Berliner sind Kulturliebhaber
Nutzung des Kulturangebots in Berlin im bundesdeutschen Vergleich

Pressemitteilung vom 23. Januar 2002

Die Nachfrage nach kulturellen Veranstaltungen ist bei Berlinern deutlich ausgeprägter als bei den übrigen Bewohnern im Bundesgebiet. Dies gilt auch im Verleich zu Bewohnern anderer deutscher Metropolen. Die Daten des vom DIW Berlin erhobenen Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), veröffentlicht im aktuellen Wochenbericht 4/2002, zeigen, dass das große Interesse der Berliner nicht allein für hochkulturelle Angebote gilt, sondern auch für populär-kulturelle.
Betrug die Quote aller Berliner, die in ihrer Freizeit Angebote der Hochkultur in Anspruch nehmen, im Jahre 1995 bereits 68 %, so stieg sie auf 75 % im Jahre 1998. In jenem Jahr gingen etwa 2,2 Mill. Berliner ins Theater, in Konzerte und Ausstellungen. Die Berliner besuchten aber auch häufiger Kinos, Diskotheken sowie Pop- und Jazzkonzerte. Hier nahm die Besucherzahl im Untersuchungszeitraum von 1,9 Mill. auf 2,2 Mill. zu. Bemerkenswert ist, dass die Berliner auch unabhängig von wichtigen sozialen Merkmalen wie Einkommen und Bildung das Kulturangebot intensiver nutzen als andere Großstädter. Hier macht sich also ein spezifischer Berlin-Effekt bemerkbar. Dies mag damit zusammenhängen, dass das reichhaltige Angebot jedem Berliner etwas bietet und dass Personen, die besonders an Kultur interessiert sind, bei der Wohnortwahl von einem solchem Angebot angezogen werden. Hier handelt es sich um besonders einkommensstarke Personen mit überdurchschnittlicher Bildung.

Die Pflege des kulturellen Kapitals der Hauptstadt ist nach Ansicht des DIW Berlin wichtig. Dies schließt nicht aus, auch hier Wirtschaftlichkeitsreserven zu mobilisieren. Das Kulturangebot entspricht aber nicht nur den Bedürfnissen der Berliner Bevölkerung, sondern hat auch wirtschaftliche Effekte. Es ist eine touristische Attraktion, die dem Land zu Einnahmen verhilft, und bildet zudem für Neuansiedlungen sowie Zuwanderungen in die Stadt einen unverwechselbaren imagefördernden Standortfaktor.