Buchpräsentation: Neue Entwicklungen in der Wirtschaftswissenschaft

Pressemitteilung vom 1. Oktober 2001

Das DIW Berlin stellte heute das Buch Neue Entwicklungen in der Wirt-schaftswissenschaft vor. Es ist eine Querschnittsaufnahme wichtiger neuerer Forschungsschwerpunkte in der Wirtschaftswissenschaft und trägt zur aktuellen Debatte über die Zukunftsfähigkeit der deutschen Wissenschafts- und For-schungslandschaft bei. Es wird aufgezeigt, wie die empirische Wirtschaftsfor-schung die neuen Themen aufgreifen und besetzen kann, um ihre Kompetenz bei der Beratung der Wirtschaftspolitik auszubauen.
Das vorgelegte Buch ist eine vom Bundesministerium der Finanzen in Auftrag gegebene Studie mit dem DIW Berlin als Hauptauftragnehmer. Ein Ziel war, Konzepte für eine bessere Integration universitärer und außeruniversitärer Zent-ren zu erstellen, um so Qualität und Leistungsfähigkeit des deutschen For-schungssystems zu erhöhen. Die beteiligten Institutionen (neben dem DIW Berlin auch das Institut für Weltwirtschaft, Kiel) und Hochschullehrer bieten dafür ein Beispiel, indem sie ein Netzwerk für die gemeinsame Forschung und für den Meinungs- sowie Informationsaustausch gebildet haben.
Folgende Forschungsthemen - die für die Wirtschaftspolitik einen hohen prakti-schen Wert haben - werden in dem Buch behandelt: Geldtheorie und -politik, Finanzmärkte; Finanzwissenschaft; Arbeitsökonomie; Wettbewerb und Regu-lierung; Netzwerkökonomie; Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung; Institutionen und Transformation; personelle Einkommensverteilung; Spielthe-orie und experimentelle Ökonomie; Ökonomik der Volkswirtschaftslehre. In allgemein verständlicher Form werden für jeden Forschungsbereich neben dem aktuellen Stand der internationalen Forschung die für die Politik besonders relevanten Ergebnisse herausgearbeitet.
Das Buch enthält darüber hinaus konkrete Handlungsempfehlungen an die Entscheidungsträger in Wissenschaft und Forschung. So sollte nach Ansicht der Autoren die Ökonometrie- und Statistikausbildung bei den Wirtschaftswissen-schaften verbessert, die Wirtschaftswissenschaften in der Schul- und Weiterbil-dung fest integriert und der Ausbau der Graduiertenprogramme vorangetrieben werden. Eine Verbesserung des Datenzugangs der Wissenschaft sei dringend notwendig, es sollte eine Zentralstelle für die Bereitstellung primärstatistischer Daten für die Wirtschaftswissenschaften geschaffen werden. Der Datenschutz in Deutschland dürfe nicht zu einer unüberwindlichen juristischen Hürde für die empirische Wirtschaftsforschung werden. Um die Öffentlichkeit besser über Forschungsergebnisse zu informieren, sollte es eine Veröffentlichungs-pflicht von Gutachten einschließlich der verwendeten Daten geben.