Staatliche Förderung von Forschung und Entwicklung in der ostdeutschen Wirtschaft: eine Bilanz

DIW Wochenbericht 35 / 2001, S. 537-544

Heike Belitz, Frank Fleischer, Andreas Stephan

Abstract

Forschung und Entwicklung (FuE) und Innovation wurden in der ostdeutschen Wirtschaft vorwiegend bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowohl mit bundesweiten als auch mit regionalspezifischen Programmen bis zuletzt kräftig gefördert. Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat das DIW Berlin unter Mitwirkung der SÖSTRA GmbH eine Bilanz dieser Förderung gezogen und deren einzel- und gesamtwirtschaftliche Wirkungen im letzten Jahrzehnt geprüft. In den turbulenten Zeiten der Gründung und Neuorientierung hat die Förderung Anreize für Investitionen in FuE gegeben, die auf das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zunehmend positiv wirken. Dennoch haben viele der noch jungen KMU weiterhin Probleme bei der Eigenfinanzierung von FuE und Innovation, bei der Gewinnung qualifizierter Nachwuchskräfte und bei der Umsetzung von FuE-Ergebnissen auf dem Markt. Gesamtwirtschaftlich ist die Verbesserung der Leistungsfähigkeit des ostdeutschen wirtschaftsnahen Innovationssystems kaum spürbar, weil es insgesamt nur wenige, überwiegend kleine FuE-treibende Unternehmen gibt. Deshalb sollte der Bund in Ostdeutschland auch künftig besondere Anreize für das innovationsbasierte Wachstum der KMU sowie für die regionale und überregionale Kooperation und Vernetzung mit Forschungseinrichtungen setzen. Dazu gehören auch die Unterstützung technologieorientierter Gründungen und die Ansiedlung FuE-intensiver Produktionen.

Heike Belitz

Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Unternehmen und Märkte

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