Deutschland ist wichtiger Forschungsstandort für multinationale Unternehmen. DIW Berlin: deutsches Innovationssystem stärker international ausrichten

Pressemitteilung vom 17. April 2002

Deutschland ist eines der führenden Heimat- und Zielländer von FuE-Aktivitäten multinationaler Unternehmen. Nur in den USA haben ausländische multinationale Unternehmen mehr FuE-Aufwendungen getätigt. Aber auch deutsche multinationale Unternehmen forschen viel im Ausland und werden dabei ebenfalls nur von den USA übertroffen. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht 16/2002. Die Gesamtaufwendungen der Wirtschaft für Forschung und Entwicklung (FuE) in Deutschland sind von 30,5 Mrd. € im Jahr 1996 auf gut 44 Mrd. € im Jahr 2001 um fast die Hälfte gestiegen. Der überwiegende Anteil dieser Aufwendungen entfällt auf multinationale Unternehmen, deren Produktions- und zunehmend auch Forschungsstandorte international verteilt sind. Das DIW Berlin betont, dass ihre wachsenden FuE-Aufwendungen in der Regel das Resultat der Expansion in neue Märkte sind und nicht der Verlagerung von FuE-Kapazitäten ins Ausland. Die noch Mitte der 90er Jahre geäußerten Befürchtungen, die Bedeutung des einheimischen Forschungs- und Innovationsstandorts könne deswegen zurückgehen, hat sich nicht bestätigt. Gerade auch ausländische multinationale Unternehmen haben in den letzten Jahren zur deutlichen Ausweitung des FuE- und Innovationspotentials der Wirtschaft in Deutschland beigetragen.
Die Politik muss auf die fortschreitende Internationalisierung des Innovationsgeschehens mit einer Anpassung des nationalen Innovationssystem reagieren. Barrieren für grenzüberschreitende Innovationsaktivitäten müssen beseitigt und attraktive Nachfragebedingungen für neue Produkte im heimischen Markt unterstützt werden. Das DIW Berlin nennt dafür folgende Maßnahmen:
· Bildung: Erhöhung der sprachlichen Kompetenz, Vergleichbarkeit der Berufsabschlüsse
· Förderung der Mobilität qualifizierter Arbeitskräfte: Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis, Regulierung der Zuwanderung
· Mitgestaltung internationaler technischer Standards und Normen
· Sicherung des gleichberechtigten Zugangs ansässiger ausländischer Unternehmen zu der nationalen Forschungsförderung
· Vorbereitung der nationalen öffentlichen Forschungseinrichtungen auf die Forschungskooperation mit multinationalen Unternehmen
· international kompatibler Schutz des geistigen Eigentums.