Noch immer beträchtlicher Einkommensabstand zwischen West-Berlin und Ost-Berlin: verfügbares Einkommen der Berliner Privathaushalte im Jahre 1992

DIW Wochenbericht 10 / 1994, S. 140-145

Klaus-Dietrich Bedau

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Abstract

19921ebten in den 1,8 Mill. Berliner Privathaushalten 3,5 Mill. Menschen. Rund 60 vH davon wohnten in den westlichen, 40 vH in den östlichen Bezirken der Stadt. In West-Berlin machten alleinlebende Personen nahezu die Hälfte, Haushalte mit einer nichtdeutschen Bezugsperson fast ein Zehntel aller Privathaushalte aus; in Ost-Berlin waren die entsprechenden Anteile erheblich geringer. Von der Summe des verfügbaren Einkommens entfielen 1992 reichlich 70 vH auf die West-Berliner und knapp 30 vH auf die Ost-Berliner Haushalte. Im Durchschnitt verfügte ein Haushalt im Westen der Stadt über monatlich 4 600 DM, ein Haushalt im Osten über 3 300 DM. Das Einkommen eines Ost-Berliner Haushalts blieb im Durchschnitt noch um fast drei Zehntel (1991: zwei Fünftel) hinter dem eines West-Berliner Haushalts zurück. Allerdings hat sich für die Haushalte im Ostteil der Stadt im vergangenen Jahr nicht nur das Nominal-, sondern auch das Realeinkommen kräftig erhöht; bei den West-Berliner Haushalten gab es indes Realeinkommensverluste. Bei den Pro-Kopf-Einkommen- monatlich 2 500 DM (West-Berlin) und 1 600 DM (Ost-Berlin)- betrug der Einkommensabstand noch mehr als ein Drittel. Doch war das Einkommensniveau in Ost-Berlin im Jahre 1992 um nahezu ein Zehntel (Haushaltseinkommen) bzw. um ein Viertel (Pro-Kopf-Einkommen) höher als im übrigen neuen Bundesgebiet. In allen Haushaltsgruppen gibt es eine - mehr oder weniger stark ausgeprägte - Streuung nach der Einkommenshöhe. In West-Berlin konnte die Hälfte der Privathaushalte im Jahre 1992 über ein Einkommen von höchstens 4 000 DM monatlich disponieren. Ein Zehntel der Haushalte verfügte über weniger als 1 800 DM, ein anderes Zehntel dagegen über mehr als 7 800 DM im Monat. ln Ost-Berlin hatte die Hälfte der Privathaushalte ein Einkommen von maximal3 000 DM monatlich zur Verfügung. Ein Zehntel der Haushalte konnte höchstens 1 300 DM im Monat ausgeben, ein anderes Zehntel verfügte jedoch über mehr als 5 700 DM monatlich.


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