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Immer mehr Erwerbstätige empfinden ihr Einkommen als ungerecht

DIW Wochenbericht 31 / 2008, S. 434-440

Stefan Liebig, Jürgen Schupp

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Abstract

Seit einiger Zeit mehren sich die Stimmen, die für Deutschland eine "soziale Schieflage" konstatieren und im Namen sozialer Gerechtigkeit Korrekturen fordern. So haben die Reallöhne in den vergangenen Jahren stagniert, teilweise sind sie sogar zurückgegangen. Zugleich kann eine Zunahme von Einkommensungleichheit beobachtet werden. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der subjektiven Bewertung der eigenen Einkommensposition wider. Der Anteil derjenigen Erwerbstätigen, die sich ungerecht entlohnt fühlen, hat von rund 26 Prozent im Jahr 2005 auf rund 35 Prozent im Jahr 2007 zugenommen. In Westdeutschland war der Anstieg deutlich stärker als in Ostdeutschland. Vor allem bei den Beziehern mittlerer Einkommen verstärkt sich offenbar das Gefühl, ein ungerechtfertigt niedriges Einkommen zu erhalten. Die Analyse zeigt auch, dass individuell empfundene Ungerechtigkeit durchaus gesellschaftlich bedeutsame Konsequenzen haben kann. So weisen diejenigen, die sich ungerecht entlohnt fühlen, mehr krankheitsbedingte Fehltage auf als andere Beschäftigte.

Stefan Liebig

Direktorium in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel

Jürgen Schupp

Wissenschaftler in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel



JEL-Classification: D31;D63
Keywords: Justice, SOEP, Inequality
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/151641

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