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Kredit- und Beteiligungsfinanzierung in jungen innovativen kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland

DIW Wochenbericht 40 / 2005, S. 577-583

Dorothea Schäfer, Axel Werwatz, Volker Zimmermann

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Abstract

Erfolgreiche Neugründungen sind ein bedeutsamer Faktor für die gedeihliche Entwicklung einer Volkswirtschaft. Junge innovative Unternehmen spielen für die rasche Markteinführung und Verbreitung neuer Technologien und Produkte eine Schlüsselrolle. Da Gründer nur selten über genügend Eigenmittel verfügen, wird der Erfolg einer Gründung durch die Finanzierung wesentlich mitbestimmt. Im Zuge des Investitionsbooms in den USA und der atemberaubenden Geschwindigkeit, mit der amerikanische Venture-Capital (VC)-Firmen ihre neu gegründeten Portfoliofirmen an den Aktienmarkt brachten, ist es allgemeine Auffassung geworden, dass eine starke VC-Branche einen wichtigen Beitrag für Neugründungen und Innovationen leistet. Ungeklärt ist bislang allerdings, welche Rolle Banken bei der Finanzierung junger Technologieunternehmen spielen. Die vom DIW Berlin gemeinsam mit der KfW-Bankengruppe durchgeführte Untersuchung zum Finanzierungsverhalten von Kreditinstituten und Beteiligungsgesellschaften im Segment der jungen Technologiefirmen ist ein erster Beitrag, um diese Lücke im Hinblick auf den deutschen Markt zu schließen. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass Private Equity mit höherer Wahrscheinlichkeit in Investitionen mit dem höheren finanziellen Risiko fließt. Eine solche eindeutige Aussage lässt sich aber nicht für das leistungswirtschaftliche Risiko – ausgedrückt beispielsweise durch den Innovationsgehalt und die Ziele des Projekts – treffen. Viele Indikatoren für das leistungswirtschaftliche Risiko – dazu zählen beispielsweise die FuE-Orientierung des Unternehmens sowie verschiedene Charakteristika der durchgeführten Innovationsprojekte – erweisen sich als unbedeutsam oder zeigen in die nicht erwartete Richtung. Lediglich die Variable „Regelmäßige Forschung und Entwicklung“ lässt die Wahrscheinlichkeit steigen, eine Beteiligungsfinanzierung zu erhalten. Der nächste Schritt in der Forschungszusammenarbeit zwischen dem DIW Berlin und der KfW-Bankengruppe wird daher sein, nach den Ursachen für diese unerwarteten Ergebnisse zu fahnden.

Dorothea Schäfer

Forschungsdirektorin Finanzmärkte in der Abteilung Makroökonomie


Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/151402

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