Politikberatung und Alterssicherung: Rentenniveau, Altersarmut und das Rentenversicherungssystem

Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung 1 / 2011, S. 159-174

Winfried Schmähl

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Abstract

Der Artikel greift einige zentrale Fragen der Gestaltung der deutschen Alterssicherungspolitik auf, die in den letzten zwei Jahrzehnten durch Reformmaßnahmen von weitreichender Bedeutung wurden, und zwar für Erwerbstätige und Rentner, wie auch für das Alterssicherungssystem insgesamt und insbesondere die gesetzliche Rentenversicherung. Dies basiert auf Erfahrungen, die der Autor bei der Beratung, vor allem öffentlicher Institutionen, gewonnen hat. Ausgehend von einem Wandel, vor allem in der Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Gesetzlichen Rentenversicherung, der maßgebend auch vom Mainstream der Ökonomen, wie auch Akteuren der Finanzindustrie vorangetrieben und von Medien und Politikern aufgenommen wurde, wird auf mehrere Reformprozesse und ausgewählte Aspekte der Politikberatung eingegangen. Beginnend mit dem, was als "demographischer Faktor" in der Zeit der Kanzlerschaft von Helmut Kohl in die Rentenformel eingehen sollte, über die nachfolgenden Veränderungen, die in den beiden Regierungsphasen von Gerhard Schröder wie auch durch die "große Koalition" beschlossen wurden. Die weitreichenden sozial- und verteilungspolitischen Folgen des mit der "neuen deutschen Alterssicherungspolitik" umgesetzten "Paradigmenwechsels" - die zum erheblichen Teil gezielt ausgeblendet wurden durch ein Verengen des Diskussionsfeldes - werden skizziert, wie auch die in diesen Prozessen von Beratern vertretenen Positionen.



JEL-Classification: J10;J26
Keywords: Rentenversicherung, Alterssicherungspolitik, demographischer Wandel, Altersarmut
DOI:
https://doi.org/10.3790/vjh.80.1.143
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/99645

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