Aspekte der Sozialhilfe in der Bundesrepublik Deutschland

DIW Wochenbericht 50 / 1988, S. 665-673

Kornelia Hagen, Volker Meinhardt

Abstract

Die Sozialhilfe ist das ,letzte Netz' des sozialen Sicherungssystems. Einen Anspruch hat nach den Kriterien des Bundessozialhilfegesetzes (BSHG)I derjenige, der nicht in der Lage ist, aus eigener Kraft seinen Lebensunterhalt zu bestreiten oder sich in besonderen Lebenslagen selbst zu helfen. Die Träger der Sozialhilfe, besonders die Gemeinden, klagen über die steigende Belastung ihrer Etats durch die Folgekosten der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit, die aus ihrer Sicht in die Zuständigkeit des Bundes fallen. Zu diesen hohen Folgekosten haben vor allem die Kürzungsmaßnahmen im Bereich des Arbeitsförderungsgesetzes (AFG) beigetragen. Im vorliegenden Bericht wird die Belastung der Gemeinden und Länder durch Sozialhilfeausgaben untersucht, ferner die Entwicklung von Sozialhilfeaufwand und Zahl der Empfänger. Dabei geht es um einen Einblick in globale Tendenzen bei Niveau und Struktur der Sozialhilfe. Den Orientierungsrahmen gibt hier die Entwicklung im Bundesgebiet insgesamt. Regionale Aspekte werden beispielhaft für die drei Stadtstaaten untersucht, deren Daten durch die amtliche Sozialhilfestatistik relativ gut belegt sind.