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CO2-Emissionen im Jahre 1999: Rückgang nicht überschätzen

DIW Wochenbericht 6 / 2000, S. 77-86

Hans-Joachim Ziesing

Abstract

Die Bundesregierung hat zuletzt auf der Vertragsstaatenkonferenz zur Klimarahmenkonvention im Herbst 1999 in Bonn das Ziel bekräftigt, die CO2-Emissionen in Deutschland bis zum Jahre 2005 zu reduzieren, und zwar um 25 % gegenüber 1990. Im Rahmen der EU hat sich Deutschland außerdem verpflichtet, die zusammengefassten Emission von sechs Treibhausgasen, darunter vor allem CO2, innerhalb des Zeitraumes von 2008 bis 2012 um 21 % zu vermindern. Damit soll sichergestellt werden, dass die auf der Klimakonferenz im Dezember 1997 in Kyoto zugesagte Reduktion in der EU insgesamt um 8 % gelingt. Nach ersten Schätzungen dürften die energiebedingten CO2-Emissionen in Deutschland 1999 etwa 834 Mill. t betragen haben. Gegenüber dem Vorjahr waren das 3 % weniger; temperaturbereinigt schlägt der Rückgang allerdings nur mit 1,8 % zu Buche. Im Verlauf der neunziger Jahre sind die CO2-Emissionen um reichlich 150 Mill. t oder um 15½ % gesunken. Allerdings hat sich der Rückgang seit 1993, nachdem die Sonderentwicklungen in den neuen Bundesländern entfallen sind, abgeschwächt. Eine Fortschreibung der Emissionsentwicklung lässt - gemessen an den Zielen der Bundesregierung für 2005 - eine erhebliche Zielverfehlung erwarten. Bis dahin müssten die CO2-Emissionen temperaturbereinigt noch um weitere 11 % oder um nahezu 100 Mill. t reduziert werden. In die Nähe des Emissionszieles wird man nur gelangen, wenn die klimaschutzpolitischen Anstrengungen rasch und erheblich intensiviert werden.

Themen: Umweltmärkte

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