Rohölpreise bleiben zunächst hoch

DIW Berlin rechnet mit einem Preis
von 22 bis 28 Dollar je Barrel

Pressemitteilung vom 7. März 2001

Der OPEC wird es gelingen, die Rohölpreise in dem angestrebten Korridor von 22 bis 28 Dollar je Barrel zu halten. Zu diesem Schluss kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht.
Durch die Ankündigung der OPEC, die Rohölgewinnung im Februar 2001 wieder deutlich zu kürzen, ist ein weiterer Preisverfall vermieden worden. Dazu dürfte auch beitragen, dass die Lagerbestände, vor allem in den USA, nach wie vor knapp sind.

Von Anfang 1998 bis Ende 2000 ist der Ölverbrauch vor allem in Nordamerika und Asien kräftig gestiegen. In Europa stagnierte er, in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion nahm er sogar ab. Der weltweite Anstieg der Nachfrage wurde vor allem durch Produktionssteigerungen der OPEC und der Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion gedeckt. Insgesamt übertraf die Produktion im Jahr 2000 den Verbrauch deutlich. Ohne weitere Produktionskürzungen der OPEC würde im laufenden Jahr vom zweiten Quartal an der Verbrauch wiederum unter der Produktion liegen. Dies könnte dazu genutzt werden, die Ölbestände auf ein normales Maß aufzustocken. Denn die weltweiten Lagerbestände sind insgesamt knapp. Die OPEC befürchtet allerdings, dass eine solche Entwicklung mit einem drastischen Preisverfall verbunden sein könnte, und schließt daher weitere Produktionseinschränkungen im zweiten Quartal 2001 nicht aus.

Hinsichtlich einer Prognose des weltweiten Ölverbrauchs schließt sich das DIW Berlin der Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) und der amerikanischen Energy Information Administration (EIA) an: danach wird der Ölverbrauch in der Welt in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren ohne grundlegende Veränderungen der internationalen Energiepolitik deutlich steigen. Selbst bei geringem Wachstum der Weltwirtschaft von jährlich 1,7% wird der Ölverbrauch bis zum Jahr 2010 um etwa 10 Millionen Barrel pro Tag zunehmen; der Großteil wird auf Nordamerika und die asiatischen Entwicklungsländer entfallen.