DIW-Konjunkturbarometer September 2014: Vorerst gedämpftes Expansionstempo

Pressemitteilung vom 30. September 2014

Die deutsche Wirtschaft dürfte nach dem Rücksetzer bei der Produktion im zweiten Quartal im dritten Vierteljahr wieder leicht, um 0,2 Prozent, gewachsen sein. Darauf deutet das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hin, das mit einem Wert von knapp 102 Indexpunkten ein Wirtschaftswachstum leicht über dem langjährigen Trend anzeigt. Der Index gab allerdings etwas nach; dies dürfte auch eine Abkühlung der weltwirtschaftlichen Dynamik widerspiegeln.

Neuerungen beim DIW-Konjunkturbarometer

Das monatliche DIW-Konjunkturbarometer präsentiert sich ab heute in neuer Gestalt: Fortan zeigt ein Punktewert die aktuelle konjunkturelle Lage für Deutschland an, wobei der Wert 100 einer durchschnittlichen konjunkturellen Lage entspricht. Höhere Werte deuten auf eine überdurchschnittliche Konjunkturlage hin, niedrigere Werte auf eine unterdurchschnittliche Konjunkturlage. Insgesamt fließen in das Barometer nun 311 Variablen aus den Bereichen Industrie und Produktion, Dienstleistungen, Arbeitsmarkt und Finanzmarkt ein – mehr als vier Mal so viele wie bisher. Zudem kann das Problem, dass die Zahlenreihen zu unterschiedlichen Zeitpunkten veröffentlicht werden, dank neuer Berechnungsmethoden nun besser berücksichtigt werden. Für die Berechnung des Barometers gewichten die Konjunkturforscher des DIW Berlin die einzelnen Zahlenreihen und bilden aus allen vier Wirtschaftsbereichen Subindizes. Diese werden am Ende zum Gesamtpunktewert zusammengefasst.

Der insgesamt optimistische Ausblick des Barometers gründet sich vor allem auf eine günstigere Einschätzung der Aktivität im verarbeitenden Gewerbe. Dabei dürften die guten Daten aus dem Juli die Dynamik allerdings erheblich überzeichnen, da sie zu einem guten Teil auf den Einfluss der späten Sommerferien zurückzuführen sind. Die Produktion im August und September dürfte wesentlich geringer ausgefallen sein als im Juli, zumal auch die geopolitischen Krisen die Wirtschaftsleistung gedämpft haben könnten. Die Wirtschaft wird daher wohl etwas schwächer expandieren als der Index eigentlich nahelegen würde. Die geopolitischen Krisen dürften im laufenden Quartal aber nur geringe Bremsspuren hinterlassen haben.

Wenn die Unsicherheit im weiteren Verlauf etwas nachlässt, wird die deutsche Wirtschaft wohl allmählich wieder Fahrt aufnehmen. Sowohl die Nachfrage aus dem Ausland dürfte etwas anziehen als auch – aufgrund der bis zuletzt günstigen Entwicklung der Beschäftigung und der Löhne – der private Konsum im Inland.

Themen: Konjunktur