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SOEP-Preis der Vereinigung der Freunde des DIW Berlin

 

Die Preisträger


Über das SOEP und
den "SOEP-Preis"

Das DIW Berlin erhebt im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) seit 1984 Daten bei immer wieder denselben Privathaushalten und Personen. Da diese Erhebungen ineinander greifen wie die einzelnen Teile einer Holz-Täfelung (Paneel) werden die Daten Panel-Daten genannt. Derartige Panel-Erhebungen gibt es als Teil der "statistischen Infrastruktur" inzwischen in vielen westlichen Ländern, unter anderem in nahezu allen EU-Ländern. In Deutschland wird die entsprechende Erhebung "Das Sozio-oekonomische Panel" (SOEP) genannt.

Die Daten des SOEP werden nicht nur vom DIW Berlin ausgewertet, sondern von über 450 Nutzern, darunter etwa 100 im Ausland. Es sind bereits etwa 2500 wissenschaftliche Veröffentlichungen auf Basis der SOEP-Daten entstanden, die beim DIW Berlin archiviert sind. Unter anderem gingen die Daten in den Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung ein. Wirtschaftspolitische Aufmerksamkeit erhielten SOEP-Ergebnisse in jüngster Zeit im Zusammenhang mit der Reform der "geringfügigen Beschäftigung", der Diskussion der "Dienstleistungslücke" in Deutschland und den Möglichkeiten des Abbaus von Überstunden.

Die Erhebung der Daten lohnt sich umso mehr, je besser die wissenschaftlichen Analysen sind, die daraus entstehen. Deswegen hat die Vereinigung der Freunde des DIW Berlin e.V. sich 1996 entschlossen, die besten Publikationen und Vorträge, die auf Basis der SOEP-Daten außerhalb des DIW Berlin entstehen, durch die Vergabe von Preisen zu würdigen.

Ausgezeichnet werden zum ersten die besten drei Vorträge, die auf den zweijährlich stattfindenden internationalen Konferenzen der SOEP-Nutzer gehalten werden.

Zum zweiten wurden 1999 erstmals Preise für die bis dahin entstanden Veröffentlichungen vergeben. In diesem Jahr werden Preise für die seither entstandenen Veröffentlichungen vergeben.

Das Preis-Kommitee setzt sich aus den beiden Vorsitzenden des wissenschaftlichen Beirats für das SOEP, Prof. Daniel Hamermesh, University of Texas at Austin, und Frau Prof. Dr. Gisela Trommsdorff, Universität Konstanz, und dem Leiter des SOEP, Prof. Dr. Gert G. Wagner, DIW Berlin und Europa-Universität Viadrina, zusammen. Von den über 400 Veröffentlichungen, die seit der letzten Preisvergabe erschienen und dem DIW bekannt sind, wurden 39 für die Preisverleihung nominiert. Aus diesen Arbeiten hat das Preis-Kommitee sieben Arbeiten ausgewählt. Unterschieden wird in die Kategorien "Beste Publikation", "Beste Publikation eines Nachwuchswissenschaftlers (bis 35 Jahre) und "Beste politikrelevante Publikation".


Beste Publikation

Die Preisträgerinnen und Preisträger 1999 bis 2001


1. Platz
(DM 2.000,-)

Robert E. Goodin, Henk-Jan Dirven, Bruce Headey
und Ruud Muffels (1999),
The Real Worlds of Welfare Capitalism,
Cambridge University Press


 

Es ist natürlich unmöglich, die Ergebnisse eines 350 Seiten starken Buches, das mit "Cambridge University Press" in einem der renommiertesten Wissenschaftsverlage erschienen ist, kurz zusammenzufassen. Trotzdem ist eine kurze Charakterisierung notwendig. Anhand des Vergleichs des Wirtschaftswachstums sowie der Dynamik der Einkommensverteilung und der Armut in den USA, den Niederlanden und in Deutschland kommen die Autoren zu dem bemerkenswerten Ergebnis, dass ein aktivierender Sozialstaat, wie er in den Niederlanden verwirklicht ist, sowohl im Hinblick auf das Wachstum wie der Verteilung der Einkommen dem "liberalen Wohlfahrtsstaat" der USA als auch dem "konservativen Sozialstaat" Deutschlands überlegen ist. In den Niederlanden gibt es ein befriedigendes Wirtschaftswachstum und kaum Einkommensarmut, die zudem noch rasch überwunden wird.

Das preisgekrönte Buch wurde von zwei Australiern und zwei Holländern geschrieben. Robert Goodin ist Professor an der Australian National University. Henk-Jan Dirven ist Projektleiter im Statistischen Amt der Niederlande. Bruce Headey ist Professor an der Universität Melbourne und Ruud Muffels ist Professor an der Universität Tilburg.


2. Platz
(DM 1.000,-)

Kornelius Kraft (2001),
"Unemployment and the Separation of Married Couples",
Kyklos Vol. 54, No. 1, 67-88


 

Der Autor untersucht die Effekte von Arbeitslosigkeit auf spätere Ehescheidungen. Dies ist eine scheinbar einfache Frage, aber sie ist schwierig zu beantworten, da Ehescheidungen oft erst einige Jahre nach dem auslösenden Ereignis auftreten. Deswegen sind langlaufende Erhebungen wie das SOEP notwendig, um solche Effekte studieren zu können. Der Autor findet insbesondere für Männer einen signifikanten Zusammenhang. Wer ein Jahr arbeitslos ist, dessen Risiko, dass seine Ehe geschieden wird, liegt um 15 Prozent höher als für Nicht-Arbeitslose. Dies sollte die Wirtschaftspolitik wissen.

Kornelius Kraft ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Essen.


3. Platz
(DM 1.000,-)

Olaf Hübler und Anja König (1999),
"Betriebliche Weiterbildung, Mobilität und Beschäftigungsdynamik - Empirische Untersuchungen mit Individual- und Betriebsdaten",
Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik,
Jg. 219, Heft 1+2, 165-193


 

Die Autoren zeigen mit Hilfe des SOEP, dass Betriebe Weiterbildung überwiegend nur ohnehin bereits besser qualifizierten Beschäftigten finanzieren. Schlecht Qualifizierte müssen Weiterbildung selbst finanzieren und anschließend den Betrieb wechseln, wenn sie ihre verbesserte Qualifikation in ein höheres Einkommen umsetzen wollen. Personalchefs sind wohl nicht flexibel genug und trauen gering Qualifizierten zu wenig zu.

Anja König ist Doktorandin bei Prof. Olaf Hübler an der Universität Hannover.


Beste Publikation
eines Nachwuchs- wissenschaftlers

 


1. Platz
(DM 2.000,-)

Frank Siebern (Jahr 2000),
"Better LATE? Instrumental Variables Estimation of the Returns to Job Mobility during Transition",
German Economic Review, Vol. 1, No. 3, pp. 335-362


 

Der Autor hat neueste ökonometrische Verfahren trickreich angewandt, um zu analysieren, ob die immer wieder zitierte These stimmt, dass nach der Wende in Ostdeutschland der Wechsel des Arbeitsplatzes dazu geführt hat, dass das spätere Einkommen höher war als bei den nicht mobilen Beschäftigten. Er kommt zu dem Ergebnis, dass diejenigen, die freiwillig gewechselt haben, höhere Einkommen erzielen, aber nicht diejenigen, die durch Betriebsschließungen freigesetzt wurden. Das Ergebnis hört sich vielleicht nicht aufregend an, aber der Autor kontrolliert für den Effekt, dass es sich bei den freiwillig Mobilen um eine systematisch andere Gruppe als andere Beschäftigte handelt.

Die Arbeit entstand am europäischen Hochschulinstitut Florenz; inzwischen ist Herr Siebern bei der Europäischen Kommission, Geschäftsdirektion Beschäftigung und Soziales, in Brüssel tätig.


2. Platz
(DM 1.000,-)

Holger Fabig (1999),
" Income Mobility and the Welfare State: An International Comparison with Panel Data",
Journal of European Social Policy, Vol. 9, No. 4, pp. 331-349


 

Der Autor liefert ein erstaunliches Resultat (das von anderen bestätigt ist): Die Mobilität der Brutto-Haushaltseinkommen ist in Westdeutschland größer als in den USA. Es ist also falsch, wenn Deutschland als eine statische Gesellschaft eingeschätzt wird (für Ostdeutschland gilt das nach der Wende sowieso nicht). Es ist allerdings auch richtig, dass der deutsche Sozialstaat die großen Fluktuationen des Brutto-Einkommens durch Steuern und Transfers so stark ausgleicht, dass die Mobilität der Netto-Einkommen hier geringer ist als in den USA.

Die Arbeit beruht auf der Dissertation des Autors an der Johann-Wolfgang Goethe Universität Frankfurt. Herr Fabig ist inzwischen beim Bundesministerium der Finanzen tätig.


 

Marc Szydlik (2000),
" Lebenslange Solidarität? Generationenbeziehungen zwischen erwachsenen Kindern und Eltern",
Opladen: Leske + Budrich


 

Der Autor kann zeigen, dass die vielzitierte These nicht stimmt, dass die Beziehungen zwischen den Generationen schlecht sind. Zwischen Eltern und Kindern bestehen nach wie vor enge Bindungen. Der Autor findet aber auch heraus, dass die berühmte 68er Generation in Westdeutschland weniger enge Beziehungen zu ihren Eltern wie zu ihren eigenen Kindern hat als andere Alterskohorten.

Diese SOEP-Analyse ist Teil der Habilitationsschrift von Marc an der FU Berlin; Herr Szydlik ist inzwischen Soziologieprofessor an der Universität Erfurt. Es sei angemerkt, dass Marc Szydlik seine Karriere als studentische Hilfskraft in der SOEP-Gruppe im DIW Berlin begann.


Beste politikrelevante Publikation

 


1. Platz
(DM 1.500,-)

Howard Oxley, Thai Thanh Dang, and Pablo Antolín (2001),
Poverty Dynamics in Six OECD Countries,
OECD Economic Studies, Vol. 30, No. I


 

Die Autoren vergleichen das Fallen in Armut und das Entkommen aus Armut in sechs Ländern. Das vielleicht wichtigste Resultat ist, dass die Maßnahmen des Sozialstaates zwar ohne Zweifel helfen, dass weniger Leute als arm bezeichnet werden müssen, aber Transferzahlungen helfen denjenigen kaum, die trotzdem in Armut gefallen sind, aus dieser wieder zu entkommen. Dies gilt besonders für Alleinerziehende.

Die Arbeit entstand bei der OECD in Paris; einer der Autoren ist inzwischen beim Internationalen Währungsfond in Washington tätig.


Kontakt

Prof. Dr. Gert Wagner
Dr. Elke Holst





SOEP-Preis der Vereinigung der Freunde des DIW Berlin

 
 

 
Die Preisträger

 
 

Über das SOEP und
den "SOEP-Preis"

Das DIW Berlin erhebt im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) seit 1984 Daten bei immer wieder denselben Privathaushalten und Personen. Da diese Erhebungen ineinander greifen wie die einzelnen Teile einer Holz-Täfelung (Paneel) werden die Daten Panel-Daten genannt. Derartige Panel-Erhebungen gibt es als Teil der "statistischen Infrastruktur" inzwischen in vielen westlichen Ländern, unter anderem in nahezu allen EU-Ländern. In Deutschland wird die entsprechende Erhebung "Das Sozio-oekonomische Panel" (SOEP) genannt.

Die Daten des SOEP werden nicht nur vom DIW Berlin ausgewertet, sondern von über 450 Nutzern, darunter etwa 100 im Ausland. Es sind bereits etwa 2500 wissenschaftliche Veröffentlichungen auf Basis der SOEP-Daten entstanden, die beim DIW Berlin archiviert sind. Unter anderem gingen die Daten in den Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung ein. Wirtschaftspolitische Aufmerksamkeit erhielten SOEP-Ergebnisse in jüngster Zeit im Zusammenhang mit der Reform der "geringfügigen Beschäftigung", der Diskussion der "Dienstleistungslücke" in Deutschland und den Möglichkeiten des Abbaus von Überstunden.

Die Erhebung der Daten lohnt sich umso mehr, je besser die wissenschaftlichen Analysen sind, die daraus entstehen. Deswegen hat die Vereinigung der Freunde des DIW Berlin e.V. sich 1996 entschlossen, die besten Publikationen und Vorträge, die auf Basis der SOEP-Daten außerhalb des DIW Berlin entstehen, durch die Vergabe von Preisen zu würdigen.

Ausgezeichnet werden zum ersten die besten drei Vorträge, die auf den zweijährlich stattfindenden internationalen Konferenzen der SOEP-Nutzer gehalten werden.

Zum zweiten wurden 1999 erstmals Preise für die bis dahin entstanden Veröffentlichungen vergeben. In diesem Jahr werden Preise für die seither entstandenen Veröffentlichungen vergeben.

Das Preis-Kommitee setzt sich aus den beiden Vorsitzenden des wissenschaftlichen Beirats für das SOEP, Prof. Daniel Hamermesh, University of Texas at Austin, und Frau Prof. Dr. Gisela Trommsdorff, Universität Konstanz, und dem Leiter des SOEP, Prof. Dr. Gert G. Wagner, DIW Berlin und Europa-Universität Viadrina, zusammen. Von den über 400 Veröffentlichungen, die seit der letzten Preisvergabe erschienen und dem DIW bekannt sind, wurden 39 für die Preisverleihung nominiert. Aus diesen Arbeiten hat das Preis-Kommitee sieben Arbeiten ausgewählt. Unterschieden wird in die Kategorien "Beste Publikation", "Beste Publikation eines Nachwuchswissenschaftlers (bis 35 Jahre) und "Beste politikrelevante Publikation".


 
 

 
 

Beste Publikation
Die Preisträgerinnen und Preisträger 1999 bis 2001

 
 

1. Platz
(DM 2.000,-)

Robert E. Goodin, Henk-Jan Dirven, Bruce Headey
und Ruud Muffels (1999),
The Real Worlds of Welfare Capitalism,
Cambridge University Press

 
 

 
Es ist natürlich unmöglich, die Ergebnisse eines 350 Seiten starken Buches, das mit "Cambridge University Press" in einem der renommiertesten Wissenschaftsverlage erschienen ist, kurz zusammenzufassen. Trotzdem ist eine kurze Charakterisierung notwendig. Anhand des Vergleichs des Wirtschaftswachstums sowie der Dynamik der Einkommensverteilung und der Armut in den USA, den Niederlanden und in Deutschland kommen die Autoren zu dem bemerkenswerten Ergebnis, dass ein aktivierender Sozialstaat, wie er in den Niederlanden verwirklicht ist, sowohl im Hinblick auf das Wachstum wie der Verteilung der Einkommen dem "liberalen Wohlfahrtsstaat" der USA als auch dem "konservativen Sozialstaat" Deutschlands überlegen ist. In den Niederlanden gibt es ein befriedigendes Wirtschaftswachstum und kaum Einkommensarmut, die zudem noch rasch überwunden wird.

Das preisgekrönte Buch wurde von zwei Australiern und zwei Holländern geschrieben. Robert Goodin ist Professor an der Australian National University. Henk-Jan Dirven ist Projektleiter im Statistischen Amt der Niederlande. Bruce Headey ist Professor an der Universität Melbourne und Ruud Muffels ist Professor an der Universität Tilburg.


 
 

2. Platz
(DM 1.000,-)

Kornelius Kraft (2001),
"Unemployment and the Separation of Married Couples",
Kyklos Vol. 54, No. 1, 67-88

 
 

 

Der Autor untersucht die Effekte von Arbeitslosigkeit auf spätere Ehescheidungen. Dies ist eine scheinbar einfache Frage, aber sie ist schwierig zu beantworten, da Ehescheidungen oft erst einige Jahre nach dem auslösenden Ereignis auftreten. Deswegen sind langlaufende Erhebungen wie das SOEP notwendig, um solche Effekte studieren zu können. Der Autor findet insbesondere für Männer einen signifikanten Zusammenhang. Wer ein Jahr arbeitslos ist, dessen Risiko, dass seine Ehe geschieden wird, liegt um 15 Prozent höher als für Nicht-Arbeitslose. Dies sollte die Wirtschaftspolitik wissen.

Kornelius Kraft ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Essen.


 
 

3. Platz
(DM 1.000,-)

Olaf Hübler und Anja König (1999),
"Betriebliche Weiterbildung, Mobilität und Beschäftigungsdynamik - Empirische Untersuchungen mit Individual- und Betriebsdaten",
Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik,
Jg. 219, Heft 1+2, 165-193

 
 

 

Die Autoren zeigen mit Hilfe des SOEP, dass Betriebe Weiterbildung überwiegend nur ohnehin bereits besser qualifizierten Beschäftigten finanzieren. Schlecht Qualifizierte müssen Weiterbildung selbst finanzieren und anschließend den Betrieb wechseln, wenn sie ihre verbesserte Qualifikation in ein höheres Einkommen umsetzen wollen. Personalchefs sind wohl nicht flexibel genug und trauen gering Qualifizierten zu wenig zu.

Anja König ist Doktorandin bei Prof. Olaf Hübler an der Universität Hannover.


 
 

 
 

Beste Publikation
eines Nachwuchs- wissenschaftlers

 

 
 

1. Platz
(DM 2.000,-)

Frank Siebern (Jahr 2000),
"Better LATE? Instrumental Variables Estimation of the Returns to Job Mobility during Transition",
German Economic Review, Vol. 1, No. 3, pp. 335-362


 
 

 

Der Autor hat neueste ökonometrische Verfahren trickreich angewandt, um zu analysieren, ob die immer wieder zitierte These stimmt, dass nach der Wende in Ostdeutschland der Wechsel des Arbeitsplatzes dazu geführt hat, dass das spätere Einkommen höher war als bei den nicht mobilen Beschäftigten. Er kommt zu dem Ergebnis, dass diejenigen, die freiwillig gewechselt haben, höhere Einkommen erzielen, aber nicht diejenigen, die durch Betriebsschließungen freigesetzt wurden. Das Ergebnis hört sich vielleicht nicht aufregend an, aber der Autor kontrolliert für den Effekt, dass es sich bei den freiwillig Mobilen um eine systematisch andere Gruppe als andere Beschäftigte handelt.

Die Arbeit entstand am europäischen Hochschulinstitut Florenz; inzwischen ist Herr Siebern bei der Europäischen Kommission, Geschäftsdirektion Beschäftigung und Soziales, in Brüssel tätig.


 
 

2. Platz
(DM 1.000,-)

Holger Fabig (1999),
" Income Mobility and the Welfare State: An International Comparison with Panel Data",
Journal of European Social Policy, Vol. 9, No. 4, pp. 331-349

 
 

 

Der Autor liefert ein erstaunliches Resultat (das von anderen bestätigt ist): Die Mobilität der Brutto-Haushaltseinkommen ist in Westdeutschland größer als in den USA. Es ist also falsch, wenn Deutschland als eine statische Gesellschaft eingeschätzt wird (für Ostdeutschland gilt das nach der Wende sowieso nicht). Es ist allerdings auch richtig, dass der deutsche Sozialstaat die großen Fluktuationen des Brutto-Einkommens durch Steuern und Transfers so stark ausgleicht, dass die Mobilität der Netto-Einkommen hier geringer ist als in den USA.

Die Arbeit beruht auf der Dissertation des Autors an der Johann-Wolfgang Goethe Universität Frankfurt. Herr Fabig ist inzwischen beim Bundesministerium der Finanzen tätig.


 
 

 
Marc Szydlik (2000),
" Lebenslange Solidarität? Generationenbeziehungen zwischen erwachsenen Kindern und Eltern",
Opladen: Leske + Budrich

 
 

 

Der Autor kann zeigen, dass die vielzitierte These nicht stimmt, dass die Beziehungen zwischen den Generationen schlecht sind. Zwischen Eltern und Kindern bestehen nach wie vor enge Bindungen. Der Autor findet aber auch heraus, dass die berühmte 68er Generation in Westdeutschland weniger enge Beziehungen zu ihren Eltern wie zu ihren eigenen Kindern hat als andere Alterskohorten.

Diese SOEP-Analyse ist Teil der Habilitationsschrift von Marc an der FU Berlin; Herr Szydlik ist inzwischen Soziologieprofessor an der Universität Erfurt. Es sei angemerkt, dass Marc Szydlik seine Karriere als studentische Hilfskraft in der SOEP-Gruppe im DIW Berlin begann.


 
 

 
 

Beste politikrelevante Publikation
 

 
 

1. Platz
(DM 1.500,-)

Howard Oxley, Thai Thanh Dang, and Pablo Antolín (2001),
Poverty Dynamics in Six OECD Countries,
OECD Economic Studies, Vol. 30, No. I


 
 

 

Die Autoren vergleichen das Fallen in Armut und das Entkommen aus Armut in sechs Ländern. Das vielleicht wichtigste Resultat ist, dass die Maßnahmen des Sozialstaates zwar ohne Zweifel helfen, dass weniger Leute als arm bezeichnet werden müssen, aber Transferzahlungen helfen denjenigen kaum, die trotzdem in Armut gefallen sind, aus dieser wieder zu entkommen. Dies gilt besonders für Alleinerziehende.

Die Arbeit entstand bei der OECD in Paris; einer der Autoren ist inzwischen beim Internationalen Währungsfond in Washington tätig.


 
 

Kontakt

Prof. Dr. Gert Wagner
Dr. Elke Holst


  24.05.2002 13:51 FG