InnoNet - eine wirkungsvolle Förderung großer FuE-Verbünde für den Mittelstand steht vor dem "Aus"

DIW Wochenbericht 10 / 2008, S. 109-114

Heike Belitz, Rüdiger Eschenbach, Kathleen Toepel

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Abstract

Seit 1999 fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Programm "Förderung von innovativen Netzwerken (InnoNet)" größere Verbundprojekte zwischen öffentlichen Forschungseinrichtungen und mehreren kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Die Unternehmen kommen in diesem Programm nicht unmittelbar in den Genuss von Fördergeldern, sondern müssen sich mit Eigenleistungen am Projekt beteiligen und einen Finanzbeitrag zu den Aufwendungen der Forschungseinrichtungen erbringen. Sie profitieren von der Teilnahme am Verbund also nur, wenn sie das erworbene Wissen und die Forschungsergebnisse ertragswirksam umsetzen. Doch leistet InnoNet tatsächlich, was sich die Initiatoren von dem Projekt erhofft haben? Die hier vorgelegte langfristige Wirkungsanalyse zeigt: Mehr als die Hälfte der beteiligten Unternehmen hatte drei Jahre nach Abschluss dieser Projekte FuE-Ergebnisse umgesetzt oder planten dies in Kürze. Auch unter den Unternehmen, die die Ergebnisse nicht direkt umsetzen werden, berichtet jedes zweite von einem wichtigen Wissenszuwachs und Impulsen für künftige FuE-Kooperationen. Angesichts dieser Wirkungen und der positiven Bewertung durch die beteiligten Unternehmen und Forschungseinrichtungen ist es nicht nachvollziehbar, dass das BMWi diese sparsame Fördervariante von großen FuE-Verbünden nun aufgeben und durch eine aufwendigere Förderung mit Zuschüssen für die KMU ersetzen will.

Heike Belitz

Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Unternehmen und Märkte



JEL-Classification: O31;O32;O38
Keywords: Evaluation, Collaborative R&D projects, Small and medium sized enterprises
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/151575