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Die regionalen Entwicklungstendenzen des Energieverbrauchs in Hessen und seinen Planungsregionen bis 1990: Untersuchung im Auftrage des Hessischen Ministers für Wirtschaft und Technik, Wiesbaden

Sonstige DIW-Publikationen , XI, 174 S. : Anh.

Hans-Joachim Ziesing

1977

Abstract

Bei diesem Gutachten handelt es sich um die Überprüfung und Fortschreibung einer im Jahre 1972 im Auftrag des Hessischen Ministers für Wirtschaft und Technik durchgeführten Vorausschätzung des Energieverbrauches in Hessen und seinen Planungsregionen. Eine Überprüfung der damaligen Arbeit erwies sich schon deshalb als zwingend, weil sich zwischenzeitlich in nahezu allen energiewirtschaftlich relevanten Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft z. T. tiefgreifende Veränderungen vollzogen haben (z. B. Wandlungen auf den Weltrohstoff- und Weltenergiemärkten, kräftige Steigerungen des Energiepreisniveaus, wirtschaftliche Krisenerscheinungen und abgeschwächte Wachstumserwartungen in der Bundesrepublik Deutschland, stagnierende bzw. rückläufige Bevölkerungszahlen, Intensivierung von Maßnahmen zur rationelleren Energieverwendung u. a.). Die Untersuchung gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil wird ein Überblick über die Entwicklungstendenzen von Weltenergieverbrauch und -angebot gegeben, während im zweiten Teil auf die künftige Entwicklung des Energieverbrauches in der Bundesrepublik Deutschland eingegangen wird. Der dritte Teil bildet den Schwerpunkt der Arbeit mit einer Analyse und Vorausschätzung des Energieverbrauches in Hessen und seinen Planungsregionen. Die Analyse entspricht dem dreistufigen Aufbau der für die Bundesrepublik Deutschland entwickelten Energiebilanzen in einen Endenergieverbrauchsbereich, einen Umwandlungsbereich und den Primärenergieverbrauch. Nach der Vorausschätzung wird sich der Endenergieverbrauch in Hessen von 1975 bis 1990 von rund 20 Mill. t auf rund 27 bis 29 Mill. t SKE erhöhen und damit einen durchschnittlichen jährlichen Anstieg von 2,0 bis 2,6 vH aufweisen. Durchgreifende Verschiebungen in der sektoralen Verteilung des Endenergieverbrauches werden nicht erwartet. Trotz eines leicht unterdurchschnittlichen Wachstums wird der Endenergieverbrauch im Bereich der Haushalte und Kleinverbraucher nach wie vor den höchsten Anteil am gesamten Endenergieverbrauch halten. Die künftige Entwicklung der Energieträgerstruktur wird gekennzeichnet sein durch einen weiteren Rückgang des Verbrauches fester Brennstoffe, einen nur noch leichten Anstieg des Mineralölverbrauches, aber ein kräftiges Wachstum bei sämtlichen leistungsgebundenen Energieträgern. Gleichwohl werden die Mineralölprodukte auch zum Ende des Prognosezeitraumes mit einem Anteil von rund 60 vH die dominierenden Energieträger bleiben. Stärker als der Endenergieverbrauch wird der Primärenergieverbrauch expandieren - hervorgerufen vor allem durch einen zunehmenden Brennstoffeinsatz in der Elektrizitätswirtschaft. Zwischen 1975 und 1990 wird ein durchschnittlicher jährlicher Zuwachs des Primärenergieverbrauches von 2,6 bis 3,2 vH erwartet und damit eine Erhöhung von rund 28 Mi II. t SKE im Jahre 1975 auf 42 bis 45 Mill. t SKE im Jahre 1990. Je nach Abnahme über den weiteren Zubau von Kernkraftwerken wird der Anteil der Kernenergie am Primärenergieverbrauch im Jahre 1990 zwischen 12,4 vH und 26,5 vH liegen (1975: 9,9 vH). Etwa die Hälfte des Primärenergieverbrauches in Hessen wird 1990 noch auf das Mineralöl entfallen (1975 rd. 60 vH).

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