Finanzmarktentwicklung, Immobilienpreise und Konsum

DIW Wochenbericht 35 / 2007, S. 533-536

Christian Dreger, Jiri Slacalek

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Abstract

Im Euroraum und vor allem in Deutschland hat sich die Konjunktur seit dem Boom der "New Economy" lange Zeit nur verhalten entwickelt. Ein wesentlicher Grund dafür war die schwache Dynamik der Binnennachfrage, insbesondere der Konsumausgaben der privaten Haushalte. Sie haben in Deutschland in den vergangenen Jahren praktisch stagniert. Parallel dazu hat die Sparneigung zugenommen. In diesem Beitrag wird untersucht, inwieweit sich das Konsumverhalten aus der Entwicklung an den Vermögensmärkten, konkret den Finanz- und Immobilienmärkten, erklären lässt. Die empirische Analyse für 15 Länder zeigt einen deutlichen Einfluss der Vermögenswerte auf die Konsumausgaben. Dabei ist die Bedeutung der Immobilienmärkte in den letzten Jahren noch gewachsen. Pro Euro Vermögenszuwachs werden im Durchschnitt der untersuchten Länder etwa 3 Cent für zusätzlichen Konsum verwendet. Der Einfluss des Vermögens auf den Konsum ist in Ländern, in denen der Bankkredit als Finanzierungsinstrument eine große Rolle spielt, schwächer als in Ländern mit stark wertpapierbasierten Finanzsystemen. Dies gilt vor allem für das Immobilienvermögen. Für ein Land wie Deutschland mit seinem bankenbasierten Finanzsystem sind damit die Effekte von Vermögensänderungen auf den Konsum als gering zu veranschlagen. Im Euroraum und vor allem in Deutschland hat sich die Konjunktur seit dem Boom der "New Economy" lange Zeit nur verhalten entwickelt. Ein wesentlicher Grund dafür war die schwache Dynamik der Binnennachfrage, insbesondere der Konsumausgaben der privaten Haushalte. Sie haben in Deutschland in den vergangenen Jahren praktisch stagniert. Parallel dazu hat die Sparneigung zugenommen. In diesem Beitrag wird untersucht, inwieweit sich das Konsumverhalten aus der Entwicklung an den Vermögensmärkten, konkret den Finanz- und Immobilienmärkten, erklären lässt. Die empirische Analyse für 15 Länder zeigt einen deutlichen Einfluss der Vermögenswerte auf die Konsumausgaben. Dabei ist die Bedeutung der Immobilienmärkte in den letzten Jahren noch gewachsen. Pro Euro Vermögenszuwachs werden im Durchschnitt der untersuchten Länder etwa 3 Cent für zusätzlichen Konsum verwendet. Der Einfluss des Vermögens auf den Konsum ist in Ländern, in denen der Bankkredit als Finanzierungsinstrument eine große Rolle spielt, schwächer als in Ländern mit stark wertpapierbasierten Finanzsystemen. Dies gilt vor allem für das Immobilienvermögen. Für ein Land wie Deutschland mit seinem bankenbasierten Finanzsystem sind damit die Effekte von Vermögensänderungen auf den Konsum als gering zu veranschlagen.

Christian Dreger

Forschungsdirektor in der Abteilung Makroökonomie



JEL-Classification: E21;E44;G20
Keywords: Habit persistence, Consumption and wealth, Financial institutions
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/151537