Der Koalitionsvertrag nimmt die Gesellschaft in die Pflicht

Abstract

Der Koalitionsvertrag, den CDU, CSU und SPD Ende November 2013 veröffentlich haben, enthält im Hinblick auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung viele konkrete und ehrgeizige Ziele: So sollen die Investitionsausgaben steigen, die Einkommenssituation ausgewählter Gruppen von Rentnern und Arbeitnehmern durch eine Anhebung der Rentenansprüche und die Einführung eines Mindestlohns verbessert werden; gleichzeitig soll es keine Steuererhöhungen geben. Die Energiewende soll zielgerichtet voranschreiten, und Beruf und Familie sollen künftig leichter zu vereinbaren sein. Die Wahrnehmung der Interessen von Verbrauchern soll durch eine Neuausrichtung der institutionellen Strukturen der Verbraucherpolitik verbessert werden. Das sind für viele Menschen gute Nachrichten. Ob diese angekündigten Reformvorhaben tatsächlich erreicht werden und ob sie sich positiv auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung auswirken, hängt entscheidend davon ab, wie die damit verbundenen Politikmaßnahmen ausgestaltet werden. Denn je nach Umsetzung können auch gute Absichten ihre Ziele verfehlen oder unerwünschte Nebenwirkungen auf die Lebensverhältnisse der Menschen und das Wirtschaftswachstum zeigen.

The coalition agreement of November 2013 includes a number of specific and ambitious goals relating to economic and social development. For instance, investment in infrastructure is to be increased and the income situation of certain groups of pensioners and employees improved through higher pension entitlements and the introduction of a minimum wage; at the same time, there are to be no tax increases. The energy transition is to continue on its target-oriented course, and work and family life will be easier to reconcile in future. The perception of consumer interests is to be improved by realigning the institutional structures of consumer policy. This is all good news for many people. Whether or not these proposed reforms will in fact be achieved and whether or not they will have a positive impact on economic and social development depends largely on the precise nature of the associated policies. After all, depending on how they are implemented, good intentions can also fail to meet their objectives or have undesired side effects on people's living conditions and on economic growth. It is first and foremost the responsibility of society to develop a long-term vision about how these measures can be made to fit into a consistent whole.

Claus Michelsen

Abteilungsleiter in der Abteilung Konjunkturpolitik

Tomaso Duso

Abteilungsleiter in der Abteilung Unternehmen und Märkte

Holger Lüthen

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel

Karsten Neuhoff

Abteilungsleiter in der Abteilung Klimapolitik

Kai-Uwe Müller

Leiter der FIS Nachwuchsgruppe Zeitpolitik in der Abteilung Staat

Stefan Bach

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Staat

Hermann Buslei

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Staat

Johannes Geyer

Stellvertretender Abteilungsleiter in der Abteilung Staat

Martin Gornig

Stellvertretender Abteilungsleiter in der Abteilung Unternehmen und Märkte

Claudia Kemfert

Abteilungsleiterin in der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt

Jürgen Schupp

Wissenschaftler in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel

C. Katharina Spieß

Abteilungsleiterin in der Abteilung Bildung und Familie

Gert G. Wagner

Senior Research Fellow in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel



JEL-Classification: E21;E22;E24;D18;I24;I28;J31;Q25;Q28;Q42
Keywords: Koaltionsvertrag, politisches Programm, Wohlstand, Zukunftsfähigkeit
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/88622