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Bauwirtschaft: Abschwächung der Nachfrage in West- und Ostdeutschland bei noch deutlichem Produktivitätsgefälle: Entwicklung des Bauvolumens im bisherigen Jahresverlauf 1995

DIW Wochenbericht 48 / 1995, S. 828-840

Bernd Bartholmai, Friederike Spiecker

Abstract

In Westdeutschland unterschritt die reale Bauproduktion in den ersten neun Monaten dieses Jahres das Vorjahresniveau um 1,3 vH. Im Wohnungsbau betrug der Zuwachs noch 0,5 vH, waehrend die Leistung im Wirtschaftsbau sowie im oeffentlichen Bau (einschliesslich Bahn und Post) weiter ruecklaeufig war. Der Wirtschaftsbau verzeichnete im bisherigen Jahresverlauf -2,7 vH, fuer den oeffentlichen Bau ergab sich mit -5,1 vH ein weit staerkerer Rueckgang, wozu jedoch auch der Witterungseinfluss im ersten Quartal beitrug. In Ostdeutschland ist eine Abschwaechung der in den vergangenen Jahren ausserordentlich hohen Zuwachsraten auf 10 vH in den ersten drei Quartalen eingetreten. Diese immerhin noch betraechtliche Steigerung ging vorwiegend vom Wohnungsbau aus (+23 vH), waehrend der Wirtschaftsbau einen deutlich verringerten Zuwachs (4,2 vH) aufwies und der oeffentliche Bau stagnierte. Fuer die Entwicklung des Bausektors in Deutschland ist zu konstatieren, dass die konjunkturelle Belebung der Wirtschaft seit 1994 bisher keinen Impuls fuer den Wirtschaftsbau mit sich brachte; die Ursache sind strukturell gegenlaeufige Entwicklungen innerhalb dieses Gesamtbereichs. Fuer den oeffentlichen Bau, der im Westen seit vielen Jahren ruecklaeufig ist, ist selbst auf dem bereits niedrigen Niveau keine Stabilisierung in Sicht. Auch die Massnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur im Ostteil des Landes - zum Teil getragen von Schwerpunktsetzungen bei den spezifischen Investitionen des Bundes - zeitigen keinen weiteren Wachstumseffekt.

Themen: Konjunktur

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