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Erwerbstätigkeit und Einkommen von Frauen in der DDR: hohe Erwerbsbeteiligung der Frauen sollte erhalten bleiben

DIW Wochenbericht 19 / 1990, S. 263-267

Martin Gornig, Johannes Schwarze, Michael Steinhöfel

Abstract

ln der Diskussion der Einkommensrelationen zwischen beiden deutschen Staaten stehen bislang Unterschiede in den durchschnittlichen Bruttolöhnen und -gehältern im Vordergrund. Diese Unterschiede sind dann von Bedeutung, wenn es um die Einschätzung der Lohnkostenbelastung bzw. der Wettbewerbsfähigkeit der DDR-Wirtschaft geht. Will man allerdings nicht nur die direkten ökonomischen Folgen einer Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft, sondern auch die sozialen Folgen einer Währungsumstellung in der DDR beurteilen, so reichen Berechnungen auf Basis der durchschnittlichen Bruttoeinkommen kaum aus. Diese Einkommen erreichen nur etwa ein Drittel derjenigen in der Bundesrepublik. Bei den Haushaltseinkommen beträgt der Abstand jedoch nur rund 50 vH. Grund dafür ist die hohe Erwerbsbeteiligung der Frauen in der DDR, die weitgehend durch das dortige Kinderbetreuungssystem ermöglicht wird. Im folgenden werden für das Jahr 1988 anhand der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe in der DDR und des Sozio-ökonomischen Panels in der Bundesrepublik die Einkommensdifferenzen bei Arbeiter-, Angestellten- und Beamtenhaushalten bestimmt.

Martin Gornig

Stellvertretender Abteilungsleiter in der Abteilung Unternehmen und Märkte

Themen: Gender

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