und reicht mehr als 100 Jahre zurück. Sie beschreibt vor allen Dingen die restriktiven Maßnahmen. Das heißt, Maßnahmen, die entweder Mietpreiserhöhungen beschränken oder Mieter vor Kündigungen schützen, aber auch die sogenannten Wohnraumlenkungsmaßnahmen, mit denen der Staat versucht, das knappe Angebot an Wohnraum zu erhalten und den Leuten, die ihn am meisten benötigen, zur Verfügung zu stellen. [...]

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Wed, 07 Nov 2018 10:00:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.606607.de
Bankenstresstest: Die Eigenkapitaldecke bleibt (zu) dünn: Kommentar von Dorothea Schäfer http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.606609.de
Wie sollte die Eigenkapitaldecke einer Bank gemessen werden? Auch bei der Einschätzung der Ergebnisse des diesjährigen Bankenstresstests scheiden sich daran wieder einmal die Geister. Nur wer an die Risikogewichte glaubt, kann mit den Stresstestresultaten halbwegs zufrieden sein. Wer allerdings lieber auf das gesamte Bilanzrisiko, und damit auf die Leverage Ratio, schaut, ist doch eher ernüchtert. Die Leverage Ratio ist bei den EU-Großbanken weiterhin niedrig. Fast die Hälfte der 48 getesteten Banken ist mit einer Leverage Ratio von weniger als fünf Prozent in den diesjährigen Stresstest gegangen. Darunter sind sieben der acht teilnehmenden deutschen Banken, zwei Drittel der französischen Banken und zwei von vier britischen Banken. Im schlimmsten Stress-Szenario würde [...].

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Tue, 06 Nov 2018 09:52:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.606609.de
Dorothea Schäfer: „Aufhellung am europäischen Bankenhimmel bleibt vorerst aus“ http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.606381.de Zu den Ergebnissen des Bankenstresstests und den Folgen für die Bankenlandschaft äußert sich Dorothea Schäfer, Forschungsdirektorin für Finanzmärkte am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), wie folgt:

Der diesjährige Bankenstresstest hat für keine substantielle Aufhellung am europäischen Bankenhimmel gesorgt. Die Unsicherheit über die Tragfähigkeit der Geschäftsmodelle vieler europäischer Großbanken bleibt – das gilt auch für einige deutsche Banken, auch wenn sie insgesamt mit einem blauen Auge davongekommen sind. Dennoch hat die Finanzkrise tiefe Spuren hinterlassen. Ein Sorgenkind bleibt die Deutsche Bank, die im Stresstest nur mittelmäßig abgeschnitten hat. Das schlimmste Stressszenario beinhaltete für Deutschland einen Wachstumseinbruch von 3,3 Prozent bis 2020, eine Arbeitslosenquote zwischen gut vier und gut sechs Prozent, eine Inflationsrate zwischen 1,5 und 0,3 Prozent und einen dramatischen Einbruch der Immobilienpreise um insgesamt mehr als 17 Prozent bis zum Jahr 2020. Unter allen deutschen Banken schmilzt der risikogewichtete Eigenkapitalpuffer der NordLB im Maximalstressszenario am stärksten. Die gerade zum Verkauf stehende Landesbank schafft nur etwas über sieben Prozent harte Kernkapitalquote und damit eine eher schwache Marke. Besser stehen die potentiellen Fusionspartner der NordLB, die Helaba und die LBBW, da. Ein Zusammenschluss von schwächeren und stärkeren Landesbanken würde dem Bankensektor insgesamt gut tun. Auf europäischer Ebene fallen vor allem die italienischen Banken ins Auge, die erneut nicht sonderlich gut abgeschnitten haben. Die schwache Wirtschaftsentwicklung in Italien macht den Banken weiter zu schaffen und erschwert den Abbau der Berge an notleidenden Krediten in den Büchern. Die Europäische Union muss für dieses drängende Problem schnell eine Lösung finden. Im Sog der Zinsaufschläge für italienische Staatsanleihen kommen auf die italienischen Banken höhere Finanzierungskosten und damit schlechtere Gewinnaussichten zu. Das sind keine guten Vorzeichen für den Aufbau von robusten Eigenkapitalpuffern und für ein gutes Abschneiden beim nächsten Stresstest.
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Mon, 05 Nov 2018 09:15:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.606381.de
DIW Konjunkturbarometer Oktober: Deutsche Wirtschaft setzt zum Jahresendspurt an http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.605654.de Im Oktober weist das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) für das dritte Quartal einen Indexstand von 104 Punkten auf – geringfügig weniger als für das zweite Quartal, in dem die deutsche Wirtschaft um knapp ein halbes Prozent gegenüber dem Vorquartal zulegen konnte. Für das Schlussquartal steigt der Index auf 107 Punkte an. „Zuletzt fielen wichtige Konjunktursignale enttäuschend aus – Produktion und Bestellungen in der Industrie sinken, die Unternehmensstimmung trübt sich ein. Die Konjunktur in Deutschland bricht aber nicht ein. Sie nähert sich vielmehr allmählich einer Normalauslastung der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten an“, kommentiert DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen die aktuelle Entwicklung. Das Konjunkturbarometer signalisiert ein solides Wachstum von knapp 0,4 Prozent für das dritte und sogar von 0,6 Prozent für das vierte Quartal 2018.


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Wed, 31 Oct 2018 10:30:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.605654.de
Zuwanderung aus anderen EU-Ländern hat Deutschland seit 2011 zusätzliches Wirtschaftswachstum beschert http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.605566.de Seit dem Jahr 2011 sind über fünf Millionen Zuwanderer aus anderen EU-Ländern nach Deutschland eingewandert – DIW-Simulation zeigt, dass diese Zuwanderung das BIP-Wachstum um durchschnittlich 0,2 Prozentpunkte pro Jahr erhöht hat – Es muss mehr für qualifikationsgerechte Erwerbschancen getan werden, zum Beispiel über bessere Anerkennung ausländischer Abschlüsse

Die Zuwanderung aus anderen Ländern der EU hat das BIP-Wachstum Deutschlands in den Jahren 2011 bis 2016 um durchschnittlich 0,2 Prozentpunkte pro Jahr verstärkt – für einzelne Jahre wie zum Beispiel 2015, den Höhepunkt der EU-Zuwanderung, sogar um mehr (0,3 Prozentpunkte). Die Besetzung von Stellen durch Zuwanderer erhöht die gesamtwirtschaftliche Beschäftigung und führt zu einer zusätzlichen Konsumnachfrage. Sie vermeidet zudem Engpässe auf dem Arbeitsmarkt, die zu höheren Produktionskosten und höheren Preisen geführt und das Wachstum entsprechend reduziert hätten. Das haben der Konjunkturforscher Marius Clemens vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und seine Koautorin Janine Hart von der Universität Potsdam in einer neuen Studie herausgefunden.


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Wed, 31 Oct 2018 09:45:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.605566.de
„Zuwanderer aus der EU können Engpässe am Arbeitsmarkt ausgleichen“: Interview mit Marius Clemens http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.605481.de Herr Clemens, wie viele Menschen sind in den letzten Jahren insgesamt nach Deutschland eingewandert und wie viele davon stammen aus Europa?

Seit 2011 sind gut neun Millionen Zuwanderer aus der ganzen Welt nach Deutschland gekommen, davon knapp über die Hälfte aus der EU. Sehr viele davon kommen aus den osteuropäischen Ländern und einige aus Südeuropa, also Italien, Spanien und Griechenland. [...]


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Wed, 31 Oct 2018 09:20:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.605481.de
Streit um italienischen Haushalt: Kompromiss ist noch möglich. Kommentar von Stefan Gebauer http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.605479.de

Die Europäische Kommission hat den Haushaltsentwurf der italienischen Regierung abgelehnt – ein Novum in der Geschichte der EU. Nun hat die Regierung bis Mitte November Zeit nachzubessern. Dass dies geschieht und die EU-Kommission den Haushalt anschließend genehmigen kann, ist angesichts der verhärteten Fronten zwischen Brüssel und Rom alles andere als sicher. Sollte kein Kompromiss gefunden werden und die italienische Regierung den vorliegenden Plan in der bestehenden Form umsetzen, könnte sich die EU-Kommission in letzter Instanz genötigt sehen, ein Defizitverfahren gegen Italien zu eröffnen. Daraus resultierende Sanktionen würden die Kosten des Haushaltsstreits für die italienischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler weiter in die Höhe treiben. Schon jetzt sind die Zinsen auf italienische Staatsanleihen gestiegen. Zudem dürfte sich die Unsicherheit an den Finanzmärkten mit Blick auf die Stabilität in Europa weiter erhöhen. [...]


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Wed, 31 Oct 2018 09:15:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.605479.de
Marcel Fratzscher: „Politischer Stabilitätsanker Deutschland existiert so nicht mehr“ http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.605029.de Zum Verzicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf eine erneute Kandidatur für den CDU-Vorsitz und zu den wirtschaftspolitischen Folgen der Hessen-Wahl äußert sich Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), wie folgt:

Die Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, nicht weiter CDU-Parteivorsitzende bleiben zu wollen, ist ein Schock für Deutschland und Europa, der große Unsicherheit schafft. Die hohe politische Stabilität Deutschlands war in den vergangenen zehn Jahren ein Anker der Sicherheit und Kontinuität für ganz Europa, der eine viel tiefere Krise verhindert hat. Eine starke Bundeskanzlerin und eine handlungsfähige Bundesregierung waren stets Garant für die Stabilität in Europa. Der Stabilitätsanker Deutschland existiert so nicht mehr, im Gegenteil: Die Bundesrepublik wird immer mehr zu einem Risikofaktor. Wichtige Reformen in Europa bleiben aus, genauso wie essentielle Zukunftsinvestitionen in Deutschland selbst – und das alles, weil die Bundesregierung mehr mit sich selbst als mit ihren Aufgaben beschäftigt ist. Die Bundesregierung ist jetzt in der Pflicht, Deutschland zukunftsfähig zu machen und sich auch in Europa wieder stärker einzubringen. Hierzulande braucht es mehr kluge Investitionen, vor allem in den Bereichen Bildung, Innovation, Infrastruktur und für nachhaltigere Sozialsysteme. Auf europäischer Ebene sollte die Bundesregierung endlich die ausgestreckte Hand des französischen Präsidenten Macron ergreifen und die notwendigen Reformen für Europa auf den Weg bringen. Es ist höchste Zeit, denn die wirtschaftlich goldene Zeit wird nicht ewig bleiben. Wenn sie für zu viel Klientelpolitik und zu wenig Zukunftspolitik genutzt wird, schadet das uns allen und vor allem auch künftigen Generationen. Meine Befürchtung ist, dass die gute wirtschaftliche Lage uns Deutsche satt und überheblich gemacht hat. Womöglich wird erst eine Krise in Italien, ein gescheiterter Brexit oder eine Eskalation globaler Konflikte mit großen Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft die Bundesregierung wachrütteln und zum Handeln zwingen. Dann könnte es aber zu spät sein.
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Mon, 29 Oct 2018 01:29:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.605029.de
DIW Berlin versammelt Weltspitze in spieltheoretischer Modellierung von Energiemärkten http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.604377.de Am 11. Oktober 2018 fand am DIW ein hochrangig besetzter Workshop zum Thema „Zweistufige Modellierung von Energiemärkten“ statt. Experten der mathematischen Methoden und der energiewirtschaftlichen Anwendungen stellten den aktuellen Stand der Forschung vor. Mehr dazu finden Sie hier
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Thu, 25 Oct 2018 12:09:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.604377.de
Spotlight: EU-Kommission lehnt Italiens Haushaltsentwurf ab http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.604251.de Die EU-Kommission hat den Haushaltsentwurf Italiens abgelehnt. DIW-Konjunkturökonom Stefan Gebauer gibt eine Einschätzung, wie sich der Haushaltsstreit lösen lassen kann. Er betont, dass die wirtschaftlichen Probleme Italiens struktureller Natur seien – und die EU bei ihrer Kritik nicht nur auf die Höhe der geplanten Neuverschuldung schauen, sondern auch berücksichtigen sollte, ob mit den vorgesehenen Maßnahmen Wirtschaftswachstum in Italien generiert werden kann.

Video

Zur Mitarbeiterseite von Stefan Gebauer


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Wed, 24 Oct 2018 02:53:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.604251.de
Arbeitsmarkt und Lohnwachstum treiben die Inflation noch zu wenig http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.601197.de Steigende Rohölpreise sorgen seit Mitte des Jahres für anziehende Teuerung im Euroraum, aber Kerninflation legt nur wenig zu – EZB erwartet, dass anziehende Löhne die Kerninflation ankurbeln – DIW-Berechnungen zeigen, dass Effekt aber bislang recht schwach ist

Seit die Inflation im Euroraum wieder etwas zulegt, rückt eine Leitzinserhöhung durch die Europäische Zentralbank im kommenden Jahr in den Bereich des Wahrscheinlichen. Dazu müsste allerdings die Inflationsentwicklung nachhaltig sein und auch die Kerninflation (ohne die volatilen Energie- und Lebensmittelpreise) zulegen. Die EZB setzt dabei vor allem auf sinkende Arbeitslosenraten und steigende Löhne. Neueste Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigen, dass sich die Lohndynamik zwar tatsächlich auf die Kerninflation auswirkt, ihr Beitrag bisher aber quantitativ recht gering war.


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Wed, 24 Oct 2018 10:12:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.601197.de
"Die Löhne müssen noch deutlicher steigen, um die Kerninflationsrate anzukurbeln": Interview mit Geraldine Dany-Knedlik http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.604089.de Frau Dany-Knedlik, trotz der Nullzinspolitik und einer Reihe weiterer Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) blieb die Inflation im Euroraum in den letzten Jahren unter der Zielmarke von zwei Prozent. Wo sehen Sie dafür die wesentlichen Ursachen?
Die wesentlichen Ursachen sehe ich in den drei üblichen Verdächtigen für die Bestimmung der Inflation, die insgesamt die Inflationsraten im Euroraum treiben. Der erste Faktor sind die Inflationserwartungen der Unternehmen, die sich insbesondere in dem Zeitraum von 2013 bis Ende 2016 verringert haben. Der zweite übliche Verdächtige ist die Arbeitslosenlücke, also die Differenz zwischen der tatsächlichen Arbeitslosenquote und der langfristigen Arbeitslosigkeit. Im Zuge der Staatsschuldenkrise hatten wir relativ hohe Arbeitslosenquoten und auch positive Arbeitslosenlücken im Eurora. Das hat dazu beigetragen, dass wir im Euroraum für eine lange Zeit eine sehr niedrige Inflationsrate hatten. Der dritte Faktor sind die Rohstoffpreise. Zwischen 2014 und 2015 gab es einen starken Verfall der Rohölpreise. Dies hat als Teil komponente ebenfalls zur niedrigen Gesamtinflation beigetragen. [...]

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Wed, 24 Oct 2018 10:00:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.604089.de