Die Riester-Rente: Was wollte der Gesetzgeber, wo besteht Änderungsbedarf? Eine Antwort auf die Kritik des DIW

Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung 2 / 2012, S. 43-53

Walter Riester

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Abstract

Der Erfinder der Riester-Rente wollte ursprünglich eine obligatorische Versicherung einführen. Dies wurde aber von den Medien "sabotiert". Damit scheiterte eine Pflichtversicherung auch politisch. Dargelegt wird, dass das Standardrentenniveau auch zehn Jahre nach der Einführung von Riester noch in etwa dem des Jahres 2000 entspricht. Ausgeführt wird zudem, dass bei Riester-Produkten für den Sparer keine zusätzlichen Kosten anfallen, dass Anbieter für die Lebenserwartung eine ausreichende Sicherheitsmarge kalkulieren müssen und dass die Riester-Sparer zeitweilig mit einer Quote von über 100 Prozent an den Überschüssen beteiligt wurden. Der Befund des DIW, dass die "Rendite für viele Sparer nicht besser sein wird, als wenn sie ihr Geld in einen Sparstrumpf gesteckt hätten", wird kritisiert. Der Erfahrung des Autors zufolge hat diese Aussage zu einer großen Verunsicherung bei Sparern und potentiellen Sparern geführt. Plädiert wird für eine individuelle, private und kapitalgedeckte Altersvorsorge für alle Bürger, die die gesetzliche umlagefinanzierte Rente ergänzt. Staatlich unterstütztes Sparen erfordert strikte Gesetzesauflagen für die Produkte und hohe Sicherheit. Befürwortet wird eine Evaluierung der Riester-Rente. Diese muss an den Zielen orientiert sein, die der Gesetzgeber für die staatlich geförderte Altersversorgung formuliert hat.

The inventor of the Riester pension originally wanted it to be a compulsory insurance, but this was "sabotaged" by the media and, consequently, failed politically. Ten years after the implementation of the Riester pension, the standard pension level is still approximately what it was in 2000. Further, it will be explained that Riester products have no additional costs for savers; providers must calculate a sufficient security margin for the life expectancy of the savers, and that the insured persons were temporarily involved with a ratio of over 100 percent of the surplus. The DIW Berlin finding that the "return for many savers will be no better than if they had invested their money in a piggy bank" is criticized. The author finds that this statement has caused uncertainty for savers and potential savers. Further, the author advocates a private, individual and funded supplement for everybody in addition to the traditional pay-as-you-go pension scheme. Government-backed savings requires strict legal requirements for the products with high levels of safety. Further, an evaluation of the Riester pension is recommended, based on the objectives stated by the legislature.



JEL-Classification: G28;H55
Keywords: Private pension scheme, regulation, Riester-subsidy, Riester-return
DOI:
https://doi.org/10.3790/vjh.81.2.43
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/99692