Rationales und irrationales Verhalten in der russischen Klimapolitik

DIW Wochenbericht 23 / 2011, S. 3-8

Petra Opitz

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Abstract

Russland nutzt die internationalen Klimaschutzinstrumente nur geringfügig und verspätet, obwohl die russische Wirtschaft davon profitieren könnte. Auch einer Verlängerung des Kyoto-Protokolls steht Russland abweisend gegenüber. Dieses scheinbar irrationale Verhalten hat nachvollziehbare Gründe, wenn man die unveränderte Energieabhängigkeit der russischen Wirtschaft betrachtet. Die Klimaschutzstrategien der EU vermindern die künftigen Absatzchancen für russische Öl- und Gasexporte. Der wirtschaftliche Ausbau des russischen Binnenmarkts für Erdgas scheint dabei aus der Sicht russischer Energielieferanten zumindest mittelfristig eine ökonomisch sinnvolle Alternative zu sein. Langfristig wird eine solche Strategie auch die Erschließung der großen Energieeffizienzpotenziale der russischen Wirtschaft und damit die Senkung von Treibhausgasemissionen befördern. Aus der Sicht Russlands ist ein solches Vorgehen rational.



JEL-Classification: O19;O44;Q54;Q58
Keywords: Climate change policy, energy sector, Kyoto mechanisms, Russia
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/152146